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📘 Anleitung WordPress 30.09.2026 · 10 min Lesezeit

XML-Sitemap in WordPress prüfen, bereinigen und in der Google Search Console einreichen

Welche Sitemap liefert Ihre WordPress-Website aus? Adresse über die robots.txt finden, Erreichbarkeit und Inhalt prüfen, Autorenseiten und einzelne Seiten per Filter entfernen und die Sitemap in der Search Console einreichen.

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Grafik mit der Überschrift WordPress-Sitemap prüfen und einem stilisierten WordPress-Adminbereich mit Seitenstruktur

Eine XML-Sitemap ist eine Liste der Adressen, die Suchmaschinen auf Ihrer Website finden sollen. WordPress erzeugt sie seit Version 5.5 selbst, ganz ohne Plugin. Viele Betreiber wissen das nicht, installieren zusätzlich ein SEO-Plugin mit eigener Sitemap und reichen bei Google dann die falsche oder eine leere Adresse ein. Andere haben bei der Entwicklung einen Haken gesetzt, der die Sitemap stillschweigend abschaltet. Diese Anleitung zeigt, wie Sie herausfinden, welche Sitemap Ihre Website tatsächlich ausliefert, wie Sie deren Inhalt prüfen und bereinigen und wie Sie sie in der Google Search Console einreichen und überwachen.

Voraussetzungen

  • WordPress: Version 5.5 oder neuer, geprüft mit WordPress 7.1.2 und PHP 8.4. Die WordPress-Sitemap braucht die PHP-Erweiterung SimpleXML, die bei gängigen Hostern vorhanden ist.
  • Permalinks: eine sprechende Struktur unter „Einstellungen“ › „Permalinks“, etwa „Beitragsname“. Mit der einfachen Struktur ist die Sitemap nur unter einer anderen Adresse erreichbar (siehe Schritt 1).
  • Zugriff: ein Konto mit der Rolle Administrator. Für die Filter in Schritt 4 zusätzlich SFTP oder SSH, für die Prüfbefehle ein Terminal mit curl.
  • Search Console: ein Google-Konto mit Inhaberrechten für die Property Ihrer Domain. Ohne Inhaberrechte können Sie die Sitemap nicht einreichen.
  • Backup: eine aktuelle Sicherung, bevor Sie Plugins wechseln oder Code-Dateien anlegen.
  • Hosting: jedes Webhosting mit HTTPS genügt, besondere Ressourcen sind nicht nötig.

Schritt 1: Herausfinden, welche Sitemap Ihre Website ausliefert

WordPress und SEO-Plugins tragen die Adresse ihrer Sitemap automatisch in die virtuelle robots.txt ein. Das ist der schnellste Weg, um festzustellen, wer gerade zuständig ist:

curl -s https://ihre-domain.de/robots.txt

Ohne SEO-Plugin lieferte die Testinstallation diese Ausgabe:

User-agent: *
Disallow: /wp-admin/
Allow: /wp-admin/admin-ajax.php

Sitemap: http://127.0.0.1:21631/wp-sitemap.xml

Nach der Aktivierung von Yoast SEO stand dort stattdessen sitemap_index.xml, und die Adresse /wp-sitemap.xml leitete per 301 auf diese Sitemap weiter. Das Plugin ersetzt die WordPress-Sitemap also, beide laufen nicht parallel. Andere SEO-Plugins verwenden eigene Adressen. Maßgeblich ist immer das, was in Ihrer robots.txt steht.

Fehlt die Zeile Sitemap: ganz, hat meist jemand unter „Einstellungen“ › „Lesen“ bei „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“ den Haken „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“ gesetzt. WordPress schaltet dann die eigene Sitemap ab. Im Test antwortete /wp-sitemap.xml in diesem Zustand mit Status 404. Nach einem Relaunch wird dieser Haken häufig vergessen.

Nutzen Sie die einfache Permalink-Struktur mit ?p=123, ist die WordPress-Sitemap unter /?sitemap=index erreichbar. Im Test antwortete /wp-sitemap.xml dann nicht mit der Sitemap, sondern leitete auf /wp-sitemap.xml/ weiter.

Verifizieren: Sie kennen die Sitemap-Adresse aus der robots.txt, und der Haken unter „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“ ist entfernt.

