Radarr auf dem Synology NAS installieren: Filme automatisch verwalten
Radarr ergänzt den *arr-Stack auf dem Synology NAS um die automatische Filmverwaltung: Qualitäts-Upgrades, Indexer-Sync über Prowlarr und Import per Hardlink in die Jellyfin-Bibliothek.
Geprüft am 30.09.2026 · für Radarr 6.4.4.10685
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Wer auf seinem Synology NAS bereits Sonarr für Serien betreibt, findet in Radarr den logischen zweiten Kern-Baustein: einen vollautomatischen Film-Manager (PVR), der Qualitätsprofile überwacht, vorhandene Dateien gegen TMDb abgleicht und bei besserer Qualität – etwa beim Upgrade von DVD auf Blu-Ray – selbständig nachlädt. Die Konfiguration folgt demselben Compose- und Pfad-Schema wie Sonarr: ein einziger Daten-Root unter /volume1/data, Hardlinks statt Kopien, und Prowlarr als zentraler Indexer-Hub. Ergebnis: keine manuellen Download-Aufträge und kein doppelter Speicherverbrauch.
Voraussetzungen
- Synology NAS mit DSM 7.2 oder höher (x86-64-Prozessor empfohlen, z. B. DS923+, DS1522+)
- Container Manager aus dem Synology Package Center installiert
- SSH-Zugang zum NAS aktiviert (Systemsteuerung > Terminal & SNMP). SSH ist nur nötig, weil DSM die numerische UID/GID nicht anzeigt und
chownfür die Rechte benötigt wird. - Mindestens 2 GB freier RAM auf dem NAS
- Ausreichend Speicherplatz auf
/volume1für Medienbibliothek und Downloads - Download-Client (qBittorrent oder SABnzbd) bereits installiert und laufend
- Sonarr-Erfahrung hilfreich, aber nicht zwingend – das Schema ist identisch
Schritt 1: Ordnerstruktur und Berechtigungen anlegen
Das TRaSH-Guides-Schema sieht vor, dass Downloads und Medienbibliothek unterhalb eines einzigen Verzeichnisses liegen. Nur dann kann Radarr Hardlinks erzeugen – anstatt Dateien beim Import zu kopieren. Öffnen Sie die Synology File Station und legen Sie folgende Ordner an (falls sie aus dem Sonarr-Setup noch nicht existieren):
/volume1/docker/radarr ← Config-Verzeichnis (Datenbank, Logs)
/volume1/data/torrents/movies ← Download-Zielordner für qBittorrent
/volume1/data/media/movies ← Radarr-Medienbibliothek (fertige Filme)
Verbinden Sie sich anschließend per SSH mit dem NAS und ermitteln Sie PUID/PGID Ihres Docker-Benutzers:
ssh admin@nas-ip
id docker
# Beispielausgabe: uid=1026(docker) gid=100(users) groups=100(users)
Notieren Sie uid und gid für die Compose-Datei. Die Beispielwerte 1026/100 können auf Ihrem NAS abweichen.
Setzen Sie die Rechte auf die Config- und Daten-Verzeichnisse:
sudo chown -R docker:users /volume1/docker/radarr
sudo chown -R docker:users /volume1/data
Verifizieren: Führen Sie ls -la /volume1/docker/ aus. Der Ordner radarr muss dem Benutzer docker (bzw. dem Benutzer mit uid=1026) gehören. Fehlt das Verzeichnis oder gehört es root, schlägt der Container-Start mit „Permission denied“ fehl.
Schritt 2: Compose-Datei erstellen
Öffnen Sie im Container Manager Projekt > Erstellen. Vergeben Sie den Projektnamen radarr und wählen Sie /volume1/docker/radarr als Projektverzeichnis. Fügen Sie folgenden Inhalt als compose.yaml ein und passen Sie PUID, PGID und TZ an:
services:
radarr:
image: lscr.io/linuxserver/radarr:version-6.4.4.10685
container_name: radarr
environment:
- PUID=1026
- PGID=100
- TZ=Europe/Berlin
- UMASK=022
volumes:
- /volume1/docker/radarr:/config
- /volume1/data:/data
ports:
- 7878:7878
restart: unless-stopped
| Parameter | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Image | lscr.io/linuxserver/radarr:version-6.4.4.10685 | LinuxServer.io-Image mit fester Radarr-Version (Stand September 2026) |
| Port | 7878:7878 | Web-UI; für HTTPS optional den Reverse Proxy von DSM vorschalten |
| Volume /config | /volume1/docker/radarr | Pflicht: radarr.db, config.xml, Logs – ohne dieses Volume gehen alle Einstellungen verloren |
| Volume /data | /volume1/data | Einheitlicher Daten-Root für Downloads und Bibliothek – Voraussetzung für Hardlinks |
| PUID / PGID | 1026 / 100 | Benutzer-ID und Gruppen-ID – immer per id-Befehl prüfen, nicht blind übernehmen |
| TZ | Europe/Berlin | IANA-Zeitzone; falsche Zeitzone führt zu verwirrenden Logs und fehlerhaften Suchen |
| restart | unless-stopped | Startet Radarr automatisch nach DSM-Neustart oder Container-Absturz neu |
Zum Image-Tag: lscr.io ist die von LinuxServer.io empfohlene Registry. :latest folgt dem stabilen Release-Zweig (Stand September 2026: 6.4.4.10685). Der Tag version-6.4.4.10685 hält diese Version fest, damit ein Neustart kein ungeprüftes Update einspielt. Für ein Update tragen Sie die neue Versionsnummer aus den Release Notes ein. :develop und :nightly sind für Tests gedacht.
