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IT-Branche 25.08.2026 · 4 min Lesezeit

Microsoft 365 Copilot August 2026: Umzug, gelöschte Budget-Alarme und zurückgezogene Features

Microsofts August-Update für Microsoft 365 Copilot bringt einen Domainumzug der Copilot-App, neue Purview-Kontrollen für Cowork-Aktivitäten und eine zurückgezogene Ankündigung aus dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig wurden bestehende Ausgabenwarnungen gelöscht. Wir zeigen, welche Änderungen für KMU-Admins konkret Handlungsbedarf bedeuten und wo Vorsicht bei der Rollout-Planung angebracht ist.

Microsoft 365 Copilot im August 2026: IT News Grafik zu Umzug, gelöschten Budget Alarmen und zurückgezogenen Features für Administratoren. KI-generiert

Microsoft hat im August 2026 mehrere Änderungen an Microsoft 365 Copilot vorgenommen, die für Administratoren in kleinen und mittleren Unternehmen unmittelbaren Handlungsbedarf bedeuten. Neben einem technischen Domainumzug der Copilot-Anwendung betreffen die Änderungen vor allem Governance-Funktionen, Kostenkontrolle und die Verlässlichkeit von Produkt-Roadmaps.

Domainumzug der Copilot-App

Zum 18. August 2026 ist die Copilot-App von der Domain m365.cloud.microsoft auf copilot.cloud.microsoft umgezogen. Mit dem Umzug kommen neue Kontoindikatoren und ein grünes Schild-Symbol für Entra-Arbeitskonten, das Nutzern anzeigt, dass sie mit ihrem Firmenkonto angemeldet sind. Die Weiterleitung von der alten auf die neue Domain erfolgt automatisch, es sei denn, Firewall- oder Proxy-Regeln im Unternehmen blockieren die neue Domain. Wer in seiner Umgebung URL-Filterung oder Allowlists für Microsoft-365-Dienste pflegt, sollte copilot.cloud.microsoft zeitnah freigeben, um Zugriffsprobleme für Nutzer zu vermeiden.

Erweiterte Purview-Kontrollen und Vision-Controls

Microsoft Purview deckt seit August auch Cowork-Aktivitäten ab. Damit lässt sich nachvollziehen, ob ein Berechtigungskonzept tatsächlich hält oder ob Copilot etwa auf Daten zugreift, die eigentlich nicht für die anfragende Person vorgesehen sind, etwa Gehaltslisten. Neu hinzugekommen sind außerdem Vision-Controls für Bildschirm- und Kamerafreigaben sowie, in der Public Preview, eine DLP-Kontrolle (Data Loss Prevention), die externe E-Mails aus Copilot heraushält. Diese Funktion soll Prompt-Injection-Angriffe über eingehende Nachrichten erschweren, ein Angriffsvektor, bei dem manipulierte E-Mail-Inhalte versuchen, das Verhalten einer KI-Anwendung zu beeinflussen.

Zurückgezogene Ankündigung: Domain-Ausschluss vom Web-Grounding

Eine im Juli 2026 angekündigte Funktion, mit der sich bestimmte Domains vom Web-Grounding von Copilot ausschließen ließen, wurde am 4. August 2026 wieder zurückgenommen. Admins, die diese Möglichkeit bereits in ihrem Sicherheits- oder Governance-Konzept eingeplant hatten, müssen den entsprechenden Punkt streichen. Das Beispiel zeigt exemplarisch, dass Roadmap-Ankündigungen bei Microsoft 365 keine verbindlichen Zusagen sind und Architekturentscheidungen nicht auf noch nicht im eigenen Tenant verfügbaren Funktionen aufgebaut werden sollten.

Gelöschte Ausgabenwarnungen: konkreter Handlungsbedarf

Ein Cost-Management-Update im August hat bestehende Ausgabenwarnungen (Spending Alerts) gelöscht. Diese müssen Admins in jeder einzelnen Spending Policy manuell neu anlegen. Wer Copilot-Credits für agentische Workloads wie Cowork-Tasks im Einsatz hat, sollte diesen Schritt nicht aufschieben: Ohne funktionierende Team-Level-Spend-Views und Alerts kann der Verbrauch von Copilot-Credits unbemerkt ansteigen, insbesondere sobald mehrere Fachabteilungen gleichzeitig automatisierte Aufgaben nutzen.

