netcup VPS upgraden: Instance Upgrade im CCP ohne Datenverlust
Wird ein netcup VPS zu klein, stufen Sie den Tarif im CCP auf einen größeren derselben Generation hoch. Daten und IP bleiben erhalten. Anleitung mit growpart, resize2fs, xfs_growfs und Snapshot-Migration für den Generationswechsel.
Geprüft am 30.09.2026
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Wird ein netcup VPS zu klein, stufen Sie den Tarif im Customer Control Panel (CCP) per Produkt-Upgrade auf einen größeren Tarif derselben Produktgeneration hoch. Die Daten und die öffentliche IP bleiben erhalten, die Unterbrechung entspricht etwa einem Neustart. Danach binden Sie den zusätzlichen Speicherplatz unter Linux in das Dateisystem ein. Für einen Generationswechsel (z. B. G11 auf G12) zeigt die Anleitung die Migration per Snapshot.
Voraussetzungen
- Aktives netcup-Kundenkonto mit Zugang zum CCP (customercontrolpanel.de)
- VPS-Tarif, für den im CCP ein Upgrade angeboten wird (gleiche Produktgeneration, kein Aktionsprodukt, kein Kleintarif mit Kennung „s“)
- SSH-Zugang mit
sudo-Rechten für die Partitionsarbeiten nach dem Upgrade - Aktueller Offline-Snapshot oder Backup des Servers vor dem Upgrade
- Bei Generationswechsel: neuer VPS der Ziel-Generation, dessen Festplatte mindestens so groß ist wie die genutzte Partition des alten Servers
Was beim Upgrade passiert und was nicht
| Kriterium | Direkt-Upgrade im CCP | Snapshot-Migration (Generationswechsel) |
|---|---|---|
| Voraussetzung | Gleiche Generation, Upgrade im CCP angeboten | Beliebige Ziel-Generation/-Linie |
| Datenverlust | Keiner | Keiner (bei korrekter Ausführung) |
| IP bleibt erhalten | Ja | Nein, neue IP, DNS-Anpassung nötig |
| Downtime | Etwas länger als ein Neustart | Stunden (Server offline für Snapshot, Export, Installation) |
| Snapshots | Vorher Offline-Snapshot anlegen | Offline-Snapshot dient als Migrationsmittel |
| Gebühr für den Vorgang | Keine | Ein Export je Server inklusive, weitere im CCP buchbar |
| Aufwand | Gering (CCP + Partition erweitern) | Hoch (Snapshot, Installation, Netzwerkkonfiguration, DNS) |
| Neue Vertragslaufzeit | Ja | Ja (neuer Tarif) |
| Downgrade möglich | Nein | Nein |
Das Upgrade ist nur innerhalb derselben Produktgeneration möglich und nur dorthin, wo das CCP es anbietet. Ausgeschlossen sind Upgrades auf Aktionsprodukte, Upgrades von Kleintarifen (z. B. G11s auf G11), ein Standortwechsel und einzelne Komponenten wie nur die Festplatte; für mehr Speicher allein bietet netcup Local Block Storage an. Für den Wechsel von G11 auf G12 siehe Schritt 4.
Schritt 1: Systemzustand vor dem Upgrade prüfen
Notieren Sie vor dem Upgrade die aktuelle Partitionsstruktur. Die Werte brauchen Sie nach dem Upgrade, um den neuen Speicherplatz zuzuweisen.
# Aktuellen Festplattenverbrauch und Partitionsstruktur ermitteln
df -h
lsblkVerifizieren: lsblk zeigt den Gerätenamen (meist vda) und die Partitionsnummern. Notieren Sie die Nummer der Root-Partition (bei netcup-Images oft 3, kann abweichen) und mit df -Th / den Dateisystemtyp (ext4 oder XFS). df -h zeigt den aktuell genutzten und freien Speicher.
Erstellen Sie im SCP einen Offline-Snapshot, bevor Sie fortfahren. Details erklärt die Anleitung netcup VPS-Snapshots: Offline- vs. Online-Snapshot, Export und Wiederherstellung.
