Navigation und Menüs im Block-Theme verwalten: Navigationsmenüs anlegen, zuordnen und sichern
Menüs in Block-Themes wie Twenty Twenty-Five finden, klassische Menüs übernehmen, jedem Navigation-Block fest ein Menü zuordnen, Untermenüs und Mobilansicht einrichten und Navigationsmenüs per WP-CLI sichern.
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Wer von einem klassischen Theme auf ein Block-Theme wie Twenty Twenty-Five umsteigt, sucht den Menüpunkt „Menüs“ unter „Design“ meist vergeblich. Menüs gibt es weiterhin, sie heißen jetzt Navigationsmenüs, liegen als eigene Inhalte in der Datenbank und werden über den Navigation-Block in Kopf- oder Fußzeile angezeigt. Das ist flexibler, hat aber Eigenheiten, die im Alltag zu verwirrenden Effekten führen: Ein neues Fußzeilenmenü taucht plötzlich im Header auf, oder nach dem Löschen eines Menüs ist die Kopfzeile leer. Diese Anleitung zeigt, wo Sie die Menüs finden, wie Sie ein bestehendes klassisches Menü übernehmen, jedem Navigation-Block fest ein Menü zuordnen und Änderungen absichern.
Voraussetzungen
- WordPress: Version 6.3 oder neuer, denn erst seit 6.3 lassen sich Menüs im Website-Editor gesammelt bearbeiten. Die Anleitung ist mit WordPress 7.1.2 und PHP 8.4 geprüft.
- Theme: ein aktives Block-Theme, zum Beispiel Twenty Twenty-Five. Bei klassischen Themes bleibt es bei „Design“ › „Menüs“.
- Zugriff: ein Konto mit der Rolle Administrator im Backend. Für die Sicherung per Kommandozeile zusätzlich SSH-Zugang mit WP-CLI. Wie Sie WP-CLI einrichten, zeigt WP-CLI installieren und die wichtigsten Befehle.
- Backup: eine aktuelle Sicherung der Datenbank. Menüs und Template-Teile liegen dort, nicht in Dateien.
- Hosting: Menüs stellen keine besonderen Anforderungen. Jedes Webhosting mit aktueller PHP-Version genügt.
Schritt 1: Verstehen, wo Block-Themes Menüs speichern
Klassische Themes melden Menüpositionen wie „Hauptmenü“ oder „Fußzeile“ an, und Sie ordnen unter „Design“ › „Menüs“ jeder Position ein Menü zu. Block-Themes kennen diese Positionen nicht. Stattdessen steckt in der Kopfzeile, einem sogenannten Template-Teil, ein Navigation-Block. Der Block zeigt eines der gespeicherten Navigationsmenüs an und merkt sich dafür dessen interne Nummer.
In der Testinstallation mit Twenty Twenty-Five war das gut zu sehen: Unter „Design“ standen nur noch „Themes“, „Editor“ und „Schriften“. Der Header des Themes enthält einen Navigation-Block ohne feste Zuordnung. Genau dieser Fall erklärt die meisten Überraschungen, denn WordPress wählt dann selbst ein Menü aus. Der Quellcode der Klasse WP_Navigation_Fallback legt die Reihenfolge fest:
- Gibt es veröffentlichte Navigationsmenüs, nimmt WordPress das zuletzt veröffentlichte.
- Gibt es keines, aber ein klassisches Menü, wandelt WordPress dieses automatisch in ein Navigationsmenü um. Bevorzugt wird das Menü an der Position
primary, dann ein Menü mit dem Namenprimary, sonst das zuletzt angelegte. - Gibt es gar nichts, zeigt der Block eine Seitenliste mit allen veröffentlichten Seiten.
Den Bestand sehen Sie per WP-CLI. Klassische Menüs zeigt wp menu list, Navigationsmenüs sind Beiträge eines eigenen Typs:
wp menu list
wp post list --post_type=wp_navigation --fields=ID,post_title,post_status
Verifizieren: Sie wissen, ob Ihre Website klassische Menüs, Navigationsmenüs oder beides enthält, und kennen die Nummern der Navigationsmenüs.
