Prowlarr auf dem Synology NAS installieren: zentrale Indexer-Verwaltung für den *arr-Stack
Prowlarr verwaltet Indexer zentral für Sonarr, Radarr und weitere *arr-Apps. Die Anleitung zeigt die Installation als Compose-Projekt im Container Manager des Synology NAS, die App-Anbindung per API und das Update-Verfahren.
Geprüft am 30.09.2026 · für prowlarr 2.6.5.5623
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Wer Sonarr, Radarr oder andere *arr-Anwendungen betreibt, kennt das Problem: Jeder neue Tracker oder Usenet-Indexer muss einzeln in jede App eingetragen werden. Prowlarr löst genau das – es sitzt als zentraler Indexer-Manager zwischen Ihren Downloadquellen und dem restlichen Stack und synchronisiert alle Konfigurationen automatisch per API. Auf dem Synology NAS lässt sich Prowlarr sauber als Compose-Projekt im gemeinsamen Docker-Netzwerk des *arr-Stacks betreiben, mit demselben Netzwerk, Pfad-Schema und Update-Verfahren wie die übrigen Apps des Stacks.
Voraussetzungen
- Synology NAS mit x86-64-Prozessor (z. B. DS923+, DS1522+, DS223+) und DSM 7.2 oder neuer
- Container Manager aus dem Synology Package Center installiert
- Bestehendes
synobridge-Docker-Netzwerk (aus den vorherigen *arr-Stack-Anleitungen) - SSH-Zugang zum NAS (nur für das Ermitteln von PUID/PGID mit
idund für die Kontrollbefehle; die DSM-Oberfläche zeigt die numerischen IDs nicht an) – Schritt für Schritt erklärt in SSH auf dem Synology NAS aktivieren und verbinden: PuTTY und Terminal - Sonarr und/oder Radarr bereits in Betrieb (für den App-Sync-Schritt); API-Keys aus „Settings > General“ beider Apps bereithalten
- Mindestens 256 MB freier RAM für den Prowlarr-Container (512 MB empfohlen)
- Indexer-Zugangsdaten (Benutzername/Passwort oder API-Key für gewünschte Tracker oder Usenet-Anbieter)
Schritt 1: Docker-Ordner anlegen und PUID/PGID ermitteln
Prowlarr benötigt ein persistentes Verzeichnis für Datenbank, Konfigurationsdateien und Backups. Das einheitliche Pfad-Schema des *arr-Stacks auf Synology lautet /volume1/docker/<appname> – halten Sie dieses Schema ein, damit Updates und Backups des gesamten Stacks einfach bleiben. Wie Sie Docker-Ordner anlegen und PUID/PGID ermitteln, erklärt die Grundanleitung Docker-Ordner und Berechtigungen auf dem Synology NAS: File Station, PUID und PGID.
Legen Sie den Ordner in der File Station unter docker an oder per SSH, und ermitteln Sie Ihre Benutzer-IDs:
mkdir -p /volume1/docker/prowlarr
idDie Ausgabe von id liefert zum Beispiel uid=1026(benutzer) gid=100(users). Notieren Sie die Werte, Sie brauchen sie in der Compose-Datei als PUID und PGID.
Verifizieren: Prüfen Sie, ob der Ordner existiert und den richtigen Eigentümer hat:
ls -la /volume1/docker/ | grep prowlarrErwartete Ausgabe: eine Zeile wie drwxr-xr-x 2 benutzer users ... prowlarr. Fehlt der Eintrag, hat der mkdir-Befehl nicht funktioniert; prüfen Sie den SSH-Zugang und die Schreibrechte auf /volume1/docker/.
