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📘 Anleitung Synology / NAS 11.09.2026 · 10 min Lesezeit

Sonarr auf dem Synology NAS installieren: Serien automatisch verwalten

Sonarr als Docker-Compose-Projekt auf dem Synology NAS einrichten: linuxserver.io-Image mit festem Tag, PUID/PGID für den DSM-Benutzer und ein gemeinsamer Daten-Root für Hardlinks im *arr-Stack.

Geprüft am 30.09.2026 · für Sonarr (linuxserver/sonarr) 4.0.20.3014-ls326

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Symbolbild zur Anleitung: Sonarr auf dem Synology NAS installieren

Sonarr pflegt Ihre Seriensammlung auf dem Synology NAS automatisch. Der quelloffene Personal Video Recorder überwacht RSS-Feeds konfigurierter Indexer, erkennt fehlende Episoden, löst Downloads über qBittorrent aus, benennt die fertigen Dateien nach Ihren Vorgaben um und sortiert sie sauber in die Medienbibliothek ein. Diese Anleitung zeigt die Einrichtung über ein Docker-Compose-Projekt im Container Manager (DSM 7.2+), erklärt das PUID/PGID-Konzept von linuxserver.io und setzt von Anfang an den gemeinsamen Daten-Root auf, der später Hardlinks und atomare Verschiebevorgänge zwischen Sonarr, Radarr und qBittorrent ermöglicht.

Voraussetzungen

  • Synology NAS mit DSM 7.2 oder neuer und installiertem Container Manager (Intel/AMD x86-64 oder ARM64-Modell)
  • Mindestens 1 GB freier RAM für den Sonarr-Container; empfohlen sind 4 GB gesamt
  • SSH-Zugriff auf das NAS zur Ermittlung von PUID und PGID
  • Freigegebene Ordner /volume1/docker (Container-Configs) und /volume1/data (Medien und Downloads) – letzterer muss für alle *arr-Container zugänglich sein
  • Ein DSM-Benutzerkonto (kein Admin), dessen UID/GID Sie per SSH ermitteln

Eckdaten auf einen Blick

ParameterWert
Imagelscr.io/linuxserver/sonarr:4.0.20
Version (September 2026)4.0.20.3014-ls326
Web-UI-Port8989/TCP
Config-Volume/volume1/docker/sonarr/config:/config
Daten-Volume/volume1/data:/data
PUID / PGID (Synology)1026 / 100 (individuell prüfen)
Zeitzone DACHEurope/Berlin · Vienna · Zurich
Restart-Policyunless-stopped

Schritt 1: PUID und PGID des NAS-Benutzers ermitteln

Das linuxserver.io-Image startet den Container intern als root, wechselt aber beim Start zur konfigurierten UID und GID. Der Container-Prozess hat damit dieselben Dateisystem-Rechte wie der NAS-Benutzer. Auf Synology DSM 7 beginnen reguläre (nicht-Admin) Benutzer bei UID 1026; die Standard-Datengruppe „users“ hat die GID 100. Die genauen Werte schlagen Sie für Ihren Benutzer nach.

Melden Sie sich per SSH am NAS an und führen Sie folgenden Befehl aus. Ersetzen Sie benutzername durch den tatsächlichen DSM-Benutzernamen:

id benutzername

Beispielausgabe:

uid=1026(benutzername) gid=100(users) groups=100(users),...

Notiere uid (hier 1026) und gid (hier 100). Diese Werte tragen Sie später als PUID und PGID in die Compose-Datei ein.

Verifizieren: Der Befehl id gibt eine Zeile mit uid=, gid= und groups= aus. Lautet die Ausgabe no such user, existiert der Benutzer unter diesem Namen nicht – DSM-Benutzernamen sind case-sensitive.

Schritt 2: Ordnerstruktur anlegen

Öffnen Sie die File Station in DSM und legen Sie folgende Ordner an. Da Sonarr, qBittorrent und Radarr später alle denselben Host-Pfad /volume1/data als Container-Pfad /data einbinden, befinden sich alle Dateien auf demselben Dateisystem-Mount-Point. Damit übernimmt Sonarr fertige Downloads per Hardlink, ohne zusätzlichen Speicherplatz zu belegen.