Schritt 2: Die Menüverwaltung im Website-Editor öffnen
Öffnen Sie „Design“ › „Editor“ und wählen Sie in der linken Spalte „Navigation“. Dort stehen alle gespeicherten Navigationsmenüs untereinander, unabhängig davon, in welchem Template-Teil sie verwendet werden. Ein Klick auf ein Menü zeigt seine Einträge. Über die Schaltfläche „Aktionen“ neben dem Namen können Sie das Menü umbenennen, duplizieren oder löschen.
In dieser Seitenleiste lassen sich Einträge verschieben und entfernen. Für alles Weitere, etwa neue Einträge, Untermenüs oder Linkziele, öffnen Sie das Menü über den Stift-Button. Der Editor zeigt es dann im Fokusmodus mit allen Einstellungen. Änderungen werden erst mit „Speichern“ übernommen. Verlassen Sie den Editor ungespeichert, fragt WordPress nach.
Geben Sie jedem Menü einen sprechenden Namen wie „Hauptmenü“ oder „Fußzeile rechtlich“. WordPress vergibt bei neuen Menüs sonst Namen wie „Menü ohne Titel“ oder „Navigation 2“, und im Auswahlfeld des Blocks lassen sich die Einträge dann kaum unterscheiden.
Verifizieren: Unter „Design“ › „Editor“ › „Navigation“ sehen Sie alle Menüs mit eindeutigen Namen.
Schritt 3: Ein klassisches Menü übernehmen
Haben Sie vor dem Theme-Wechsel ein klassisches Menü gepflegt, müssen Sie es nicht neu aufbauen. Wählen Sie im Website-Editor die Kopfzeile, markieren Sie den Navigation-Block und öffnen Sie über „Optionen“ (die drei Punkte neben dem Menünamen in der Listenansicht) das Menü des Blocks. Dort erscheint „Klassische Menüs importieren“, sofern klassische Menüs vorhanden sind. Wählen Sie das gewünschte Menü aus. WordPress legt daraus ein neues Navigationsmenü an und ordnet es dem Block zu.
Oft ist die Umwandlung schon passiert, ohne dass Sie es bemerkt haben. Im Test genügte ein einziger Aufruf der Startseite: Das klassische Menü „Hauptmenü“ wurde automatisch zu einem gleichnamigen Navigationsmenü, samt Seitenlink und individuellem Link. Das klassische Menü bleibt dabei erhalten, wird im Block-Theme aber nicht mehr angezeigt. Änderungen daran wirken sich nicht mehr auf die Website aus. Pflegen Sie ab jetzt nur noch das Navigationsmenü, sonst arbeiten Sie an zwei Ständen.
Prüfen Sie nach dem Import jeden Eintrag. Links, die auf ?page_id= oder auf eine alte Domain zeigen, übernimmt WordPress unverändert. Haben sich Adressen geändert, helfen Weiterleitungen, wie sie Weiterleitungen in WordPress sauber verwalten beschreibt.
Verifizieren: wp post list --post_type=wp_navigation zeigt ein Navigationsmenü mit dem Namen des klassischen Menüs, und die Website zeigt dieselben Einträge wie vorher.
Schritt 4: Jedem Navigation-Block fest ein Menü zuordnen
Dieser Schritt verhindert die häufigste Panne. Solange der Navigation-Block in der Kopfzeile kein festes Menü hat, gilt die Regel aus Schritt 1: Das zuletzt veröffentlichte Navigationsmenü gewinnt. Im Test zeigte die Kopfzeile nach dem Anlegen eines kleinen Fußzeilenmenüs mit nur dem Eintrag „Impressum“ plötzlich genau dieses Menü statt des Hauptmenüs.
So ordnen Sie ein Menü fest zu:
- Öffnen Sie „Design“ › „Editor“, klicken Sie in der Vorschau auf die Kopfzeile, um den Template-Teil „Header“ zu bearbeiten, und markieren Sie den Navigation-Block.
- Öffnen Sie in der Listenansicht über „Optionen“ neben dem Menünamen die Auswahl „Menüs“ und klicken Sie das gewünschte Menü an.
- Speichern Sie. WordPress schreibt die Nummer des Menüs als Attribut
refin den Block. - Wiederholen Sie das für jede Fußzeile und jeden weiteren Template-Teil mit Navigation-Block.
