Windows 11 KB5095093: Point-in-Time-Restore und neue Recovery-Funktionen im Vorschau-Update
Microsoft hat das optionale Vorschau-Update KB5095093 für Windows 11 24H2 und 25H2 veröffentlicht. Das Update führt ein neues Point-in-Time-Restore ein, das Windows auf einen früheren Zustand zurücksetzen kann. Zudem gibt es Verbesserungen bei Blütooth, WSL, Drucken, Widgets und der Barrierefreiheit. Der Artikel erklärt die wichtigsten Neürungen und gibt Admins eine Handlungsempfehlung für den Rollout.

Microsoft hat das optionale Vorschau-Update KB5095093 für die Versionen Windows 11 24H2 und 25H2 veröffentlicht. Es führt ein neues Point-in-Time-Restore ein, mit dem sich Windows innerhalb weniger Minuten auf einen früheren Zustand zurücksetzen lässt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Verbesserungen bei Bluetooth, WSL, dem Drucken, der Barrierefreiheit und den Widgets. Der folgende Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen und gibt Administratoren eine Handlungsempfehlung.
Meldung und Einordnung
Am 23. Juni 2026 hat Microsoft das optionale Vorschau-Update KB5095093 für die Betriebssysteme Windows 11 24H2 (Build 26100.8737) und Windows 11 25H2 (Build 26200.8737) veröffentlicht. Im Gegensatz zu den regulären Patchday-Updates enthält dieses Update keine Sicherheitskorrekturen, sondern dient der Erprobung neuer Funktionen und Fehlerbehebungen vor dem nächsten monatlichen Sicherheitsupdate.
Das Highlight des Updates ist die neue Point-in-Time-Restore-Funktion. Diese Funktion ermöglicht es, das gesamte System mitsamt Anwendungen, Einstellungen und persönlichen Dateien auf einen früheren Wiederherstellungspunkt zurückzusetzen. Im Gegensatz zur klassischen Systemwiederherstellung arbeitet Point-in-Time-Restore automatisch im Hintergrund und erstellt alle 24 Stunden einen Wiederherstellungspunkt, der maximal 72 Stunden vorgehalten wird.
Für Unternehmen mit Enterprise-Lizenzen lassen sich die Intervalle flexibel konfigurieren. Snapshots können alle 4, 6, 12, 16 oder 24 Stunden erstellt werden, mit entsprechend einstellbaren Aufbewahrungsfristen. Microsoft betont, dass die Funktion speziell auf Zuverlässigkeit und eine breite Problemabdeckung ausgelegt ist.
Technische Details für Admins
Das Point-in-Time-Restore nutzt den Volume Shadow Copy Service (VSS) und speichert die Wiederherstellungspunkte lokal auf dem Gerät. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zur klassischen Systemwiederherstellung:
| Eigenschaft | Point-in-Time-Restore | Systemwiederherstellung |
|---|---|---|
| Konfiguration | Systemeinstellungen | Systemsteürung |
| Auslöser | Automatisch nach Zeitplan | Ereignisgesteürt oder manüll |
| Aufbewahrung | Maximal 72 Stunden pro Punkt | Unbegrenzt (abhängig vom Speicherplatz) |
| Zielbereich | Vollständiger Systemzustand | Systemdateien und Einstellungen |
| Speicherbelastung | Geringer durch reservierten Speicher | Höher, ungedrosselt |
| Remote-Verwaltung | Umfassend | Eingeschränkt |
Für Privatanwender werden neue Wiederherstellungspunkte alle 24 Stunden erstellt und nach 72 Stunden oder bei Speicherplatzmangel gelöscht. Enterprise-Kunden können die Intervalle und Aufbewahrungsfristen über Gruppenrichtlinien oder Intune steuern.
Risiko für KMU und Betrieb
Das Point-in-Time-Restore ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bietet es eine wertvolle zusätzliche Recovery-Option für Admins, die schnelle Wiederherstellungen nach fehlgeschlagenen Updates oder Konfigurationsänderungen benötigen. Andererseits bedeutet die automatische Speicherung von Systemzuständen einen erhöhten Speicherverbrauch auf den Clients.
