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📘 Anleitung Cloud / Hosting 13.06.2026 · 10 min Lesezeit

Das netcup Server Control Panel (SCP) erklärt: Alle Funktionen im Überblick

Das netcup SCP ist das Verwaltungsportal für VPS und Root-Server. Die Anleitung erklärt alle Bereiche von Control und Media über Network und Settings bis Firewall, VNC-Konsole und REST-API, mit typischen Fehlern und Lösungen.

Geprüft am 30.09.2026

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Schreibtisch mit Laptop und Netzwerk-Switch vor einer Glaswand, dahinter Serverracks eines Rechenzentrums in der Dämmerung

Das netcup Server Control Panel (SCP) ist das Verwaltungsportal für VPS und Root-Server bei netcup. Erreichbar unter servercontrolpanel.de oder per Auto-Login aus dem Customer Control Panel (CCP). Diese Anleitung erklärt jeden Bereich mit seinen Fallstricken.

Voraussetzungen

  1. Mindestens ein netcup-VPS oder Root-Server
  2. SCP-Zugangsdaten aus der E-Mail zur Serverbestellung oder Zugang zum CCP (Auto-Login)
  3. Browser mit aktiviertem JavaScript (nötig für die VNC-Konsole)
  4. Für die Firewall: Server der Generation 9 oder neuer

Login und Startseite

Melden Sie sich unter https://www.servercontrolpanel.de/ mit den Zugangsdaten aus der Bestell-E-Mail an oder nutzen Sie den Auto-Login aus dem CCP (customercontrolpanel.de). Ersetzen Sie das Initialpasswort unter Options → Change Password.

Die Startseite (Home) listet Ihre Server; ein Klick auf den Namen öffnet die Verwaltung. Unter Options ändern Sie Passwort und Sprache (Deutsch/Englisch), blenden Nicknames statt Servernamen ein und verwalten SSH-Keys, die Sie bei der Installation offizieller Images auswählen. Der Security Access Mode sperrt den direkten SCP-Login; dann gelangen Sie nur noch per Auto-Login aus dem CCP ins SCP und profitieren von dessen Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Verifizieren: Die Serverübersicht zeigt Ihren VPS. Fehlt er, sind Sie mit einem anderen SCP-Account angemeldet.

Schritt 1: Control – Server starten, stoppen, neu starten

Im Control-Bereich steuern Sie den Betriebszustand. Welche Schaltflächen erscheinen, hängt vom Status ab:

Server-StatusVerfügbare AktionenEmpfehlung
AN (Running)Powercycle, Reset, Suspend, ACPI Shutdown, Power OffPowercycle oder ACPI Shutdown
SUSPENDIERTResume, Forced ShutdownResume (wenn möglich)
AUS (Powered Off)StartStart

Powercycle fährt den Server per ACPI herunter und startet ihn wieder; das ist der reguläre Neustart. ACPI Shutdown fährt sauber herunter. Reset und Power Off entsprechen dem Ziehen des Stromkabels und können Daten beschädigen. Nutzen Sie sie nur, wenn der Server auf ACPI nicht reagiert. Suspend ersetzt kein Speichern von Daten.

Verifizieren: Nach der Aktion zeigt Control bzw. General den erwarteten Status (z. B. „Started“ nach Start), und unter Log erscheint ein Eintrag mit Zeitstempel.

Schritt 2: Media – Images, Snapshots, DVD und Rescue

Disks

Hier sehen Sie den reservierten Speicher und den Speichertreiber. Belassen Sie ihn auf dem Standard; SATA oder IDE können den Start verhindern und schränken Snapshots ein. Format Disk löscht die Festplatte unwiderruflich. Die Storage Optimization fährt den Server herunter, optimiert die Disk und startet ihn neu; das dauert bis zu 30 Minuten, bei SAS-Festplatten länger. Planen Sie dafür ein Wartungsfenster ein.

Images

Unter Official Images installieren Sie Betriebssysteme mit Zeitzone, Sprache und SSH-Keys; wählen Sie das Layout mit großer Root-Partition. Die Installation löscht alle Daten; das Root-Passwort zeigt das SCP danach an. Neue Images gibt es nur noch mit UEFI-Boot. Custom Images laden Sie im Format .qcow, .qcow2 oder .raw hoch.