Schritt 2: Erreichbarkeit und Format prüfen

Suchmaschinen erwarten eine Antwort mit Status 200 und XML-Inhalt. Prüfen Sie beides mit einem Kopfzeilenabruf:

curl -sI https://ihre-domain.de/wp-sitemap.xml | head -n 5

In der ersten Zeile muss 200 stehen, bei Content-Type der Wert application/xml. Die Hauptadresse ist ein Index, der auf Teil-Sitemaps verweist. Im Test enthielt er je eine Sitemap für Beiträge, Seiten, Kategorien und Autoren:

wp-sitemap-posts-post-1.xml
wp-sitemap-posts-page-1.xml
wp-sitemap-taxonomies-category-1.xml
wp-sitemap-users-1.xml

Rufen Sie die Adresse auch im Browser auf. WordPress liefert eine Formatvorlage mit, die die Sitemap als lesbare Tabelle darstellt. Achten Sie dabei darauf, dass alle Adressen mit https:// und Ihrer richtigen Domain beginnen. Stehen dort http:// oder eine alte Domain, stimmen die Einstellungen „WordPress-Adresse (URL)“ und „Website-Adresse (URL)“ unter „Einstellungen“ › „Allgemein“ nicht. Wie Sie das korrigieren, zeigt WordPress auf HTTPS umstellen.

Verifizieren: Index und Teil-Sitemaps antworten mit Status 200, und alle Adressen darin nutzen HTTPS und Ihre Hauptdomain.

Schritt 3: Den Inhalt kritisch durchsehen

Eine Sitemap soll nur Seiten enthalten, die in Suchergebnissen stehen dürfen und mit Status 200 antworten. Öffnen Sie jede Teil-Sitemap und stellen Sie sich zu jedem Eintrag diese Fragen: Soll diese Seite bei Google auftauchen? Ist sie für Besucher nützlich?

Im Test fielen dabei drei Punkte auf, die auch auf vielen Unternehmenswebsites vorkommen:

  • Autorenseiten: Die Sitemap der Autoren listete /author/admin/. Das verrät den Benutzernamen des Administrators und bringt bei einer Firmenwebsite mit einem Autor keinen Mehrwert.
  • Passwortgeschützte Seiten: Eine Seite mit Kennwortschutz blieb in der Sitemap. Besucher sehen dort nur das Kennwortfeld. Private Seiten und Entwürfe nahm WordPress dagegen korrekt heraus.
  • Beispielinhalte: Die Beispielseite und der erste Beitrag aus der Installation standen ebenfalls darin, weil sie veröffentlicht waren.

Beispielinhalte löschen Sie einfach. Für alles andere folgt der nächste Schritt. Zur Größe müssen Sie sich meist keine Gedanken machen: WordPress teilt eine Teil-Sitemap nach 2000 Adressen auf. Google akzeptiert bis zu 50.000 Adressen oder 50 MB je Datei.

Verifizieren: Sie haben eine Liste der Adressen, die aus der Sitemap verschwinden sollen, und die Beispielinhalte sind gelöscht.

Schritt 4: Die WordPress-Sitemap bereinigen

Die WordPress-Sitemap hat keine Einstellungsseite. Angepasst wird sie über Filter, die in der Entwicklerankündigung zu WordPress 5.5 dokumentiert sind. Legen Sie dafür ein kleines Plugin im Ordner wp-content/mu-plugins/ an. Dateien dort lädt WordPress automatisch, sie lassen sich im Backend nicht versehentlich deaktivieren und überstehen jeden Theme-Wechsel:

<?php
/* Plugin Name: Sitemap anpassen */

// Autorenseiten aus der Sitemap entfernen.
add_filter( 'wp_sitemaps_add_provider', function ( $provider, $name ) {
	return 'users' === $name ? false : $provider;
}, 10, 2 );

// Einzelne Seiten ausschließen (IDs anpassen).
add_filter( 'wp_sitemaps_posts_query_args', function ( $args, $post_type ) {
	if ( 'page' === $post_type ) {
		$args['post__not_in'] = array( 2 );
	}
	return $args;
}, 10, 2 );

Speichern Sie die Datei als wp-content/mu-plugins/sitemap-anpassen.php und prüfen Sie sie vorher mit php -l auf Syntaxfehler. Ein Tippfehler in einem MU-Plugin legt sonst die ganze Website lahm. Die ID einer Seite sehen Sie im Backend in der Adresszeile beim Bearbeiten (post=2) oder per WP-CLI mit wp post list --post_type=page --fields=ID,post_title.

