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Windows & Microsoft 365 12.09.2026 · 7 min Lesezeit

Windows-Server-Updates vom September 2026 legen Remote Desktop Services lahm

Terminalserver laufen nach dem September-Patchday zunächst normal und brechen dann weg: Sitzungen fallen aus, neue Verbindungen hängen im Aufbau, teils hilft nur ein harter Reset. Betroffen sind Windows Server 2019, 2022 und 2025. Microsoft untersucht die Berichte, ein offizieller Fix steht aus.

Grafik zeigt eine zerbrechende Verbindung zwischen zwei Glasobjekten als Symbol für abbrechende RDP-Sitzungen nach dem Server-Update KI-generiert

Wer am vergangenen Patchday die kumulativen Updates auf seinen Terminalservern installiert hat, sollte heute als Erstes prüfen, ob die Remote Desktop Services dort noch stabil laufen. Seit dem 8. September 2026 berichten Administratoren, dass Windows Server 2019, 2022 und 2025 nach dem Update zunächst unauffällig arbeiten und dann nach einigen Stunden die RDP-Verbindungen wegbrechen. Bestehende Sitzungen lassen sich teils nicht mehr sauber trennen oder abmelden, neue Verbindungsversuche hängen im Verbindungsaufbau und schlagen schließlich fehl. In manchen Fällen hilft nur noch ein harter Reset des Servers.

Handlungsdruck besteht damit vor allem für Umgebungen, in denen Terminalserver oder RDS-Hosts im täglichen Betrieb stehen und in denen die September-Updates bereits ausgerollt sind oder in den nächsten Tagen ausgerollt werden sollen. Wer keine Remote Desktop Services betreibt und lediglich einzelne Administratoren per RDP auf Server lässt, hat nach bisheriger Berichtslage kein akutes Problem, sollte den Rollout auf produktive Sitzungshosts aber trotzdem beobachten. Ein bestätigter Fix von Microsoft liegt zum Zeitpunkt dieser Meldung nicht vor.

Was ist passiert?

Mit dem Patchday im September 2026 hat Microsoft am 8. September die kumulativen Updates für die aktuellen Windows-Server-Versionen verteilt. Kurz darauf häuften sich Meldungen von Administratoren, deren Remote Desktop Services nach der Installation ausfallen. Das Fehlerbild ist dabei auffällig einheitlich: Der Server läuft nach dem Neustart zunächst normal, erst im Laufe von Stunden verschlechtert sich das Verhalten, bis gar keine Verbindung mehr möglich ist.

Ein Leser schilderte gegenüber BleepingComputer, dass sämtliche Terminalserver seiner Umgebung innerhalb eines Tages ausfallen: Sitzungen brechen weg, neue Verbindungen sind nicht mehr möglich, und als einzige Lösung bleibt ein harter Reset. Ein anderer Administrator berichtete, dass die Remote Desktop Services nach dem Update zunächst normal liefen und erst nach der ersten Abmeldung eines Nutzers zu versagen begannen. Danach konnte sich niemand mehr anmelden. Ein Serverneustart half in diesem Fall nicht, erst das Entfernen des September-Updates stellte den Betrieb wieder her.

Microsoft teilte BleepingComputer mit, man sei sich der Berichte bewusst, untersuche das Problem und werde Hinweise geben, sobald diese vorliegen. Ein offizieller Fix und ein bestätigter Eintrag in der Liste bekannter Probleme lagen zum Redaktionsschluss nicht vor.

Wer ist betroffen?

Nach den vorliegenden Berichten betrifft das Problem die Sitzungshosts der drei aktuell verbreiteten Server-Generationen. Die folgende Tabelle fasst zusammen, welche Updates in den Berichten genannt werden und welches Fehlerbild dort jeweils auftrat.

