Zum Hauptinhalt springen
S-EDV news
← Alle News
Hardware 29.08.2026 · 4 min Lesezeit

Synology DP5200: Neue 1U-Backup-Appliance mit bis zu 36 TB

Synology hat mit der DP5200 eine neue 1U-ActiveProtect-Appliance vorgestellt: bis zu 36 TB nutzbare Kapazitaet, Schutz fuer bis zu 1.000 Server oder 120.000 Workloads, WORM-Immutabilitaet und automatische Workload-Erkennung.

Synology DP5200 neue Backup-Appliance, 1U, 36 TB Kapazitaet, 1000 Server, WORM Schutz, in Minuten startklar

Synology hat mit der DP5200 eine neue 1U-ActiveProtect-Appliance vorgestellt, die als vorkonfigurierte Backup-Hardware mit integrierter Software für mittelständische Unternehmen und Zweigstellen gedacht ist. Das Gerät bündelt Backup, Deduplizierung, Replikation und zentrales Management in einem einzigen Rackmount-System und richtet sich an Firmen, die eine dedizierte Backup-Appliance ohne separaten Server- und Softwareaufbau suchen.

Was ist passiert?

Synology hat die DP5200 als Teil der neuen ActiveProtect-Serie DP5000 angekündigt. Die offizielle Ankündigung erfolgte am 8. Juli 2026, mehrere Fachmedien berichteten in den folgenden Tagen. Die Appliance ergänzt die bestehende ActiveProtect-Familie, die von kompakten Zweigstellen-Geräten der Serie DP300 bis zu den größeren DP7000-Modellen reicht. Auf der DP5200 läuft ActiveProtect Manager (APM), ein eigenes Betriebssystem, das ausschließlich für Backup-Aufgaben entwickelt wurde.

Laut Synology sollen Unternehmen die Appliance in wenigen Minuten in Betrieb nehmen können, da Festplattenpartitionierung und RAID-Einrichtung automatisch erfolgen. Ein noch nicht verfügbares Update namens APM 2.0 ist für das dritte Quartal 2026 angekündigt und soll zusätzliche Workloads wie Azure VM, Amazon EC2, Nutanix AHV, Proxmox VE und Google Workspace unterstützen sowie KI-gestützte Anomalieerkennung während des Backups nachliefern.

Für wen ist das relevant?

Die DP5200 richtet sich an mittelgroße Unternehmen, Zweigstellen und Managed Service Provider, die eine eigenständige Backup-Appliance statt einer selbst zusammengestellten Server-plus-Software-Lösung suchen. Laut Datenblatt unterstützt sie ein breites Spektrum an Workloads: Virtualisierungsplattformen (VMware vSphere, Microsoft Hyper-V), physische Infrastruktur (Windows- und Linux-Server, Windows-PCs, macOS), SaaS-Anwendungen (Microsoft 365), Datenbanken (Oracle, Microsoft SQL Server) sowie Dateiserver mit Unterstützung für SMB, NetApp ONTAP und Nutanix Files.

Technisch steckt in der Appliance ein Intel Xeon D-1726 mit sechs Kernen, 16 GB Arbeitsspeicher (erweiterbar auf bis zu 64 GB), vier 12-TB-Festplatten im RAID 5 sowie zwei 800-GB-SSDs im RAID 1 für Metadaten-Caching. Damit stehen laut Datenblatt rund 21,5 TB an geschätzter nutzbarer Backup-Quellkapazität zur Verfügung, Synology selbst spricht in der Ankündigung von bis zu 36 TB nutzbarem Speicher. Für die Netzwerkanbindung stehen ein 1-GbE-Port für das Management sowie zwei 10-GbE-Ports für die Datenübertragung bereit, optional mit 10GbE/SFP+ oder 25GbE/SFP28-Erweiterung. Als eigenständiger Backup-Server kann die DP5200 einen einzelnen Standort absichern, als zentraler Management-Server soll sie laut Synology bis zu 1.000 Server und 120.000 Workloads standortübergreifend verwalten.

Was bringt das für Unternehmen?

Die DP5200 setzt auf das 3-2-1-1-0-Schutzprinzip mit unveränderlichem WORM-Speicher (Write Once Read Many), logischen Air-Gaps und versionsbasierter Datenhaltung. Backups und Backup-Kopien lassen sich während einer festgelegten Aufbewahrungsfrist nicht mehr verändern, was gezielt vor Ransomware-Verschlüsselung von Backup-Beständen schützen soll. Zugriff auf die Appliance ist per Active Directory, LDAP und SAML 2.0 mit Multi-Faktor-Authentifizierung und granularen Berechtigungen möglich, dazu kommt ein isolierter Management-Port getrennt vom Datenverkehr.

Für die Wiederherstellung bietet die Appliance mehrere Optionen: komplette Maschinen-Restores, dateibasierte Wiederherstellung sowie physisch-zu-virtuelle (P2V) und virtuell-zu-virtuelle (V2V) Sofortwiederherstellung. Disaster-Recovery-Tests lassen sich laut Synology in einer isolierten Sandbox-Umgebung durchführen, ohne die Produktivumgebung zu berühren, inklusive automatisch erzeugter Recovery-Drill-Videos für Nachweiszwecke. Die Appliance nutzt zudem quellenseitige globale Deduplizierung, um redundante Daten bereits vor der Übertragung herauszufiltern und Bandbreite sowie Speicherplatz zu sparen.

Für kleine und mittlere Unternehmen ist die DP5200 vor allem dann relevant, wenn die bisherige Backup-Infrastruktur aus mehreren Einzellösungen für Server, VMs und Cloud-Dienste besteht und eine konsolidierte, getestete Wiederherstellungsstrategie fehlt. Wer bereits eine 3-2-1-1-0-Strategie mit anderen Werkzeugen umsetzt, sollte die DP5200 vor allem als Alternative zu einem selbst aufgebauten Backup-Server mit separater Softwarelizenz betrachten, nicht als grundsätzlich neues Konzept. Konkrete Preise nennt Synology in der Ankündigung nicht, die Appliance ist laut Hersteller global über das Distributoren- und Partnernetzwerk erhältlich. Die Garantiezeit beträgt fünf Jahre.

Passende Anleitungen auf S-EDV

Quellen

SynologyActiveProtectBackupDP5200Ransomware-Schutz