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📘 Anleitung Synology / NAS 11.09.2026 · 9 min Lesezeit

Jellyseerr auf dem Synology NAS installieren: Medien-Wünsche für Jellyfin verwalten

Seerr (Nachfolger von Jellyseerr) gibt Familienmitgliedern eine Wunschliste für Filme und Serien – ohne Jellyfin-Adminzugriff. Anleitung: Compose-Projekt im arr-Netz, Jellyfin-Kopplung, Sonarr/Radarr per API-Key.

Seerr: Medienwünsche verwalten. Jellyfin verbinden, Wünsche genehmigen, Sonarr und Radarr. Illustration mit Laptop und NAS. KI-generiert

Wer zu Hause einen Jellyfin-Mediaserver betreibt, kennt das Problem: Familienmitglieder fragen per Messenger nach neuen Filmen oder Serien, du trägst sie händisch in Radarr oder Sonarr ein – und irgendwann landet der Wunschzettel in einer Gruppe, die niemand mehr liest. Seerr (der aktive Nachfolger des bekannten Jellyseerr-Projekts) löst genau das: Jedes Familienmitglied bekommt ein eigenes Konto mit Anfrage-Rechten, genehmigte Wünsche landen automatisch bei Radarr oder Sonarr, und Push-Benachrichtigungen melden den Download-Status. Auf dem Synology NAS lässt sich Seerr sauber als Container Manager-Projekt im gemeinsamen arr-net-Netzwerk betreiben – ohne Portainer, ohne manuelle Docker-Kommandos im Dauerbetrieb.

Voraussetzungen

Seerr-Eckdaten auf einen Blick

ParameterWertHinweis
Imageghcr.io/seerr-team/seerr:latestOffizielles Image; fallenbagel/jellyseerr ist veraltet/deprecated
Aktuelle Versionv3.3.0 (2. Juni 2026)Versioniertes Tag für Pinning: :v3.3.0
Web-Port5055/tcpREST API ebenfalls auf Port 5055 unter /api/v1/
Pflicht-Volume/volume1/docker/seerr/config:/app/configSQLite-DB, settings.json, Logs
Laufender Usernode (UID 1000)PUID/PGID werden im offiziellen Image ignoriert
Architekturenlinux/amd64, linux/arm64ARMv7 seit v2.x deprecated
DatenbankSQLite (Standard)PostgreSQL optional via DB_TYPE=postgres

Schritt 1: Ordner anlegen und Berechtigungen setzen

Öffne die File Station in DSM und lege unter /volume1/docker/ den Ordner seerr/config an (Anleitung zur Ordnerstruktur: Docker-Ordner und Berechtigungen auf dem Synology NAS). Wichtig: Das offizielle Seerr-Image läuft als User node mit UID 1000 – nicht als root und ohne PUID/PGID-Unterstützung. Wenn der Ordner nach dem Anlegen root gehört, verweigert Seerr beim Start den Schreibzugriff.

Verbinde dich per SSH mit dem NAS und führe genau diesen Befehl aus:

sudo chown -R 1000:1000 /volume1/docker/seerr/config

Anschließend prüfe die Berechtigung:

ls -la /volume1/docker/seerr/

Verifizieren: Die Ausgabe muss für den Ordner config den Eigentümer 1000 zeigen – nicht root. Beispiel-Ausgabe:

drwxr-xr-x  2 1000 1000    6 Jun 11 10:00 config

Schritt 2: Image per SSH vorab ziehen

Der Container Manager in DSM 7.x kann die GitHub Container Registry (ghcr.io) nicht über die Registry-GUI einbinden. Das Image muss daher per SSH manuell gezogen werden, bevor du das Compose-Projekt anlegst:

sudo docker pull ghcr.io/seerr-team/seerr:latest

Der Download dauert je nach Verbindung ein bis drei Minuten. Das Image hat mehrere Schichten und benötigt ca. 500–700 MB Speicher.

