Prowlarr auf dem Synology NAS installieren: zentrale Indexer-Verwaltung für den *arr-Stack
Prowlarr bündelt alle Torrent-Tracker und Usenet-Indexer an einem Ort und verteilt sie automatisch per API an Sonarr, Radarr und den restlichen *arr-Stack – kein manuelles Doppeleintragen mehr. Diese Anleitung zeigt den sauberen Compose-Weg auf dem Synology NAS mit Schritt-für-Schritt-Verifikation.

Wer Sonarr, Radarr oder andere *arr-Anwendungen betreibt, kennt das Problem: Jeder neue Tracker oder Usenet-Indexer muss einzeln in jede App eingetragen werden. Prowlarr löst genau das – es sitzt als zentraler Indexer-Manager zwischen deinen Downloadquellen und dem restlichen Stack und synchronisiert alle Konfigurationen automatisch per API. Auf dem Synology NAS lässt sich Prowlarr sauber als Compose-Projekt im gemeinsamen Docker-Netzwerk des *arr-Stacks betreiben, sodass ein einheitliches Netzwerk, ein klares Pfad-Schema und ein unkompliziertes Update-Verfahren gelten – für alle Apps des Stacks gleichermaßen.
Voraussetzungen
- Synology NAS mit x86-64-Prozessor (z. B. DS923+, DS1522+, DS223+) und DSM 7.2 oder neuer
- Container Manager aus dem Synology Package Center installiert
- Bestehendes
synobridge-Docker-Netzwerk (aus den vorherigen *arr-Stack-Anleitungen) - SSH-Zugang zum NAS – Schritt für Schritt erklärt in SSH auf dem Synology NAS aktivieren und verbinden: PuTTY und Terminal
- Sonarr und/oder Radarr bereits in Betrieb (für den App-Sync-Schritt); API-Keys aus „Settings > General“ beider Apps bereithalten
- Mindestens 256 MB freier RAM für den Prowlarr-Container (512 MB empfohlen)
- Indexer-Zugangsdaten (Benutzername/Passwort oder API-Key für gewünschte Tracker oder Usenet-Anbieter)
Schritt 1: Docker-Ordner anlegen und PUID/PGID ermitteln
Prowlarr benötigt ein persistentes Verzeichnis für Datenbank, Konfigurationsdateien und Backups. Das einheitliche Pfad-Schema des *arr-Stacks auf Synology lautet /volume1/docker/<appname> – halte dieses Schema konsequent ein, damit Updates und Backups des gesamten Stacks einfach bleiben. Wie du Docker-Ordner korrekt anlegst und PUID/PGID zuverlässig ermittelst, erklärt die Grundanleitung Docker-Ordner und Berechtigungen auf dem Synology NAS: File Station, PUID und PGID.
Lege den Ordner per SSH an und ermittle deine Benutzer-IDs:
mkdir -p /volume1/docker/prowlarr
idDie Ausgabe von id liefert zum Beispiel uid=1026(deinbenutzer) gid=100(users). Notiere die Werte – du brauchst sie in der Compose-Datei als PUID und PGID.
Verifizieren: Prüfe, ob der Ordner existiert und den richtigen Eigentümer hat:
ls -la /volume1/docker/ | grep prowlarrErwartete Ausgabe: eine Zeile wie drwxr-xr-x 2 deinbenutzer users ... prowlarr. Fehlt der Eintrag, hat der mkdir-Befehl nicht funktioniert – überprüfe den SSH-Zugang und die Schreibrechte auf /volume1/docker/.