Schritt 2: Instance Upgrade im CCP durchführen
Das Upgrade läuft vollständig im Browser ab:
- Melden Sie sich im CCP unter customercontrolpanel.de an.
- Öffnen Sie Produkte und klicken Sie auf das Lupen-Symbol vor dem betreffenden VPS.
- Wechseln Sie zum Reiter „Administration“.
- Wählen Sie einen Tarif und prüfen Sie über „Details anzeigen“ Leistung und Laufzeit.
- Wählen Sie den Ziel-Tarif, akzeptieren Sie die Bedingungen per Haken und bestätigen Sie mit „Upgrade“.
Der vServer wird auf den neuen Tarif umgestellt und neu gestartet; laut netcup dauert das meist nur etwas länger als ein normaler Neustart. Mit dem Upgrade beginnt eine neue Mindestvertragslaufzeit.
Verifizieren: Im SCP zeigt der vServer wieder den Status „Running“, nproc und free -h zeigen die Werte des neuen Tarifs, und lsblk zeigt eine größere Disk vda. Die öffentliche IP-Adresse ist unverändert.
Schritt 3: Neuen Speicherplatz unter Linux einbinden
Hier liegt der häufigste Fallstrick: Der zusätzliche Speicher ist zwar vorhanden, aber weder die Partition noch das Dateisystem wurden automatisch erweitert. df -h zeigt nach dem Upgrade zunächst denselben freien Platz wie vorher. Die Erweiterung dauert wenige Sekunden und braucht bei ext4 und XFS keinen weiteren Neustart.
Methode A: ext4-Dateisystem (häufigster Fall bei netcup-Images)
# Schritt 1: Partition erweitern (Gerät und Partitionsnummer ggf. anpassen)
sudo growpart /dev/vda 3
# Schritt 2: Dateisystem auf neue Partitionsgröße ausdehnen
sudo resize2fs -p /dev/vda3
# Schritt 3: Ergebnis prüfen
df -hDie Partitionsnummer 3 und der Gerätename vda können abweichen; lsblk aus Schritt 1 zeigt die korrekte Bezeichnung. Fehlt growpart, installieren Sie es unter Debian/Ubuntu mit sudo apt install cloud-guest-utils (RHEL-Familie: cloud-utils-growpart).
Methode B: XFS-Dateisystem
Auch hier erweitern Sie zuerst die Partition, dann das eingehängte Dateisystem:
sudo growpart /dev/vda 3
sudo xfs_growfs /Methode C: LVM-Setup (seltener, aber möglich)
# Partition erweitern, dann Physical Volume auf neue Partitionsgröße anpassen
sudo growpart /dev/vda 3
sudo pvresize /dev/vda3
# Logical Volume auf den gesamten freien Platz ausdehnen
sudo lvextend -l +100%FREE /dev/vg0/root
# Dateisystem anpassen (ext4; bei XFS: sudo xfs_growfs /)
sudo resize2fs /dev/vg0/rootDen Namen von Volume Group und Logical Volume (vg0/root ist ein Beispiel) zeigt sudo lvs.
Methode D: Rescue-System (wenn die Online-Erweiterung scheitert)
Scheitert die Erweiterung im laufenden System, aktivieren Sie im SCP unter Media → Rescue System das Rescue-System und melden sich per SSH mit den dort angezeigten Zugangsdaten an. Die Partition ist dort nicht eingehängt; erweitern Sie sie auf der Kommandozeile (eine grafische Oberfläche wie GParted steht nicht zur Verfügung):
# Im Rescue-System (Partition nicht eingehängt), Beispiel ext4:
growpart /dev/vda 3
e2fsck -f /dev/vda3
resize2fs /dev/vda3
# Rescue-System im SCP deaktivieren, Server regulär neu starten
reboot
# Ergebnis prüfen
df -h| Methode | Voraussetzung | Downtime | Befehl(e) |
|---|---|---|---|
| growpart + resize2fs | Linux, ext4, ohne LVM | Keine | growpart /dev/vda N; resize2fs /dev/vdaN |
| xfs_growfs | Linux, XFS | Keine | growpart /dev/vda N; xfs_growfs / |
| LVM: pvresize + lvextend | LVM-Setup | Keine | growpart; pvresize; lvextend; resize2fs |
| Rescue-System | Partition nicht eingehängt | Neustart nötig | growpart; e2fsck -f; resize2fs |
Verifizieren: lsblk zeigt die Root-Partition in voller Disk-Größe, und df -h / zeigt den größeren Gesamtspeicher des Ziel-Tarifs (abzüglich Dateisystem-Overhead).
