Kopf- und Fußzeile im WordPress-Website-Editor bearbeiten
So passen Sie Header und Footer eines Block-Themes im Website-Editor an: Template-Teile finden, Telefonnummer und Impressum-Links einfügen, Speicherort verstehen, sichern und zurücksetzen.
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Mit einem Block-Theme bearbeiten Sie Kopf- und Fußzeile Ihrer WordPress-Website nicht mehr im Customizer oder in Widgets, sondern im Website-Editor. Dort sind Header und Footer sogenannte Template-Teile: Blockgruppen, die auf jeder Seite erscheinen, auf der das Template sie einbindet. Eine Änderung wirkt deshalb sofort auf der ganzen Website. Diese Anleitung zeigt, wo Sie die Template-Teile finden, wie Sie Telefonnummer, Impressum-Link und Copyright sauber einfügen, wie WordPress Ihre Änderungen speichert und wie Sie bei einem Fehler zum Auslieferungszustand des Themes zurückkehren.
Voraussetzungen
- WordPress 7.1 mit einem aktiven Block-Theme, zum Beispiel Twenty Twenty-Five. Laut WordPress-Dokumentation steht der Website-Editor nur mit Block-Themes zur Verfügung. Bei klassischen Themes fehlt der Menüpunkt „Editor“ unter „Design“.
- Ein Benutzerkonto mit der Rolle Administrator. Redakteure sehen den Website-Editor nicht.
- Zugriff auf das Backend im Browser. Für die optionale Sicherung per Kommandozeile zusätzlich SSH mit WP-CLI.
- Ein aktuelles Backup von Datenbank und Dateien. Template-Teile liegen nach dem ersten Speichern in der Datenbank, ein reines Datei-Backup reicht also nicht.
- Die Seiten für Impressum und Datenschutzerklärung existieren bereits, wenn Sie sie im Footer verlinken wollen.
Schritt 1: Header und Footer im Website-Editor finden
Öffnen Sie im Backend „Design“ und dann „Editor“. Links erscheint die Navigation des Website-Editors mit den Punkten „Informationen“, „Stile“, „Seiten“, „Navigation“, „Vorlagen“ und „Templates“. Die Begriffe sind leicht zu verwechseln: Unter „Templates“ liegen die Seitenlayouts, etwa für Einzelbeiträge oder die Seite 404. Header und Footer finden Sie dagegen unter „Vorlagen“. Dort stehen oben die Gruppen „Alle Template-Teile“, „Header“ und „Footer“.
Wählen Sie „Header“. Twenty Twenty-Five bringt im Test drei Varianten mit: „Header“, „Vertical site header“ und „Header with large title“. Welche davon auf Ihrer Website erscheint, legt das jeweilige Template fest. Bei Twenty Twenty-Five nutzen die Standard-Templates den Teil „Header“. Die Beschreibung der Gruppe lautet sinngemäß: Der Header umfasst einen Seitenbereich, der typischerweise Titel, Logo und Hauptnavigation enthält.
Klicken Sie auf den Teil, den Sie ändern wollen. Der Editor öffnet ihn allein, ohne den Rest der Seite. So sehen Sie genau, was zu diesem Teil gehört.
Verifizieren: Oben im Editor steht der Name des Teils mit dem Zusatz „Template-Teil“, zum Beispiel „Header · Template-Teil“.
Schritt 2: Aufbau verstehen und die Listenansicht nutzen
Header und Footer bestehen aus verschachtelten Gruppen. Im Header von Twenty Twenty-Five steckt in mehreren Gruppen der Block „Website-Titel“ und daneben der Block „Navigation“. Klicken Sie oben auf „Dokumentenübersicht“, um diese Struktur als Liste zu sehen. Das ist bei verschachtelten Gruppen zuverlässiger als ein Klick in die Vorschau, weil Sie sonst leicht die äußere Gruppe statt des Inhalts auswählen.
Zwei Blöcke verhalten sich anders, als viele erwarten:
- Website-Titel, Untertitel und Logo zeigen Werte, die für die ganze Website gelten. Ändern Sie den Text hier, ändert sich der Titel der Website überall, auch im Browser-Tab. Im Website-Editor finden Sie diese Werte gesammelt unter „Informationen“.
- Navigation zeigt ein eigenes Menü, das WordPress getrennt vom Template-Teil speichert. Im Test lag es als eigener Eintrag „Navigation“ in der Datenbank. Menüpunkte bearbeiten Sie deshalb besser im Bereich „Navigation“ des Website-Editors. Ändern Sie dort einen Link, gilt das für jeden Header, der dieses Menü verwendet.
Rechts in den Einstellungen zeigt der Reiter „Template-Teil“ unter „Inhalt“ die wichtigsten Blöcke und unter „Design“ alternative Muster des Themes für denselben Bereich. Ein Klick auf ein solches Muster ersetzt den Inhalt des Teils komplett. Nutzen Sie das nur bewusst, und nicht, nachdem Sie schon eigene Änderungen eingebaut haben.
