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📘 Anleitung Synology / NAS 11.09.2026 · 10 min Lesezeit

qBittorrent auf dem Synology NAS installieren: Torrent-Client mit Web-Oberfläche

qBittorrent läuft als Container von LinuxServer.io auf dem Synology NAS und bietet eine Web-Oberfläche für Torrent-Downloads. Die Anleitung zeigt Einrichtung im Container Manager, sichere Ports und die Anbindung an Sonarr und Radarr.

Geprüft am 21.10.2026 · für qBittorrent 5.3.0

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NAS mit vier Schächten auf einem Wohnzimmerregal, ein leuchtender Datenstrom aus Lichtpartikeln fließt hinein

qBittorrent ist ein freier Torrent-Client (GPL) mit Web-Oberfläche, der sich als Download-Client an Sonarr und Radarr anbinden lässt. Diese Anleitung richtet qBittorrent mit dem Image von LinuxServer.io als Projekt im Container Manager ein: mit passender PUID/PGID, dauerhaftem Admin-Passwort und einer Web-Oberfläche, die nur im lokalen Netz erreichbar ist.

Voraussetzungen

  • Synology NAS mit DSM 7.2 oder neuer, x86-64 oder ARM64, mindestens 1 GB RAM, Container Manager aus dem Paket-Zentrum
  • SSH-Zugang (Systemsteuerung → Terminal & SNMP). SSH ist nur nötig, weil DSM die numerische UID/GID eines Benutzers nicht anzeigt.
  • Internetzugang des NAS für den Image-Download von lscr.io
  • Freier Speicher auf /volume1: etwa 1 GB für Image und Konfiguration plus Platz für Downloads
  • Port 6881 frei, also kein anderer Torrent-Client wie Download Station auf diesem Port
  • Optional: Sonarr und/oder Radarr, wenn Sie Downloads automatisieren wollen

Schritt 1: PUID und PGID per SSH ermitteln

Das Image schreibt Dateien mit der Benutzer- und Gruppen-ID, die Sie über PUID und PGID vorgeben. Passen die Werte nicht zum Synology-Benutzer, scheitern Schreibzugriffe auf /downloads mit „Permission denied“.

Verbinden Sie sich per SSH mit dem NAS (z. B. Windows Terminal oder PuTTY) und führen Sie aus:

id

Die Ausgabe sieht typischerweise so aus:

uid=1026(benutzer) gid=100(users) groups=100(users),101(administrators)

Notieren Sie uid und gid. Auf Synology hat der erste angelegte Benutzer meist uid=1026, die Gruppe „users“ gid=100.

Verifizieren: Die Ausgabe von id zeigt Zahlenwerte für uid (z. B. 1026) und gid (z. B. 100). Übernehmen Sie Ihre eigenen Werte, nicht die Beispielwerte.

Schritt 2: Ordnerstruktur in der File Station anlegen

Fehlende Bind-Mount-Verzeichnisse legt Docker als root an; der Container kann dann nicht hineinschreiben. Legen Sie die Ordner deshalb vorher in der File Station an:

  • /volume1/docker/qbittorrent/config für Konfiguration und Datenbank
  • /volume1/docker/qbittorrent/downloads als Download-Ziel

Planen Sie Sonarr und Radarr, eignet sich alternativ eine gemeinsame Struktur, damit die *arr-Apps per Hardlink importieren können:

  • /volume1/data/torrents/completed für fertige Downloads
  • /volume1/data/torrents/incoming für laufende Downloads
  • /volume1/data/torrents/watch als überwachter Ordner für .torrent-Dateien

Für den Einstieg reicht der einfache /downloads-Pfad; umstellen können Sie später.

Verifizieren: In der File Station existieren unter /volume1/docker/qbittorrent die Unterordner config und downloads, bevor Sie den Container starten.

