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E-Mail / Mailserver 19.10.2026 · 5 min Lesezeit

DavMail 7.1: Exchange-Gateway setzt stärker auf Microsoft Graph

DavMail 7.1.0 ist am 17. Oktober 2026 erschienen. Die Wartungsversion verbessert den Graph-Modus mit People Search für die globale Adressliste, Token-Prüfung, Retries bei Graph-Fehlern und einer Zwischenlösung für Online-Archive. Dazu kommen Kalender-Fixes, Raumbuchung sowie UID EXPUNGE und UNKEYWORD für IMAP.

Mit KI erstellt – redaktionelle Prüfung ausstehend

Illustration: Mail, Kalender und Kontakte fließen durch ein Gateway in die Cloud, Schriftzug DavMail 7.1 Mail-Gateway für Microsoft 365

Mit DavMail 7.1.0 ist am 17. Oktober 2026 eine neue Version des quelloffenen Gateways erschienen, das Exchange und Microsoft 365 für Clients mit IMAP, SMTP, POP, CalDAV, CardDAV und LDAP erreichbar macht. Der Entwickler Mickaël Guessant beschreibt sie in den Release Notes als Wartungsversion mit Schwerpunkt auf der Microsoft-Graph-Schnittstelle und robusterem Verhalten bei Netzwerkproblemen. Relevant ist das Update für alle, die Thunderbird oder andere Standard-Clients über DavMail an ein Exchange-Postfach hängen, vor allem im Graph-Modus mit Exchange Online.

Eine Sicherheitslücke schließt die Version laut Release Notes nicht. Wer DavMail nicht einsetzt oder seine Clients direkt per Outlook, ActiveSync oder nativem Exchange-Zugriff betreibt, ist nicht betroffen. Für Betreiber reicht ein geplantes Update im nächsten Wartungsfenster, das sich vor allem bei Problemen mit Kalendern, Adressbuchsuche oder abbrechenden IMAP-Verbindungen lohnt.

Was ist neu in DavMail 7.1?

Der Tag 7.1.0 wurde laut GitHub-Release-Seite am 17. Oktober 2026 um 09:53 Uhr UTC gesetzt, rund vier Wochen nach DavMail 7.0.0 vom 19. September 2026. Die größten Änderungen betreffen den Graph-Modus:

  • Die Suche in der globalen Adressliste (GAL) nutzt jetzt die native People-Search-Schnittstelle von Microsoft Graph statt des bisherigen A-bis-Z-Durchlaufs. Das reduziert laut Changelog überflüssige API-Aufrufe, die Ergebnismenge richtet sich nach dem LDAP-Größenlimit.
  • Vor der Rückgabe einer Sitzung prüft DavMail das Token. Ungültige Tokens, etwa nach einem Wechsel von EWS auf Graph, werden erkannt und der gespeicherte Refresh-Token verworfen.
  • Bei vorübergehenden Fehlern des Graph-Endpunkts versucht DavMail es erneut, mit zufällig gestreuter Wartezeit, damit viele parallele Verbindungen nicht gleichzeitig wieder anfragen.
  • Für Online-Archive in Exchange Online gibt es im Modus O365Graph eine Zwischenlösung (Issue 556), der Entwickler bezeichnet sie ausdrücklich als „interim fix“.
  • Die Konfigurationsprüfung spricht im Graph-Modus nun den Graph-Endpunkt an statt des alten EWS-Endpunkts.
  • Teams-Besprechungslinks landen als X-MICROSOFT-SKYPETEAMSMEETINGURL im Kalendereintrag, abgesagte Einzeltermine erhalten den Status CANCELLED.

Kalender, IMAP und EWS

Bei Kalendern behebt 7.1 mehrere Fehler rund um Serientermine und Zeitzonen. Der UNTIL-Wert von Wiederholungen verwendet jetzt die Zeitzone des ursprünglichen Termins, doppelt angelegte Termine sollen über eine überarbeitete Zuordnung per calendaruid verhindert werden. Über EWS unterstützt DavMail jetzt Raumbuchungen, im Graph-Modus hat der Entwickler die Umsetzung begonnen. Behoben sind außerdem ungültige Alarmdauern, und beim CalDAV-Abruf durch Thunderbird erscheinen keine unnötigen Warnungen mehr.

