Seerr auf dem Synology NAS installieren: Medien-Wünsche für Jellyfin verwalten (Jellyseerr-Nachfolger)
Seerr, der Nachfolger von Jellyseerr, gibt Familienmitgliedern eine Wunschliste für Filme und Serien ohne Jellyfin-Adminzugriff. Anleitung: Compose-Projekt im arr-Netz, Jellyfin-Kopplung, Sonarr und Radarr per API-Key.
Geprüft am 30.09.2026 · für seerr 3.5.0
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Wer einen Jellyfin-Mediaserver betreibt, bekommt Film- und Serienwünsche oft per Messenger und trägt sie von Hand in Radarr oder Sonarr ein. Seerr, der gemeinsame Nachfolger von Jellyseerr und Overseerr, ersetzt diesen Umweg: Jedes Familienmitglied erhält ein eigenes Konto mit Anfrage-Rechten, genehmigte Wünsche gehen automatisch an Radarr oder Sonarr, und Benachrichtigungen melden den Stand. Auf dem Synology NAS läuft Seerr als Projekt im Container Manager im gemeinsamen Netzwerk arr-net.
Voraussetzungen
- Synology NAS mit DSM 7.2 oder neuer und 64-Bit-CPU (x86-64 oder ARMv8)
- Mindestens 512 MB freier RAM für den Seerr-Container
- Container Manager als DSM-Paket installiert
- SSH-Zugang zum NAS, nötig für
chownauf UID 1000, die DSM nicht vergeben kann (Anleitung: SSH auf dem Synology NAS aktivieren und verbinden) - Gemeinsames Docker-Netzwerk
arr-netbereits vorhanden (wird von Sonarr/Radarr genutzt) - Laufende Jellyfin-Instanz auf Port 8096, z. B. aus der Anleitung Jellyfin auf Synology NAS mit Intel-QuickSync-Hardware-Transcoding
- Laufende Sonarr-Instanz (Port 8989) und Radarr-Instanz (Port 7878) im selben
arr-net
Seerr-Eckdaten auf einen Blick
| Parameter | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Image | ghcr.io/seerr-team/seerr:v3.5.0 | Offizielles Image, alternativ seerr/seerr auf Docker Hub; fallenbagel/jellyseerr ist veraltet |
| Aktuelle Version | v3.5.0 (28. September 2026) | Fester Tag statt latest; v3 folgt allen 3.x-Versionen |
| Web-Port | 5055/tcp | REST API ebenfalls auf Port 5055 unter /api/v1/ |
| Pflicht-Volume | /volume1/docker/seerr/config:/app/config | SQLite-DB, settings.json, Logs |
| Laufender User | node (UID 1000) | PUID/PGID werden im offiziellen Image ignoriert |
| Architekturen | linux/amd64, linux/arm64 | ARMv7 seit v2.x deprecated |
| Datenbank | SQLite (Standard) | PostgreSQL optional via DB_TYPE=postgres |
Schritt 1: Ordner anlegen und Berechtigungen setzen
Öffnen Sie die File Station und legen Sie unter /volume1/docker/ den Ordner seerr/config an (Anleitung zur Ordnerstruktur: Docker-Ordner und Berechtigungen auf dem Synology NAS). Das offizielle Image läuft als Benutzer node mit UID 1000, nicht als root und ohne PUID/PGID. Gehört der Ordner einem anderen Benutzer, kann Seerr nicht schreiben.
Verbinden Sie sich per SSH mit dem NAS und führen Sie aus:
sudo chown -R 1000:1000 /volume1/docker/seerr/config
Prüfen Sie anschließend die Berechtigung:
ls -la /volume1/docker/seerr/
Verifizieren: Die Ausgabe muss für den Ordner config den Eigentümer 1000 zeigen – nicht root. Beispiel-Ausgabe:
drwxr-xr-x 2 1000 1000 6 Jun 11 10:00 config
Schritt 2: Image per SSH vorab ziehen
Laden Sie das Image vorab per SSH. So sehen Sie Download-Fehler direkt und nicht erst beim Projektstart:
sudo docker pull ghcr.io/seerr-team/seerr:v3.5.0
Der Download dauert je nach Verbindung ein bis drei Minuten. Ist ghcr.io nicht erreichbar, verwenden Sie das identische Image seerr/seerr:v3.5.0 von Docker Hub und tragen es in Schritt 3 ein.