Schritt 3: Compose-Projekt im Container Manager anlegen

Öffnen Sie den Container Manager, wählen Sie „Projekt“ und klicken Sie auf „Erstellen“. Projektname: qbittorrent, Pfad: /volume1/docker/qbittorrent. Tragen Sie folgende compose.yaml ein:

services:
  qbittorrent:
    image: lscr.io/linuxserver/qbittorrent:version-5.3.0_v2.1.2
    container_name: qbittorrent
    environment:
      - PUID=1026
      - PGID=100
      - TZ=Europe/Berlin
      - WEBUI_PORT=8080
      - TORRENTING_PORT=6881
    volumes:
      - /volume1/docker/qbittorrent/config:/config
      - /volume1/docker/qbittorrent/downloads:/downloads
    ports:
      - 8080:8080
      - 6881:6881
      - 6881:6881/udp
    stop_grace_period: 10s
    restart: unless-stopped

Hinweise zu den Parametern:

  • Image-Tag: version-5.3.0_v2.1.2 hält qBittorrent 5.3.0 mit libtorrent 2.1 fest (Stand Oktober 2026), damit ein Neustart kein ungeprüftes Update einspielt. :latest folgt immer der neuesten Version. Für libtorrent 1.2 gibt es die Tags libtorrentv1 bzw. libtorrentv1-version-5.3.0_v1.2.20. Wer vorerst bei libtorrent 2.0 bleiben möchte, nutzt version-5.3.0_v2.0.15.
  • Update von 5.2.4: Tag in der compose.yaml ändern, im Container Manager das Projekt erstellen und neu starten. Im Test am 21.10.2026 meldete die Web-API danach v5.3.0 mit libtorrent 2.1.2, das zuvor gesetzte Passwort und eine angelegte Kategorie blieben erhalten, ein falsches Passwort wurde abgelehnt, und es erschien kein neues temporäres Passwort im Log. Neu in 5.3.0 sind laut Release Notes unter anderem das Sperren ganzer IP-Bereiche, ein Filter nach Infohash und mehrere E-Mail-Empfänger für Benachrichtigungen.
  • PUID/PGID: Werte aus Schritt 1 eintragen.
  • TZ: Für Österreich Europe/Vienna, für die Schweiz Europe/Zurich.
  • UDP-Port: Ohne die Zeile 6881:6881/udp fehlen uTP und DHT, qBittorrent findet dann deutlich weniger Peers.
  • stop_grace_period: 10 Sekunden zum sauberen Beenden; bei sehr vielen Torrents auf 30s erhöhen.
  • restart: unless-stopped: startet nach einem NAS-Neustart automatisch, bleibt nach manuellem Stopp aber gestoppt.

Klicken Sie auf „Weiter“ und „Ausführen“. Der Container Manager lädt das Image und startet den Container.

Verifizieren: Nach dem Start zeigt der Container Manager den Projektstatus als „Wird ausgeführt“ (grüner Punkt). Im Reiter „Log“ des Containers qbittorrent stehen die Startmeldungen, darunter die Zeile mit dem temporären Passwort für Schritt 4.

Schritt 4: Temporäres Passwort aus dem Log lesen und dauerhaft ersetzen

Beim ersten Start erzeugt qBittorrent ein temporäres Admin-Passwort und schreibt es ins Container-Log:

The WebUI administrator password was not set. A temporary password is provided for this session: aBcD1234

Öffnen Sie im Container Manager den Container qbittorrent, Reiter „Log“, und notieren Sie das Passwort. Rufen Sie dann die Web-Oberfläche auf:

http://<NAS-IP>:8080

Melden Sie sich mit dem Benutzernamen admin und dem temporären Passwort an. Setzen Sie sofort unter Tools → Optionen → Web UI ein dauerhaftes, starkes Passwort und speichern Sie. Ohne eigenes Passwort erzeugt qBittorrent bei jedem Neustart ein neues temporäres Passwort.

Verifizieren: Melden Sie sich ab und mit dem neuen Passwort wieder an. Starten Sie das Projekt einmal neu (Container Manager → Projekt → Neu starten): Die Anmeldung funktioniert weiterhin, und im Log erscheint keine Zeile „A temporary password is provided“ mehr.

Schritt 5: Port-Freigabe in der DSM-Firewall prüfen

Damit andere Peers qBittorrent erreichen, muss die DSM-Firewall Port 6881 zulassen. Öffnen Sie Systemsteuerung → Sicherheit → Firewall, prüfen Sie das aktive Profil und ergänzen Sie bei Bedarf eine Regel für Port 6881 (TCP und UDP). Den Web-Port 8080 geben Sie nicht ins Internet frei; von unterwegs erreichen Sie die Web-Oberfläche über ein VPN wie Tailscale oder WireGuard. Für eingehende Verbindungen aus dem Internet ist zusätzlich eine Portweiterleitung für 6881 im Router nötig.

