Firefox 158: neue Neustart-Richtlinie, ESR 140 ohne Support
Mozilla hat Firefox 158 am 13. Oktober veröffentlicht. Für verwaltete Arbeitsplätze sind die neue Neustart-Richtlinie, strengere Automationskontrollen und das Ende von ESR 140 wichtiger als neue Bildformate.

Mozilla hat Firefox 158 am 13. Oktober 2026 veröffentlicht. Für verwaltete Arbeitsplätze bringt das Update eine neue Richtlinie für verbindliche Browser-Neustarts und Änderungen bei Automationsschnittstellen, Erweiterungen und Datenverlustschutz. Admins sollten heute Versionskanäle und Richtlinien prüfen, den Rollout aber mit den eigenen Webanwendungen und Automationsabläufen abstimmen.
Die Änderungen betreffen nicht alle Installationen gleichermaßen. Firefox 158 und ESR 153.5 erhalten die Neustart-Richtlinie, mehrere neue Funktionen gelten dagegen ausdrücklich nur für den normalen Release-Kanal. Wer bereits ESR 153 einsetzt, muss deshalb nicht sämtliche Neuerungen übernehmen. Geräte mit ESR 140 sind anders zu behandeln: Mozilla bezeichnet 140.17 als letzten Build dieses inzwischen nicht mehr unterstützten Zweigs.
Was ist neu?
Die Richtlinie RelaunchRequired ermöglicht einen geforderten Neustart innerhalb einer vorgegebenen Frist und benachrichtigt Nutzer vorab. Das ist für Updateprozesse relevant, bei denen ein installiertes Paket allein noch keinen tatsächlich neu gestarteten Browser belegt. Mozilla dokumentiert die Funktion sowohl für Firefox 158 als auch für ESR 153.5. Die konkrete Frist sollte zur betrieblichen Nutzung passen und zunächst auf Referenzgeräten erprobt werden.
Im normalen Firefox unterstützt Version 158 JPEG XL. Beim Speichern von Webseiten als PDF und beim Drucken unter Linux und macOS verbessert Mozilla die Zugänglichkeit der PDF-Ausgabe und korrigiert Darstellungsprobleme, etwa fehlende mathematische Zeichen. Die Formularhilfe in Smart Window wird schrittweise verteilt. Daraus folgt keine garantierte gleichzeitige Verfügbarkeit auf allen Unternehmensgeräten.
Welche Richtlinien ändern sich?
DisableDeveloperTools deaktiviert nun auch Marionette und den Remote Agent. Browser-Automation, die diese Schnittstellen nutzt, funktioniert bei gesetzter Richtlinie nicht mehr. Das kann Testsysteme betreffen, selbst wenn die eigentliche Webanwendung unverändert bleibt. Erweiterungen in der Liste Uninstall werden nun bei jedem Start entfernt und nicht erst beim nächsten Wechsel der Richtlinie.
Für Firefox 158 ergänzt ContentAnalysis den Punkt InterceptionPoints.ClipboardCopy: Aus Webinhalten kopierte Daten können an einen DLP-Agenten gehen. Die Option ist standardmäßig ausgeschaltet, bestehende Installationen werden dadurch nicht automatisch verändert. SitePolicies kann passende Seiten in eigene Container laden und deren Daten mit ephemeral nach dem letzten geschlossenen Tab sowie beim Herunterfahren löschen.
Wie dringend ist der Wechsel?
Mozilla nennt Sicherheitskorrekturen für den Release, dieser Artikel bewertet jedoch keine einzelnen CVEs und behauptet weder aktive Angriffe noch eine bestimmte Anzahl behobener Lücken. Die belastbare operative Aussage lautet: aktuelle Browserstände zeitnah verteilen und den nicht mehr unterstützten ESR-140-Kanal aus dem Inventar entfernen. Ein unvermittelter Wechsel jeder Flotte auf den schnellen Release-Kanal ist dafür nicht erforderlich.
Firefox Enterprise 158 ist außerdem ein gesondertes Angebot mit selbst betriebener Admin-Konsole und Early-Access-Anfrage. Die dort beschriebenen Funktionen dürfen nicht mit automatisch verfügbaren Funktionen jedes normalen Firefox-Updates verwechselt werden. Für kleine Unternehmen ist zunächst entscheidend, ob vorhandene Gruppenrichtlinien, Erweiterungen und die gewählte ESR-Strategie weiterhin zuverlässig greifen.
Was sollten Admins jetzt tun?
- Softwareinventar nach Firefox-Version und Release- oder ESR-Kanal aufteilen; verbliebene ESR-140-Geräte ausdrücklich markieren.
- Die Migration nicht unterstützter ESR-140-Installationen auf den aktuellen ESR-Zweig priorisieren und Erweiterungen mitnehmen.
- Auf Referenzgeräten die angezeigte Version und den tatsächlichen Neustart nach der Verteilung kontrollieren.
RelaunchRequiredmit einer passenden Frist testen, bevor die Richtlinie für alle Arbeitsplätze gilt.- Automationsjobs auf Marionette oder Remote Agent prüfen; bei
DisableDeveloperToolserwartete Einschränkungen dokumentieren. - DLP-Integrationen überprüfen und ClipboardCopy nur nach Bewertung der übertragenen Inhalte bewusst aktivieren.
- Erweiterungen aus Uninstall-Listen mit lokalen Ausnahmen abgleichen, da die Entfernung jetzt bei jedem Start erfolgt.
- PDF-Ausgabe unter Linux und macOS mit Formularen, mathematischen Zeichen und internen Vorlagen vergleichen.
Einordnung für Unternehmen
Die wichtigste Verbesserung für den Betrieb ist eine nachvollziehbare Neustartpflicht statt bloßer Paketverteilung. Ebenso wichtig bleibt eine Pilotgruppe: Richtlinien können Testautomationen blockieren oder unerwartet Erweiterungen entfernen. Die neuen PDF- und Bildfunktionen sind nützlich, ersetzen aber keine Kompatibilitätsprüfung. Für die Beschaffung einer gesonderten Enterprise-Verwaltung gelten andere Voraussetzungen als für das reguläre Update.
Passende Anleitungen auf S-EDV
- Firefox 157 und die bisherige ESR-Runde: Hintergrund zum vorangegangenen Sicherheitsstand und angekündigten ESR-Wechsel
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