Speichert WordPress dabei den Template-Teil zum ersten Mal, entsteht eine eigene Kopie in der Datenbank. Das ist gewollt und schützt Ihre Änderung vor Theme-Updates. Wie Sie Kopf- und Fußzeile darüber hinaus anpassen, zeigt Block-Theme anpassen mit theme.json.
Verifizieren: Legen Sie testweise ein neues, leeres Menü an. Die Kopfzeile zeigt weiterhin das Hauptmenü. Löschen Sie das Testmenü danach wieder.
Schritt 5: Einträge, Untermenüs und Mobilansicht einrichten
Im Fokusmodus des Menüs arbeiten Sie wie mit anderen Blöcken. Jeder Eintrag ist ein eigener Block: ein „Seitenlink“ für Seiten und Beiträge, ein „Individueller Link“ für externe Adressen und ein „Untermenü“ für verschachtelte Punkte.
- Seite hinzufügen: Das Plus-Symbol („Seite hinzufügen“) sucht nach vorhandenen Seiten. Über „Seite erstellen“ legen Sie direkt eine neue, leere Seite an.
- Externer Link: Plus-Symbol, dann „Block hinzufügen“ und „Individueller Link“.
- Untermenü: Eintrag markieren und in der Werkzeugleiste „Untermenü hinzufügen“ wählen. In der Listenansicht können Sie einen Eintrag auch unter einen anderen und leicht nach rechts ziehen.
- Reihenfolge: „Nach oben verschieben“ und „Nach unten verschieben“ in der Werkzeugleiste oder Ziehen in der Listenansicht.
Enthält ein Menü noch eine Seitenliste, müssen Sie diese zuerst über „Bearbeiten“ in einzelne Seitenlinks umwandeln. Danach landen neu veröffentlichte Seiten nicht mehr automatisch im Menü. Für Unternehmensseiten ist das meist erwünscht, weil sonst jede neue Landingpage in der Navigation auftaucht.
In den Einstellungen des Navigation-Blocks legen Sie fest, ob Untermenüs „Bei Mauszeigerkontakt“ oder per „Klicken“ öffnen. Auf Touch-Geräten und für Tastaturnutzer ist das Öffnen per Klick verlässlicher. Unter „Overlay-Sichtbarkeit“ wählen Sie „Aus“, „Mobil“ oder „Immer“. „Mobil“ blendet auf kleinen Bildschirmen ein Menü-Symbol ein. Mit „Icon-Button anzeigen“ ausgeschaltet stehen dort die Wörter für Menü und Schließen, was manche Besucher schneller verstehen. Hinweise zur Bedienbarkeit enthält Barrierefreiheit in WordPress.
Verifizieren: Öffnen Sie die Website in einem schmalen Browserfenster oder auf dem Smartphone. Das Menü-Symbol erscheint, und alle Einträge samt Untermenüs sind per Tippen und per Tabulatortaste erreichbar.
Schritt 6: Menüs sichern und Änderungen zurücknehmen
Navigationsmenüs haben Revisionen. Im Test legte WordPress nach einer Änderung am Menü eine Revision an, die Sie per WP-CLI sehen:
wp post list --post_type=revision --post_parent=8 --fields=ID,post_date
Die Zahl 8 ersetzen Sie durch die Nummer Ihres Menüs. Vor größeren Umbauten, etwa einem Theme-Wechsel, lohnt zusätzlich ein Export aller Menüs in eine Datei:
wp export --post_type=wp_navigation --dir=/pfad/zur/sicherung --filename_format=navigation.xml
Die Datei lässt sich über „Werkzeuge“ › „Import“ mit dem Plugin WordPress Importer wieder einlesen. Sie enthält nur die Menüs, nicht die Template-Teile und nicht die verlinkten Seiten.
Menüs sind kein Thema für einen einzigen Nachmittag: Jedes Theme-Update, jede neue Seite und jeder Umbau kann die Navigation verändern, und kaputte Menüs bemerkt man oft erst, wenn Kunden anrufen. Wer diese Kontrolle nicht selbst im Blick behalten möchte, kann die Pflege abgeben: Die WordPress-Wartung von wordpressupdate.de spielt Updates von WordPress, Plugins und Themes mit Kompatibilitätsprüfung ein und sichert die Website wöchentlich auf externen Speicher, sodass sich auch ein älterer Menüstand zurückholen lässt.