Schritt 4: Generationswechsel per Snapshot-Migration (Workaround)
Ein Wechsel auf eine neuere Produktgeneration (z. B. G11 auf G12) ist per Upgrade nicht möglich. Sie bestellen den neuen Server separat, übertragen das System per Snapshot und kündigen den alten Tarif fristgerecht. Die IP-Adresse ändert sich; passen Sie alle DNS-Einträge an.
# Netzwerkkonfiguration des alten Servers ansehen (Ubuntu: netplan; Debian: /etc/network/interfaces)
cat /etc/netplan/50-cloud-init.yamlNotieren Sie IP-Adresse, Gateway und Interface-Namen zum Vergleich nach der Installation.
Im SCP des alten Servers: Server herunterfahren, unter Media → Snapshots einen Offline-Snapshot erstellen und Export auslösen. Online-Snapshots lassen sich nicht exportieren. Ein Export je Server ist inklusive, weitere buchen Sie im CCP.
Im SCP des neuen Servers: Der exportierte Snapshot erscheint unter Media → Images bei den eigenen Images; klicken Sie daneben auf Install. Die Festplatte des neuen Servers muss mindestens so groß sein wie die genutzte Partition des alten.
# Nach der Installation per VNC-Konsole: Netzwerkkonfiguration an die neue IP und das neue Gateway anpassen
sudo nano /etc/netplan/50-cloud-init.yaml
# Konfiguration aktivieren
sudo netplan applyVerifizieren: ssh root@NEUE_IP verbindet, ip -br addr zeigt die neue IP, und Ihre Dienste antworten unter der neuen IP bzw. nach der DNS-Umstellung unter dem Domainnamen. Ist die neue Disk größer, erweitern Sie die Partition wie in Schritt 3.
Alle SCP-Funktionen einschließlich Snapshots und Rescue-System erklärt die Anleitung Das netcup Server Control Panel (SCP) erklärt: Alle Funktionen im Überblick.
Troubleshooting / Typische Fehler
„df -h“ zeigt nach dem Upgrade keinen zusätzlichen Speicher
Das ist normal und kein Fehler. Der neue Speicher existiert physisch, wurde aber weder der Partition noch dem Dateisystem zugewiesen. Führen Sie die Befehle aus Schritt 3 aus.
growpart meldet „NOCHANGE“
Prüfen Sie mit lsblk, ob hinter der Partition freier Speicher liegt; die Root-Partition muss die letzte auf der Disk sein. Übergeben Sie Gerät und Partitionsnummer getrennt (growpart /dev/vda 3). Bei LVM folgt pvresize erst nach growpart.
Server nach Snapshot-Import nicht erreichbar
Das installierte Snapshot-Image enthält die Netzwerkkonfiguration des alten Servers. Öffnen Sie die VNC-Konsole im SCP, passen Sie /etc/netplan/50-cloud-init.yaml an neue IP und Gateway an (bei festem macaddress-Eintrag auch die MAC aus dem SCP unter Network) und führen Sie sudo netplan apply aus.
