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📘 Anleitung WordPress 30.09.2026 · 9 min Lesezeit

Weiterleitungen in WordPress verwalten: 301 statt 404 nach Umbenennung und Relaunch

Umbenannte Seiten und ein Relaunch hinterlassen tote Links. So erkennen Sie, wann WordPress selbst weiterleitet, legen mit dem Plugin Redirection 301- und 410-Regeln an, importieren Listen per CSV und vermeiden Ketten und tote Ziele.

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Grafik mit der Überschrift Weiterleitungen sauber verwalten und einem stilisierten WordPress-Adminbereich mit Pfeilen zwischen Seiten

Wenn Sie in WordPress eine Seite umbenennen, eine Kategorie auflösen oder die Website neu strukturieren, verschwinden alte Adressen. Links von Partnern, Einträge in Suchmaschinen und Lesezeichen Ihrer Kunden führen dann auf eine Fehlerseite 404. Eine Weiterleitung mit dem Statuscode 301 schickt Besucher und Suchmaschinen stattdessen dauerhaft zur neuen Adresse. Diese Anleitung zeigt, wann WordPress selbst weiterleitet, wo nicht, und wie Sie Weiterleitungen mit dem Plugin Redirection oder direkt auf dem Webserver sauber verwalten. Alle Befehle und Ausgaben stammen aus einer Testinstanz mit WordPress 7.1.2.

Voraussetzungen

  • WordPress: eine aktuelle Version mit sprechenden Permalinks (nicht „Einfach“). Getestet mit WordPress 7.1.2 und PHP 8.4 auf Apache. Redirection 5.10.1 setzt laut Plugin-Verzeichnis WordPress 6.7 und PHP 7.4 voraus.
  • Rolle: Administrator im WordPress-Backend.
  • Zugriff: Backend für das Plugin. Für Regeln auf dem Webserver FTP/SFTP oder SSH, bei nginx Zugriff auf die Serverkonfiguration. WP-CLI ist optional.
  • Backup: ein aktuelles Backup von Dateien und Datenbank, vor Änderungen an der .htaccess zusätzlich eine Kopie dieser Datei.
  • Liste der alten Adressen: bei einem Relaunch eine Liste aller bisherigen URLs, etwa aus der alten Sitemap oder der Google Search Console.

Schritt 1: Verstehen, wann WordPress selbst weiterleitet

WordPress speichert beim Ändern der Titelform eines veröffentlichten Beitrags die alte Form im Metafeld _wp_old_slug und leitet Aufrufe der alten Adresse mit 301 weiter. Im Labor haben wir einen Beitrag zweimal umbenannt. Beide alten Adressen führten mit einem einzigen Sprung zur aktuellen Adresse:

HTTP/1.1 301 Moved Permanently
X-Redirect-By: WordPress
Location: http://127.0.0.1:21125/neuigkeiten-herbst/

Für Seiten gilt das nicht. Die Funktion wp_check_for_changed_slugs() behandelt laut Quellcode nur veröffentlichte, nicht hierarchische Inhalte, und Seiten sind hierarchisch. Im Labor lieferte die alte Adresse einer umbenannten Seite deshalb sofort 404. Zusätzlich versucht WordPress bei einer 404 zu erraten, welcher Inhalt gemeint ist, und leitet bei unvollständigen Adressen weiter. Im Test führte /wordpress-wart zur Seite /wordpress-wartung/. Auf dieses Raten sollten Sie sich nicht verlassen, es greift nur bei ähnlichen Namen.

Prüfen Sie jede Adresse, die Sie ändern, mit curl:

curl -sI https://ihre-domain.de/alte-adresse/ | grep -i "^HTTP\|^location\|x-redirect"

Der Header X-Redirect-By zeigt, wer weitergeleitet hat: WordPress, ein Plugin oder, wenn er fehlt, meist der Webserver.

Verifizieren: Sie wissen, welche Ihrer geänderten Adressen bereits weiterleiten und welche 404 liefern.