Schritt 2: Compose-Projekt im Container Manager anlegen
Legen Sie im Container Manager unter Projekt > Erstellen ein neues Projekt mit dem Pfad /volume1/docker/prowlarr an und fügen Sie die folgende compose.yaml ein. Wie das Anlegen, Starten und Aktualisieren von Compose-Projekten im Detail funktioniert, zeigt die Grundanleitung Container Manager auf dem Synology NAS: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren. Ersetzen Sie PUID und PGID durch die im vorherigen Schritt notierten Werte:
services:
prowlarr:
image: lscr.io/linuxserver/prowlarr:latest
container_name: prowlarr
environment:
- PUID=1026
- PGID=100
- TZ=Europe/Berlin
- UMASK=022
volumes:
- /volume1/docker/prowlarr:/config
ports:
- 9696:9696
network_mode: synobridge
security_opt:
- no-new-privileges:true
restart: alwaysEckdaten auf einen Blick
| Parameter | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Image | lscr.io/linuxserver/prowlarr:latest | Offizielle LinuxServer.io-Registry; latest = stabiler Release (2.6.5.5623, September 2026); festes Tag z. B. 2.6.5 |
| Port | 9696:9696 | Web-UI und REST-API; einziger benötigter Port |
| Volume | /volume1/docker/prowlarr:/config | Datenbank, config.xml, Backups |
| PUID / PGID | eigene Werte (per id) | falsche Werte → Permission denied in /config |
| TZ | Europe/Berlin | IANA-Zeitzone für korrekte Log-Zeitstempel |
| Netzwerk | synobridge | gemeinsames Netz des *arr-Stacks |
| restart | always | Container startet nach NAS-Neustart immer mit |
Verifizieren: Öffnen Sie nach dem Start im Container Manager die Projektübersicht. Der Container prowlarr muss den Status „Läuft“ zeigen. Alternativ per SSH:
sudo docker ps --filter name=prowlarr --format "table {{.Names}}\t{{.Status}}\t{{.Ports}}"Erwartete Ausgabe: prowlarr Up X minutes 0.0.0.0:9696->9696/tcp. Steht dort „Exited“, prüfen Sie die Logs mit sudo docker logs prowlarr – häufigste Ursache ist ein falsches PUID/PGID (Fehlermeldung: Permission denied).
Schritt 3: Firewall-Regel für Port 9696 anlegen
Wenn die Synology-Firewall aktiv ist, schalten Sie eingehenden Traffic auf Port 9696 (TCP) frei, beschränkt auf Ihr lokales Subnetz (z. B. 192.168.1.0/24). Prowlarr gehört nicht per Portweiterleitung ins Internet. Das genaue Vorgehen für Docker-Container beschreibt die Grundanleitung DSM-Firewall auf dem Synology NAS: Ports für Docker-Container freigeben.
Verifizieren: Rufen Sie im Browser http://[NAS-IP]:9696 auf. Es erscheint der Einrichtungsassistent bzw. bei vorhandener Konfiguration die Anmeldung. Bleibt die Seite leer oder erscheint ein Timeout, ist die Firewall-Regel noch nicht aktiv oder der Container ist noch nicht gestartet.
Schritt 4: Prowlarr-Erstkonfiguration und ersten Indexer hinzufügen
Beim ersten Aufruf von http://[NAS-IP]:9696 verlangt Prowlarr das Anlegen eines Administratorkontos (Authentifizierung „Forms“). Vergeben Sie ein sicheres Passwort; Prowlarr speichert dieses in der lokalen Datenbank (prowlarr.db unter /volume1/docker/prowlarr).
Öffnen Sie nach dem Login Indexers > Add Indexer. Prowlarr unterstützt Hunderte Torrent-Tracker, native Usenet-Indexer sowie generische Newznab/Torznab-Anbindungen. Für Cloudflare-geschützte Indexer steht eine Per-Indexer-Proxy-Funktion (SOCKS4/5, HTTP, FlareSolverr) zur Verfügung, falls einzelne Tracker direkte Anfragen mit HTTP 403 ablehnen.
Tragen Sie beim gewählten Indexer Benutzername und Passwort oder den API-Key des Anbieters ein und speichern Sie.
Verifizieren: Klicken Sie in der Indexer-Liste auf den Test-Button (Blitz-Symbol) neben dem neu angelegten Indexer. Ein grünes Häkchen bedeutet Verbindung erfolgreich. Erscheint ein roter Fehler, zeigt Prowlarr den HTTP-Statuscode (z. B. 401 für falsches Passwort, 403 für Cloudflare-Block, 503 für nicht erreichbaren Server) – das ist der Ausgangspunkt für die Fehlersuche.