Verifizieren: In der Dokumentenübersicht erkennen Sie, in welcher Gruppe Titel und Navigation liegen, und können den Block auswählen, neben dem Sie etwas ergänzen wollen.
Schritt 3: Kopfzeile anpassen
Ein häufiger Wunsch kleiner Unternehmen ist eine Telefonnummer oder ein Kontaktlink im Header. Wählen Sie in der Dokumentenübersicht die Gruppe aus, die die Navigation enthält, und fügen Sie über den Block-Inserter einen Absatz ein. Schreiben Sie die Nummer hinein und verlinken Sie sie bei Bedarf mit tel: vor der Rufnummer, damit Besucher am Smartphone direkt anrufen können.
Halten Sie den Header schlank. Jede zusätzliche Zeile erscheint auf jeder Seite und vor allem auf kleinen Bildschirmen. Prüfen Sie deshalb mit der Vorschau für Mobilgeräte, ob Titel, Nummer und Menü noch nebeneinander passen. Laut Blockeinstellung klappt die Navigation in Twenty Twenty-Five auf Mobilgeräten ohnehin in ein Menü-Symbol zusammen.
Klicken Sie anschließend auf „Speichern“. Im Test erschien die Telefonnummer sofort auf der Startseite und auf allen anderen Seiten, ohne dass ein Template angefasst werden musste.
Verifizieren: Rufen Sie die Website in einem privaten Browserfenster auf. Die Ergänzung steht im Kopfbereich jeder Seite, auch auf Beiträgen und der Seite 404.
Schritt 4: Fußzeile anpassen: Impressum, Datenschutz und Copyright
Für Websites in Deutschland gehören Impressum und Datenschutzerklärung zu den Links, die von jeder Seite aus leicht erreichbar sein sollen. Die Fußzeile ist dafür der übliche Ort. Öffnen Sie unter „Vorlagen“ den Bereich „Footer“ und dort den Teil „Footer“.
Im Footer von Twenty Twenty-Five stehen unten zwei Absätze: der Name des Themes und der Hinweis „Designed with WordPress“ mit Link auf wordpress.org. Beide können Sie ersetzen. Im Test wurde der erste Absatz zu „© 2026 Musterfirma GmbH“, der zweite zu zwei Links auf /impressum/ und /datenschutz/. Nutzen Sie beim Verlinken die Suche im Link-Dialog und wählen Sie die vorhandene Seite aus. So bleibt der Link auch bei geänderten Permalinks korrekt. Wie Sie diese Seiten selbst pflegen, beschreibt die Anleitung Impressum und Datenschutzerklärung in WordPress einbinden.
Die beiden Navigationsblöcke im oberen Teil des Footers enthalten bei Twenty Twenty-Five Beispiel-Menüpunkte. Füllen Sie sie mit echten Seiten oder entfernen Sie sie, bevor die Website online geht. Leere Beispiel-Links sind ein häufiger Grund für Meldungen in Linkprüfungen.
Verifizieren: Beide Links in der Fußzeile führen im privaten Browserfenster auf die richtige Seite, und der Hinweistext des Themes ist verschwunden.
Schritt 5: Verstehen, wo WordPress Ihre Änderung speichert
Solange Sie einen Template-Teil nicht anfassen, liest WordPress ihn aus der Theme-Datei, bei Twenty Twenty-Five etwa parts/footer.html. Mit dem ersten Speichern legt WordPress eine eigene Fassung in der Datenbank an, verknüpft mit dem Theme. Ab dann gilt diese Fassung. Sie sehen das mit WP-CLI:
wp post list --post_type=wp_template_part --fields=ID,post_name
wp post list --post_type=revision --fields=ID,post_parent,post_date
Im Test erschien nach dem Speichern ein Eintrag footer, nach einem zweiten Speichern zusätzlich eine Revision mit diesem Eintrag als Eltern-Element. Um das Verhalten bei Theme-Updates zu prüfen, haben wir anschließend die Datei parts/footer.html im Theme verändert, wie es ein Update tun würde. Die Website zeigte weiterhin die angepasste Fassung aus der Datenbank.
Das hat zwei Folgen. Ihre Änderung übersteht Theme-Updates, anders als eine direkt bearbeitete Theme-Datei. Umgekehrt erhalten Sie Korrekturen, die der Theme-Autor später an diesem Teil vornimmt, nicht automatisch. Lesen Sie deshalb bei Theme-Updates die Änderungsliste und prüfen Sie, ob Header oder Footer betroffen sind. Solche Prüfungen gehören zur laufenden Pflege, genauso wie Updates und Backups. Wer diese Aufgaben nicht selbst im Kalender halten möchte, kann sie abgeben: Die WordPress-Wartung von wordpressupdate.de übernimmt Updates von WordPress, Plugins und Themes mit Kompatibilitätsprüfung und wöchentliche Backups auf externen Speicher.
Verifizieren: wp post list --post_type=wp_template_part zeigt für jeden angepassten Teil genau einen Eintrag.