Schritt 2: Redirection installieren und einrichten

Das kostenlose Plugin Redirection verwaltet Weiterleitungen in einer eigenen Datenbanktabelle, protokolliert 404-Fehler und kann Adressänderungen überwachen. Installieren Sie es unter „Plugins“ → „Plugin hinzufügen“ oder per WP-CLI:

wp plugin install redirection --activate
wp language plugin install redirection de_DE
wp redirection database install

Im Backend erreichen Sie das Plugin unter „Werkzeuge“ → „Redirection“, beim ersten Aufruf führt dort ein Assistent durch dieselbe Datenbankeinrichtung. Im Labor meldete WP-CLI Success: Database install finished und legte die Gruppen „Weiterleitungen“ und „Geänderte Beiträge“ an.

Schalten Sie danach in den Optionen des Plugins den URL-Monitor ein und wählen Sie Beiträge und Seiten aus. Dann legt Redirection bei jeder Änderung der Titelform selbst eine 301-Weiterleitung an, auch für Seiten. Im Labor entstand nach dem Umbenennen der Seite /wartung/ automatisch der Eintrag /wartung/ nach /wartung-und-pflege/.

Prüfen Sie außerdem die Protokoll-Einstellungen. Im Labor war die Speicherung von IP-Adressen standardmäßig aus, Protokolle wurden nach sieben Tagen gelöscht. Lassen Sie die IP-Speicherung aus, solange Sie sie nicht brauchen. Das spart Ihnen Fragen zum Datenschutz.

Verifizieren: Unter „Werkzeuge“ → „Redirection“ erscheinen die Reiter „Weiterleitungen“, „404er“ und „Optionen“, und eine testweise umbenannte Seite erhält automatisch einen Eintrag.

Schritt 3: Weiterleitungen anlegen und importieren

Einzelne Weiterleitungen legen Sie im Reiter „Weiterleitungen“ mit „Weiterleitung hinzufügen“ an: Quell-URL ist der alte Pfad ohne Domain, Ziel-URL die neue Adresse. Bei einem Relaunch mit vielen Adressen ist eine CSV-Datei schneller. Die Spalten lauten laut Quellcode source, target, regex und code:

source,target,regex,code
/alte-seite/,/wordpress-wartung/,0,301
/kontakt.html,/kontakt/,0,301
/aktion-2024/,/,0,410
wp redirection import wp-content/umzug.csv --format=csv

Im Labor lautete die Ausgabe Success: Imported 3 redirects from file csv (3 created, 0 updated, 0 ignored, 0 groups created). Den Import gibt es auch im Backend im Bereich für Import und Export. Löschen Sie die CSV-Datei danach vom Server.

Der Test zeigte das Standardverhalten von Redirection:

AufrufErgebnisGrund
/alte-seite/301exakte Regel
/ALTE-SEITE/ und /alte-seite301Groß-/Kleinschreibung und Schrägstrich werden ignoriert
/alte-seite/?utm_source=x404Parameter müssen exakt passen
/aktion-2024/410Inhalt dauerhaft entfernt

Die dritte Zeile ist in der Praxis wichtig, denn Links aus Newslettern und Anzeigen tragen oft Kampagnenparameter. Stellen Sie in den Optionen unter „Standard-URL-Einstellungen“ die Abfrage-Parameter auf „Parameter ignorieren und an Ziel übergeben“. Im Test führte derselbe Aufruf danach mit 301 zu /wordpress-wartung/?utm_source=x.

Verifizieren: Jede Zeile Ihrer Liste liefert mit curl -sI den erwarteten Status, und die Kampagnenparameter bleiben erhalten.