Verifizieren: Die Exportdatei enthält für jedes Navigationsmenü einen Eintrag <item>. Im Test waren es bei zwei Menüs genau zwei.
Typische Fehler
- „Design“ › „Menüs“ fehlt. Das ist bei Block-Themes normal. Menüs finden Sie unter „Design“ › „Editor“ › „Navigation“. Ruft man
wp-admin/nav-menus.phpdirekt auf, meldet WordPress im Test „Das verwendete Theme unterstützt keine Menüs oder Widgets.“ - Die Kopfzeile zeigt plötzlich ein anderes Menü. Der Navigation-Block hat kein festes Menü und nimmt das zuletzt veröffentlichte. Im Test übernahm so ein neues Fußzeilenmenü die Kopfzeile. Lösung: Menü fest zuordnen wie in Schritt 4.
- Nach dem Löschen eines Menüs ist die Kopfzeile leer. Der Block verweist noch auf das gelöschte Menü. Im Test blieb vom Header nur das Menü-Symbol für kleine Bildschirme übrig, Einträge zeigte er keine mehr. Ordnen Sie ein anderes Menü zu oder stellen Sie das Menü aus dem Export wieder her.
- Neue Seiten erscheinen ungewollt im Menü. Das Menü besteht noch aus einer Seitenliste. Wandeln Sie sie über „Bearbeiten“ in einzelne Seitenlinks um.
- Änderungen am klassischen Menü wirken nicht. Das Block-Theme zeigt nur Navigationsmenüs. Pflegen Sie die Einträge im Website-Editor oder importieren Sie das klassische Menü erneut über „Klassische Menüs importieren“.
Häufige Fragen
Kann ich unterschiedliche Menüs für Kopf- und Fußzeile nutzen?
Ja. Legen Sie zwei Navigationsmenüs an und ordnen Sie jedem Navigation-Block das passende fest zu. Ohne feste Zuordnung zeigen beide Blöcke dasselbe, nämlich das zuletzt veröffentlichte Menü.
Gehen meine Menüs verloren, wenn ich das Theme wechsle?
Navigationsmenüs bleiben als Inhalte in der Datenbank erhalten. Das neue Theme bringt aber eigene Template-Teile mit, deren Navigation-Blöcke meist kein festes Menü haben. Ordnen Sie die Menüs nach dem Wechsel erneut zu. Klassische Menüs bleiben ebenfalls erhalten und können später wieder importiert werden.
Wie verlinke ich einen Menüpunkt auf einen externen Shop oder ein Buchungstool?
Verwenden Sie einen „Individuellen Link“ und tragen Sie die vollständige Adresse ein. Über „In einem neuen Tab öffnen“ entscheiden Sie, ob die eigene Website geöffnet bleibt. Viele Besucher erwarten bei Links auf andere Websites aber das normale Verhalten im selben Tab.
Wer darf Menüs bearbeiten?
Der Website-Editor erfordert das Recht, Theme-Optionen zu bearbeiten. In den Standardrollen hat das nur der Administrator. Redakteure können Menüs daher nicht ändern, was bei mehreren Mitarbeitern gewollt sein kann.
Testumfang
Wir haben die Menüverwaltung mit WordPress 7.1.2 und Twenty Twenty-Five nachgestellt, Revisionen und Export funktionierten dabei wie beschrieben. Auffällig war, dass ein zusätzliches Fußzeilenmenü das Hauptmenü aus der Kopfzeile verdrängte. Andere Block-Themes und Plugins mit eigenen Menüs haben wir nicht geprüft. Nutzen Sie so etwas, testen Sie Änderungen am besten vorher auf einer Kopie Ihrer Website.
Fazit
Menüs in Block-Themes sind eigenständige Inhalte, die ein Navigation-Block anzeigt. Wer das verstanden hat und jedem Block fest ein Menü zuordnet, vermeidet die typischen Überraschungen nach neuen Menüs, Löschungen oder einem Theme-Wechsel. Ein Export vor größeren Umbauten macht Änderungen jederzeit umkehrbar. Wenn Sie Updates und Sicherungen dafür nicht selbst organisieren möchten, übernimmt das die WordPress-Wartung von Marcel Schönfelder.


