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Linux 01.10.2026 · 4 min Lesezeit

Ubuntu 24.04 auf 26.04 LTS: Canonical gibt direkte Upgrades frei

Canonical hat die direkten LTS-Upgrades von Ubuntu 24.04 auf 26.04.1 freigeschaltet. Desktops erhalten das Angebot schrittweise, Server starten es per do-release-upgrade. Eile ist nicht nötig, 24.04 wird bis Mai 2029 gepflegt, doch Wayland-Pflicht, OpenSSH 10, sudo-rs und das Ende von cgroup v1 verlangen Tests.

Mit KI erstellt – redaktionelle Prüfung ausstehend

Hero-Bild mit der Headline Ubuntu LTS-Upgrade freigegeben, daneben zwei Server-Module, die über eine leuchtende Treppe verbunden sind.

Canonical hat am 29. September 2026 die direkten Upgrades von Ubuntu 24.04 LTS auf Ubuntu 26.04.1 LTS freigeschaltet. Desktop-Systeme bekommen das Angebot schrittweise über die Aktualisierungsverwaltung, Server lassen sich ab sofort mit do-release-upgrade anheben. Damit endet die Wartezeit für alle, die seit dem Release von 26.04 LTS am 23. April 2026 auf den offiziellen LTS-Pfad gewartet haben.

Betroffen sind alle Systeme mit Ubuntu 24.04 LTS, deren Upgrade-Einstellung auf LTS steht. Nicht betroffen sind Maschinen, die bereits auf 25.10 oder 26.04 laufen, sowie ältere Versionen wie 22.04, die zuerst auf 24.04 müssen. Sofort handeln muss niemand: 24.04 erhält noch bis Mai 2029 Sicherheitsupdates. Admins sollten aber verhindern, dass Desktops oder Server ungeplant umgestellt werden, und das Upgrade bewusst in ein Wartungsfenster legen.

Was ist passiert?

Das Ubuntu Release Team hat die Freigabe im offiziellen Ubuntu-Discourse angekündigt. Laut Ankündigung ist die Konsolidierung der Fehlerkorrekturen nach dem Start von 26.04 LTS abgeschlossen. Nutzer von 24.04 LTS erhalten das Upgrade auf 26.04.1 LTS über den Update Manager, verteilt über die kommenden Tage. Server-Admins und alle, die nicht warten wollen, können es jederzeit selbst anstoßen.

Ubuntu gibt LTS-zu-LTS-Upgrades grundsätzlich erst nach der ersten Point-Release frei. Laut OMG! Ubuntu erschien 26.04.1 bereits im August, die Freigabe für 24.04 verzögerte sich aber wegen Fehlern, deren Korrekturen erst getestet und paketiert werden mussten.

Für wen ist das relevant?

Relevant ist die Meldung für alle Betreiber von Ubuntu 24.04 LTS auf Desktops, Servern, VMs und Cloud-Instanzen. Die Release Notes für LTS-Umsteiger fassen zwei Jahre Änderungen zusammen, darunter einige mit Bruchpotenzial:

  • Der GNOME-Desktop läuft nur noch unter Wayland, eine Xorg-Session für GNOME gibt es nicht mehr. GDM-Skripte wie PreLogin und PostSession wurden entfernt.
  • OpenSSH springt von 9.6p1 auf 10.2p1, die Unterstützung für DSA-Signaturen entfällt.
  • sudo-rs ist der neue Standard für sudo, das Paket sudo-ldap wurde entfernt. Die Kernwerkzeuge stammen aus rust-coreutils.
  • systemd 259 unterstützt kein cgroup v1 mehr, 26.04 ist das letzte Release mit Kompatibilität für System-V-Skripte. /tmp ist jetzt standardmäßig ein tmpfs.
  • APT 3.1 ersetzt APT 2.7, apt-key ist entfernt. Der Kernel wechselt von 6.8 auf 7.0, PHP auf 8.5, MySQL von 8.0 auf 8.4 und Python von 3.12 auf 3.14.

Wie kritisch ist das?

Es handelt sich nicht um ein Sicherheitsereignis. Laut den Release Notes zu 24.04 bleibt die Version bis 31. Mai 2029 sicherheitsgepflegt, mit Ubuntu Pro länger. 26.04 LTS wird bis April 2031 unterstützt. Für Produktivsysteme gibt es daher keinen Grund zur Eile, wohl aber für eine Planung. Im Support-Bereich des Ubuntu-Discourse sind seit der Freigabe bereits mehrere Threads zu fehlgeschlagenen Upgrades aufgetaucht, deren Ursachen dort noch offen sind.

Was sollten Admins jetzt tun?

  • Bestand prüfen: lsb_release -a und den Wert Prompt= in /etc/update-manager/release-upgrades auslesen. Mit lts wird das neue Release angeboten, mit never wird das Upgrade unterdrückt.
  • Mit do-release-upgrade -c lässt sich vorab prüfen, ob ein Upgrade angeboten wird, ohne es zu starten.
  • Laut Server-Dokumentation zuerst den Stand vollständig aktualisieren: apt update und apt dist-upgrade -o APT::Get::Always-Include-Phased-Updates=true, bei vorhandener /run/reboot-required neu starten.
  • Vorher ein getestetes Backup oder einen VM-Snapshot anlegen. Nach Abschluss des Downloads lässt sich das Upgrade laut Dokumentation nicht mehr abbrechen.
  • Drittquellen und PPAs inventarisieren. Sie werden beim Upgrade deaktiviert und sind laut Canonical die häufigste Fehlerursache.
  • Abhängigkeiten von cgroup v1, DSA-Schlüsseln, sudo-ldap, apt-key und Xorg-Sessions unter GNOME vorab suchen und ablösen.
  • Das Upgrade per SSH nur in einer stabilen Sitzung fahren und Rückfragen zu geänderten Konfigurationsdateien mit der Differenzansicht prüfen.
  • Chrony ersetzt systemd-timesyncd nur bei Neuinstallationen als Standard. Für aktualisierte Systeme beschreiben die Release Notes eine manuelle Migration.

Einordnung für Unternehmen

Für kleine und mittlere Umgebungen ist der Zeitpunkt günstig, um eine Testmaschine je Rolle anzuheben, etwa Webserver, Datenbank und Arbeitsplatz. Datenbankwechsel wie MySQL 8.4 und neue PHP-Versionen betreffen Anwendungen direkter als der Kernel. Wer auf GNOME-Arbeitsplätzen GDM-Anmeldeskripte nutzt, etwa zum Abgleich von Home-Verzeichnissen mit einem Server, muss diese laut Release Notes auf pam_exec umstellen. Ein breiter Rollout lohnt sich erst, wenn die Tests sauber durchlaufen.

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Quellen

UbuntuUbuntu 26.04Ubuntu 24.04LinuxRelease-Upgradedo-release-upgradeServer