Verifizieren: Nach dem Download zeigt docker images das Image in der Liste:

sudo docker images | grep seerr
ghcr.io/seerr-team/seerr   latest   a1b2c3d4e5f6   2 days ago   512MB

Solange kein Eintrag mit seerr-team/seerr erscheint, ist der Pull fehlgeschlagen – prüfe die Internetverbindung des NAS.

Schritt 3: Compose-Projekt im Container Manager anlegen

Öffne im DSM den Container Manager, wechsle zu „Projekt" und klicke auf „Erstellen". Vergib den Projektnamen seerr und wähle als Pfad /volume1/docker/seerr. Trage folgende compose.yaml ein (Einführung ins Compose-Projekt-Anlegen: Container Manager: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren):

services:
  seerr:
    image: ghcr.io/seerr-team/seerr:latest
    container_name: seerr
    init: true
    environment:
      - LOG_LEVEL=info
      - TZ=Europe/Berlin
      - PORT=5055
    ports:
      - "5055:5055"
    volumes:
      - /volume1/docker/seerr/config:/app/config
    healthcheck:
      test: wget --no-verbose --tries=1 --spider http://localhost:5055/api/v1/settings/public || exit 1
      start_period: 20s
      timeout: 3s
      interval: 15s
      retries: 3
    networks:
      - arr-net
    restart: unless-stopped

networks:
  arr-net:
    external: true

Das Netzwerk arr-net ist als external: true deklariert – es muss bereits existieren (von Sonarr/Radarr erstellt). Der init: true-Parameter sorgt für sauberes Signal-Handling beim Stoppen des Containers. Die Zeitzone Europe/Berlin gilt für DACH; passe sie bei Bedarf auf Europe/Vienna oder Europe/Zurich an.

Klicke auf „Weiter" und starte das Projekt.

Verifizieren: Im Container Manager wechsle zu „Container" und prüfe, ob seerr den Status Wird ausgeführt und nach ca. 30 Sekunden den Healthcheck-Status healthy zeigt. Alternativ per SSH:

sudo docker ps --filter name=seerr --format "table {{.Names}}\t{{.Status}}"
NAMES   STATUS
seerr   Up 2 minutes (healthy)

Erscheint stattdessen unhealthy oder der Container startet sofort neu, prüfe zuerst die Berechtigungen aus Schritt 1.

Schritt 4: DSM-Firewall für Port 5055 freigeben

Damit du die Seerr-Oberfläche aus dem lokalen Netzwerk erreichst, muss die DSM-Firewall Port 5055 (TCP) erlauben. Die genauen Schritte sind in der Grund-Anleitung beschrieben: DSM-Firewall auf dem Synology NAS: Ports für Docker-Container freigeben.

Verifizieren: Rufe im Browser http://<SYNOLOGY-IP>:5055 auf. Du siehst den Seerr-Setup-Wizard oder – falls bereits eingerichtet – die Login-Seite. Erscheint „Verbindung abgelehnt", ist die Firewall-Regel noch nicht aktiv oder der Container läuft nicht korrekt.

Schritt 5: Setup-Wizard – Jellyfin verbinden

Beim ersten Aufruf von http://<SYNOLOGY-IP>:5055 startet der Setup-Wizard automatisch. Lege zunächst ein Administrator-Konto für Seerr an (unabhängig von Jellyfin-Zugangsdaten).

Im nächsten Schritt wähle als Medienserver Jellyfin. Trage die Verbindungsdaten ein:

  • Hostname/IP: Da Seerr und Jellyfin im selben arr-net laufen, kannst du den Container-Namen verwenden: jellyfin. Alternativ die lokale NAS-IP, z. B. 192.168.1.100.
  • Port: 8096
  • Benutzername und Passwort: Jellyfin-Admin-Zugangsdaten

Klicke auf „Test" – Seerr versucht, sich mit Jellyfin zu verbinden und die Bibliotheken abzurufen. Wähle anschließend aus, welche Jellyfin-Bibliotheken (Filme, Serien) synchronisiert werden sollen.