Verifizieren: Das Verbindungssymbol in der Statusleiste unten in der Web-Oberfläche ist nach einigen Minuten grün („Verbunden“). Gelb („Mit Firewall“) bedeutet: ausgehend funktioniert es, eingehend ist Port 6881 blockiert.

Schritt 6: Eckdaten und Konfiguration im Überblick

Die wichtigsten Parameter des Containers:

ParameterWertHinweis
Imagelscr.io/linuxserver/qbittorrent:version-5.3.0_v2.1.2libtorrent 2.1; alternativ libtorrentv1
Version5.3.0 (Oktober 2026)Alpine-basiert
WebUI-Port8080/tcpNur im lokalen Netz; nicht ins Internet
Torrent-Port TCP6881/tcpPeering; in Firewall freigeben
Torrent-Port UDP6881/udpuTP; beide Zeilen in compose.yaml Pflicht
Config-Volume/volume1/docker/qbittorrent/config:/configEinstellungen, Datenbank
Download-Volume/volume1/docker/qbittorrent/downloads:/downloadsDownload-Ziel
PUID / PGID1026 / 100Per SSH prüfen: id
ZeitzoneEurope/BerlinAT: Europe/Vienna; CH: Europe/Zurich

Verifizieren: Unter Tools → Optionen stimmen Web-UI-Port (8080), Standard-Speicherpfad (/downloads) und Torrent-Port (6881, Reiter „Verbindung“) mit Ihrer compose.yaml überein.

Schritt 7: qBittorrent mit Sonarr und Radarr verbinden

Betreiben Sie Sonarr auf dem Synology NAS oder Radarr auf dem Synology NAS, binden Sie qBittorrent so an:

Kategorien anlegen: Klicken Sie in der Web-Oberfläche in der Seitenleiste mit der rechten Maustaste auf „Kategorien“ → „Kategorie hinzufügen“ und legen Sie an:

  • sonarr für Serien
  • radarr für Filme

Download-Client eintragen: Öffnen Sie in Sonarr bzw. Radarr Einstellungen → Download-Clients → Hinzufügen, wählen Sie „qBittorrent“ und tragen Sie ein:

FeldWert
HostNAS-IP-Adresse (z. B. 192.168.1.100)
Port8080
Benutzernameadmin
PasswortIhr dauerhaftes Passwort
Kategoriesonarr (bzw. radarr)

Klicken Sie auf „Test“; Sonarr bzw. Radarr bestätigt die Verbindung.

Verifizieren: Lösen Sie in Sonarr oder Radarr eine Suche mit Download aus. In qBittorrent erscheint der Download mit der passenden Kategorie; nach Abschluss importiert Sonarr bzw. Radarr die Datei.

Schritt 8: Sicherheit und optionaler VPN-Schutz

  • Web-Oberfläche nicht ins Internet: Port 8080 gehört nicht in die Portweiterleitung des Routers. Für Fernzugriff nutzen Sie Tailscale oder WireGuard. Einen anonymisierten Download-Aufbau beschreibt die Anleitung JDownloader anonym über Tor auf der Synology.
  • Netzwerkschnittstelle binden: Läuft ein VPN-Client auf dem NAS, wählen Sie unter Tools → Optionen → Erweitert → Netzwerkschnittstelle das VPN-Interface (z. B. tun0). Torrents laufen dann nur bei aktivem VPN. Der Container muss das Interface dafür sehen, also im Host-Netz laufen.
  • Gluetun (fortgeschritten): Ein Gluetun-Container im selben Projekt und network_mode: service:gluetun im qBittorrent-Dienst leiten den gesamten Verkehr des Containers durch den VPN-Tunnel. Die Ports veröffentlichen Sie dann am Gluetun-Dienst.
  • Rechtliches (DACH): Software und Protokoll sind legal. Rechtswidrig ist das Herunterladen oder Verbreiten urheberrechtlich geschützter Werke ohne Erlaubnis; bei Torrents lädt jeder Nutzer zugleich hoch. In Deutschland sind Abmahnungen verbreitet. Ein VPN ändert nichts an der rechtlichen Verantwortung.

Verifizieren: Rufen Sie von außerhalb des lokalen Netzes (z. B. Mobilfunk) http://<öffentliche-IP>:8080 auf. Die Web-Oberfläche ist nicht erreichbar. Ist sie es doch, entfernen Sie die Portweiterleitung im Router sofort.