/volume1/docker/sonarr/config      ← Datenbank, Config, Logs, Backups
/volume1/data/media/tv             ← Sonarr Root Folder (Medienbibliothek)
/volume1/data/media/movies         ← für Radarr (gleicher Daten-Root)
/volume1/data/downloads/complete   ← fertige Downloads von qBittorrent
/volume1/data/downloads/incomplete ← laufende Downloads

Stellen Sie in der DSM-Systemsteuerung unter Freigegebene Ordner sicher, dass der DSM-Benutzer aus Schritt 1 Lese- und Schreibrechte auf docker und data hat.

Verifizieren: In der File Station müssen die Ordner /volume1/docker/sonarr/config und /volume1/data/media/tv sichtbar sein. Prüfen Sie per SSH die Eigentümer:

ls -la /volume1/docker/sonarr/
ls -la /volume1/data/media/

Die Ordner sollten dem DSM-Benutzer (UID 1026) oder der Gruppe „users“ (GID 100) gehören.

Schritt 3: Compose-Datei erstellen

Öffnen Sie im Container Manager den Bereich Projekte und legen Sie ein neues Projekt an. Als Projektpfad wählen Sie /volume1/docker/sonarr. Tragen Sie folgende compose.yaml ein und passen Sie PUID und PGID an, falls Ihre Werte aus Schritt 1 von 1026/100 abweichen:

services:
  sonarr:
    image: lscr.io/linuxserver/sonarr:4.0.20
    container_name: sonarr
    environment:
      - PUID=1026
      - PGID=100
      - TZ=Europe/Berlin
      - UMASK=022
    volumes:
      - /volume1/docker/sonarr/config:/config
      - /volume1/data:/data
    ports:
      - 8989:8989
    restart: unless-stopped

Erläuterungen zu den einzelnen Parametern:

  • image: lscr.io ist die Vanity-URL von linuxserver.io und leitet auf dieselben Images weiter, die auch unter ghcr.io/linuxserver/sonarr liegen. Der feste Tag 4.0.20 verhindert ungeplante Versionssprünge; für ein Update erhöhen Sie ihn gezielt.
  • TZ: Steuert die Zeitplanung automatischer Suchen. Für Österreich Europe/Vienna, für die Schweiz Europe/Zurich.
  • UMASK=022: Neue Dateien erhalten die Rechte rw-r--r-- und sind für Jellyfin und andere Medienserver lesbar.
  • restart: unless-stopped: Der Container startet nach einem DSM-Neustart automatisch, aber nicht nach einem manuellen docker stop.
  • /volume1/data:/data: Der gemeinsame Daten-Root. Radarr und qBittorrent binden denselben Host-Pfad unter demselben Container-Pfad ein.

Verifizieren: Klicken Sie im Container Manager auf Erstellen. Der Container Manager zieht das Image von lscr.io und startet den Container. Unter Container muss sonarr nach wenigen Sekunden den Status Wird ausgeführt zeigen. Im Log-Tab darf keine Fehlermeldung erscheinen; ein erfolgreicher Start endet mit:

[ls.io-init] done.

Schritt 4: Sonarr im Browser aufrufen und Ersteinrichtung

Öffnen Sie im Browser http://<NAS-IP>:8989. Beim ersten Aufruf fragt Sonarr nach einem Authentifizierungsverfahren: Wählen Sie Forms (Login Page) und legen Sie Benutzername und Passwort fest. Danach richten Sie die wichtigsten Einstellungen ein:

  1. Root Folder konfigurieren (Einstellungen > Medienverwaltung > Root Folders > Hinzufügen): Tragen Sie /data/media/tv ein. Das ist der Container-Pfad, der auf /volume1/data/media/tv auf dem Host zeigt.
  2. Download-Client verbinden (Einstellungen > Download-Clients > Hinzufügen): Wählen Sie qBittorrent und tragen Sie die NAS-IP sowie Port 8080 ein. Laufen beide Container im selben Docker-Netzwerk, können Sie statt der IP den Container-Namen qbittorrent verwenden.
  3. Indexer verbinden (Einstellungen > Indexer > Hinzufügen): Wählen Sie Prowlarr und tragen Sie die URL http://<NAS-IP>:9696 sowie den Prowlarr-API-Key ein. Den Key finden Sie in Prowlarr unter Einstellungen > Allgemein.
  4. Series Type prüfen: Standard-Serien verwenden das Format S01E01, Daily-Sendungen das Format YYYY-MM-DD, Anime die absolute Episodennummerierung. Ein falscher Typ führt zu falschen Suchabfragen; kontrollieren Sie ihn beim Hinzufügen jeder Serie.