Schritt 4: 301, 302 oder 410 richtig wählen

Der Statuscode sagt Browsern und Suchmaschinen, wie sie mit der alten Adresse umgehen sollen. Die Bedeutungen legt der HTTP-Standard RFC 9110 fest:

  • 301 Moved Permanently: Der Inhalt ist dauerhaft umgezogen. Standard für Umbenennungen und Relaunch. Browser speichern die Weiterleitung oft zwischen, testen Sie Änderungen daher mit curl oder im privaten Fenster.
  • 302 Found oder 307: vorübergehend, etwa während einer Aktion. Die alte Adresse bleibt gültig.
  • 410 Gone: Der Inhalt ist absichtlich und dauerhaft entfernt, ohne Nachfolger.

Leiten Sie gelöschte Inhalte nicht pauschal auf die Startseite um. Besucher suchen dort vergeblich nach dem erwarteten Inhalt. Gibt es einen thematisch passenden Nachfolger, leiten Sie dorthin weiter, sonst ist 410 die ehrliche Antwort.

Verifizieren: Für jede Weiterleitung ist der Code bewusst gewählt, und keine Regel führt ohne inhaltlichen Bezug auf die Startseite.

Schritt 5: Ketten und tote Ziele vermeiden

Eine Kette entsteht, wenn eine Weiterleitung auf eine Adresse zeigt, die selbst wieder weiterleitet. Schlimmer ist ein totes Ziel. Im Labor zeigte die importierte Regel /alte-seite/ auf /wordpress-wartung/. Danach wurde diese Seite noch vor dem Einschalten des URL-Monitors umbenannt. Ergebnis:

HTTP/1.1 301 Moved Permanently
X-Redirect-By: redirection
Location: /wordpress-wartung/
HTTP/1.1 404 Not Found

Prüfen Sie deshalb das Endziel jeder Weiterleitung, nicht nur den ersten Sprung. Der folgende Befehl folgt allen Weiterleitungen und zeigt Anzahl der Sprünge, Endstatus und Endadresse:

curl -s -L -o /dev/null -w "%{num_redirects} %{http_code} %{url_effective}\n" https://ihre-domain.de/alte-seite/

Im Labor lautete die Ausgabe 1 404 http://127.0.0.1:21125/wordpress-wartung/. Korrigieren Sie in solchen Fällen die Ziel-URL der alten Regel direkt auf das neue Endziel. Jeder zusätzliche Sprung ist eine weitere Anfrage und kostet Ladezeit. Den Reiter „404er“ sollten Sie nach einem Relaunch in den ersten Wochen regelmäßig ansehen. Er zeigt Adressen, die noch aufgerufen werden, aber keine Regel haben.

Weiterleitungen sind kein einmaliges Projekt. Jede neue Seite, jede umbenannte Kategorie und jeder Theme-Wechsel kann neue 404-Fehler erzeugen. Wer diese Kontrolle zusammen mit Updates und Backups nicht selbst im Kalender halten möchte, kann sie abgeben: Die WordPress-Wartung von wordpressupdate.de spielt Updates von WordPress, Plugins und Themes mit Kompatibilitätsprüfung ein, sichert wöchentlich auf externen Speicher und beginnt mit einer einmaligen Homepage-Analyse.

Verifizieren: Jede Regel endet nach genau einem Sprung mit Status 200 oder bewusst mit 410.

Schritt 6: Weiterleitungen auf den Webserver verlagern (optional)

Redirection arbeitet innerhalb von WordPress, jede Weiterleitung startet also PHP und Datenbank. Bei wenigen Regeln spielt das keine Rolle. Für Hunderte Regeln aus einem Relaunch oder für Adressen außerhalb von WordPress, etwa alte .html-Dateien, sind Regeln auf dem Webserver schneller. Redirection exportiert dafür fertige Regeln:

wp redirection export wordpress - --format=apache
wp redirection export wordpress - --format=nginx

Der nginx-Export im Labor enthielt unter anderem rewrite ^/alte-seite/$ /wordpress-wartung/ permanent; und für die 410-Regel einen Block location = /aktion-2024/ { return 410; }. Auf Apache genügen für einfache Fälle die Anweisungen aus mod_alias. Setzen Sie sie in der .htaccess vor den Block # BEGIN WordPress, denn diesen Block schreibt WordPress beim Speichern der Permalinks neu:

