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📘 Anleitung Synology / NAS 11.09.2026 · 9 min Lesezeit

Seerr auf dem Synology NAS installieren: Medien-Wünsche für Jellyfin verwalten (Jellyseerr-Nachfolger)

Seerr, der Nachfolger von Jellyseerr, gibt Familienmitgliedern eine Wunschliste für Filme und Serien ohne Jellyfin-Adminzugriff. Anleitung: Compose-Projekt im arr-Netz, Jellyfin-Kopplung, Sonarr und Radarr per API-Key.

Geprüft am 30.09.2026 · für seerr 3.5.0

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Schwarzes NAS auf einem Holzlowboard neben einem Fernseher mit buntem Bildschirm in gemütlichem Wohnzimmer

Wer einen Jellyfin-Mediaserver betreibt, bekommt Film- und Serienwünsche oft per Messenger und trägt sie von Hand in Radarr oder Sonarr ein. Seerr, der gemeinsame Nachfolger von Jellyseerr und Overseerr, ersetzt diesen Umweg: Jedes Familienmitglied erhält ein eigenes Konto mit Anfrage-Rechten, genehmigte Wünsche gehen automatisch an Radarr oder Sonarr, und Benachrichtigungen melden den Stand. Auf dem Synology NAS läuft Seerr als Projekt im Container Manager im gemeinsamen Netzwerk arr-net.

Voraussetzungen

Seerr-Eckdaten auf einen Blick

ParameterWertHinweis
Imageghcr.io/seerr-team/seerr:v3.5.0Offizielles Image, alternativ seerr/seerr auf Docker Hub; fallenbagel/jellyseerr ist veraltet
Aktuelle Versionv3.5.0 (28. September 2026)Fester Tag statt latest; v3 folgt allen 3.x-Versionen
Web-Port5055/tcpREST API ebenfalls auf Port 5055 unter /api/v1/
Pflicht-Volume/volume1/docker/seerr/config:/app/configSQLite-DB, settings.json, Logs
Laufender Usernode (UID 1000)PUID/PGID werden im offiziellen Image ignoriert
Architekturenlinux/amd64, linux/arm64ARMv7 seit v2.x deprecated
DatenbankSQLite (Standard)PostgreSQL optional via DB_TYPE=postgres

Schritt 1: Ordner anlegen und Berechtigungen setzen

Öffnen Sie die File Station und legen Sie unter /volume1/docker/ den Ordner seerr/config an (Anleitung zur Ordnerstruktur: Docker-Ordner und Berechtigungen auf dem Synology NAS). Das offizielle Image läuft als Benutzer node mit UID 1000, nicht als root und ohne PUID/PGID. Gehört der Ordner einem anderen Benutzer, kann Seerr nicht schreiben.

Verbinden Sie sich per SSH mit dem NAS und führen Sie aus:

sudo chown -R 1000:1000 /volume1/docker/seerr/config

Prüfen Sie anschließend die Berechtigung:

ls -la /volume1/docker/seerr/

Verifizieren: Die Ausgabe muss für den Ordner config den Eigentümer 1000 zeigen – nicht root. Beispiel-Ausgabe:

drwxr-xr-x  2 1000 1000    6 Jun 11 10:00 config

Schritt 2: Image per SSH vorab ziehen

Laden Sie das Image vorab per SSH. So sehen Sie Download-Fehler direkt und nicht erst beim Projektstart:

sudo docker pull ghcr.io/seerr-team/seerr:v3.5.0

Der Download dauert je nach Verbindung ein bis drei Minuten. Ist ghcr.io nicht erreichbar, verwenden Sie das identische Image seerr/seerr:v3.5.0 von Docker Hub und tragen es in Schritt 3 ein.

Verifizieren: Nach dem Download zeigt docker images das Image in der Liste:

sudo docker images | grep seerr
ghcr.io/seerr-team/seerr   v3.5.0   ...

Fehlt der Eintrag, ist der Download fehlgeschlagen; prüfen Sie die Internetverbindung des NAS.

Schritt 3: Compose-Projekt im Container Manager anlegen

Öffnen Sie den Container Manager, wechseln Sie zu „Projekt“ und klicken Sie auf „Erstellen“. Projektname: seerr, Pfad: /volume1/docker/seerr. Tragen Sie folgende compose.yaml ein (Einführung ins Compose-Projekt-Anlegen: Container Manager: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren):

services:
  seerr:
    image: ghcr.io/seerr-team/seerr:v3.5.0
    container_name: seerr
    init: true
    environment:
      - LOG_LEVEL=info
      - TZ=Europe/Berlin
      - PORT=5055
    ports:
      - "5055:5055"
    volumes:
      - /volume1/docker/seerr/config:/app/config
    healthcheck:
      test: wget --no-verbose --tries=1 --spider http://localhost:5055/api/v1/settings/public || exit 1
      start_period: 20s
      timeout: 3s
      interval: 15s
      retries: 3
    security_opt:
      - no-new-privileges
    cap_drop:
      - ALL
    networks:
      - arr-net
    restart: unless-stopped

networks:
  arr-net:
    external: true

Das Netzwerk arr-net ist als external: true deklariert – es muss bereits existieren (von Sonarr/Radarr erstellt). init: true ist Pflicht, weil das Image keinen eigenen Init-Prozess mehr mitbringt. no-new-privileges und cap_drop: ALL übernimmt die Compose-Vorlage aus der offiziellen Doku. Für Österreich bzw. die Schweiz setzen Sie TZ auf Europe/Vienna oder Europe/Zurich.