Verifizieren: Nach dem Download zeigt docker images das Image in der Liste:
sudo docker images | grep seerr
ghcr.io/seerr-team/seerr v3.5.0 ...
Fehlt der Eintrag, ist der Download fehlgeschlagen; prüfen Sie die Internetverbindung des NAS.
Schritt 3: Compose-Projekt im Container Manager anlegen
Öffnen Sie den Container Manager, wechseln Sie zu „Projekt“ und klicken Sie auf „Erstellen“. Projektname: seerr, Pfad: /volume1/docker/seerr. Tragen Sie folgende compose.yaml ein (Einführung ins Compose-Projekt-Anlegen: Container Manager: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren):
services:
seerr:
image: ghcr.io/seerr-team/seerr:v3.5.0
container_name: seerr
init: true
environment:
- LOG_LEVEL=info
- TZ=Europe/Berlin
- PORT=5055
ports:
- "5055:5055"
volumes:
- /volume1/docker/seerr/config:/app/config
healthcheck:
test: wget --no-verbose --tries=1 --spider http://localhost:5055/api/v1/settings/public || exit 1
start_period: 20s
timeout: 3s
interval: 15s
retries: 3
security_opt:
- no-new-privileges
cap_drop:
- ALL
networks:
- arr-net
restart: unless-stopped
networks:
arr-net:
external: true
Das Netzwerk arr-net ist als external: true deklariert – es muss bereits existieren (von Sonarr/Radarr erstellt). init: true ist Pflicht, weil das Image keinen eigenen Init-Prozess mehr mitbringt. no-new-privileges und cap_drop: ALL übernimmt die Compose-Vorlage aus der offiziellen Doku. Für Österreich bzw. die Schweiz setzen Sie TZ auf Europe/Vienna oder Europe/Zurich.
Klicken Sie auf „Weiter“ und starten Sie das Projekt.
Verifizieren: Unter „Container“ im Container Manager zeigt seerr den Status Wird ausgeführt und nach etwa 30 Sekunden healthy. Alternativ per SSH:
sudo docker ps --filter name=seerr --format "table {{.Names}}\t{{.Status}}"
NAMES STATUS
seerr Up 2 minutes (healthy)
Erscheint stattdessen unhealthy oder der Container startet ständig neu, prüfen Sie zuerst die Berechtigungen aus Schritt 1.
Schritt 4: DSM-Firewall für Port 5055 freigeben
Damit Seerr im lokalen Netz erreichbar ist, muss die DSM-Firewall Port 5055 (TCP) erlauben. Das Vorgehen beschreibt DSM-Firewall auf dem Synology NAS: Ports für Docker-Container freigeben.
Verifizieren: http://<SYNOLOGY-IP>:5055 zeigt im Browser den Seerr-Setup-Wizard oder – falls bereits eingerichtet – die Login-Seite. Erscheint „Verbindung abgelehnt“, ist die Firewall-Regel noch nicht aktiv oder der Container läuft nicht korrekt.
Schritt 5: Setup-Wizard – Jellyfin verbinden
Beim ersten Aufruf von http://<SYNOLOGY-IP>:5055 startet der Setup-Wizard automatisch. Wählen Sie als Medienserver Jellyfin und tragen Sie die Verbindungsdaten ein:
- Hostname/IP: Laufen Seerr und Jellyfin im selben
arr-net, genügt der Container-Name:jellyfin. Alternativ die lokale NAS-IP, z. B.192.168.1.100. - Port:
8096 - Benutzername und Passwort: Jellyfin-Admin-Zugangsdaten; dieses Konto wird zugleich Administrator in Seerr
Nach der Anmeldung ruft Seerr die Bibliotheken ab. Wählen Sie aus, welche Jellyfin-Bibliotheken (Filme, Serien) synchronisiert werden sollen.
