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Linux 20.10.2026 · 4 min Lesezeit

LXD 6.10 ist das neue LTS: Image-Registries, Ceph-Mirroring und Support bis 2031

Canonical hat LXD 6.10.0 als erstes LTS-Release der 6er-Reihe veröffentlicht. Es bringt Image-Registries, Ceph-RBD-Mirroring für die Notfallwiederherstellung und Support bis Juni 2031. Vor dem Umstieg von 5.21 sind zwei inkompatible Änderungen zu beachten.

Mit KI erstellt – redaktionelle Prüfung ausstehend

Container-Würfel auf einem Server mit Headline LXD 6.10 wird neues LTS

Canonical hat am 19. Oktober 2026 LXD 6.10.0 veröffentlicht. Es ist das erste LTS-Release der 6er-Reihe und folgt auf LXD 5.21 LTS. Laut offizieller Dokumentation erhält 6.10 Standardsupport bis Juni 2031, mit Ubuntu Pro verlängert sich die Unterstützung um weitere fünf Jahre. Neu sind unter anderem Image-Registries mit zentraler Freigabe von Image-Quellen, Ceph-RBD-Mirroring für die Notfallwiederherstellung und eine experimentelle Änderungsverfolgung für VM-Datenträger.

Relevant ist das für alle, die Systemcontainer und virtuelle Maschinen mit LXD betreiben, vor allem in Clustern. Einen Sicherheitsdruck gibt es nicht. Wer heute 5.21 LTS nutzt, hat bis Juni 2029 Support und kann den Umstieg in Ruhe planen. Vorher lohnt ein Blick auf zwei nicht abwärtskompatible Änderungen bei NVIDIA-GPUs und beim Cluster-Healing. Zum Zeitpunkt der Recherche stand 6.10.0 im Snap-Kanal 6/candidate, während 6/stable noch 6.9 auslieferte. Die Verteilung über die Stable-Kanäle läuft schrittweise.

Was ist neu in LXD 6.10?

Die Release Notes bündeln die Neuerungen aus der gesamten 6er-Reihe. Die wichtigsten Punkte für den Betrieb:

  • Image-Registries: Clients geben beim Download eine Registry statt URL und Protokoll an. Projekte lassen sich über den neuen Schlüssel restricted.registries auf freigegebene Quellen beschränken. Als Quelle dienen Simple-Streams-Server oder andere LXD-Cluster. Ältere Clients bleiben über eine Kompatibilitätsschicht nutzbar.
  • Ceph-RBD-Mirroring: Replikatoren für die Notfallwiederherstellung nutzen bei Ceph-RBD-Pools die native asynchrone Spiegelung von Ceph statt eigener Blockübertragungen. LXD übernimmt Promotion, Demotion und Failover.
  • Custom-Volumes in Replikatoren: Exklusiv an eine Instanz gebundene Volumes samt Snapshots werden mitrepliziert, geteilte Volumes nicht.
  • Prometheus-Metriken für Replikation: neue Gauges wie lxd_replicator_last_success_timestamp zeigen Zustand und Alter des ältesten replizierten Snapshots.
  • Changed Block Tracking: VM-Blockvolumes können geänderte Blöcke zwischen Snapshots über QEMU-Dirty-Bitmaps verfolgen. Canonical stuft das als Feature-Vorschau ein, die nicht in Produktion aktiviert werden darf.
  • Cluster-Links: einseitige Verbindungen für strikte Firewall-Topologien und öffentliche Links ohne Client-Zertifikat, abgesichert per Zertifikats-Fingerprint.
  • Durable Operations: kritische Vorgänge werden in der Cluster-Datenbank gespeichert und laufen weiter, wenn das ausführende Mitglied ausfällt.

Netzwerk, Speicher, Zugriff und Oberfläche

OVN-Load-Balancer-Pools erhalten aktive Health Checks mit Intervall, Timeout und Schwellwerten. Der Pure-Storage-FlashArray-Treiber unterstützt jetzt Fibre Channel (SCSI und NVMe), der Dell-PowerStore-Treiber NVMe über TCP und Fibre Channel. Bei neuen PowerStore-Pools ohne explizite Angabe ist NVMe/TCP der Standard.