Snapshots

Das SCP kennt zwei Snapshot-Typen:

TypServer-StatusExportierbarEinsatz
Offline-SnapshotMuss AUS seinJa (Download, Import auf anderen netcup-Server)Backups, Migrationen
Online-SnapshotLäuft weiterNeinSchneller Wiederherstellungspunkt

Für Backups und Migrationen nutzen Sie den Offline-Snapshot; Online-Snapshots sind nicht exportierbar und können bei gleichzeitigen Schreibvorgängen Daten beschädigen. Exportierte Snapshots sind mit zstd komprimiert (zstd -d snapshot.raw.zst -o snapshot.raw). Ein Export je Server ist inklusive. Solange eine ISO eingelegt ist, lassen sich keine Snapshots erstellen. So erstellen Sie einen Offline-Snapshot:

  1. Unter Control auf ACPI Shutdown klicken.
  2. Warten, bis der Status „ausgeschaltet“ anzeigt.
  3. Unter Media → Snapshots Name und Beschreibung eingeben, Typ Offline wählen und Create klicken.
  4. Server unter Control wieder starten.

Verifizieren: Der Snapshot erscheint in der Liste unter Media → Snapshots, und Log enthält den Eintrag zur Snapshot-Erstellung.

DVD Drive und Custom ISOs

Für manuelle Installationen legen Sie unter DVD Drive eine ISO ein: offizielle DVDs oder eigene .iso-Dateien (Custom ISO upload). Aktivieren Sie „Boot from CD-ROM“, legen Sie die DVD ein und schalten Sie den Server unter Control vollständig aus (ACPI Shutdown) und wieder ein (Start); ein Powercycle genügt dafür nicht.

Rescue System

Das Rescue System ist ein kompaktes Linux mit Diagnose- und Reparaturwerkzeugen, der erste Anlaufpunkt, wenn der Server nicht mehr bootet. Fahren Sie den Server per ACPI Shutdown herunter, klicken Sie unter Media > Rescue System auf Activate und notieren Sie das angezeigte Passwort; der Server startet ins Rescue System (Grml). Die SCP-Firewall ist währenddessen deaktiviert. Nach der Reparatur klicken Sie auf Deactivate und starten den Server unter Control.

Verifizieren: ssh root@SERVER-IP mit dem angezeigten Passwort (oder Screen) öffnet die Rescue-Shell, lsblk zeigt Ihre Festplatte vda.

Schritt 3: Network – IPs, PTR-Records und Failover

Network → Settings zeigt die MAC-Adresse und den Netzwerktreiber (empfohlen: virtio). IPv4 Addresses und IPv6 Addresses listen die IPs mit Präfixlänge und Gateway. Hier setzen Sie Reverse-DNS-Einträge (PTR), für Mailserver Pflicht:

  1. Network → IPv4 Addresses öffnen.
  2. In der Zeile der IP im Feld Reverse DNS den Hostnamen eintragen (z. B. mail.example.com).
  3. Rechts daneben auf Save klicken.
  4. Für IPv6 unter Network → IPv6 Addresses genauso vorgehen.

Unter IP Management routen Sie Failover-IPs per Route auf den ausgewählten Server.

Verifizieren: dig -x IHRE-IP +short liefert den eingetragenen Hostnamen. Die Änderung kann einige Minuten brauchen.

Schritt 4: Settings – Boot-Reihenfolge, UEFI und CPU

Falsche Einstellungen unter Settings verhindern den Start; erstellen Sie vorher einen Offline-Snapshot.

  1. Boot Order: Reihenfolge der Boot-Geräte per Drag-and-Drop, bestätigen mit Save. Das oberste Element bootet zuerst.
  2. CPU Topology: Sockets und Cores pro Socket per Slider. Die Gesamtzahl entspricht immer den gebuchten Kernen; ändern Sie das nur, wenn Lizenzen von der Socket-Zahl abhängen.
  3. Keyboard Layout: Tastaturlayout der VNC-Konsole.
  4. OS Optimization: Linux oder Windows, für Optimierungen des Hypervisors.
  5. Autostart: Der Server startet automatisch, wenn der Host-Server (etwa nach einer Wartung) neu startet. Lassen Sie das aktiviert.
  6. UEFI Boot: UEFI-Firmware statt Legacy-BIOS. Voraussetzung für eine höhere VNC-Auflösung unter Windows.

Achtung: Ein BIOS-System startet unter UEFI nicht und umgekehrt; schalten Sie UEFI Boot nur passend zum installierten System um.