ÄnderungDatumAdmin-Handlung nötig
Domainumzug Copilot-App18. August 2026Firewall/Proxy-Freigabe für copilot.cloud.microsoft prüfen
Purview deckt Cowork abAugust 2026Berechtigungskonzept gegen reale Zugriffe verifizieren
Domain-Ausschluss Web-Groundingzurückgezogen 4. August 2026Aus Governance-Dokumenten entfernen
Ausgabenwarnungen gelöschtAugust 2026Alerts in jeder Spending Policy neu anlegen
Konsolidierung Copilot Chat/Cowork/GitHub Copilotangekündigt für dieses QuartalBeobachten, noch keine Sofortmaßnahme

Risiken, die KMU-Admins im Blick behalten sollten

  1. Schatten-Agenten: Wenn Fachbereiche eigene Skills schreiben und Cowork-Tasks auf Ereignisse legen können, entsteht schnell eine unüberschaubare Automatisierungslandschaft. Agent 365 und Entra Agent ID bieten Inventarisierung, müssen aber aktiv eingesetzt werden.
  2. Kostenkurve: Copilot-Credits werden unabhängig vom Nutzer-Seat verbraucht. Ohne Team-Level-Spend-View drohen böse Überraschungen ab dem zweiten oder dritten Monat nach Rollout-Erweiterung.
  3. Compliance bei Meeting-Aufzeichnungen: Standardmäßig aufgezeichnete Präsenzmeetings und mehrjährige, teils unsichtbare Meeting-Archive sind in Deutschland ein Thema für die Mitbestimmung, nicht nur eine technische Einstellung.
  4. Roadmap-Volatilität: Die zurückgezogene Domain-Exclusion zeigt, dass angekündigte Funktionen jederzeit wieder entfallen können. Architektur- und Sicherheitskonzepte sollten nur auf tatsächlich im eigenen Tenant aktiven Funktionen basieren.

Was Admins jetzt konkret prüfen sollten

  1. Firewall- und Proxy-Regeln um copilot.cloud.microsoft ergänzen
  2. Purview-Richtlinien für Cowork-Aktivitäten aktivieren und stichprobenartig gegen das dokumentierte Berechtigungskonzept prüfen
  3. Governance- und Sicherheitsdokumente auf Verweise zur zurückgezogenen Domain-Ausschluss-Funktion durchsuchen und bereinigen
  4. Ausgabenwarnungen in jeder einzelnen Spending Policy neu einrichten, nicht nur zentral
  5. Aktuelle Credit-Verbrauchszahlen aus dem ersten Rollout-Monat mit dem Verbrauch nach Erweiterung auf weitere Abteilungen vergleichen
  6. Vorhandene Cowork-Tasks und Skills der Fachbereiche inventarisieren, sofern noch nicht geschehen
  7. Bei geplanten E5/E7-Lizenzentscheidungen: die zum 1. Oktober 2026 auslaufenden E7-Promotions als Verhandlungsfrist einplanen, aber Segmentierung statt pauschaler Lizenzierung prüfen

Einordnung für KMU

Für kleinere Unternehmen ist vor allem die Kombination aus gelöschten Kostenwarnungen und wachsender Cowork-Nutzung praktisch relevant: Wo große Konzerne dedizierte FinOps-Teams für Cloud- und KI-Kosten haben, fällt diese Aufgabe in KMU meist beim IT-Administrator selbst an. Wer Copilot und Cowork bereits im Einsatz hat oder deren Einführung plant, sollte Budget-Alarme und Purview-Überwachung als festen Bestandteil des Rollouts behandeln, nicht als optionales Zusatzfeature.

Passende Anleitungen auf S-EDV

  1. Microsoft 365 Copilot im KMU einführen: Readiness-Check, Lizenz-Entscheidung und Datenschutz-Härtung
  2. KI-Nutzungsrichtlinie im Unternehmen erstellen (Copilot, ChatGPT & Co.)

Quellen

  1. Boddenberg: Microsoft 365 Copilot August 2026 - Was sich selbst aktiviert hat
  2. Microsoft Learn: Release Notes for Microsoft 365 Copilot
  3. Empowering Cloud: Microsoft 365 Enterprise Update August 2026