Verifizieren: Der Container Manager übernimmt die Datei ohne Fehlermeldung. Bei einem Syntaxfehler prüfen Sie Einrückung und Anführungszeichen im Umgebungsblock.
Schritt 3: Container starten und ersten Start prüfen
Klicken Sie im Container Manager auf Erstellen und anschließend auf Starten. Das Image wird von lscr.io geladen, je nach Verbindung dauert das 1 bis 3 Minuten. Beobachten Sie den Status im Container Manager: Der Container muss von „Wird gestartet“ auf Wird ausgeführt wechseln.
Rufen Sie die Radarr-UI auf:
http://nas-ip:7878
Beim ersten Start richtet Radarr die Datenbank ein und zeigt den Setup-Assistenten. Wählen Sie eine Authentifizierungsmethode (Formular-Login empfohlen) und vergeben Sie ein Passwort.
Verifizieren: Im Container Manager unter Protokoll des Radarr-Containers erscheint eine Zeile wie:
[Info] Microsoft.Hosting.Lifetime: Application started. Press Ctrl+C to shut down.
Ist diese Meldung sichtbar und die Web-UI unter Port 7878 erreichbar, ist der Container korrekt gestartet. Erscheinen stattdessen „Permission denied“-Fehler, prüfen Sie PUID/PGID aus Schritt 1 erneut.
Schritt 4: Radarr grundkonfigurieren
Öffnen Sie in der Radarr-UI Einstellungen > Medien-Verwaltung und tragen Sie den Filmpfad als Root-Ordner ein:
/data/media/movies
Radarr sieht diesen Pfad im Container – er entspricht /volume1/data/media/movies auf dem NAS. Prüfen Sie außerdem unter den erweiterten Einstellungen, dass Hardlinks verwenden statt kopieren aktiv ist.
Notieren Sie danach unter Einstellungen > Allgemein den API-Key für Prowlarr.
Einen eigenen TMDb-API-Key brauchen Sie nicht: Radarr bezieht Filmdaten über den Metadatendienst des Projekts.
Verifizieren: Wechseln Sie zu Einstellungen > Medien-Verwaltung > Root-Ordner. Der Ordner /data/media/movies muss mit einem grünen Häkchen angezeigt werden. Ein rotes Warnsymbol bedeutet, dass Radarr den Pfad nicht beschreiben kann – dann liegen PUID/PGID-Fehler oder ein falscher Volume-Mount vor.
Schritt 5: Download-Client verbinden
Öffnen Sie Einstellungen > Download-Clients > Hinzufügen und wählen Sie Ihren Client (qBittorrent oder SABnzbd).
Für qBittorrent tragen Sie ein:
Host: nas-ip (oder Container-Name, wenn im selben Docker-Netzwerk)
Port: 8080
Benutzername / Passwort: Ihre qBittorrent-Zugangsdaten
Kategorie: movies
Das Feld Kategorie ist wichtig: qBittorrent legt Downloads dieser Kategorie im konfigurierten Kategorie-Verzeichnis ab. Stellen Sie sicher, dass qBittorrent das Verzeichnis /data/torrents/movies für die Kategorie movies verwendet – dann liegen Download und Bibliothek unter demselben /data-Root, und Hardlinks funktionieren.
Ein Remote-Path-Mapping ist nicht erforderlich, solange Radarr und qBittorrent denselben /data-Mount verwenden und die Pfade im Container identisch sind.