Verifizieren: Nach erfolgreichem Test zeigt Seerr eine grüne Statusmeldung und listet die gefundenen Bibliotheken auf. Erscheint „Connection refused", prüfe, ob Jellyfin im selben arr-net läuft (sudo docker network inspect arr-net | grep jellyfin) und ob Port 8096 erreichbar ist.

Schritt 6: Radarr und Sonarr per API-Key anbinden

Nach dem Wizard gelangst du zu den Einstellungen. Öffne Einstellungen > Dienste und füge zunächst Radarr hinzu:

  • Hostname: Container-Name radarr (oder NAS-IP)
  • Port: 7878
  • API-Key: In Radarr unter Settings > General > Security > API Key kopieren
  • Quality Profile: z. B. „HD-1080p"
  • Root Folder: Dein Filme-Verzeichnis, z. B. /movies

Klicke auf „Test" – bei Erfolg erscheint ein grünes Häkchen. Speichere die Einstellung. Wiederhole den Vorgang für Sonarr:

  • Hostname: sonarr (oder NAS-IP)
  • Port: 8989
  • API-Key: In Sonarr unter Settings > General > Security > API Key
  • Quality Profile und Root Folder entsprechend deiner Sonarr-Konfiguration

Verifizieren: Beide Dienste zeigen in Einstellungen > Dienste den Status „Enabled" mit grünem Indikator. Erscheint „Invalid API Key", wurde der Schlüssel aus einem alten Profil übernommen – kopiere ihn direkt aus der laufenden Instanz neu.

Schritt 7: Nutzer importieren und ersten Test-Request stellen

Öffne Einstellungen > Benutzer > Benutzer importieren. Seerr liest alle Jellyfin-Konten ein und legt für jeden Nutzer ein Seerr-Konto an. Familienmitglieder erhalten dabei standardmäßig die Rolle „Benutzer" – sie können Anfragen stellen, aber keine Systemeinstellungen ändern.

Stelle anschließend deinen ersten Test-Request: Suche auf der Startseite nach einem Film, klicke auf „Anfragen" und bestätige. Wechsle dann zu Radarr und prüfe, ob der Film in der Warteschlange erscheint.

Verifizieren: In Seerr zeigt der angeforderte Film den Status „Ausstehend" (gelb) oder „Genehmigt/In Bearbeitung" (blau). In Radarr unter Movies > Queue oder Movies > Missing erscheint der Titel. Fehlt er dort, prüfe die Radarr-Verbindung und die Seerr-Logs:

sudo docker logs seerr --tail 50

Troubleshooting / Typische Fehler

  • „Permission denied" beim Start / Container-Neustart-Loop: Der Ordner /volume1/docker/seerr/config gehört noch root. Fix: sudo chown -R 1000:1000 /volume1/docker/seerr/config per SSH, danach Container neu starten.
  • „Connection refused" beim Jellyfin-Test: Jellyfin läuft nicht im selben arr-net. Prüfe mit sudo docker network inspect arr-net, ob Jellyfin als Mitglied aufgelistet ist. Falls nicht, Jellyfin-Compose um das Netzwerk erweitern.
  • „Invalid API Key" bei Sonarr/Radarr: Den API-Key immer direkt aus der laufenden Instanz unter Settings > General > Security > API Key kopieren – nicht aus alten Notizen oder Backup-Configs.
  • SQLITE_BUSY / Datenbank gesperrt: Passiert bei unsauberem Container-Stop oder mehrfachem gleichzeitigem Start. Container stoppen, dann WAL-Dateien entfernen: rm /volume1/docker/seerr/config/db/*.db-wal /volume1/docker/seerr/config/db/*.db-shm, danach Container neu starten.
  • Image lässt sich im Container Manager nicht finden: ghcr.io ist nicht über die GUI-Registry einbindbar. Das Image muss per SSH mit sudo docker pull ghcr.io/seerr-team/seerr:latest vorab gezogen werden (siehe Schritt 2).
  • PUID/PGID-Variablen zeigen keine Wirkung: Das offizielle Image implementiert keine PUID/PGID-Unterstützung. Es gilt ausschließlich die chown 1000:1000-Methode. Nur ghcr.io/hotio/seerr (Community-Wrapper) unterstützt PUID/PGID nativ.
  • Update verwendet altes Image-Layer: Ein reines docker restart seerr nach einem docker pull verwendet das alte Image. Nach dem Pull den Container löschen und das Compose-Projekt neu starten: Im Container Manager auf „Stoppen" klicken, dann „Aktion > Neu erstellen".