Im Test verschwand die Autoren-Sitemap danach aus dem Index, ihre Adresse antwortete mit 404, und die ausgeschlossene Seite fehlte in der Seiten-Sitemap. Nutzen Sie ein SEO-Plugin, sind diese Filter wirkungslos, denn dann liefert das Plugin die Sitemap. Dort finden Sie entsprechende Schalter in den Einstellungen des Plugins, meist bei den Optionen zur Indexierung einzelner Inhaltstypen.

Achten Sie darauf, dass ausgeschlossene Seiten auch sonst konsequent behandelt werden. Eine Seite, die nicht in der Sitemap steht, kann Google über Links trotzdem finden. Soll sie gar nicht in den Suchergebnissen erscheinen, braucht sie zusätzlich eine noindex-Angabe, die ein SEO-Plugin setzen kann.

Verifizieren: curl -s https://ihre-domain.de/wp-sitemap.xml enthält keinen Verweis mehr auf wp-sitemap-users-1.xml, und die ausgeschlossenen Seiten fehlen in der Seiten-Sitemap.

Schritt 5: Die Sitemap in der Search Console einreichen

Melden Sie sich in der Google Search Console an und wählen Sie die Property Ihrer Domain. So reichen Sie die Sitemap laut Google-Hilfe ein:

  1. Öffnen Sie links den Bericht „Sitemaps“.
  2. Tragen Sie unter „Neue Sitemap hinzufügen“ die Adresse aus Schritt 1 ein, also den Teil nach Ihrer Domain, zum Beispiel wp-sitemap.xml.
  3. Klicken Sie auf „Senden“.

Reichen Sie nur den Index ein, nicht jede Teil-Sitemap einzeln. Google liest die verlinkten Teil-Sitemaps selbst. Haben Sie früher ein SEO-Plugin genutzt, stehen im Bericht womöglich noch alte Adressen wie sitemap_index.xml. Entfernen Sie diese Einträge im Bericht, damit dort nur die aktuelle Sitemap steht. Der Eintrag in der robots.txt sorgt zusätzlich dafür, dass auch andere Suchmaschinen die Sitemap finden.

Verifizieren: Im Bericht „Sitemaps“ steht Ihre Sitemap mit dem Status „Erfolgreich“ und einer Zahl gefundener Seiten, die ungefähr der Zahl Ihrer veröffentlichten Inhalte entspricht.

Schritt 6: Den Status regelmäßig kontrollieren

Eine einmal eingereichte Sitemap arbeitet im Hintergrund weiter. WordPress nimmt neue Beiträge und Seiten automatisch auf, und Google ruft die Datei in eigenen Abständen erneut ab. Probleme entstehen meist durch spätere Änderungen: ein neues SEO-Plugin mit anderer Adresse, ein Umzug auf eine andere Domain, ein Relaunch mit gesetztem Haken bei „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“ oder eine Sicherheitsregel, die den Googlebot aussperrt.

Schauen Sie daher nach jedem größeren Umbau und sonst etwa monatlich in den Bericht. Zeigt er „Konnte nicht abgerufen werden“, konnte Google die Datei nicht laden. Prüfen Sie dann mit dem Befehl aus Schritt 2, ob die Adresse noch mit 200 antwortet. Zeigt er eine Zahl von Fehlern, konnte Google die Datei zwar laden, aber nicht vollständig lesen.

Genau diese Kontrollen gehen im Alltag leicht unter, weil eine kaputte Sitemap erst Wochen später in sinkenden Besucherzahlen auffällt. Wer die technische Pflege nicht selbst im Kalender halten möchte, kann sie abgeben: Die WordPress-Wartung von wordpressupdate.de übernimmt Updates von WordPress, Plugins und Themes mit Kompatibilitätsprüfung, wöchentliche Backups auf externen Speicher und die Firewall, und zum Einstieg gibt es eine einmalige Homepage-Analyse.