Verifizieren: Nach dem Neustart zeigt General unter Boot Device das erwartete Gerät, und der Server ist per SSH erreichbar.

Schritt 5: Firewall – Policies und Regeln (Generation 9+)

Die SCP-Firewall (ab Generation 9) filtert ein- und ausgehenden Verkehr vor dem Server. Sie erstellen Regeln, fassen sie in Policies zusammen und weisen die Policies dem Server zu. Bei bestehenden Servern klicken Sie unter Firewall zuerst auf Configure.

ParameterOptionenHinweis
RichtungINGRESS, EGRESSTCP: Rückverkehr automatisch erlaubt (stateful)
ProtokollTCP, UDPUDP: kein Session-Tracking
AktionACCEPT, DROPKein REJECT verfügbar
PortsEinzelport oder Bereichz. B. „22“ oder „1000-11000“
IPs pro Regelmax. 100IP-Adressen oder CIDR-Blöcke
Regeln gesamtmax. 500Aktive Regeln pro Server und öffentlichem Interface

TCP ist stateful: Antworten auf erlaubte Verbindungen passieren automatisch. UDP kennt kein Session-Tracking; hier legen Sie INGRESS- und EGRESS-Regeln an, etwa für einen DNS-Server.

Sobald Sie die erste eigene Regel für eine Richtung speichern, wechselt die implizite Regel dieser Richtung von ACCEPT auf DROP. Legen Sie zuerst die SSH-Regel an, sonst sperren Sie sich aus. netcup empfiehlt nur INGRESS-Regeln; eine EGRESS-Regel blockiert sonst alles nicht ausdrücklich Erlaubte (auch NTP und Updates).

So erstellen Sie eine Policy, die SSH erlaubt:

  1. In der oberen Leiste Firewall Policies öffnen und Create Firewall Policy klicken, Name z. B. „SSH-Allow“.
  2. Add Rule: Beschreibung „SSH eingehend“, Direction INGRESS, Protocol TCP, Action ACCEPT, Destination Port 22, Sources Ihre feste IP (leer für alle).
  3. Mit Add Rule bestätigen.
  4. Beim Server unter Firewall → Edit Policies die Policy nach rechts verschieben, Apply und Save klicken.

Regeln gelten sofort nach dem Speichern; bestehende Verbindungen bleiben bis zum Abbau bestehen. DNS zu den netcup-Nameservern ist immer erlaubt. Die Policy „netcup Mail block“ sperrt SMTP (siehe Typische Fehler). Beim Deaktivieren der Firewall bleiben die Regeln erhalten.

Verifizieren: Eine neue SSH-Sitzung von der erlaubten IP gelingt; ein Portscan von außen (z. B. nmap -Pn -p 22,80 SERVER-IP von einem anderen Rechner) zeigt nicht freigegebene Ports als filtered.

Schritt 6: Log – Aktivitätsprotokoll lesen

Der Log-Bereich protokolliert wesentliche Änderungen, Details zeigt der Pfeil neben einem Eintrag:

Ein- und Ausschalten, Boot-Reihenfolge, Fehler, Firewall-Änderungen, Snapshots, Root-Passwort, Image-Installationen, DVD einlegen/auswerfen, Rescue System und Troubleshooting-Reports.

Verifizieren: Nach einer Aktion aus Schritt 1 bis 5 steht der passende Eintrag mit Zeitstempel oben in der Liste.

VNC-Konsole (Screen) und REST-API

Screen: VNC-Zugriff im Browser

Screen öffnet eine VNC-Konsole im Browser, auch wenn SSH nicht erreichbar ist. Die Standardauflösung beträgt 800×600 Pixel; unter Windows mit UEFI erhöhen Sie sie über Troubleshoot > UEFI Firmware Settings > Device Manager > OVMF Platform Configuration. Das Tastaturlayout stellen Sie unter Settings > Keyboard Layout (z. B. de) ein.

REST-API

Die REST-API öffnen Sie über den Menüpunkt API in der oberen Leiste. Unter REST API Settings/Security tragen Sie erlaubte IP-Adressen oder CIDR-Bereiche ein; leer sind alle IPs erlaubt. Tragen Sie Ihre festen IPs ein. Die API unterscheidet Groß- und Kleinschreibung; verwenden Sie nur Kleinbuchstaben. Authentifizierung und Endpunkte beschreibt die unter REST API Docs verlinkte Dokumentation.