Schritt 5: Sonarr und Radarr per API verbinden
Der zentrale Mehrwert von Prowlarr ist die automatische Indexer-Verteilung an alle verbundenen Apps. Sie pflegen jeden Indexer danach nur noch in Prowlarr.
Öffnen Sie in Prowlarr Settings > Apps und fügen Sie Sonarr hinzu:
- Prowlarr Server:
http://172.20.0.1:9696(Gateway des synobridge-Netzes, nicht die NAS-IP) - Prowlarr API Key: aus
Settings > Generalin Prowlarr kopieren - Sonarr Server:
http://172.20.0.1:8989 - Sonarr API Key: aus
Settings > Generalin Sonarr kopieren - Sync Profile: Standard (verteilt alle Indexer)
Wiederholen Sie den Vorgang für Radarr (Radarr auf dem Synology NAS installieren) mit Port 7878 sowie für Sonarr (Sonarr auf dem Synology NAS installieren) mit Port 8989. Verwenden Sie in allen URL-Feldern 172.20.0.1 als Host, nie die physische NAS-IP – Container im selben Bridge-Netz kommunizieren über das Gateway, nicht über das Routing der NAS-Netzwerkkarte. Das verhindert die häufigen „Unable to connect“-Timeouts.
Verifizieren: Klicken Sie vor dem Speichern auf Test; ein grünes Häkchen bestätigt die Verbindung. Prüfen Sie anschließend in Sonarr unter Settings > Indexers, ob die Prowlarr-Indexer automatisch aufgetaucht sind – das bestätigt, dass der Sync funktioniert.
Schritt 6: Updates durchführen
Prowlarr wird aktiv gepflegt (Stand September 2026: 2.6.5.5623). Das Update folgt für alle *arr-Apps demselben Muster:
- Im Container Manager das Prowlarr-Projekt auswählen und Stoppen.
- Unter Image bei
lscr.io/linuxserver/prowlarr„Aktualisieren“ wählen bzw. unter Registry neu herunterladen. - Im Projekt Aktion > Erstellen wählen, damit der Container mit dem neuen Image neu angelegt wird.
Das Volume /volume1/docker/prowlarr bleibt dabei vollständig erhalten – alle Indexer-Konfigurationen, App-Verbindungen und Datenbankeinträge bleiben erhalten. Alternativ per SSH:
cd /volume1/docker/prowlarr
sudo docker compose pull
sudo docker compose up -dVerifizieren: Öffnen Sie nach dem Neustart http://[NAS-IP]:9696 und prüfen Sie unter System > Status die angezeigte Versionsnummer. Sie sollte der aktuellen Stable-Version entsprechen. Die Indexer und App-Verbindungen müssen unverändert vorhanden sein.
Troubleshooting / Typische Fehler
- „Permission denied“ in den Container-Logs: PUID/PGID stimmen nicht mit dem Eigentümer von
/volume1/docker/prowlarrüberein. Prüfen Sie mitls -la /volume1/docker/den tatsächlichen Eigentümer und passen Sie die Werte in der Compose-Datei an. Dann Container neu starten. - „Unable to connect“ beim App-Sync (Sonarr/Radarr): Die NAS-IP wurde als Zieladresse eingetragen statt der Gateway-IP des synobridge-Netzes. Ändern Sie alle App-URLs auf
http://172.20.0.1:[Port]. - „Invalid API Key“ beim App-Sync: Den API-Key in Sonarr oder Radarr unter Settings > General neu kopieren und in Prowlarr aktualisieren (etwa nach einer Neuinstallation der Ziel-App).
- „port is already allocated“ (Container startet nicht): Port 9696 ist durch einen anderen Prozess oder Container belegt. Prüfen mit
sudo netstat -tulnp | grep 9696, Konflikt identifizieren und lösen. - Ordner
/volume1/docker/prowlarrnicht vorhanden: Das Volume ist leer oder fehlerhaft, weil der Ordner vor dem ersten Start nicht angelegt wurde. Container stoppen, Ordner per SSH anlegen (mkdir -p /volume1/docker/prowlarr), Container neu starten. - Indexer-Test schlägt mit HTTP 403/503 fehl (Cloudflare-Block): Für Cloudflare-geschützte Indexer FlareSolverr als separaten Container einrichten und in Prowlarr unter Settings > Indexers > Proxy eintragen.