Häufige Fragen

Muss ich Jellyseerr komplett neu installieren oder kann ich migrieren?

Eine Neuinstallation ist nicht nötig. Das Konfigurationsverzeichnis (/app/config mit settings.json, SQLite-Datenbank und Logs) ist zwischen Jellyseerr und Seerr vollständig kompatibel. Sichere den alten Ordner, binde ihn im neuen Seerr-Container als Volume ein – alle Einstellungen, Nutzer und bisherigen Anfragen bleiben erhalten. Sonarr- und Radarr-Verbindungen solltest du nach der Migration einmal neu testen.

Können Familienmitglieder Wünsche stellen ohne Jellyfin-Zugang?

Ja, das ist der Kernzweck von Seerr. Familienmitglieder erhalten ein eigenes Seerr-Konto (importiert aus Jellyfin oder lokal angelegt) mit der Rolle „Benutzer". Sie sehen die Wunschliste und den Anfrage-Status, haben aber keinerlei Zugriff auf Jellyfin-Admin-Funktionen, Sonarr, Radarr oder DSM.

Welchen Docker-Port soll ich für Seerr nach außen verwenden?

Standard ist 5055:5055. Falls Port 5055 bereits belegt ist, kannst du den Host-Port ändern, z. B. 5056:5055 – der interne Container-Port bleibt 5055. Passe dann auch die Firewall-Regel entsprechend an.

Brauche ich PostgreSQL oder reicht SQLite?

Für den typischen Haushalts- oder KMU-Betrieb reicht SQLite vollkommen aus – es ist die Standardkonfiguration ohne weitere Einstellungen. PostgreSQL ist nur bei sehr hohem Anfragevolumen oder Multi-Instanz-Setups sinnvoll und erfordert DB_TYPE=postgres sowie eine separate Datenbankinstanz.

Wie richte ich Benachrichtigungen ein?

Seerr unterstützt E-Mail, Discord, Telegram, Slack, Pushover und weitere Kanäle direkt unter Einstellungen > Benachrichtigungen. Für Discord reicht ein Webhook-URL, für Telegram ein Bot-Token mit Chat-ID. Nutzer erhalten so automatisch eine Meldung, sobald ihr gewünschter Film oder ihre Serie in Jellyfin verfügbar ist.

Fazit

Seerr schließt die letzte organisatorische Lücke im Heimmedien-Stack: Jellyfin liefert die Inhalte, Sonarr und Radarr beschaffen sie automatisch – und Seerr übernimmt die Kommunikation mit den Familienmitgliedern. Durch das Compose-Projekt im gemeinsamen arr-net-Netzwerk ist die Kopplung technisch sauber gelöst, alle Container erreichen sich über Container-Namen ohne hartcodierte IP-Adressen. Der einzige Synology-spezifische Fallstrick ist das manuelle Image-Ziehen per SSH, da ghcr.io nicht über die Container Manager-GUI einbindbar ist – nach der ersten Installation ist das aber kein Thema mehr. Wer den vollständigen *arr-Stack aufbauen möchte, findet in der Anleitung zu Prowlarr auf dem Synology NAS den passenden nächsten Schritt.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

Quellen: Offizielle Seerr-Dokumentation: docs.seerr.dev/getting-started/docker und docs.seerr.dev – Synology. Releases: github.com/seerr-team/seerr/releases. Praxis-Guide Synology: DrFrankenstein – Seerr in Container Manager.