Schritt 2: Compose-Projekt im Container Manager anlegen
Im Container Manager legst du ein neues Projekt an und fügst die folgende compose.yaml ein. Wie das Anlegen, Starten und Aktualisieren von Compose-Projekten im Detail funktioniert, zeigt die Grundanleitung Container Manager auf dem Synology NAS: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren. Ersetze PUID und PGID durch deine im vorherigen Schritt notierten Werte:
services:
prowlarr:
image: lscr.io/linuxserver/prowlarr:latest
container_name: prowlarr
environment:
- PUID=1026
- PGID=100
- TZ=Europe/Berlin
- UMASK=022
volumes:
- /volume1/docker/prowlarr:/config
ports:
- 9696:9696
network_mode: synobridge
security_opt:
- no-new-privileges:true
restart: alwaysEckdaten auf einen Blick
| Parameter | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Image | lscr.io/linuxserver/prowlarr:latest | Offizielle LinuxServer.io-Registry; latest = stabiler Release (v2.4.0.5397, Juni 2026) |
| Port | 9696:9696 | Web-UI und REST-API; einziger benötigter Port |
| Volume | /volume1/docker/prowlarr:/config | Datenbank, config.xml, Backups |
| PUID / PGID | eigene Werte (per id) | falsche Werte → Permission denied in /config |
| TZ | Europe/Berlin | IANA-Zeitzone für korrekte Log-Zeitstempel |
| Netzwerk | synobridge | gemeinsames Netz des *arr-Stacks |
| restart | always | Neustart auch nach manuellem Stop beim NAS-Boot |
Verifizieren: Öffne nach dem Start im Container Manager die Projektübersicht. Der Container prowlarr muss den Status „Läuft“ zeigen. Alternativ per SSH:
docker ps --filter name=prowlarr --format "table {{.Names}}\t{{.Status}}\t{{.Ports}}"Erwartete Ausgabe: prowlarr Up X minutes 0.0.0.0:9696->9696/tcp. Siehst du stattdessen „Exited“, prüfe die Logs mit docker logs prowlarr – häufigste Ursache ist ein falsches PUID/PGID (Fehlermeldung: Permission denied).
Schritt 3: Firewall-Regel für Port 9696 anlegen
Wenn die Synology-Firewall aktiv ist, musst du eingehenden Traffic auf Port 9696 (TCP) freischalten. Das genaue Vorgehen für Docker-Container beschreibt die Grundanleitung DSM-Firewall auf dem Synology NAS: Ports für Docker-Container freigeben.
Verifizieren: Rufe im Browser http://[NAS-IP]:9696 auf. Du solltest den Prowlarr-Einrichtungsassistenten oder – bei bereits vorhandener Konfiguration – direkt das Dashboard sehen. Bleibt die Seite leer oder erscheint ein Timeout, ist die Firewall-Regel noch nicht aktiv oder der Container ist noch nicht gestartet.
Schritt 4: Prowlarr-Erstkonfiguration und ersten Indexer hinzufügen
Beim ersten Aufruf von http://[NAS-IP]:9696 legt Prowlarr einen Administratoren-Account an. Vergib ein sicheres Passwort – Prowlarr speichert dieses in der lokalen Datenbank (prowlarr.db unter /volume1/docker/prowlarr).
Nach dem Login navigierst du zu Indexers > Add Indexer. Prowlarr unterstützt über 500 Torrent-Tracker und 24+ native Usenet-Indexer sowie generische Newznab/Torznab-Anbindungen. Für Cloudflare-geschützte Indexer steht eine Per-Indexer-Proxy-Funktion (SOCKS4/5, HTTP, FlareSolverr) zur Verfügung – das ist besonders praktisch, wenn einzelne Tracker direkte Anfragen mit HTTP 403 ablehnen.
Trage beim gewählten Indexer Benutzername und Passwort oder den Anbieter-API-Key ein und speichere.
Verifizieren: Klicke in der Indexer-Liste auf den Test-Button (Blitz-Symbol) neben dem neu angelegten Indexer. Ein grünes Häkchen bedeutet Verbindung erfolgreich. Erscheint ein roter Fehler, zeigt Prowlarr den HTTP-Statuscode (z. B. 401 für falsches Passwort, 403 für Cloudflare-Block, 503 für nicht erreichbaren Server) – das ist der Ausgangspunkt für die Fehlersuche.
Schritt 5: Sonarr und Radarr per API verbinden
Der zentrale Mehrwert von Prowlarr ist die automatische Indexer-Verteilung an alle verbundenen Apps. Du musst jeden Indexer danach nur noch in Prowlarr pflegen – die *arr-Apps ziehen sich die Konfiguration automatisch.