- Container startet nach DSM-Update nicht: Das
synobridge-Netzwerk fehlt (z. B. nach Neuinstallation des Container Managers). Im Container Manager unter Netzwerk prüfen und gegebenenfalls neu anlegen, dann das Projekt starten. - Falsche Log-Zeitstempel:
TZ=Etc/UTCstatt lokaler Zeitzone gesetzt.TZ=Europe/Berlinin der Compose-Datei eintragen und Container neu starten.
Häufige Fragen
Muss ich Prowlarr neu starten, wenn ich einen neuen Indexer hinzufüge?
Nein. Nach einmaliger App-Verbindung unter „Settings > Apps“ synchronisiert Prowlarr neue Indexer automatisch per Sync-Profil an Sonarr, Radarr und Co. Ein Neustart von Prowlarr oder eine erneute Konfiguration in den *arr-Apps ist nicht nötig.
Welchen API-Key trage ich in Prowlarr ein – den von Prowlarr oder den von Sonarr/Radarr?
Beide. In der App-Konfiguration unter „Settings > Apps“ benötigen Sie den Prowlarr-eigenen API-Key (aus Settings > General in Prowlarr) und den API-Key der jeweiligen Ziel-App (aus Settings > General in Sonarr oder Radarr). Damit authentifizieren sich beide Apps gegenseitig.
Kann ich Prowlarr ohne das synobridge-Netz betreiben?
Technisch ja – mit network_mode: bridge oder dem Standard-Docker-Netz. Dann müssen alle App-Verbindungen über die physische NAS-IP laufen, was auf Synology zu Routing-Problemen und Timeouts führen kann. Das synobridge-Netz ist für den *arr-Stack die empfohlene und bewährte Lösung.
Was ist der Unterschied zwischen den Image-Tags latest, develop und nightly?
latest entspricht dem aktuellen stabilen Release und ist die richtige Wahl für den Produktivbetrieb. develop enthält Vorabversionen mit neuen Features, ist aber weniger stabil. nightly baut täglich aus dem Entwicklungszweig und ist am instabilsten. Wer Updates kontrolliert einspielen will, setzt ein festes Versions-Tag wie 2.6.5.
Muss ich Prowlarr in Sonarr UND Radarr separat eintragen?
Nein, umgekehrt: Sie tragen Sonarr und Radarr je einmal in Prowlarr unter „Settings > Apps“ ein. Prowlarr übernimmt danach die Verteilung aller konfigurierten Indexer automatisch an beide Apps. Kein manuelles Doppeleintragen mehr.
Wie sichere ich die Prowlarr-Konfiguration?
Das gesamte Volume /volume1/docker/prowlarr enthält alle relevanten Daten: Datenbank (prowlarr.db), Konfiguration (config.xml) und automatisch erstellte Backups. Nehmen Sie dieses Verzeichnis in Ihre NAS-Sicherung (z. B. Hyper Backup) auf. Prowlarr erstellt unter /config/Backups zusätzlich automatische Datenbank-Backups.
Fazit
Prowlarr vervollständigt den *arr-Stack auf dem Synology NAS um die fehlende Komponente: zentrale Indexer-Verwaltung mit automatischer Verteilung. Das Compose-Projekt im synobridge-Netz sorgt dafür, dass alle Stack-Container nach demselben Prinzip arbeiten – ein Netzwerk, ein Pfad-Schema, ein Update-Verfahren. Wer Sonarr und Radarr bereits betreibt, braucht nach dieser Anleitung Indexer nur noch an einem Ort zu pflegen.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- Sonarr auf dem Synology NAS installieren: Serien automatisch verwalten
- Radarr auf dem Synology NAS installieren: Filme automatisch verwalten
- qBittorrent auf dem Synology NAS installieren: Torrent-Client mit Web-Oberfläche
- Container Manager auf dem Synology NAS: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren
Offizielle Dokumentation und Quellen: LinuxServer.io – Prowlarr Docker Image, Prowlarr auf GitHub, linuxserver/prowlarr auf Docker Hub, drfrankenstein.co.uk – Prowlarr auf Synology (Praxisguide).