ServerversionGenanntes UpdateGemeldetes Fehlerbild
Windows Server 2019KB5122876RDP-Sitzungen brechen nach einigen Stunden ab, neue Anmeldungen schlagen fehl
Windows Server 2022KB5122882RDP-Dienst reagiert nach Abmeldung von Nutzern nicht mehr, Verbindungsaufbau hängt
Windows Server 2025KB5122871Terminalserver verlieren Sitzungen, teils nur per hartem Reset erreichbar

Deutschsprachige Bestätigung liefert Günter Born in seinem Blog. Dort berichten Leser am 10. September 2026 von Performance-Problemen nach einigen Stunden, danach sei keine RDP-Verbindung mehr möglich gewesen, teils habe sich nicht einmal mehr der Task-Manager starten lassen. Gelöst wurde das in diesen Fällen durch die Deinstallation des September-2026-Updates.

  • Betroffen sind nach den Berichten Terminalserver beziehungsweise RDS-Hosts unter Windows Server 2019, 2022 und 2025.
  • Ein geschilderter Fall trat unter Windows Server 2019 zusammen mit der Zusatzsoftware TSPlus in der Version 19.40.9.8 auf.
  • Weitere Kommentare bestätigen das Problem allerdings auch ohne TSPlus, die Zusatzsoftware ist also nach aktueller Lage keine Voraussetzung.
  • Ein Leser meldet sowohl Terminalserver unter Server 2022 als auch unter Server 2025 als betroffen.
  • Nicht jede Installation fällt aus, es gibt Umgebungen mit denselben Updates ohne gemeldete Störung.
  • Systeme ohne aktive Remote Desktop Services sind nach bisheriger Berichtslage nicht das Hauptproblem.

Wie kritisch ist das?

Es handelt sich nicht um eine Sicherheitslücke, sondern um ein Betriebsproblem nach einem Update. Die Auswirkung ist trotzdem erheblich, weil sie die Verfügbarkeit trifft: Fällt ein Terminalserver aus, arbeiten alle daran angemeldeten Nutzer nicht mehr. Der zeitversetzte Eintritt macht die Sache zusätzlich unangenehm, denn ein direkt nach dem Update durchgeführter Funktionstest sieht in vielen Fällen unauffällig aus.

Zur möglichen Ursache gibt es bisher nur eine Analyse aus der Administratorenschaft. Bei der Untersuchung eines Windows Server 2022 berichtete ein Administrator, der RDP-Dienst werde beim Abmelden von Nutzern nicht mehr ansprechbar; sein Debugging deute auf einen Deadlock zwischen Remote Desktop und dem Local Session Manager hin. Der Dienst hänge dabei bei RDPSERVERBASE!WDLIB_Close, dort scheine kein Timeout gesetzt zu sein. Diese Erklärung ist ausdrücklich eine unbestätigte Fremdanalyse. Microsoft hat die Ursache nicht bestätigt, und sie sollte nicht als gesicherte Diagnose weitergegeben werden.

Erschwerend kommt der Konflikt hinzu, den jeder betroffene Betrieb selbst auflösen muss: Ein Rollback des Updates stellt die Remote Desktop Services nach den Berichten wieder her, entfernt aber gleichzeitig die Sicherheitsupdates dieses Patchdays. Das ist eine Risikoabwägung zwischen Verfügbarkeit und Patchstand, keine einfache Empfehlung. Wer zurückrollt, senkt sein Sicherheitsniveau bis zum nächsten funktionierenden Update und muss das kompensieren.

Was sollten Admins jetzt tun?

Die folgenden Schritte sind nach Dringlichkeit sortiert. Der erste Punkt gilt für jede Umgebung, die Sitzungshosts betreibt.