Verifizieren: Öffnen Sie System > Status. Unter Health darf keine Warnung zu Download-Client oder Indexer stehen. Unter Einstellungen > Allgemein finden Sie den Sonarr-API-Key, den Prowlarr für die Indexer-Synchronisation benötigt. Fügen Sie testweise eine Serie hinzu und prüfen Sie, ob Sonarr unter Aktivität eine Suchabfrage auslöst.

Schritt 5: Qualitätsprofile und Benachrichtigungen anpassen

Sonarr bringt voreingestellte Qualitätsprofile mit (Any, SD, HD-1080p, Ultra-HD). Als Startpunkt eignet sich HD-1080p. Über Custom Formats gewichten Sie Merkmale, zum Beispiel eine deutsche Sprachpräferenz, HDR10 oder Dolby Vision. Das Cutoff-Konzept ist dabei zentral: Hat Sonarr eine Episode in der Mindestqualität, sucht es weiter nach besseren Versionen, bis der Cutoff erreicht ist.

Benachrichtigungen, etwa per Telegram oder Discord-Webhook, richten Sie unter Einstellungen > Verbindungen ein. So erfahren Sie, wenn eine Episode importiert wurde oder ein Download fehlschlägt.

Verifizieren: Öffnen Sie Einstellungen > Profile und stellen Sie sicher, dass mindestens ein Qualitätsprofil einen Cutoff definiert. Weisen Sie einer Serie dieses Profil zu und prüfen Sie unter Serien > [Serienname] > Verlauf, ob Sonarr die korrekte Qualitätsstufe als Ziel ausgibt.

Schritt 6: Backup einrichten und Updates durchführen

Das Volume /volume1/docker/sonarr/config enthält die SQLite-Datenbank sonarr.db (alle Serien-Metadaten, Verlauf, Custom Formats), die Konfigurationsdatei config.xml (API-Key, Port) und den automatischen Backup-Ordner. Sichern Sie dieses Verzeichnis regelmäßig, am einfachsten über die eingebaute Backup-Funktion unter System > Backup, die ein ZIP-Archiv erzeugt.

Für ein Update erstellen Sie zuerst ein Backup, erhöhen dann im Compose-Projekt den Image-Tag (aktuelle Tags: Releases auf GitHub), klicken auf Pull und anschließend auf Up. Das Config-Volume bleibt erhalten.

Verifizieren: In Sonarr unter System > Status erscheint im Bereich About die neue Versionsnummer (Stand September 2026: 4.0.20.3014). Ein erfolgreicher Start nach dem Update liefert im Log erneut die [ls.io-init] done.-Meldung.

Rechtlicher Hinweis für DACH

Sonarr ist als Software frei und legal nutzbar. Die rechtliche Grauzone liegt beim Herunterladen urheberrechtlich geschützter Inhalte ohne entsprechende Lizenz. In Deutschland ist das private Kopieren aus einer offensichtlich rechtswidrigen Quelle nach § 53 Abs. 1 UrhG nicht erlaubt; beim Torrent-Download laden Sie zudem gleichzeitig hoch und verbreiten damit Inhalte. Das Herunterladen aus legalen Quellen oder das Erstellen von Sicherungskopien eigener, legal erworbener Medien ist hingegen zulässig. Sie sind selbst dafür verantwortlich, nur lizenzierte Inhalte über Sonarr zu beziehen. Der Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.

Troubleshooting / Typische Fehler

  • „Permission denied“ beim Schreiben in /config oder /data: Falsche PUID oder PGID in der Compose-Datei. Per SSH id benutzername ausführen, Werte korrigieren, Container neu starten.
  • Sonarr kopiert Downloads statt sie zu verschieben (doppelter Speicherverbrauch): Sonarr, qBittorrent und Radarr haben nicht denselben Container-Pfad (/data) für den gleichen Host-Pfad (/volume1/data). Volumes in allen drei Compose-Dateien angleichen.
  • „port is already allocated“ beim Container-Start: Port 8989 wird bereits von einem anderen Prozess oder einer früheren Sonarr-Instanz belegt. Per SSH mit docker ps prüfen, welcher Container den Port hält, und diesen stoppen.
  • Container startet nach DSM-Neustart nicht: Wenn ein früherer Container per Aufgabenplaner mit docker run --restart always gestartet wurde und jetzt auf Compose umgestellt wird, können Konflikte auftreten. Den alten Container vollständig entfernen und ausschließlich das Compose-Projekt verwenden.
  • Sonarr findet Episoden nicht oder lädt falsche Dateien: Falscher Series Type. Daily-Sendungen und Anime-Serien benötigen andere Typen als Standard-Serien. Serie bearbeiten und den korrekten Typ setzen.
  • Alle Serien-Pfade in der Datenbank falsch nach Volume-Änderung: Sonarr speichert absolute Container-Pfade in der SQLite-DB. Vor Pfadänderungen Backup erstellen, danach unter Einstellungen > Medienverwaltung > Root Folders den alten Ordner entfernen, neu hinzufügen und „Alle Serien-Pfade aktualisieren“ auslösen.
  • Zeitzone falsch (TZ=Etc/UTC): Automatische Suchen starten zu falschen Zeiten. TZ=Europe/Berlin in der Compose-Datei setzen und Container neu starten.
  • Container Manager meldet kein Update für das Image: Bei festem Tag ist das erwartet. Tag in der Compose-Datei erhöhen, dann Pull und Up.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen lscr.io und ghcr.io?