Troubleshooting / Typische Fehler

  • Temporäres Passwort nicht gefunden: Starten Sie den Container neu; solange kein eigenes Passwort gesetzt ist, steht nach jedem Start ein neues im Log. Ist ein vergessenes Passwort gesetzt: Container stoppen, in /volume1/docker/qbittorrent/config/qBittorrent/qBittorrent.conf die Zeile WebUI\Password_PBKDF2 entfernen und neu starten.
  • Permission denied in /downloads: PUID/PGID passen nicht zum Synology-Benutzer. id erneut ausführen, Werte in der compose.yaml korrigieren und das Projekt neu erstellen.
  • Web-Oberfläche nach Portänderung nicht erreichbar: Port-Mapping (z. B. 8090:8090) und WEBUI_PORT=8090 müssen gemeinsam geändert werden.
  • Wenige Peers: Die UDP-Zeile 6881:6881/udp fehlt oder Port 6881 ist in Firewall/Router nicht freigegeben.
  • Container startet nicht, Port belegt: Ein anderer Dienst, etwa Download Station, nutzt 6881. Diesen Dienst beenden oder TORRENTING_PORT und das Port-Mapping auf einen freien Port ändern.
  • Sonarr/Radarr importiert nicht: Kategorie fehlt in qBittorrent oder weicht vom Eintrag in der *arr-App ab. Beide Einstellungen angleichen.
  • Ordner gehören root: Docker hat die Verzeichnisse vor Ihnen angelegt. Container stoppen, Ordner in der File Station löschen, neu anlegen, Container starten.

Häufige Fragen

Wie finde ich das temporäre Admin-Passwort?

Im Container Manager beim Container qbittorrent im Reiter „Log“, Zeile „A temporary password is provided for this session: …“. Ersetzen Sie es nach der ersten Anmeldung unter Tools → Optionen → Web UI.

Welche PUID und PGID soll ich verwenden?

Die Werte, die id per SSH für Ihren Benutzer ausgibt. Auf Synology ist PGID=100 (Gruppe „users“) üblich.

Kann ich qBittorrent mit Sonarr und Radarr verbinden?

Ja, wie in Schritt 7 beschrieben: Kategorien in qBittorrent anlegen und qBittorrent mit NAS-IP, Port 8080 und Admin-Zugang als Download-Client eintragen.

Ja, die Software und das BitTorrent-Protokoll sind legal. Entscheidend ist der Inhalt: Linux-Images, Open-Source-Software oder Creative-Commons-Werke sind unproblematisch, urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis nicht.

Wie ändere ich den WebUI-Port, wenn 8080 bereits belegt ist?

Ändern Sie in der compose.yaml gleichzeitig das Mapping (z. B. 8090:8090) und WEBUI_PORT=8090 und erstellen Sie das Projekt neu.

Wie schütze ich den gesamten Torrent-Traffic mit einem VPN?

Am zuverlässigsten mit einem Gluetun-Container und network_mode: service:gluetun im qBittorrent-Dienst (siehe Schritt 8). Alternativ binden Sie qBittorrent an die Netzwerkschnittstelle eines VPN-Clients auf dem NAS.

Was ist der Unterschied zwischen :latest und :libtorrentv1?

:latest nutzt seit 5.3.0 libtorrent 2.1, :libtorrentv1 libtorrent 1.2. Die 1.2-Variante hilft bei Problemen mit libtorrent 2.x, etwa hohem Speicherverbrauch auf Systemen mit wenig RAM. Sichern Sie /config, bevor Sie die Variante wechseln.

Fazit

Mit dem Image von LinuxServer.io und einem Projekt im Container Manager ist qBittorrent auf dem Synology NAS schnell eingerichtet. Entscheidend sind die richtige PUID/PGID, ein dauerhaftes Admin-Passwort, beide Torrent-Ports (TCP und UDP) und eine Web-Oberfläche, die nicht aus dem Internet erreichbar ist. Für den Medien-Stack ergänzt Jellyfin auf Synology NAS mit Intel-QuickSync-Hardware-Transcoding die Wiedergabe.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

Offizielle Dokumentation und Quellenangaben: linuxserver.io docker-qbittorrent Dokumentation; GitHub: linuxserver/docker-qbittorrent; Docker Hub: linuxserver/qbittorrent; GitHub: qbittorrent/qBittorrent.