Redirect 301 /preise.html /leistungen/
RedirectMatch 301 ^/blog/(.*)$ /$1

Im Test lieferten beide Regeln 301, die zweite leitete /blog/neuigkeiten-2026/ auf /neuigkeiten-2026/ um. Der Nachteil: Regeln auf dem Server sehen Sie nicht im WordPress-Backend, und ein Tippfehler in der .htaccess führt zu einem Fehler 500 für die ganze Website. Sichern Sie die Datei vor jeder Änderung. Pflegen Sie jede Weiterleitung nur an einer Stelle, sonst suchen Sie später an zwei Orten.

Verifizieren: Die Startseite antwortet nach der Änderung mit 200, und jede verlagerte Regel liefert per curl denselben Status wie vorher.

Typische Fehler

  • Error: Invalid import file beim CSV-Import per WP-CLI: Die Datei ist für PHP nicht lesbar oder der Pfad stimmt nicht. Im Labor half es, die Datei innerhalb des WordPress-Verzeichnisses abzulegen und den Pfad relativ anzugeben.
  • Umbenannte Seite liefert 404: WordPress leitet bei Seiten nicht automatisch weiter. URL-Monitor in Redirection für Seiten aktivieren oder Regel manuell anlegen.
  • Links mit Parametern landen auf 404: Abfrage-Parameter stehen auf exakter Prüfung. Einstellung wie in Schritt 3 ändern.
  • Änderung wirkt im Browser nicht: Der Browser hat eine alte 301 zwischengespeichert. Mit curl oder im privaten Fenster testen.
  • Fehler 500 nach Änderung der .htaccess: Syntaxfehler oder fehlendes Modul. Sicherungskopie zurückspielen und Regel einzeln prüfen.

Häufige Fragen

Wie lange muss eine 301-Weiterleitung bestehen bleiben?

So lange die alte Adresse noch aufgerufen wird. Redirection zählt Aufrufe je Regel. Sinkt der Zähler über Monate auf null, können Sie die Regel prüfen und entfernen.

Brauche ich Redirection, wenn mein SEO-Plugin Weiterleitungen anbietet?

Nein. Verwenden Sie eine Lösung, nicht zwei parallel. Mehrere Stellen mit Regeln führen zu Konflikten und Ketten, die schwer zu finden sind.

Was passiert beim Wechsel von HTTP auf HTTPS oder der Domain?

Das ist eine Weiterleitung für die gesamte Website und gehört auf den Webserver, nicht in ein Plugin. Die Umstellung auf HTTPS beschreibt WordPress auf HTTPS umstellen und Mixed Content beheben.

Testumfang

Im Labor mit WordPress 7.1.2 (deutsch), PHP 8.4, Apache und Redirection 5.10.1 geprüft: automatische Weiterleitung per _wp_old_slug bei Beiträgen, 404 bei umbenannten Seiten, Raten von Adressen bei 404, Datenbankeinrichtung und CSV-Import per WP-CLI, Verhalten bei Groß-/Kleinschreibung, Schrägstrich und Parametern, Status 410, URL-Monitor für Seiten, totes Ziel und Kettenprüfung mit curl, Export für Apache und nginx, Redirect und RedirectMatch in der .htaccess. Nicht getestet: nginx-Regeln auf einem echten nginx-Server, reguläre Ausdrücke in Redirection und bedingte Weiterleitungen.

Fazit

Saubere Weiterleitungen erhalten Links, Suchmaschinen-Einträge und Lesezeichen. Wichtig ist, zu wissen, dass WordPress nur Beiträge selbst weiterleitet, für Seiten und Relaunches Redirection mit URL-Monitor einzusetzen und jede Regel bis zum Endziel zu prüfen. Diese Kontrolle nach Änderungen übernimmt auf Wunsch die WordPress-Wartung von Marcel Schönfelder.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

WordPressWeiterleitungenSEORedirectionhtaccess