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Synology / NAS 12.06.2026 · 4 min Lesezeit

Synology DSM 7.4: Ältere NAS-Modelle bleiben außen vor

Synology zieht bei DSM 7.4 offenbar eine harte Kompatibilitätsgrenze. Viele x20-NAS dürften auf DSM 7.3 stehen bleiben und werden damit zum Planungsthema für Administratoren.

Natürliches Hero Bild mit mehreren Synology NAS Systemen in einer modernen IT Umgebung, das den Ausschluss älterer NAS Modelle vom DSM 7.4 Update symbolisiert.

Synology bereitet mit DSM 7.4 die nächste Hauptversion seines NAS-Betriebssystems vor. Für viele Administratoren ist dabei nicht die neue KI- oder Speicherfunktion das wichtigste Thema, sondern die Kompatibilitätsgrenze: Nach den derzeit verfügbaren Informationen sollen zahlreiche Geräte der x20-Generation und älter nicht mehr auf DSM 7.4 aktualisiert werden können. Betroffen wären damit populäre Modelle wie DS920+, DS720+ oder DS220+.

Was ist neu?

Die Diskussion rund um DSM 7.4 wird derzeit vor allem durch zwei Punkte bestimmt: erstens neue Funktionen für Speichereffizienz und zweitens eine strengere Hardware-Abgrenzung. Caschys Blog berichtet unter Verweis auf die neuen Informationen, dass Synology die Unterstützung offenbar auf Geräte ab der x21-Serie konzentriert. IT-Connect nennt als geplanten Starttermin den 16. Juni 2026 und beschreibt DSM 7.4 als nächste große Ausbaustufe mit Fokus auf KI, Sicherheit und Storage-Optimierung.

Offiziell frei zugängliche Synology-Seiten zeigen aktuell allerdings noch kein vollständig ausgerolltes DSM-7.4-Release-Note-Set wie bei älteren Hauptversionen. Deshalb ist bei einzelnen Detailpunkten Vorsicht sinnvoll. Die Richtung ist dennoch klar: Synology verschiebt neue Funktionen und neue Hauptversionen zunehmend auf jüngere Plattformen.

Wen betrifft das?

Relevant ist das Thema vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, Home-Offices mit Business-Anspruch sowie IT-Dienstleister, die noch Synology-Systeme der x20-Reihe oder älter im Einsatz haben. Gerade Modelle wie die DS920+ oder DS720+ sind in der Praxis weit verbreitet, weil sie lange als Preis-Leistungs-Tipp für Backups, Fileservices, Docker-Workloads und kleinere Virtualisierungsaufgaben galten.

Wenn diese Geräte bei DSM 7.3 stehen bleiben, bedeutet das nicht automatisch ein sofortiges Support-Ende. Es bedeutet aber, dass neue Funktionen, künftige Plattformverbesserungen und womöglich bestimmte Paket-Neuerungen an diesen Systemen vorbeigehen. Für Admins ist das ein klassischer Punkt, an dem aus „läuft doch noch“ schnell ein Planungsproblem wird.

Warum ist das wichtig?

Die technische Tragweite liegt weniger in einem einzelnen Feature-Verlust, sondern in der Betriebsstrategie. Hauptversionswechsel bei NAS-Systemen betreffen in Unternehmen oft mehr als nur die Weboberfläche: Backup-Workflows, Active Directory oder LDAP-Anbindung, Snapshot- und Replikationskonzepte, Container- und Paket-Kompatibilität sowie die Storage-Planung für wachsende Datenbestände.

Hinzu kommt, dass Synology schon bei DSM 7.3 deutlicher zwischen alten und neuen Plattformen getrennt hat. In den offiziellen Release Notes zu DSM 7.3 weist Synology bereits darauf hin, dass diese Version für viele ältere Modelle die letzte aufrüstbare Hauptversion ist. Das stützt die Einschätzung, dass DSM 7.4 die Grenze noch sichtbarer zieht.

Für zusätzliche Diskussion sorgt, dass Synology neue Deduplizierungsfunktionen laut Knowledge Center und Berichten nur unter bestimmten Bedingungen freischaltet. Die offizielle Synology-Dokumentation nennt für Data Deduplication unter anderem Btrfs und kompatible Synology-SSDs als Voraussetzung. Caschys Blog berichtet darüber hinaus, dass neue kombinierte Speichereffizienz-Funktionen in DSM 7.4 auf neuere Systeme und teils auf Synology-eigene Laufwerke beschränkt sein sollen. Gerade für Admins mit gemischten Laufwerksbeständen ist das ein operativ wichtiger Punkt.

Empfehlung

Unternehmen und Administratoren sollten jetzt nicht auf die erste Update-Meldung warten, sondern aktiv inventarisieren: Welche Synology-Modelle laufen noch produktiv und aus welchem Modelljahr stammen sie? Welche Systeme basieren auf x20 oder älter? Welche Dienste hängen an diesen Geräten, etwa Backup-Ziele, Dateifreigaben, Kameraarchive oder Container? Und gibt es Funktionen, für die künftig neuere DSM-Versionen oder jüngere Hardware nötig werden?

Pragmatisch ist ein Drei-Stufen-Ansatz: kurzfristig den Firmware- und Sicherheitsstand aller Bestandsgeräte dokumentieren, mittelfristig Geräte ohne DSM-7.4-Pfad als Übergangsplattform behandeln und strategisch prüfen, ob die künftige Synology-Hardware- und Laufwerkspolitik noch zum eigenen Betriebsmodell passt. Mehr dazu auf s-edv.com: Für belastbare Datensicherung empfiehlt sich ein fester Backup-und-Restore-Testprozess. Wer ohnehin über Ersatz oder Ausbau nachdenkt, findet in der Anleitung zur NAS-Dimensionierung und RAID-Planung eine sinnvolle Grundlage für die weitere Planung.

Fazit

DSM 7.4 wird für Synology-Kunden voraussichtlich nicht nur ein Funktionsupdate, sondern auch eine klare Support-Zäsur. Nach aktuellem Stand bleiben zahlreiche beliebte NAS-Modelle der x20-Generation und älter außen vor. Noch sind nicht alle Details in öffentlich sichtbaren Synology-Release-Notes für DSM 7.4 vollständig nachvollziehbar, aber die Stoßrichtung ist eindeutig: neue Hauptversion, neue Speicherfunktionen und eine engere Hardware-Grenze.

Für Administratoren heißt das vor allem eins: jetzt planen, bevor aus einer kompatibilitätsbedingten Produktgrenze ein ungeplantes Infrastrukturproblem wird.

Quellen: Caschys Blog, IT-Connect, Synology Release Notes, Synology Release Notes DS920+, Synology Release Notes DS224+, Synology Knowledge Center.