Upgrade-Button ausgegraut oder Tarif nicht in der Liste
Upgrades sind nur innerhalb derselben Produktgeneration möglich; Aktionsprodukte und Kleintarife sind ausgeschlossen. Wird ein Tarif mehrfach angezeigt, unterscheiden ihn die Kürzel hinter dem Namen (netcup-Seite „Product Names“). Steht kein Upgrade zur Verfügung, bleibt die Snapshot-Migration auf einen separat bestellten Tarif.
SOGo Groupware: Upgrade schlägt fehl
SOGo-Groupware lässt sich nicht selbst über das CCP hochstufen. Wenden Sie sich an den netcup-Support.
Häufige Fragen
Bleibt meine IP-Adresse nach dem Upgrade erhalten?
Ja. Beim direkten CCP-Upgrade innerhalb derselben Produktgeneration bleibt die öffentliche IP-Adresse unverändert; DNS-Änderungen sind nicht nötig. Bei der Snapshot-Migration auf eine andere Generation erhält der neue Server eine andere IP.
Wie lange dauert das Upgrade und wie viel Downtime entsteht?
Der vServer startet nach dem Upgrade automatisch neu. Laut netcup dauert das meist nur etwas länger als ein normaler Neustart des Betriebssystems.
Was passiert mit meinen Snapshots beim Upgrade?
netcup sichert zu, dass beim Upgrade alle Daten erhalten bleiben. Zu Snapshots macht das Helpcenter keine Angabe; prüfen Sie nach dem Upgrade im SCP unter Media → Snapshots, ob sie noch vorhanden sind, und legen Sie vor dem Upgrade einen aktuellen an.
Ich habe nach dem Upgrade immer noch denselben freien Speicher – was tun?
Das ist das erwartete Verhalten direkt nach dem Upgrade. Ermitteln Sie mit lsblk die Partition, dann führen Sie sudo growpart /dev/vda NUMMER und sudo resize2fs /dev/vdaNUMMER (ext4) bzw. sudo xfs_growfs / (XFS) aus.
Kann ich von VPS G11 direkt auf VPS G12 upgraden?
Nein. Das CCP-Upgrade funktioniert ausschließlich innerhalb derselben Produktgeneration. Für einen Generationswechsel bestellen Sie den neuen Server, exportieren einen Offline-Snapshot des alten, installieren ihn auf dem neuen und passen die Netzwerkkonfiguration an (Schritt 4).
Was passiert mit meiner Abrechnung beim Upgrade?
Das Upgrade ist kostenlos. Anteilig noch nicht verbrauchte Gebühren des alten Tarifs werden erstattet und mit dem neuen Abrechnungszeitraum verrechnet. Mit dem Upgrade beginnt eine neue Mindestvertragslaufzeit, bei einem Jahresvertrag also eine neue 12-Monats-Bindung ab Upgrade-Datum.
Kann ich das Upgrade rückgängig machen?
Nein. Ein Downgrade ist nicht möglich. Wählen Sie den Ziel-Tarif daher sorgfältig aus.
Fazit
Das Produkt-Upgrade im CCP vergrößert einen netcup VPS ohne Umzug: Tarif wählen, Neustart abwarten, IP und Daten bleiben erhalten. Danach erweitern Sie Partition und Dateisystem mit growpart und resize2fs bzw. xfs_growfs. Das Upgrade ist auf dieselbe Produktgeneration begrenzt und nicht umkehrbar. Für eine neuere Generation oder einen anderen Standort planen Sie die Snapshot-Migration mit neuer IP ein.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- netcup vServer bestellen: Schritt-für-Schritt vom CCP bis zum ersten SSH-Login
- Das netcup Server Control Panel (SCP) erklärt: Alle Funktionen im Überblick
- netcup VPS-Snapshots: Offline- vs. Online-Snapshot, Export und Wiederherstellung
- VPS absichern und härten: Anleitung mit UFW, SSH-Keys und Fail2Ban
- Festplatten unter Linux einbinden – Partitionen, LVM und fstab
Quellen: netcup Helpcenter: Product Upgrade, Migrating Server, Media (Stand 2026).