Verifizieren: Nach erfolgreichem Test zeigt Seerr eine grüne Statusmeldung und listet die gefundenen Bibliotheken auf. Erscheint „Connection refused“, prüfen Sie, ob Jellyfin im selben arr-net läuft (sudo docker network inspect arr-net | grep jellyfin) und ob Port 8096 erreichbar ist.
Schritt 6: Radarr und Sonarr per API-Key anbinden
Öffnen Sie nach dem Assistenten Einstellungen > Dienste und fügen Sie zuerst Radarr hinzu:
- Hostname: Container-Name
radarr(oder NAS-IP) - Port:
7878 - API-Key: In Radarr unter Settings > General > Security > API Key kopieren
- Quality Profile: z. B. „HD-1080p“
- Root Folder: Ihr Filmverzeichnis, z. B.
/movies
Klicken Sie auf „Test“; bei Erfolg erscheint eine Bestätigung. Speichern Sie und wiederholen Sie den Vorgang für Sonarr:
- Hostname:
sonarr(oder NAS-IP) - Port:
8989 - API-Key: In Sonarr unter Settings > General > Security > API Key
- Quality Profile und Root Folder entsprechend Ihrer Sonarr-Konfiguration
Verifizieren: Beide Dienste zeigen in Einstellungen > Dienste den Status „Enabled“ mit grünem Indikator. Meldet der Test einen ungültigen API-Key, kopieren Sie ihn erneut aus der laufenden Instanz.
Schritt 7: Nutzer importieren und ersten Test-Request stellen
Öffnen Sie Benutzer und importieren Sie die Jellyfin-Konten. Die importierten Nutzer erhalten die Standardrechte aus den Benutzereinstellungen: Sie dürfen anfragen, aber keine Einstellungen ändern.
Stellen Sie danach eine Testanfrage: Film suchen, „Anfragen“ klicken, bestätigen. Prüfen Sie in Radarr, ob der Film erscheint.
Verifizieren: In Seerr zeigt der angeforderte Film den Status „Ausstehend“ (gelb) oder „Genehmigt/In Bearbeitung“ (blau). In Radarr unter Movies > Queue oder Movies > Missing erscheint der Titel. Fehlt er dort, prüfen Sie die Radarr-Verbindung und die Seerr-Logs:
sudo docker logs seerr --tail 50
Troubleshooting / Typische Fehler
- „Permission denied“ beim Start / Container-Neustart-Loop: Der Ordner
/volume1/docker/seerr/configgehört nochroot. Lösung:sudo chown -R 1000:1000 /volume1/docker/seerr/configper SSH, danach Container neu starten. - „Connection refused“ beim Jellyfin-Test: Jellyfin läuft nicht im selben
arr-net. Prüfen Sie mitsudo docker network inspect arr-net, ob Jellyfin als Mitglied aufgelistet ist. Falls nicht, Jellyfin-Compose um das Netzwerk erweitern. - „Invalid API Key“ bei Sonarr/Radarr: API-Key direkt aus der laufenden Instanz unter Settings > General > Security kopieren, nicht aus alten Notizen.