Auf der IMAP-Seite kommen die Befehle UID EXPUNGE und UNKEYWORD hinzu. Die Suchkriterien SINCE, BEFORE und ON folgen nun dem in RFC 3501 definierten INTERNALDATE. Außerdem endet eine IMAP-IDLE-Sitzung nicht mehr in einer Endlosschleife, wenn der Client die Verbindung trennt, und bei Netzwerkausfällen sendet DavMail ein sauberes BYE.

Für den EWS-Zugriff erkennt DavMail jetzt, wenn EWS im Tenant deaktiviert ist. Gegen lokale Exchange-Server bevorzugt die Software NTLM vor Basic Auth, wenn beide angeboten werden. Die Option davmail.caldavAutoSchedule ist zur Abkündigung vorgesehen, weil Exchange die Terminplanung ohnehin selbst übernimmt.

Für wen ist das relevant?

DavMail wird typischerweise dort eingesetzt, wo Linux-Arbeitsplätze oder Thunderbird an ein Microsoft-365-Postfach angebunden werden müssen und einfache Benutzername-Passwort-Anmeldung nicht mehr reicht. Die Docker-Dokumentation des Projekts hält fest, dass diese Anmeldung für die meisten Tenants nicht mehr verfügbar ist und ein OAuth2-Refresh-Token benötigt wird. Relevant ist das Update vor allem für:

  • Arbeitsplätze mit Thunderbird oder anderen IMAP- und CalDAV-Clients an Exchange Online,
  • zentrale DavMail-Instanzen im Servermodus, die mehrere Benutzer bedienen,
  • Umgebungen, die bereits vom Modus O365EWS auf O365Graph umgestellt haben oder das planen,
  • Nutzer von Online-Archiven, die bisher über Graph nicht erreichbar waren.

Ob Microsoft EWS in Exchange Online abschaltet, thematisiert die DavMail-Dokumentation nicht mit konkretem Datum. Das FAQ beschreibt aber, dass Exchange-Admins den EWS-Zugriff sperren können, und dass sich der EWS-Scope seit Januar 2026 nicht mehr regulär über die API-Berechtigungen einer eigenen App-Registrierung hinzufügen lässt, sondern nur noch über den Manifest-Editor.

Update und Konfiguration

Laut Server-Dokumentation setzt DavMail ein aktuelles OpenJDK ab Version 8 voraus. Die Windows-Pakete bringen eine eigene Java-Laufzeit mit, das Debian-Paket hängt von OpenJDK ab. Ein offizielles Container-Image liegt in der GitHub Container Registry als ghcr.io/mguessan/davmail mit den Tags latest und unstable.

Der Betriebsmodus wird in davmail.properties über davmail.mode festgelegt. Zur Auswahl stehen O365EWS, O365Graph, ExchangeEWS und ExchangeWebDav. Graph funktioniert laut Dokumentation nur mit Exchange Online, lokale Exchange-Server laufen weiter über EWS. Die Referenzkonfiguration nennt O365EWS als Beispielwert, wer die neuen Graph-Funktionen nutzen will, muss den Modus also bewusst auf O365Graph setzen. Neu ist außerdem die Kommandozeilenoption -generateCert, die ein selbstsigniertes PKCS12-Zertifikat erzeugt, um die lokalen Dienste per TLS anzubieten.

Was Admins jetzt tun sollten

  • Inventar prüfen: Auf welchen Arbeitsplätzen und Servern läuft DavMail, in welcher Version und mit welchem davmail.mode?
  • Instanzen im Servermodus zuerst in einer Testumgebung auf 7.1.0 heben und Kalender, Adressbuchsuche und IMAP-Ordner mit einem typischen Client prüfen.
  • Vor dem Update davmail.properties und die Datei mit dem gespeicherten Refresh-Token sichern.
  • Bei Wechsel von O365EWS auf O365Graph damit rechnen, dass DavMail ungültige gespeicherte Tokens verwirft und eine neue Anmeldung nötig wird.
  • Container mit dem Tag latest gezielt neu ziehen und den Neustart einplanen, statt auf automatische Updates zu vertrauen.
  • Prüfen, ob die Option davmail.caldavAutoSchedule gesetzt ist, und sie mittelfristig entfernen.

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Quellen

DavMailExchange OnlineMicrosoft 365Microsoft GraphThunderbirdIMAPCalDAVOpen Source