Für KMU ohne zentrales Patch-Management ist das Update zunächst optional. Da es sich um ein Vorschau-Update handelt, sollten Administratoren es zunächst in einer Testgruppe evaluieren, bevor sie es flächendeckend ausrollen. Die neuen Bluetooth-Verbesserungen könnten insbesondere für Unternehmen mit vielen Bluetooth-Headsets oder AirPods relevant sein.
Die WSL-Verbesserungen im Bereich VPN-Kompatibilität sind für Entwickler und Admins interessant, die WSL im Unternehmensnetz mit VPN-Anbindung nutzen. Der Fix für den Recycle-Bin-Bug (Anzeige interner Dateinamen statt der Originalnamen) behebt ein Ärgernis, das seit dem Juni-Sicherheitsupdate KB5094126 besteht.
Was Admins jetzt prüfen sollten
- Testumgebung einrichten: Installieren Sie KB5095093 zunächst auf einem Testsystem, bevor Sie es im Produktivbetrieb einsetzen.
- Point-in-Time-Restore konfigurieren: Prüfen Sie die neuen Einstellungen unter Einstellungen > System > Wiederherstellung. Enterprise-Kunden sollten die Intervalle über Gruppenrichtlinien steuern.
- Bluetooth-Geräte testen: Bitte testen Sie nach dem Update die Bluetooth-Konnektivität mit Headsets und Freisprecheinrichtungen.
- WSL-VPN-Kompatibilität prüfen: Wenn Sie WSL im Unternehmen mit VPN nutzen, testen Sie die Netzwerkverbindung nach dem Update.
- Druckereinstellungen überprüfen: Neue Installationen verwenden standardmäßig IPP. Prüfen Sie, ob Ihre Drucker damit kompatibel sind.
- Widgets-Einstellungen anpassen: Die neuen Widgets-Standardeinstellungen reduzieren Ablenkungen. Informieren Sie Ihre Nutzer über die Änderungen.
- Bekanntes Problem beachten: Microsoft bestätigt, dass Drittanbieter-Anwendungen nach der Installation Probleme beim Öffnen von Office-Dokumenten haben können. Betroffene sollten Dokumente direkt öffnen.
Betriebscheck nach der Meldung
- Habe ich das Update in einer Testgruppe evaluiert?
- Sind die Point-in-Time-Restore-Intervalle für meine Umgebung angemessen konfiguriert?
- Funktionieren Bluetooth-Geräte nach dem Update zuverlässig?
- Läuft WSL mit VPN-Konnektivität stabil?
- Sind die neuen IPP-Standardeinstellungen für Drucker mit meiner Infrastruktur kompatibel?
- Habe ich die Nutzer über die geänderten Widgets-Einstellungen informiert?
- Ist ein Rollback vorbereitet, falls das Update Probleme verursacht?
Admin-Einschätzung
Das Point-in-Time-Restore stellt eine sinnvolle Erweiterung der Windows-Recovery-Optionen dar. Die automatische, zeitgesteuerte Erstellung von Wiederherstellungspunkten ohne manuelles Eingreifen ist ein echter Mehrwert für Administratoren, die häufig mit Update-Problemen zu kämpfen haben. Die Begrenzung auf 72 Stunden ist für die meisten Recovery-Szenarien ausreichend und verhindert gleichzeitig eine übermäßige Speicherbelastung.
Kritisch anzumerken ist jedoch, dass Microsoft die Funktion zunächst nur im optionalen Vorschau-Update ausliefert. Dies ist zwar typisch für Microsofts mehrstufigen Rollout-Prozess, bedeutet jedoch auch, dass die Funktion noch nicht für den produktiven Einsatz freigegeben ist. Administratoren sollten die nächsten Patchday-Updates abwarten, bevor sie sich auf die Funktion verlassen. Die zahlreichen Bluetooth- und WSL-Verbesserungen sind positiv zu bewerten und adressieren langjährige Ärgernisse.
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