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Linux 17.10.2026 · 5 min Lesezeit

Ubuntu 26.10 ist erschienen: Was Admins zu Linux 7.3, OpenSSH und Upgrades wissen sollten

Canonical hat Ubuntu 26.10 Stonking Stingray veröffentlicht. Die Version bringt Linux 7.3 auf Basis von rc6, vollständig Rust-basierte Coreutils, OpenSSL 4, MySQL 9.7 und eine geteilte OpenSSH-Paketierung ohne Kerberos im Standard. Support gibt es bis Juli 2027. Für Produktivserver bleibt 26.04 LTS die Basis, Testsysteme sollten Skripte, HAProxy und SSH jetzt prüfen.

Mit KI erstellt – redaktionelle Prüfung ausstehend

Illustration eines Servers mit gestapelten Paketsymbolen und der Überschrift Neues Linux-Release: Neun Monate Support

Canonical hat am 15. Oktober 2026 Ubuntu 26.10 mit dem Codenamen Stonking Stingray freigegeben. Für Produktivserver ändert sich damit nichts: Ubuntu 26.10 ist ein Interim-Release mit nur neun Monaten Support bis Juli 2027, die richtige Basis bleibt Ubuntu 26.04 LTS. Wer 26.04 LTS oder 24.04 LTS mit der Standardeinstellung für LTS-Upgrades betreibt, bekommt die neue Version gar nicht angeboten und muss heute nicht handeln.

Relevant ist die finale Version für Admins, die Testsysteme, Entwickler-Desktops oder CI-Runner auf dem aktuellen Stand halten, und für alle, die Skripte und Images frühzeitig auf die nächste LTS-Generation vorbereiten. Gegenüber der Beta von Anfang Oktober stehen jetzt die endgültigen Paketstände und die bekannten Probleme fest. Einige davon betreffen Server direkt, etwa die geteilten OpenSSH-Pakete, geänderte HAProxy-Standards und der Sprung auf MySQL 9.7.

Was ist neu in Ubuntu 26.10?

Die Ankündigung auf der Mailingliste ubuntu-announce stammt vom 15. Oktober 2026, 10:59 Uhr UTC. Die wichtigsten Punkte laut Release Notes und Canonical-Blog:

  • Kernel: Ubuntu 26.10 liefert Linux 7.3 aus. Weil die finale Upstream-Version erst nach dem Release erscheint, basiert der Kernel in den Images (7.3.0-9.9) auf 7.3-rc6. Darauf weisen auch Phoronix und heise hin.
  • Coreutils: Die Kernwerkzeuge laufen jetzt komplett auf der Rust-Implementierung uutils, auch cp, mv und rm, die in 26.04 LTS noch von GNU kamen.
  • Paketsignaturen: Laut Canonical prüft APT die Repository-Signaturen jetzt mit Sequoia PGP statt GnuPG, was Canonical als vorbereitet auf Post-Quanten-Verfahren beschreibt. gpg und gpgv bleiben im Archiv.
  • Kryptografie: OpenSSL 4 ersetzt die bisherige Version und unterstützt keine Engines mehr.
  • Desktop: GNOME 51, D-Bus über dbus-broker statt dbus-daemon und die nicht vorinstallierte lokale Spracheingabe Myna als Technologievorschau.
  • Anmeldung: authd 0.7.1 unterstützt Microsoft-Entra-ID-Passwörter mit MFA am Desktop, im Terminal und per SSH.
  • Toolchains: unter anderem GCC 15.2.0, Python 3.14.7, Rust 1.97.1 und Go 1.27.

Was ändert sich für Server?

Für Admins sind vor allem die rückwärts inkompatiblen Änderungen wichtig, die die Release Notes ausdrücklich auflisten:

  • OpenSSH 10.5 ist in openssh und openssh-gssapi geteilt. Die Standardpakete openssh-server und openssh-client enthalten keine GSSAPI/Kerberos-Unterstützung mehr. Neuinstallationen bekommen die Variante ohne Kerberos, der Release-Upgrader soll genutztes GSSAPI erkennen und die -gssapi-Pakete wählen.
  • HAProxy springt von 3.2 auf 3.4.2. Der Standard-Lastverteilungsalgorithmus wechselt von roundrobin zu random, doppelte Abschnitts- und Servernamen gelten jetzt als Fehler statt als Warnung, die Sektion program ist entfernt.
  • MySQL wechselt von 8.4 LTS auf 9.7 LTS, Valkey auf 9.1, PHP 8.5 auf 8.5.9, Postfix auf 3.11.7, Samba auf 4.24.7 und Dovecot auf 2.4.4.
  • Der Generator systemd-sysv-generator für alte Init-Skripte aus /etc/init.d ist entfernt, systemd liegt in Version 261.3 vor.
  • OpenSSL-Konfigurationen, die noch die PKCS#11-Engine verwenden, müssen auf den Provider umgestellt werden.
  • Postfix markiert die BerkeleyDB-Maptypen hash: und btree: als veraltet.