Verifizieren: Ein fester Termin für die Kontrolle steht in Ihrem Kalender, und der Bericht zeigt beim nächsten Blick weiterhin „Erfolgreich“.

Typische Fehler

  • /wp-sitemap.xml antwortet mit 404. Der Haken „Suchmaschinen davon abraten, diese Website zu indexieren“ ist gesetzt, ein Plugin hat die Sitemap abgeschaltet, oder die Permalinks stehen auf der einfachen Struktur. Prüfen Sie die Punkte aus Schritt 1 und speichern Sie die Permalink-Einstellungen einmal neu. Hilfe bei hartnäckigen 404-Fehlern gibt Permalinks und 404-Fehler in WordPress beheben.
  • /wp-sitemap.xml leitet auf eine andere Adresse weiter. Ein SEO-Plugin hat übernommen. Reichen Sie dessen Adresse ein, nicht die von WordPress.
  • Search Console meldet „Konnte nicht abgerufen werden“. Die Adresse ist falsch eingetragen, liefert keinen Status 200, oder eine Firewall blockiert den Googlebot. Prüfen Sie mit curl -sI und schauen Sie in die Protokolle Ihrer Sicherheitslösung.
  • Sitemap enthält http:// oder eine alte Domain. Die Adress-Einstellungen unter „Einstellungen“ › „Allgemein“ stimmen nicht. Nach einem Domainwechsel gehören zusätzlich Weiterleitungen dazu, wie sie Weiterleitungen in WordPress sauber verwalten beschreibt.
  • Die Website ist nach Anlegen des MU-Plugins nicht erreichbar. Die Datei enthält einen Syntaxfehler. Benennen Sie sie per SFTP um, prüfen Sie sie mit php -l und laden Sie sie korrigiert wieder hoch.
  • Filter wirken nicht. Ein SEO-Plugin liefert die Sitemap aus. Nehmen Sie die Änderungen dann in dessen Einstellungen vor.

Häufige Fragen

Brauche ich ein SEO-Plugin für die Sitemap?

Nein. Die Sitemap von WordPress genügt für die meisten Unternehmenswebsites. Ein SEO-Plugin bietet bequeme Schalter und weitere Funktionen, ist für die Sitemap allein aber nicht nötig. Entscheiden Sie sich für eine Lösung, damit nur eine Sitemap existiert.

Muss ich die Sitemap nach jedem neuen Beitrag erneut einreichen?

Nein. WordPress aktualisiert die Sitemap selbst, und Google ruft sie in eigenen Abständen erneut ab. Neu einreichen müssen Sie nur, wenn sich die Adresse ändert.

Wann erscheinen meine Seiten nach dem Einreichen bei Google?

Laut Google-Hilfe wird die Sitemap normalerweise sofort abgerufen, das Crawlen der enthaltenen Adressen kann aber einige Zeit dauern. Eine Sitemap ist ein Hinweis, keine Garantie für die Aufnahme in den Index.

Was ist mit anderen Suchmaschinen?

Die Zeile Sitemap: in der robots.txt gilt für alle Suchmaschinen, die diese Angabe auswerten. Eine eigene Einreichung ist dort meist nicht nötig.

Testumfang

Wir haben die Sitemap auf einer Testinstallation mit WordPress 7.1.2 abgerufen, und die Filter zum Entfernen von Autorenseiten und einzelnen Seiten wirkten sofort. Private Seiten verschwanden von selbst, eine kennwortgeschützte Seite blieb aber in der Liste. Die Einreichung in der Google Search Console konnten wir lokal nicht testen, prüfen Sie das Ergebnis dort bitte selbst.

Fazit

Die XML-Sitemap von WordPress funktioniert ohne Plugin, verlangt aber einen prüfenden Blick: Welche Adresse ist aktiv, was steht darin, und kennt Google die richtige Datei? Wer die Sitemap einmal bereinigt, eingereicht und einen festen Kontrolltermin eingeplant hat, bemerkt Probleme nach Umbauten rechtzeitig. Wenn Sie Updates und Sicherungen dafür nicht selbst organisieren möchten, übernimmt das die WordPress-Wartung von Marcel Schönfelder.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

WordPressSEOXML-SitemapGoogle Search Consolerobots.txt