EU AI Act: Transparenzregeln ab 2. August 2026 - Was KMU jetzt wissen müssen
Ab dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Act. KI-generierte Inhalte müssen gekennzeichnet werden. Was KMU jetzt tun müssen.

Was ist passiert?
Am 2. August 2026 sind die Transparenzpflichten des EU AI Act (Verordnung EU 2024/1689) in Kraft getreten. Artikel 50 schreibt vor, dass KI-generierte Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) gekennzeichnet werden müssen, Chatbots und Voice Agents sich offen als KI zu erkennen geben müssen und Deepfakes in Werbung und Politik transparent gemacht werden müssen.
Die Hochrisiko-Regeln (z.B. für Bewerbervorauswahl oder Kreditscoring) wurden auf Dezember 2027 verschoben. Die Transparenzpflichten galten jedoch unverändert und sind ab sofort sanktionierbar. Das Bußgeld kann bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen.
Was ist neu?
Die Transparenzpflichten betreffen jedes Unternehmen, das KI-Systeme beruflich einsetzt. Konkret bedeutet das:
- KI-generierte Inhalte: Bilder, Texte, Audio und Video, die mit KI erstellt wurden, müssen als solche gekennzeichnet werden
- Chatbots und Voice Agents: Wenn Kunden mit einem KI-System interagieren, muss dies offen angezeigt werden
- Deepfakes: realitätsnahe KI-generierte Bilder oder Videos, die Personen darstellen, müssen klar als künstlich markiert werden
- KI-Kompetenzpflicht: Unternehmen müssen die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden fördern (abgeschwächt, aber weiterhin gültig)
Wer ist betroffen?
- Alle Unternehmen: die KI-generierte Inhalte für Marketing, Kommunikation oder Kundeninteraktion einsetzen
- Webseitenbetreiber: die Chatbots oder KI-Assistenten auf ihren Seiten einbinden
- Content-Ersteller: die KI für Social-Media-Beiträge, Blog-Texte oder Newsletter nutzen
- Nicht betroffen: reine interne KI-Nutzung ohne \u00f6ffentliche Inhalte ist vom Transparenzgebot nicht direkt erfasst
Wie kritisch ist das?
Für KMU ist die Dringlichkeit mittelhoch. Die Regeln sind sofort gültig und sanktionierbar. Die meisten kleinen Unternehmen nutzen heute bereits KI-generierte Bilder für Social-Media oder Blog-Texte, ohne sie als solche zu kennzeichnen.
Wichtig: Die Hochrisiko-Regeln wurden verschoben, nicht abgeschafft. Unternehmen sollten die Gesamtanforderungen trotzdem jetzt analysieren, um bei Inkrafttreten im Dezember 2027 vorbereitet zu sein.
Was sollten Admins und Betriebe jetzt tun?
- Inventar: Prüfen, welche KI-Systeme im Unternehmen im Einsatz sind
- Kennzeichnung: Alle \u00f6ffentlich sichtbaren KI-generierten Inhalte mit klarem Hinweis versehen
- Chatbots: Begrüßungsdialoge anpassen, damit Kunden sofort erkennen, dass sie mit einer KI sprechen
- Dokumentation: Betroffene KI-Systeme und deren Einsatzzweck dokumentieren
- Schulung: Mitarbeitende über die neuen Kennzeichnungspflichten informieren
- Langfristig: Fristen für Hochrisiko-Systeme (Dezember 2027) und in Produkte eingebettete KI (August 2028) im Blick behalten
Einordnung für Unternehmen
Für kleine und mittlere Unternehmen ist der wichtigste Schritt die Kennzeichnung aller öffentlich sichtbaren KI-generierten Inhalte. Wer heute KI-Bilder für Blog-Beiträge oder Social-Media-Pfosten nutzt, muss diese als solche kennzeichnen. Das betrifft auch KI-generierte Produktbilder, Marketing-Grafiken und illustrative Elemente auf der eigenen Webseite.
Auf S-EDV kennzeichnen wir alle Bilder, die mit KI erstellt werden, klar als "KI-generiert". Das ist nicht nur Pflicht, sondern auch ein Zeichen für Besucher, dass Transparenz bei uns großgeschrieben wird.
Passende Anleitungen auf S-EDV
- EU AI Act: Hochrisiko-Regeln verschoben auf Dezember 2027 - Hintergrund zur Gesamtverordnung
- Fake AI Agent: Skill passiert alle Security Scanner - Praxisbeispiel für KI-Sicherheitsrisiken