lscr.io ist laut linuxserver.io-FAQ eine Vanity-URL, die linuxserver.io mit scarf.sh betreibt. Sie leitet auf die tatsächliche Registry weiter; die Images sind identisch mit denen auf ghcr.io. Die offizielle Dokumentation verwendet lscr.io, deshalb nutzt auch diese Anleitung den Pfad.

Muss ich PUID und PGID anpassen, oder reichen die Standardwerte 1000/1000?

Auf dem Synology NAS passen Sie PUID und PGID an. DSM-Benutzer beginnen bei UID 1026 (erster nicht-Admin-Benutzer), während der linuxserver.io-Standard 1000/1000 für generische Linux-Systeme gilt. Mit falschen Werten kann Sonarr keine Dateien in die eingebundenen Volumes schreiben – die Datenbank lässt sich nicht anlegen, und Sonarr quittiert jeden Schreibversuch mit einem Berechtigungsfehler. Führen Sie id benutzername per SSH aus und verwenden Sie die echten Werte.

Warum /volume1/data:/data statt separater /tv- und /downloads-Volumes?

Hardlinks funktionieren nur innerhalb desselben Dateisystems und desselben Mount-Points. Wenn Sonarr einen fertigen Download aus /downloads in /tv verschiebt und beide Verzeichnisse unterschiedliche Mount-Points sind, muss das System die Datei vollständig kopieren (doppelter Speicherverbrauch). Mit einem gemeinsamen /data-Root legt Sonarr einen Hardlink an, der keinen zusätzlichen Platz belegt.

Wie verbinde ich Sonarr mit Prowlarr und qBittorrent?

Für Prowlarr: Einstellungen > Indexer > Hinzufügen > Prowlarr, URL http://<NAS-IP>:9696 und Prowlarr-API-Key eintragen. Prowlarr synchronisiert die Indexer dann zu Sonarr. Für qBittorrent: Einstellungen > Download-Clients > Hinzufügen > qBittorrent, Host (NAS-IP oder Container-Name bei gemeinsamem Docker-Netzwerk), Port 8080, Benutzername und Passwort.

Wie aktualisiere ich Sonarr auf eine neue Version?

Legen Sie unter System > Backup ein Backup an, erhöhen Sie den Image-Tag in der Compose-Datei und führen Sie im Container Manager Pull und Up aus (Details in Schritt 6).

Unterstützt das Image mein Synology-Modell?

Das linuxserver.io-Image unterstützt nativ x86-64 (alle aktuellen Synology Plus- und Value-Modelle mit Intel- oder AMD-CPU) sowie ARM64 (z. B. DS223, DS124). Das Image ist multi-arch-fähig, sodass Docker beim Pull automatisch die korrekte Architektur auswählt.

Fazit

Sonarr ist der zentrale Baustein des *arr-Stacks auf dem Synology NAS. Mit dem linuxserver.io-Image, korrekt gesetzten PUID/PGID-Werten und einem gemeinsamen Daten-Root läuft die Serienautomatisierung stabil und ohne Berechtigungsprobleme. Für den vollen Funktionsumfang brauchen Sie noch Prowlarr für die Indexer-Verwaltung und qBittorrent als Download-Client. Den gleichen Daten-Root-Ansatz nutzen Sie auch für Radarr für die Film-Automatisierung. Als Mediaplayer für die fertige Bibliothek eignet sich Jellyfin mit Hardware-Transcoding auf der Synology.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

Offizielle Dokumentation und Quellen: linuxserver.io – docker-sonarr · GitHub: linuxserver/docker-sonarr · TRaSH Guides – Synology Folder Structure