Der alte SOAP-Webservice ist seit dem 1. Mai 2026 abgeschaltet; SOAP-Skripte müssen auf die REST-API umgestellt werden.

Troubleshooting / Typische Fehler

Server startet nach Settings-Änderung nicht mehr

Ursache ist meist eine falsche Boot-Reihenfolge oder ein UEFI-Toggle bei einem Legacy-Image. Stellen Sie zuerst die letzte Änderung zurück (Boot Order, UEFI Boot) und starten Sie neu. Hilft das nicht, prüfen Sie im Rescue System (Media > Rescue System) die Ursache oder spielen den Offline-Snapshot zurück.

Firewall-Regeln nicht sichtbar oder nicht verfügbar

Die Firewall gibt es ab Generation 9; bei älteren Servern fehlt der Menüpunkt. Bei bestehenden Servern muss sie zuerst per Configure eingerichtet werden. Eine Policy wirkt erst, wenn sie dem Server zugewiesen und gespeichert ist.

E-Mail-Versand funktioniert nicht

Die Policy „netcup Mail block“ sperrt SMTP ein- und ausgehend. Löschen Sie sie beim Server unter Firewall mit Delete und speichern Sie. Restore Default Policies stellt sie wieder her.

UDP-Dienste funktionieren nicht trotz Firewall-Regel

Die Firewall verfolgt UDP-Verbindungen nicht. Legen Sie für UDP-Dienste INGRESS- und EGRESS-Regeln an, sobald eine EGRESS-Regel existiert (Beispiel DNS-Server: INGRESS UDP Zielport 53, EGRESS UDP Quellport 53).

REST-API antwortet mit Fehler trotz korrekter URL

Prüfen Sie Parameter auf Großbuchstaben und ob Ihre IP im IP-Filter steht.

Disk-Optimierung verursacht ungeplante Downtime

Die Storage Optimization (Media > Disks) stoppt den Server bis zu 30 Minuten; nur im Wartungsfenster starten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SCP und CCP?

Das CCP verwaltet Vertrag, Rechnungen und Upgrades, das SCP den Server selbst. Beide haben separate Zugangsdaten.

Kann ich eigene ISO-Dateien oder Images verwenden?

Ja. Unter Media > DVD Drive > Custom ISOs laden Sie eigene .iso-Dateien hoch. Disk-Images (.qcow, .qcow2, .raw) unter Media > Images > Custom Images.

Ich finde meine Firewall-Konfiguration nicht – wo ist sie?

Siehe Typische Fehler oben. Die Generation steht im Produktnamen im CCP (z. B. G12).

Wie starte ich einen Server zwangsweise neu, der nicht mehr reagiert?

Versuchen Sie zuerst Powercycle. Reagiert der Server nicht, nutzen Sie unter Control Reset (Server läuft) oder Forced Shutdown (Server suspendiert) und dann Start. Prüfen Sie vorher in der VNC-Konsole (Screen), ob das System noch arbeitet.

Wie erhöhe ich die VNC-Auflösung unter Windows?

Über Windows Wiederherstellung > Jetzt neu starten > Problembehandlung > UEFI-Firmwareeinstellungen, dann Device Manager > OVMF Platform Configuration > Change Preferred. Der Server muss mit UEFI laufen.

Fazit

Für den Alltag im SCP gilt: ACPI Shutdown statt Power Off, vor Änderungen an Settings einen Offline-Snapshot anlegen, bei der Firewall zuerst SSH erlauben und das UDP-Verhalten beachten. Automatisierungen laufen seit Mai 2026 nur noch über die REST-API.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

  1. netcup VPS bestellen: vom CCP bis zum ersten SSH-Login
  2. netcup SCP-Firewall: Policies, Regeln und Zusammenspiel mit ufw
  3. Reverse-DNS (rDNS/PTR) im netcup SCP setzen
  4. netcup VPS-Snapshots: Offline- vs. Online-Snapshot, Export und Wiederherstellung
  5. VPS absichern und härten: UFW, SSH-Keys und Fail2Ban
  6. netcup SCP REST API: Server automatisieren ohne SOAP
  7. netcup Helpcenter: SCP Home (offizielle Dokumentation)
  8. netcup Helpcenter: Media
  9. netcup Helpcenter: SCP Firewall