In der Zugriffsverwaltung zeigt die Identity-API künftig ein Ablaufdatum für Client-Zertifikate und Bearer-Tokens an, dazu effektive Gruppenmitgliedschaften inklusive OIDC-Zuordnungen. Die Weboberfläche bekommt ein Dashboard mit Instanzen, Projekten, Cluster-Status, Speicherbelegung und Warnungen. Profile lassen sich zwischen Projekten kopieren, der Dateiexplorer kann Dateien hochladen und Verzeichnisse anlegen.

Im Snap stecken QEMU 10.2.1, LXC und LXCFS 7.0.0 LTS, aktualisierte ZFS-Versionen (2.2.11, 2.3.9, 2.4.4) und das NVIDIA Container Toolkit 1.20.1. Als GA-Kernel nennt Canonical für LXD 6.10 den Kernel 7.0 von Ubuntu 26.04 LTS.

Für wen ist das relevant?

  • Betreiber von LXD-Clustern mit Ceph, die bisher keine native Spiegelung für Standby-Cluster hatten.
  • Teams, die Image-Quellen zentral kontrollieren und Projekte auf geprüfte Registries beschränken wollen.
  • Umgebungen mit NVIDIA-GPU-Passthrough, die von den entfernten Altoptionen betroffen sind.
  • Nutzer von Feature-Releases, die auf einen langfristig gepflegten Stand wechseln möchten.

Wer LXD nur für wenige Testcontainer auf einem Einzelhost nutzt, gewinnt vor allem das neue Dashboard und längeren Support.

Inkompatible Änderungen und bekannte Probleme

Zwei Änderungen sind laut Release Notes nicht mit älteren Versionen oder Clients kompatibel. Die alten instanzbezogenen NVIDIA-Optionen nvidia.runtime, nvidia.driver.capabilities, nvidia.require.cuda und nvidia.require.driver fallen weg und werden beim Upgrade automatisch aus Instanzen, Snapshots und Profilen entfernt. GPU-Passthrough läuft künftig über das Container Device Interface (CDI). Außerdem entfällt das Cluster-Healing samt cluster.healing_threshold. Nicht erreichbare Mitglieder werden nicht mehr automatisch evakuiert, um einen versehentlichen Quorum-Verlust bei kurzen Netzstörungen zu vermeiden.

Bekannt sind zudem ein Fehler beim CDI-GPU-Passthrough unter Ubuntu Core 26 und eine Inkompatibilität der mitgelieferten Ceph-Werkzeuge mit der neuesten Ceph-OSD-Version. Neue Installationen sollen laut Canonical eine MicroCeph-Version mit Ceph vor 20.2.4 (Tentacle) beziehungsweise 19.2.6 (Squid) nutzen.

Was Admins jetzt tun sollten

  • Bestand prüfen: mit snap list lxd Version und Kanal aller Hosts ermitteln. Hosts auf latest/stable wandern automatisch mit, Hosts auf 5.21/stable bleiben auf 5.21.
  • GPU-Konfiguration inventarisieren: Instanzen und Profile mit den alten nvidia.*-Schlüsseln vor dem Upgrade auf CDI umstellen.
  • Cluster-Healing ersetzen: Wer cluster.healing_threshold nutzt, braucht ein eigenes Verfahren zur Evakuierung ausgefallener Mitglieder.
  • Ceph-Versionen abgleichen: MicroCeph nicht ungeprüft auf die neuesten Ceph-Versionen heben und Schlüssel vorerst nicht rotieren, wie in den Release Notes beschrieben.
  • Testumgebung zuerst: Den Umstieg von 5.21 auf 6.10 auf einem Testhost oder Testcluster nachstellen, bevor Produktivhosts den Kanal wechseln, etwa per snap refresh lxd --channel=6/stable.
  • Changed Block Tracking nicht produktiv aktivieren: Die Funktion ist ausdrücklich als Vorschau gekennzeichnet.

Passende Anleitungen auf S-EDV

Quellen

LXDCanonicalContainerVirtualisierungLTSCephUbuntu