  1. Bestand prüfen: Alle Hosts mit aktiver Rolle Remote Desktop Services inventarisieren und abgleichen, auf welchen davon KB5122876, KB5122882 oder KB5122871 bereits installiert ist.
  2. Rollout stoppen: Die Verteilung der September-Updates auf weitere RDS-Hosts vorerst aussetzen, bis Microsoft eine Rückmeldung gibt. Über WSUS oder Update for Business lässt sich das gezielt für die betroffene Servergruppe steuern, ohne den Rest der Umgebung ungepatcht zu lassen.
  3. Erst testen, dann ausrollen: Falls ein Rollout unvermeidbar ist, zuerst auf einem Testserver installieren und diesen mindestens einen vollen Arbeitstag mit echten An- und Abmeldungen beobachten, nicht nur einen kurzen Verbindungstest machen.
  4. Überwachung nachschärfen: Auf den betroffenen Hosts gezielt Anmeldungen, Abmeldungen und die Erreichbarkeit des RDP-Dienstes überwachen, damit der Ausfall auffällt, bevor die Nutzer anrufen.
  5. Bei bereits ausgefallenen Systemen abwägen: Wenn der Betrieb steht, ist die Deinstallation des September-Updates nach den Berichten der derzeit einzige zuverlässige Weg zurück. Diese Entscheidung bewusst dokumentieren.
  6. Rollback kompensieren: Nach einem Rollback sicherstellen, dass RDP nicht direkt aus dem Internet erreichbar ist, Zugriffe über ein Remote Desktop Gateway oder VPN mit Mehrfaktor-Authentifizierung laufen und die betroffenen Systeme engmaschig überwacht werden.
  7. Rückweg absichern: Vor jedem weiteren Eingriff prüfen, ob eine aktuelle und wiederherstellbare Sicherung des Sitzungshosts vorliegt.
  8. Quellenlage verfolgen: Microsoft hat eine Untersuchung angekündigt. Sobald ein offizieller Hinweis oder ein Fix vorliegt, den Patchstand zeitnah nachziehen.

Einordnung für Unternehmen

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen ist der Terminalserver der zentrale Arbeitsplatz. Warenwirtschaft, Buchhaltung, Branchensoftware und Dateizugriff laufen dort gebündelt, und die Clients sind teilweise nur noch Anzeigegeräte. Damit ist der Sitzungshost ein Single Point of Failure: Ein Ausfall trifft nicht eine Abteilung, sondern das ganze Haus, inklusive Homeoffice-Arbeitsplätzen und externen Standorten.

Genau deshalb ist die Kombination aus verzögertem Fehlereintritt und fehlendem offiziellen Fix in diesem Fall besonders unangenehm. Ein Update, das erst nach Stunden Produktivbetrieb kippt, umgeht die übliche Wartungsfenster-Logik: Der Test am Sonntagabend ist grün, der Ausfall kommt am Montagvormittag. Wer seine Wartungsfenster bisher so plant, dass direkt nach der Installation nur ein kurzer Funktionstest stattfindet, sollte diesen Fall zum Anlass nehmen, für Sitzungshosts eine längere Beobachtungsphase und einen definierten Rückweg einzuplanen.

  • Für Terminalserver einen dokumentierten Rückweg definieren: welches Update, wer entfernt es, wer entscheidet.
  • Updates auf Sitzungshosts zeitlich von anderen Servern entkoppeln, damit nicht die gesamte Umgebung gleichzeitig kippt.
  • Einen zweiten Zugangsweg für Administratoren vorhalten, der nicht von den Remote Desktop Services abhängt.
  • Nutzer früh informieren, wenn ein Sitzungshost unter Beobachtung steht, das reduziert die Störungsmeldungen.

Die Patchday-Nachlese von Günter Born nennt für den September 2026 noch weitere Beobachtungen, darunter ein schwarzer Bildschirm, Probleme rund um Secure Boot und eine verlorene Vertrauensstellung zur Domäne bei Windows 11 25H2 Clients. Wer nach dem Patchday mehrere unerklärliche Störungen gleichzeitig sieht, sollte diese Liste als Suchraster nutzen, statt jeden Fall isoliert zu betrachten.

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Quellen

Windows ServerRemote Desktop ServicesRDPPatchdayMicrosoftTerminalserverUpdate-Probleme