Schritt 6: Sichern und zurücksetzen
Für eine schnelle Sicherung einzelner Teile genügt es, den Inhalt als Datei abzulegen. Die ID stammt aus der Liste in Schritt 5:
wp post get 8 --field=post_content > footer-sicherung.html
Ohne Kommandozeile hilft das Menü „Optionen“ oben rechts im Editor. Der Eintrag „Exportieren“ lädt laut Beschreibung das Theme mit aktualisierten Templates und Styles als ZIP-Datei herunter. Alternativ kopiert „Alle Blöcke kopieren“ den Inhalt in die Zwischenablage, den Sie in einer Textdatei ablegen können.
Wollen Sie zum Zustand des Themes zurück, öffnen Sie unter „Vorlagen“ die Liste „Header“ oder „Footer“, klicken beim betroffenen Teil auf „Aktionen“ und wählen „Zurücksetzen“. WordPress fragt „Auf den Standard zurücksetzen und alle Anpassungen entfernen?“ und meldet nach der Bestätigung zum Beispiel „„Header“ wurde zurückgesetzt.“ Im Test verschwand dabei der Datenbankeintrag vollständig, und die Website zeigte wieder die Theme-Datei. Eine eigene Sicherung vorher ist deshalb sinnvoll, falls Sie Teile Ihrer Anpassung später wiederverwenden möchten. Vor größeren Umbauten hilft die Anleitung WordPress vor Änderungen sichern.
Verifizieren: Nach dem Zurücksetzen fehlt der Teil in wp post list --post_type=wp_template_part, und die Website zeigt wieder den ursprünglichen Header oder Footer.
Typische Fehler
Der Menüpunkt „Editor“ fehlt. Es ist ein klassisches Theme aktiv. Kopf- und Fußzeile bearbeiten Sie dann im Customizer, in Widgets oder über ein Child-Theme, siehe Child-Theme anlegen.
Header oder Footer nicht unter „Templates“ gefunden. Template-Teile liegen im Bereich „Vorlagen“, nicht bei den Seitenlayouts unter „Templates“.
Der Website-Titel hat sich überall geändert. Der Block „Website-Titel“ bearbeitet den globalen Titel der Website. Für einen abweichenden Text im Header setzen Sie einen normalen Absatz oder eine Überschrift ein.
Die Änderung erscheint auf einigen Seiten nicht. Das Template dieser Seiten bindet einen anderen Teil ein, etwa „Vertical site header“, oder die Seite kommt noch aus einem Seiten-Cache. Leeren Sie den Cache und prüfen Sie im betroffenen Template, welcher Template-Teil eingebunden ist.
Ein Klick unter „Design“ hat alle Anpassungen ersetzt. Die Muster in diesem Reiter ersetzen den ganzen Inhalt. Machen Sie den Schritt mit „Rückgängig machen“ oben im Editor rückgängig, solange Sie noch nicht gespeichert haben.
Häufige Fragen
Überschreibt ein Theme-Update meine Kopfzeile?
Nein. Die angepasste Fassung liegt in der Datenbank und hat Vorrang vor der Datei im Theme. Das hat unser Test bestätigt. Neue Fassungen des Theme-Autors sehen Sie erst, wenn Sie den Teil zurücksetzen.
Kann ich für Landingpages einen eigenen Header verwenden?
Ja. Duplizieren Sie den Header über „Aktionen“ und „Duplizieren“, passen Sie die Kopie an und binden Sie sie in einem eigenen Template ein. Der Standard-Header bleibt davon unberührt.
Brauche ich für Header und Footer einen Page-Builder?
Mit einem Block-Theme nicht. Wer bisher einen Builder nutzt, findet in Page Builder ablösen und zum Block-Theme wechseln den Weg dorthin.
Testumfang
Wir haben auf einer Testinstallation mit WordPress 7.1.2 und Twenty Twenty-Five eine Telefonnummer in den Header und Impressum sowie Datenschutz in den Footer gesetzt. Auffällig war, dass eine veränderte Theme-Datei die Anpassung nicht verdrängt und „Zurücksetzen“ den Auslieferungszustand sauber zurückholt.
Andere Block-Themes und Multisite haben wir nicht geprüft, ebenso wenig das Zusammenspiel mit Seiten-Caches. Bei einem anderen Theme heißen die Template-Teile anders, das Vorgehen bleibt aber gleich.
Fazit
Im Website-Editor sind Header und Footer schnell angepasst, wenn Sie wissen, dass sie unter „Vorlagen“ liegen und dass globale Blöcke wie Website-Titel und Navigation eigene Daten haben. Ihre Änderung überdauert Theme-Updates, sollte aber bei jedem Update kurz geprüft werden, und „Zurücksetzen“ bietet einen sauberen Weg zurück. Wenn Sie Updates, Backups und diese Kontrollen abgeben möchten, übernimmt das die WordPress-Wartung von Marcel Schönfelder.