Die Umstellung auf sudo-rs ist dagegen nicht neu. Sie gilt laut Release Notes seit Ubuntu 25.10 und ist auch in 26.04 LTS der Standard. Hintergrund zu den Rust-Coreutils und ihren Kompatibilitätsgrenzen liefert der S-EDV-Beitrag zum Abschluss der Coreutils-Migration.

Für wen ist das relevant und für wen nicht?

Laut Ankündigung erhalten Nutzer von Ubuntu 26.04 das Upgrade nur dann automatisch angeboten, wenn sie Benachrichtigungen für alle Releases statt nur für LTS-Versionen gewählt haben. Ubuntu 25.10 ist laut den eigenen Release Notes seit Juli 2026 ohne Support. Die Server-Dokumentation beschreibt Release-Upgrades als schrittweisen Weg ohne übersprungene Versionen, solche Systeme führt der Pfad also über 26.04. Nicht betroffen sind 22.04 LTS, 24.04 LTS und 26.04 LTS, solange die Upgrade-Einstellung auf LTS steht. Wer gerade den LTS-Sprung plant, findet den Hintergrund im Beitrag zum Upgrade von 24.04 auf 26.04 LTS.

Eine Sonderrolle haben Systeme mit TPM-gestützter Festplattenverschlüsselung. Laut Release Notes können sie zum Release nicht von 26.04 LTS auf 26.10 aktualisiert werden, Canonical will das im Laufe des Supportzeitraums nachreichen.

Wie dringend ist das?

Gar nicht, es handelt sich um ein reguläres Feature-Release ohne Sicherheitsanlass. Canonical empfiehlt in der Server-Dokumentation für den Produktivbetrieb ausdrücklich LTS-Versionen mit fünf Jahren Standardsupport, Interim-Releases erhalten nur neun Monate. Wer 26.10 einsetzt, muss also spätestens im Juli 2027 auf 27.04 weiterziehen. Gesichert sind laut Release Notes zwei bekannte Server-Probleme: Ein Purge eines OpenSSH-Pakets im Zustand rc kann nach einem Wechsel zwischen den Varianten den Fernzugriff kappen, bis ein Update für Fehler LP: #2169738 erscheint. Außerdem kann ein Upgrade an einem verwaisten /lib32-Symlink stoppen, die Auswirkung auf den Weg von 26.04 nach 26.10 ist laut Canonical noch unklar.

Was sollten Admins jetzt tun?

  • Bestand prüfen: Mit cat /etc/os-release die Version feststellen und in /etc/update-manager/release-upgrades den Wert Prompt= kontrollieren. Auf Produktivservern sollte dort lts stehen, damit kein Interim-Upgrade angeboten wird.
  • Systeme auf 25.10 zeitnah auf 26.04 LTS heben, da sie keine Sicherheitsupdates mehr bekommen.
  • Für Tests eine eigene VM aufsetzen und Shell-Skripte, Backup-Jobs und Deploy-Routinen mit cp, mv und rm gegen 26.10 laufen lassen. Bei Problemen lässt sich laut Release Notes auf GNU coreutils zurückschalten.
  • Bei Kerberos-Anmeldung per SSH Provisionierungs-Templates um openssh-server-gssapi beziehungsweise openssh-client-gssapi ergänzen und keine OpenSSH-Pakete im Zustand rc purgen.
  • HAProxy-Konfigurationen auf doppelte Namen prüfen und den Algorithmus bei Bedarf explizit mit balance roundrobin festlegen.
  • Anwendungen mit MySQL-Abhängigkeit gegen 9.7 testen und vor jedem Upgrade ein geprüftes Backup ziehen.
  • Vor einem Release-Upgrade laut Dokumentation apt update und apt dist-upgrade ausführen, Drittquellen inventarisieren und das Upgrade mit do-release-upgrade starten.

Einordnung für Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen ist Ubuntu 26.10 vor allem eine Vorschau. Server bleiben auf 26.04 LTS, das laut Release Notes bis April 2031 Sicherheitsupdates erhält. Sinnvoll ist eine Testmaschine je Serverrolle, um die OpenSSH-Aufteilung, OpenSSL 4 und die Rust-Coreutils früh zu sehen. Ob diese Technik in die nächste LTS einfließt, ist eine Einschätzung und keine Zusage von Canonical.

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Quellen

UbuntuUbuntu 26.10Linux 7.3OpenSSHRust CoreutilsCanonicalRelease-Upgrade