Verifizieren: Klicken Sie auf Verbindung testen. Radarr meldet einen erfolgreichen Test. Schlägt er fehl, prüfen Sie Host, Port und Zugangsdaten und stellen Sie sicher, dass beide Container im selben Docker-Netzwerk oder über die NAS-IP erreichbar sind.
Schritt 6: Prowlarr-Sync einrichten
Radarr und Prowlarr kommunizieren über die Prowlarr-API, sodass Sie Indexer nicht in Radarr pflegen müssen. Öffnen Sie in der Prowlarr-UI Einstellungen > Apps > Hinzufügen > Radarr und tragen Sie dort ein:
Prowlarr-Server: http://prowlarr:9696 (Container-Name, wenn im selben Netz)
http://nas-ip:9696 (alternativ via NAS-IP)
Radarr-Server: http://radarr:7878
API-Key: <Radarr-API-Key aus Schritt 4>
Prowlarr synchronisiert nun alle konfigurierten Indexer automatisch an Radarr. In der Radarr-UI unter Einstellungen > Indexer erscheinen die Indexer daraufhin als „Prowlarr-verwaltete Indexer“.
Verifizieren: In Radarr unter Einstellungen > Indexer auf Alle testen klicken. Jeder Indexer muss mit einem grünen Häkchen bestätigt werden. Schlägt der Test fehl, ist meist entweder der API-Key falsch oder Radarr ist von Prowlarr aus nicht über die angegebene URL erreichbar – dann beide Container in ein gemeinsames benutzerdefiniertes Docker-Netzwerk verschieben und den Container-Namen als Hostname verwenden.
Schritt 7: Qualitätsprofil konfigurieren und ersten Film hinzufügen
Unter Einstellungen > Profile ist bereits ein Standard-Qualitätsprofil vorhanden. Für einen typischen Heimserver empfiehlt sich folgendes Upgrade-Schema:
Mindestqualität: WEB-DL 1080p
Upgrade bis: Bluray-1080p oder Remux-1080p
Radarr überwacht damit vorhandene Filme und lädt automatisch nach, sobald eine bessere Version verfügbar ist.
Fügen Sie nun einen Testfilm hinzu: Filme > Neuer Film > Film suchen, geben Sie einen Filmtitel ein, wählen Sie das Qualitätsprofil und klicken Sie auf Hinzufügen. Radarr sucht sofort über die konfigurierten Indexer nach Releases.
Verifizieren: Wechseln Sie zu Aktivität > Queue. Ein aktiver Download erscheint dort mit Status und Fortschritt. Nach Abschluss wechselt der Film in der Bibliothek auf den Status „Verfügbar“, und unter /volume1/data/media/movies liegt die fertig importierte Datei. Ob ein Hardlink entstanden ist, zeigt per SSH ls -li: Datei im Download- und im Filmordner haben dieselbe Inode-Nummer und einen Linkzähler von 2.
Troubleshooting / Typische Fehler
- Hardlinks funktionieren nicht / Radarr kopiert statt zu verlinken: Ursache ist fast immer, dass Download- und Bibliothekspfad auf getrennten Volume-Mounts liegen (z. B.
/downloadsund/moviesals separate Docker-Volumes). Lösung: Beide Pfade müssen unterhalb desselben/data-Root liegen und in Radarr und qBittorrent identisch eingebunden sein. - „Permission denied“ in den Container-Logs: PUID oder PGID stimmen nicht mit dem tatsächlichen NAS-Benutzer überein. Lösung: per SSH
id docker(oder den relevanten Benutzernamen) ausführen und exakte Werte in der Compose-Datei eintragen; Container neu starten. - Port 7878 bereits belegt: Ein anderer Dienst nutzt diesen Port. Lösung: In
compose.yamlnur den Host-Port ändern, z. B.7879:7878. - Prowlarr-Sync schlägt fehl: Radarr-API-Key fehlt in Prowlarr oder Radarr ist von Prowlarr nicht erreichbar. Lösung: Beide Container im selben benutzerdefinierten Docker-Netzwerk betreiben; Container-Namen als Hostnamen verwenden (z. B.
http://radarr:7878). - Bestehende Filme werden nicht erkannt: Radarr erwartet Dateinamen im Schema
Filmtitel (Jahr). Dateien mit abweichenden Namen können über Filme > Manueller Import manuell zugewiesen werden. - Beschädigte Datenbank nach unsauberem Shutdown: Bei gewaltsam gestopptem Container kann die SQLite-Datenbank beschädigt werden. Lösung: Regelmäßige Backups über System > Backup in Radarr einrichten; das Backup-Archiv liegt unter
/volume1/docker/radarr/Backups. - Falsche Zeitzone:
TZ=Etc/UTCführt zu verwirrenden Zeitstempeln und fehlerhaften geplanten Suchen. Immer die korrekte IANA-Zeitzone setzen, z. B.TZ=Europe/Berlin,TZ=Europe/ViennaoderTZ=Europe/Zurich. - Container startet nach DSM-Update nicht: Große DSM-Updates können Container stoppen.
restart: unless-stoppeddeckt normale Neustarts ab; nach größeren Updates Container im Container Manager manuell starten.