Klicken Sie auf „Weiter“ und starten Sie das Projekt.

Verifizieren: Unter „Container“ im Container Manager zeigt seerr den Status Wird ausgeführt und nach etwa 30 Sekunden healthy. Alternativ per SSH:

sudo docker ps --filter name=seerr --format "table {{.Names}}\t{{.Status}}"
NAMES   STATUS
seerr   Up 2 minutes (healthy)

Erscheint stattdessen unhealthy oder der Container startet ständig neu, prüfen Sie zuerst die Berechtigungen aus Schritt 1.

Schritt 4: DSM-Firewall für Port 5055 freigeben

Damit Seerr im lokalen Netz erreichbar ist, muss die DSM-Firewall Port 5055 (TCP) erlauben. Das Vorgehen beschreibt DSM-Firewall auf dem Synology NAS: Ports für Docker-Container freigeben.

Verifizieren: http://<SYNOLOGY-IP>:5055 zeigt im Browser den Seerr-Setup-Wizard oder – falls bereits eingerichtet – die Login-Seite. Erscheint „Verbindung abgelehnt“, ist die Firewall-Regel noch nicht aktiv oder der Container läuft nicht korrekt.

Schritt 5: Setup-Wizard – Jellyfin verbinden

Beim ersten Aufruf von http://<SYNOLOGY-IP>:5055 startet der Setup-Wizard automatisch. Wählen Sie als Medienserver Jellyfin und tragen Sie die Verbindungsdaten ein:

  • Hostname/IP: Laufen Seerr und Jellyfin im selben arr-net, genügt der Container-Name: jellyfin. Alternativ die lokale NAS-IP, z. B. 192.168.1.100.
  • Port: 8096
  • Benutzername und Passwort: Jellyfin-Admin-Zugangsdaten; dieses Konto wird zugleich Administrator in Seerr

Nach der Anmeldung ruft Seerr die Bibliotheken ab. Wählen Sie aus, welche Jellyfin-Bibliotheken (Filme, Serien) synchronisiert werden sollen.

Verifizieren: Nach erfolgreichem Test zeigt Seerr eine grüne Statusmeldung und listet die gefundenen Bibliotheken auf. Erscheint „Connection refused“, prüfen Sie, ob Jellyfin im selben arr-net läuft (sudo docker network inspect arr-net | grep jellyfin) und ob Port 8096 erreichbar ist.

Schritt 6: Radarr und Sonarr per API-Key anbinden

Öffnen Sie nach dem Assistenten Einstellungen > Dienste und fügen Sie zuerst Radarr hinzu:

  • Hostname: Container-Name radarr (oder NAS-IP)
  • Port: 7878
  • API-Key: In Radarr unter Settings > General > Security > API Key kopieren
  • Quality Profile: z. B. „HD-1080p“
  • Root Folder: Ihr Filmverzeichnis, z. B. /movies

Klicken Sie auf „Test“; bei Erfolg erscheint eine Bestätigung. Speichern Sie und wiederholen Sie den Vorgang für Sonarr:

  • Hostname: sonarr (oder NAS-IP)
  • Port: 8989
  • API-Key: In Sonarr unter Settings > General > Security > API Key
  • Quality Profile und Root Folder entsprechend Ihrer Sonarr-Konfiguration

Verifizieren: Beide Dienste zeigen in Einstellungen > Dienste den Status „Enabled“ mit grünem Indikator. Meldet der Test einen ungültigen API-Key, kopieren Sie ihn erneut aus der laufenden Instanz.

Schritt 7: Nutzer importieren und ersten Test-Request stellen

Öffnen Sie Benutzer und importieren Sie die Jellyfin-Konten. Die importierten Nutzer erhalten die Standardrechte aus den Benutzereinstellungen: Sie dürfen anfragen, aber keine Einstellungen ändern.

Stellen Sie danach eine Testanfrage: Film suchen, „Anfragen“ klicken, bestätigen. Prüfen Sie in Radarr, ob der Film erscheint.