Navigiere in Prowlarr zu Settings > Apps und füge Sonarr hinzu:
- Prowlarr Server:
http://172.20.0.1:9696(Gateway des synobridge-Netzes, nicht die NAS-IP) - Prowlarr API Key: aus
Settings > Generalin Prowlarr kopieren - Sonarr Server:
http://172.20.0.1:8989 - Sonarr API Key: aus
Settings > Generalin Sonarr kopieren - Sync Profile: Standard (verteilt alle Indexer)
Wiederhole den Vorgang für Radarr (Radarr auf dem Synology NAS installieren) mit Port 7878 sowie für Sonarr (Sonarr auf dem Synology NAS installieren) mit Port 8989. Wichtig: Verwende in allen URL-Feldern immer 172.20.0.1 als Host, nie die physische NAS-IP – Container im selben Bridge-Netz kommunizieren über das Gateway, nicht über das Routing der NAS-Netzwerkkarte. Das verhindert die häufigen „Unable to connect“-Timeouts.
Verifizieren: Klicke nach dem Speichern auf den Test-Button in der App-Konfiguration. Prowlarr versucht, beide Endpunkte zu erreichen und antwortet mit einem grünen Häkchen bei Erfolg. Prüfe anschließend in Sonarr unter Settings > Indexers, ob die Prowlarr-Indexer automatisch aufgetaucht sind – das bestätigt, dass der Sync funktioniert.
Schritt 6: Updates durchführen
Prowlarr wird aktiv gepflegt (aktuell v2.4.0.5397, Juni 2026). Das Update-Verfahren im Container Manager folgt immer demselben Muster für alle *arr-Apps im Stack:
- Im Container Manager das Prowlarr-Projekt auswählen und Stoppen.
- Unter Registry das Image
lscr.io/linuxserver/prowlarr:latesterneut pullen. - Das Projekt neu starten.
Das Volume /volume1/docker/prowlarr bleibt dabei vollständig erhalten – alle Indexer-Konfigurationen, App-Verbindungen und Datenbankeinträge überleben das Update unverändert. Alternativ funktioniert das Update per SSH:
docker pull lscr.io/linuxserver/prowlarr:latest
docker compose -f /volume1/docker/prowlarr/compose.yaml up -dVerifizieren: Öffne nach dem Neustart http://[NAS-IP]:9696 und prüfe unter System > Status die angezeigte Versionsnummer. Sie sollte der aktuellen Stable-Version entsprechen. Die Indexer und App-Verbindungen müssen unverändert vorhanden sein.
Troubleshooting / Typische Fehler
- „Permission denied“ in den Container-Logs: PUID/PGID stimmen nicht mit dem Eigentümer von
/volume1/docker/prowlarrüberein. Prüfe mitls -la /volume1/docker/den tatsächlichen Eigentümer und passe die Werte in der Compose-Datei an. Dann Container neu starten. - „Unable to connect“ beim App-Sync (Sonarr/Radarr): Die NAS-IP wurde als Zieladresse eingetragen statt der Gateway-IP des synobridge-Netzes. Ändere alle App-URLs auf
http://172.20.0.1:[Port]. - „Invalid API Key“ beim App-Sync: Den API-Key in Sonarr oder Radarr unter Settings > General neu kopieren und in Prowlarr aktualisieren. API-Keys können sich nach einem Update ändern.
- „port is already allocated“ (Container startet nicht): Port 9696 ist durch einen anderen Prozess oder Container belegt. Prüfen mit
sudo netstat -tulnp | grep 9696, Konflikt identifizieren und lösen. - Ordner
/volume1/docker/prowlarrnicht vorhanden: Das Volume ist leer oder fehlerhaft, weil der Ordner vor dem ersten Start nicht angelegt wurde. Container stoppen, Ordner per SSH anlegen (mkdir -p /volume1/docker/prowlarr), Container neu starten. - Indexer-Test schlägt mit HTTP 403/503 fehl (Cloudflare-Block): Für Cloudflare-geschützte Indexer FlareSolverr als separaten Container einrichten und in Prowlarr unter Settings > Indexers > Proxy eintragen.