- SQLITE_BUSY / Datenbank gesperrt: Tritt auf, wenn zwei Container denselben Config-Ordner nutzen oder ein Backup-Programm die Datenbank sperrt. Nur einen Seerr-Container laufen lassen und neu starten. Die Dateien
*.db-walund*.db-shmnicht löschen: Die WAL-Datei enthält noch nicht übernommene Änderungen. - Image lässt sich im Container Manager nicht finden: Die Registry-Suche des Container Managers zeigt Docker Hub. Laden Sie das Image wie in Schritt 2 per SSH oder nutzen Sie
seerr/seerr:v3.5.0von Docker Hub. - PUID/PGID-Variablen zeigen keine Wirkung: Das offizielle Image kennt kein PUID/PGID. Es gilt nur
chown 1000:1000. - Update verwendet altes Image-Layer:
docker restart seerrnutzt weiter das alte Image. Tragen Sie den neuen Tag in dercompose.yamlein und erstellen Sie das Projekt neu, wie in Container Manager: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren beschrieben.
Häufige Fragen
Muss ich Jellyseerr komplett neu installieren oder kann ich migrieren?
Eine Neuinstallation ist nicht nötig. Seerr migriert eine bestehende Jellyseerr- oder Overseerr-Konfiguration beim ersten Start automatisch. Sichern Sie vorher den alten Config-Ordner, setzen Sie den Eigentümer auf UID 1000 (sudo chown -R 1000:1000), ergänzen Sie init: true und entfernen Sie eine eventuelle user:-Angabe. Testen Sie danach die Verbindungen zu Sonarr und Radarr.
Können Familienmitglieder Wünsche stellen ohne Jellyfin-Zugang?
Ja, das ist der Kernzweck von Seerr. Familienmitglieder erhalten ein eigenes Seerr-Konto (aus Jellyfin importiert oder lokal angelegt) ohne Verwaltungsrechte. Sie sehen die Wunschliste und den Anfrage-Status, haben aber keinerlei Zugriff auf Jellyfin-Admin-Funktionen, Sonarr, Radarr oder DSM.
Welchen Docker-Port soll ich für Seerr nach außen verwenden?
Standard ist 5055:5055. Ist Port 5055 belegt, ändern Sie nur den Host-Port, z. B. 5056:5055, und passen die Firewall-Regel an.
Brauche ich PostgreSQL oder reicht SQLite?
Für den typischen Haushalts- oder KMU-Betrieb reicht SQLite, die Standardeinstellung. PostgreSQL ist nur bei sehr hohem Anfragevolumen oder Multi-Instanz-Setups sinnvoll und erfordert DB_TYPE=postgres sowie eine separate Datenbankinstanz.
Wie richte ich Benachrichtigungen ein?
Seerr unterstützt E-Mail, Discord, Telegram, Slack, Pushover und weitere Kanäle direkt unter Einstellungen > Benachrichtigungen. Für Discord reicht ein Webhook-URL, für Telegram ein Bot-Token mit Chat-ID. Nutzer erhalten so automatisch eine Meldung, sobald ihr gewünschter Film oder ihre Serie in Jellyfin verfügbar ist.
Fazit
Seerr ergänzt den Medien-Stack um die Anfragen der Nutzer: Jellyfin liefert die Inhalte, Sonarr und Radarr beschaffen sie, Seerr nimmt Wünsche entgegen. Im gemeinsamen Netzwerk arr-net erreichen sich alle Container über ihre Namen. Synology-spezifisch sind nur die Rechte auf UID 1000 und der Image-Download per SSH. Für den vollständigen *arr-Stack folgt als nächster Schritt der Anleitung zu Prowlarr auf dem Synology NAS.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- Jellyfin auf Synology NAS mit Intel-QuickSync-Hardware-Transcoding einrichten
- Sonarr auf dem Synology NAS installieren: Serien automatisch verwalten
- Radarr auf dem Synology NAS installieren: Filme automatisch verwalten
- Prowlarr auf dem Synology NAS installieren: zentrale Indexer-Verwaltung für den *arr-Stack
Quellen: Offizielle Seerr-Dokumentation: docs.seerr.dev/getting-started/docker und docs.seerr.dev – Synology. Releases: github.com/seerr-team/seerr/releases. Praxis-Guide Synology: DrFrankenstein – Seerr in Container Manager.