Häufige Fragen
Wozu brauche ich Radarr, wenn ich Jellyseerr habe?
Jellyseerr ist die Benutzeroberfläche für Film-Anfragen, in der die Nutzer im Haushalt Wünsche einstellen. Radarr ist die Automatisierungs-Engine, die den Download ausführt, die Datei importiert und in die Bibliothek einpflegt. Beide arbeiten zusammen: Jellyseerr sendet Anfragen an Radarr, Radarr erledigt den Rest. Die Einrichtung beschreibt die Anleitung Jellyseerr auf dem Synology NAS installieren.
Wie unterscheidet sich Radarr von Sonarr?
Radarr verwaltet Filme (eine Datei pro Film), Sonarr verwaltet Serien (viele Episoden mit Staffel- und Episoden-Logik). Das Konfigurations- und API-Schema ist nahezu identisch – wer unsere Sonarr-Anleitung abgeschlossen hat, richtet Radarr in wenigen Minuten ein.
Kann Radarr Filme direkt in mein Jellyfin-Verzeichnis importieren?
Ja, sofern Radarr und Jellyfin denselben /data-Mount verwenden. Radarr importiert per Hardlink nach /data/media/movies, und Jellyfin liest dieselbe Datei. Optional kann Radarr nach dem Import eine Jellyfin-Bibliotheksaktualisierung via Webhook oder API auslösen; neue Filme erscheinen dann ohne manuellen Bibliotheksscan. Wie Sie Jellyfin auf dem NAS mit Hardware-Transcoding aufbaust, zeigt die Anleitung Jellyfin auf Synology NAS mit Intel QuickSync einrichten.
Welchen Tag soll ich verwenden – latest, develop oder nightly?
Für den Dauerbetrieb eignet sich der stabile Zweig, am besten als feste Version wie version-6.4.4.10685. :develop eignet sich, wenn Sie neue Funktionen früh testen und gelegentliche Fehler in Kauf nehmen. :nightly ist ausschließlich für Entwickler gedacht.
Muss ich für jeden Film ein Remote-Path-Mapping einrichten?
Nein – Remote-Path-Mappings sind nur nötig, wenn Radarr und der Download-Client dieselben Pfade unterschiedlich sehen (z. B. weil der Download-Client auf einem anderen Host läuft). Verwenden beide Container denselben /data-Mount, ist kein Mapping erforderlich.
Wie richte ich automatische Qualitäts-Upgrades ein?
In Radarr unter Einstellungen > Profile ein Qualitätsprofil öffnen und die Upgrade-Schwelle definieren, z. B. Mindestqualität „WEB-DL 1080p“, Upgrade bis „Remux-1080p“. Ist ein Film bereits in niedrigerer Qualität vorhanden, sucht Radarr beim nächsten RSS-Sync automatisch nach einer besseren Version und lädt sie nach, sobald sie verfügbar ist.
Fazit
Radarr schließt den *arr-Stack auf dem Synology NAS für Filme ab: automatische Suche, Qualitäts-Upgrades, Import per Hardlink und Anbindung an Prowlarr und Jellyfin. Entscheidend ist der einheitlichen /data-Mount – wer Downloads und Medienbibliothek auf getrennten Volumes betreibt, zahlt jeden Import doppelt mit Speicherplatz. Mit dem hier beschriebenen TRaSH-Schema und identischem Compose-Pattern wie Sonarr ist der Stack wartbar, erweiterbar und läuft nach einem NAS-Neustart ohne manuellen Eingriff wieder an.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- Prowlarr auf dem Synology NAS installieren – zentrale Indexer-Verwaltung für Radarr und Sonarr
- Sonarr auf dem Synology NAS installieren: Serien automatisch verwalten – das identische Schema für TV-Serien
- Jellyfin auf Synology NAS mit Intel QuickSync einrichten – der Media-Server, der Radarrs importierte Filme abspielt
Offizielle Quellen: LinuxServer.io – Radarr Docker Image Documentation | TRaSH Guides – Synology Folder Structure & Hardlinks | Radarr GitHub Repository