- Container startet nach DSM-Update nicht: Das Container-Manager-Update hat das synobridge-Netzwerk zurückgesetzt. Das Netzwerk in der DSM-Netzwerkkonfiguration neu erstellen, dann das Projekt starten.
- Falsche Log-Zeitstempel:
TZ=Etc/UTCstatt lokaler Zeitzone gesetzt.TZ=Europe/Berlinin der Compose-Datei eintragen und Container neu starten.
Häufige Fragen
Muss ich Prowlarr neu starten, wenn ich einen neuen Indexer hinzufüge?
Nein. Nach einmaliger App-Verbindung unter „Settings > Apps“ synchronisiert Prowlarr neue Indexer automatisch per Sync-Profil an Sonarr, Radarr und Co. Ein Neustart von Prowlarr oder eine erneute Konfiguration in den *arr-Apps ist nicht nötig.
Welchen API-Key trage ich in Prowlarr ein – den von Prowlarr oder den von Sonarr/Radarr?
Beide. In der App-Konfiguration unter „Settings > Apps“ benötigst du den Prowlarr-eigenen API-Key (aus Settings > General in Prowlarr) und den API-Key der jeweiligen Ziel-App (aus Settings > General in Sonarr oder Radarr). Prowlarr authentifiziert sich damit gegenseitig an beiden Endpunkten.
Kann ich Prowlarr ohne das synobridge-Netz betreiben?
Technisch ja – mit network_mode: bridge oder dem Standard-Docker-Netz. Dann müssen alle App-Verbindungen über die physische NAS-IP laufen, was auf Synology zu Routing-Problemen und Timeouts führen kann. Das synobridge-Netz ist für den *arr-Stack die empfohlene und bewährte Lösung.
Was ist der Unterschied zwischen den Image-Tags latest, develop und nightly?
latest entspricht dem aktuellen stabilen Release und ist die richtige Wahl für den Produktivbetrieb. develop enthält Vorabversionen mit neuen Features, ist aber weniger stabil. nightly baut täglich aus dem Entwicklungszweig und ist am instabilsten. Für ein Synology-NAS im Heimnetz ist latest immer die richtige Wahl.
Muss ich Prowlarr in Sonarr UND Radarr separat eintragen?
Nein, aber umgekehrt: Du trägst Sonarr und Radarr je einmal in Prowlarr unter „Settings > Apps“ ein. Prowlarr übernimmt danach die Verteilung aller konfigurierten Indexer automatisch an beide Apps. Kein manuelles Doppeleintragen mehr.
Wie sichere ich die Prowlarr-Konfiguration?
Das gesamte Volume /volume1/docker/prowlarr enthält alle relevanten Daten: Datenbank (prowlarr.db), Konfiguration (config.xml) und automatisch erstellte Backups. Nimm dieses Verzeichnis in deine reguläre NAS-Backup-Routine auf. Prowlarr erstellt unter /config/Backups zusätzlich automatische Datenbank-Backups.
Fazit
Prowlarr vervollständigt den *arr-Stack auf dem Synology NAS um die fehlende Komponente: zentrale Indexer-Verwaltung mit automatischer Verteilung. Das Compose-Projekt im synobridge-Netz sorgt dafür, dass alle Stack-Container nach demselben Prinzip arbeiten – ein Netzwerk, ein Pfad-Schema, ein Update-Verfahren. Wer Sonarr und Radarr bereits betreibt, braucht nach dieser Anleitung Indexer nur noch an einem Ort zu pflegen. Der Testbutton nach jedem Schritt gibt Sicherheit, dass alles funktioniert, bevor man weitermacht.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- Sonarr auf dem Synology NAS installieren: Serien automatisch verwalten
- Radarr auf dem Synology NAS installieren: Filme automatisch verwalten
- qBittorrent auf dem Synology NAS installieren: Torrent-Client mit Web-Oberfläche
- Container Manager auf dem Synology NAS: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren
Offizielle Dokumentation und Quellen: LinuxServer.io – Prowlarr Docker Image, Prowlarr auf GitHub, linuxserver/prowlarr auf Docker Hub, drfrankenstein.co.uk – Prowlarr auf Synology (Praxisguide).