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Linux 03.11.2026 · 4 min Lesezeit

Fedora Linux 45 erschienen: RPM-Signaturpflicht und neue Datenbank-Standards

Das Fedora-Projekt hat Fedora Linux 45 am 3. November 2026 freigegeben. RPM installiert standardmäßig nur noch Pakete mit gültiger Signatur, ptrace ist eingeschränkt, mysql-server und mariadb-server zeigen auf neue Hauptversionen und zwei VPN-Plugins fallen weg. Was Admins vor dem Upgrade prüfen sollten.

Symbolbild: Gestapelte Paketboxen mit Siegeln und Häkchen neben der Überschrift Fedora 45 ist erschienen

Das Fedora-Projekt hat am 3. November 2026 Fedora Linux 45 freigegeben, nach zwei Verschiebungen vom ursprünglichen Termin 20. Oktober. Die neue Version setzt auf Kernel 7.2, GNOME 51 und KDE Plasma 6.8 und ändert mehrere Grundeinstellungen, die Admins kennen sollten: RPM installiert nur noch Pakete mit gültiger Signatur, ptrace ist für normale Benutzer eingeschränkt, und zwei alte VPN-Plugins für NetworkManager fallen weg.

Relevant ist das für alle, die Fedora Workstation, Server, CoreOS oder die Atomic-Varianten betreiben. Wer noch Fedora 43 nutzt, hat jetzt einen Termin: Der Projektzeitplan nennt den 16. Dezember 2026 für das automatische Schließen offener Fehlerberichte zum Supportende von Fedora 43. Aus unserer Sicht gehört das Upgrade damit ins nächste Wartungsfenster, nicht in den Notfallplan.

Was ist neu?

Die größte Änderung für den Betrieb betrifft die Paketverwaltung. Laut der offiziellen Änderungsliste folgt Fedora 45 dem Standard von RPM 6 und prüft Signaturen zwingend: Pakete ohne verifizierte Signatur lassen sich nur noch installieren, wenn die Prüfung ausdrücklich mit --nosignature oder über die API abgeschaltet wird. Eigene, unsignierte Pakete aus internen Build-Prozessen fallen damit auf.

Eine zweite Änderung schränkt ptrace per Systemeinstellung ein, damit Schadsoftware unter einem normalen Benutzer keine anderen laufenden Prozesse desselben Benutzers auslesen kann. Sind Debugging-Werkzeuge installiert, stellt eine sysctl-Datei das bisherige Verhalten wieder her. Die Kernel-Konsole fbcon ersetzt Fedora durch kmscon im Userspace, und die Crypto-Userspace-API des Kernels wird in einem ersten Schritt eingeschränkt.

Für wen ist das relevant?

Für Server-Admins ist die Datenbank-Umstellung wichtig: Die Pakete ohne Versionsnummer wie mysql-server und mariadb-server zeigen jetzt auf MySQL 9.7 und MariaDB 12.3 statt 8.4 und 11.8. Wer diese Namen in Kickstart-Dateien oder Ansible nutzt, bekommt nach dem Upgrade eine neue Hauptversion. Laut Änderungsliste kommt außerdem Podman 6 mit brechenden Änderungen an API und Kommandozeile und ohne cgroups v1, slirp4netns und das BoltDB-Backend.

Laut Fedora Magazine entfernt das Upgrade auf Fedora 45 die Plugins NetworkManager-vpnc und NetworkManager-fortisslvpn automatisch, sofern sie installiert sind. Fortinet-SSL-VPN-Verbindungen sollen auf NetworkManager-openconnect umziehen, Cisco-IPsec-Verbindungen über vpnc auf NetworkManager-libreswan. Für den Desktop wechselt GNOME auf oo7 als Secret-Service-Anbieter, KDE Plasma 6.8 bietet laut linuxiac keine X11-Sitzung mehr, X11-Anwendungen laufen über XWayland weiter.

Wie aufwendig ist das Upgrade?

Aus unserer Sicht ist das Upgrade für die meisten Systeme Routine. Aufwand entsteht an drei Stellen: bei unsignierten Paketen aus eigenen Repositorys, bei Datenbanken, die über die unversionierten Paketnamen installiert sind, und bei Laptops oder Servern mit vpnc- oder FortiSSL-Profilen. Anaconda kann neu direkt auf Stratis-Speicher installieren, die Atomic-Desktops nutzen den WebUI-Installer und erlauben eine abgesicherte Fern-Installation über den Browser eines anderen Rechners mit HTTPS und PIN.

Was sollten Admins jetzt tun?

  • Inventar: Fedora-Systeme nach Version erfassen und Fedora-43-Rechner für das Upgrade einplanen.
  • Pakete: prüfen, ob eigene Repositorys signiert sind, bevor Fedora 45 ausgerollt wird.
  • Datenbanken: auf Servern mit mysql-server oder mariadb-server vor dem Upgrade sichern und prüfen, ob die versionierten Pakete der alten Reihe wie mysql8.4 oder mariadb11.8 weiter verfügbar sind.
  • VPN: FortiSSL-Profile auf NetworkManager-openconnect und vpnc-Profile auf NetworkManager-libreswan umstellen, und zwar vor dem Upgrade.
  • Container: Skripte und Automatisierung mit Podman gegen Version 6 testen.
  • Entwickler: bei Debugging-Problemen die ptrace-Einstellung prüfen.

Einordnung für Unternehmen

Die Pflichtprüfung von Signaturen ist aus unserer Sicht ein sinnvoller Schritt gegen manipulierte Pakete. In der Praxis trifft sie vor allem Firmen mit eigenen RPM-Builds ohne Signatur, die das vor dem Rollout klären sollten. Die Umstellung der Datenbank-Standardversionen ist der zweite Punkt, der bei einem unbeaufsichtigten Upgrade Ärger machen kann, denn ein Sprung der Hauptversion verlangt bei MySQL und MariaDB meist eigene Tests.

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Quellen

FedoraFedora 45LinuxRPMMariaDBMySQLPodmanNetworkManager