Verifizieren: In Seerr zeigt der angeforderte Film den Status „Ausstehend“ (gelb) oder „Genehmigt/In Bearbeitung“ (blau). In Radarr unter Movies > Queue oder Movies > Missing erscheint der Titel. Fehlt er dort, prüfen Sie die Radarr-Verbindung und die Seerr-Logs:

sudo docker logs seerr --tail 50

Troubleshooting / Typische Fehler

  • „Permission denied“ beim Start / Container-Neustart-Loop: Der Ordner /volume1/docker/seerr/config gehört noch root. Lösung: sudo chown -R 1000:1000 /volume1/docker/seerr/config per SSH, danach Container neu starten.
  • „Connection refused“ beim Jellyfin-Test: Jellyfin läuft nicht im selben arr-net. Prüfen Sie mit sudo docker network inspect arr-net, ob Jellyfin als Mitglied aufgelistet ist. Falls nicht, Jellyfin-Compose um das Netzwerk erweitern.
  • „Invalid API Key“ bei Sonarr/Radarr: API-Key direkt aus der laufenden Instanz unter Settings > General > Security kopieren, nicht aus alten Notizen.
  • SQLITE_BUSY / Datenbank gesperrt: Tritt auf, wenn zwei Container denselben Config-Ordner nutzen oder ein Backup-Programm die Datenbank sperrt. Nur einen Seerr-Container laufen lassen und neu starten. Die Dateien *.db-wal und *.db-shm nicht löschen: Die WAL-Datei enthält noch nicht übernommene Änderungen.
  • Image lässt sich im Container Manager nicht finden: Die Registry-Suche des Container Managers zeigt Docker Hub. Laden Sie das Image wie in Schritt 2 per SSH oder nutzen Sie seerr/seerr:v3.5.0 von Docker Hub.
  • PUID/PGID-Variablen zeigen keine Wirkung: Das offizielle Image kennt kein PUID/PGID. Es gilt nur chown 1000:1000.
  • Update verwendet altes Image-Layer: docker restart seerr nutzt weiter das alte Image. Tragen Sie den neuen Tag in der compose.yaml ein und erstellen Sie das Projekt neu, wie in Container Manager: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren beschrieben.

Häufige Fragen

Muss ich Jellyseerr komplett neu installieren oder kann ich migrieren?

Eine Neuinstallation ist nicht nötig. Seerr migriert eine bestehende Jellyseerr- oder Overseerr-Konfiguration beim ersten Start automatisch. Sichern Sie vorher den alten Config-Ordner, setzen Sie den Eigentümer auf UID 1000 (sudo chown -R 1000:1000), ergänzen Sie init: true und entfernen Sie eine eventuelle user:-Angabe. Testen Sie danach die Verbindungen zu Sonarr und Radarr.

Können Familienmitglieder Wünsche stellen ohne Jellyfin-Zugang?

Ja, das ist der Kernzweck von Seerr. Familienmitglieder erhalten ein eigenes Seerr-Konto (aus Jellyfin importiert oder lokal angelegt) ohne Verwaltungsrechte. Sie sehen die Wunschliste und den Anfrage-Status, haben aber keinerlei Zugriff auf Jellyfin-Admin-Funktionen, Sonarr, Radarr oder DSM.

Welchen Docker-Port soll ich für Seerr nach außen verwenden?

Standard ist 5055:5055. Ist Port 5055 belegt, ändern Sie nur den Host-Port, z. B. 5056:5055, und passen die Firewall-Regel an.

Brauche ich PostgreSQL oder reicht SQLite?

Für den typischen Haushalts- oder KMU-Betrieb reicht SQLite, die Standardeinstellung. PostgreSQL ist nur bei sehr hohem Anfragevolumen oder Multi-Instanz-Setups sinnvoll und erfordert DB_TYPE=postgres sowie eine separate Datenbankinstanz.

Wie richte ich Benachrichtigungen ein?

Seerr unterstützt E-Mail, Discord, Telegram, Slack, Pushover und weitere Kanäle direkt unter Einstellungen > Benachrichtigungen. Für Discord reicht ein Webhook-URL, für Telegram ein Bot-Token mit Chat-ID. Nutzer erhalten so automatisch eine Meldung, sobald ihr gewünschter Film oder ihre Serie in Jellyfin verfügbar ist.

Fazit

Seerr ergänzt den Medien-Stack um die Anfragen der Nutzer: Jellyfin liefert die Inhalte, Sonarr und Radarr beschaffen sie, Seerr nimmt Wünsche entgegen. Im gemeinsamen Netzwerk arr-net erreichen sich alle Container über ihre Namen. Synology-spezifisch sind nur die Rechte auf UID 1000 und der Image-Download per SSH. Für den vollständigen *arr-Stack folgt als nächster Schritt der Anleitung zu Prowlarr auf dem Synology NAS.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

Quellen: Offizielle Seerr-Dokumentation: docs.seerr.dev/getting-started/docker und docs.seerr.dev – Synology. Releases: github.com/seerr-team/seerr/releases. Praxis-Guide Synology: DrFrankenstein – Seerr in Container Manager.