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Linux 19.10.2026 · 4 min Lesezeit

Linux 7.3 erschienen: Rekordrelease mit ksmbd-Ausbau und sched_ext

Linus Torvalds hat am 18. Oktober 2026 Linux 7.3 veröffentlicht, laut LWN mit 18.765 Commits von 3.021 Entwicklern ein Rekordrelease. Neu sind unter anderem Time-Machine-Support und Verschlüsselung pro Freigabe im SMB-Server ksmbd, sched_ext-Subscheduler, failfs mit fchroot() und Working-Set-Tracking für VMs. Server bleiben vorerst beim Distributionskernel.

Mit KI erstellt – redaktionelle Prüfung ausstehend

Grafik mit der Überschrift Linux 7.3 ist erschienen, daneben ein Prozessor auf einer Platine mit Datenströmen zu Servern

Linus Torvalds hat am 18. Oktober 2026 den Linux-Kernel 7.3 freigegeben. Laut LWN ist es ein Rekordrelease mit 18.765 Non-Merge-Commits von 3.021 Entwicklern, darunter 807 Erstbeitragende. Für Admins sind vor allem die Neuerungen im SMB-Server ksmbd, das abgeschlossene sched_ext mit eigenen BPF-Schedulern pro cgroup, Working-Set-Tracking für VM-Speicher und Performancegewinne bei Btrfs und Ext4 interessant.

Handlungsbedarf besteht nicht: 7.3 ist ein Mainline-Kernel ohne Sicherheitsdringlichkeit. Server mit Distributionskerneln oder LTS-Kerneln bleiben, wo sie sind, bis die Distribution nachzieht. Wer Ubuntu 26.10 einsetzt, nutzt bereits einen 7.3-Kernel, allerdings auf Basis eines Release Candidates.

Was ist neu in Linux 7.3?

Torvalds' Ankündigung, zitiert bei LWN, und die Übersicht von KernelNewbies nennen unter anderem:

  • sched_ext-Subscheduler: Jede cgroup kann jetzt einen eigenen BPF-basierten Scheduler erhalten. Damit ist die Funktion laut KernelNewbies vollständig.
  • Group-Scheduling: Überarbeitetes cgroup-Scheduling mit neuen Gewichtungsmodi über cgroup_mode (Standard concur) und einer einzigen Runqueue, gedacht für bessere Latenzen auf großen Systemen.
  • failfs und fchroot(): Ein neues Pseudo-Dateisystem, in dem jede Operation mit EOPNOTSUPP scheitert, plus ein dateideskriptorbasierter chroot-Ersatz. Zusammen ergeben sie eine neue Sandboxing-Technik.
  • binfmt_misc: Interpreter lassen sich per BPF-Handler pro Programmstart berechnen, etwa für relokierbare Binärdateien unter NixOS.
  • BPF: Globale Per-CPU-Daten für BPF-Programme.
  • Working-Set-Tracking für VMs: userfaultfd erhält mit UFFDIO_REGISTER_MODE_RWP einen Lese-Schreib-Schutzmodus, mit dem VM-Speicherverwaltungen kalte Gastseiten erkennen.
  • ntfs3: Grundlegende Unterstützung für Alternate Data Streams.
  • Dateisysteme: Laut KernelNewbies deutlich schnelleres fsync bei Btrfs auf rotierenden Platten sowie schnellere parallele Direct-I/O-Schreibvorgänge und fallocate() bei Ext4.
  • RWF_DONTCACHE für Blockgeräte: Datenbanken können pro Anfrage am Page Cache vorbei lesen und schreiben, ohne die Nachteile von Direct I/O.

SMB-Server ksmbd: Time Machine und Verschlüsselung pro Freigabe

Den in den Kernel integrierten SMB-Server ksmbd hat 7.3 laut KernelNewbies deutlich ausgebaut:

  • Optionale Unterstützung für Apple Time Machine, sodass macOS-Backups direkt auf ksmbd-Freigaben laufen können.
  • SMB3-Verschlüsselung lässt sich pro Freigabe erzwingen, unverschlüsselte Verbindungen zu geschützten Freigaben werden abgewiesen.
  • Das SMB2-Sequenzfenster prüft MessageIds pro Verbindung und verwirft doppelte oder außerhalb des Fensters liegende Anfragen.
  • SMB3-Request-Replay nach Kanalabbrüchen und Verschlüsselung für SMB Direct über RDMA.

Für NAS-Eigenbauten und kleine Dateiserver ist ksmbd damit eine ernstere Alternative zu Samba, sobald der Kernel bei der eigenen Distribution ankommt. Samba bleibt für Active-Directory-Integration die etablierte Wahl.

Für wen ist das relevant?

Unmittelbar betrifft 7.3 nur Admins, die Mainline-Kernel selbst bauen oder Rolling-Release-Distributionen fahren. Für alle anderen hängt der Zeitpunkt an der Distribution:

  • Ubuntu 26.10: Liefert laut Release Notes Linux 7.3 aus, das Kernelpaket 7.3.0-9.9 basiert aber auf 7.3-rc6. Fixes aus der Schlussphase, etwa für Samsung-SSDs, kommen erst mit späteren Kernel-Updates.
  • LTS-Systeme: kernel.org führt aktuell die Longterm-Reihen 6.18, 6.12, 6.6, 6.1, 5.15 und 5.10. Server mit Debian, RHEL-Klonen oder Ubuntu LTS bleiben bei ihren Distributionskerneln.
  • Stabile Reihe: Bis zur ersten Punktversion 7.3.1 bleibt 7.2.x laut kernel.org die aktuelle Stable-Reihe.

Ob 7.3 oder das für Dezember erwartete 7.4 der nächste Longterm-Kernel wird, ist offen. Phoronix hält beides für möglich, eine Festlegung durch Greg Kroah-Hartman gibt es noch nicht.

Last-Minute-Fix für Samsung-SSDs und VFIO

Kurz vor dem Release kam laut Phoronix ein Workaround für Samsung 990 PRO und 990 EVO Plus hinzu. Bestimmte Firmwareversionen melden die PCIe-Eigenschaft Immediate Readiness, ohne sie zu erfüllen. Das brach nach einem Function Level Reset das VFIO-Passthrough der SSDs. Linux 7.3 ignoriert das Bit bei diesen Modellen jetzt. Relevant ist das für Virtualisierungshosts, die solche NVMe-SSDs an VMs durchreichen.

Was Admins jetzt tun sollten

  • Kernelversion im Bestand prüfen: uname -r auf Servern und Hosts, bei Ubuntu 26.10 auf Updates des Pakets linux-image-generic achten.
  • Produktive Server nicht auf Mainline umstellen, sondern beim Distributions- oder LTS-Kernel bleiben.
  • Wer Samba nur für einfache Dateifreigaben oder Time Machine nutzt, kann ksmbd auf einem Testsystem mit 7.3 evaluieren.
  • Virtualisierungshosts mit Samsung 990 PRO oder 990 EVO Plus im Passthrough beim nächsten Kernelwechsel gezielt testen.
  • Die LTS-Entscheidung für 7.3 oder 7.4 abwarten, bevor Kernel für langfristige Appliances festgelegt werden.

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Quellen

LinuxLinux-KernelLinux 7.3ksmbdsched_extServerVirtualisierung