Vorlagen (Patterns) im WordPress-Block-Editor anlegen und wiederverwenden
Wiederkehrende Bausteine im Block-Editor als Vorlagen anlegen: synchronisiert oder nicht, zentrale Änderungen, Überschreibungen für einzelne Texte und Vorlagen als Datei im Child-Theme.
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Kontaktbox am Seitenende, Hinweis auf die Öffnungszeiten, Teamkarte mit Foto und Funktion: Solche Bausteine tauchen auf vielen Seiten einer Firmenwebsite auf. Wer sie jedes Mal neu zusammenklickt, erzeugt kleine Abweichungen in Abständen, Farben und Formulierungen. Ändert sich die Telefonnummer, muss jede Seite einzeln angefasst werden. Der Block-Editor löst das mit Vorlagen, im Englischen Patterns genannt. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Vorlagen im Editor anlegen, wann eine synchronisierte und wann eine nicht synchronisierte Vorlage passt, wie Sie einzelne Texte trotz Synchronisierung pro Seite ändern lassen und wie Sie Vorlagen dauerhaft im Theme ablegen, damit sie Updates und Umzüge überstehen.
Voraussetzungen
- WordPress: eine aktuelle Version, die Anleitung nutzt WordPress 7.1.2. Synchronisierte und nicht synchronisierte Vorlagen gibt es seit WordPress 6.3, Überschreibungen seit 6.6.
- Theme: ein Block-Theme wie Twenty Twenty-Five oder ein klassisches Theme. Die Verwaltung liegt je nach Theme an unterschiedlichen Stellen im Menü, Schritt 1 erklärt das.
- Rolle: Administrator für die Verwaltung im Website-Editor und für Theme-Dateien. Redakteure können Vorlagen im Editor ebenfalls anlegen und bearbeiten.
- Zugriff: Für Schritt 5 SFTP oder SSH auf die Theme-Dateien, am besten in einem Child-Theme.
- Backup: Legen Sie vor dem Löschen oder Umbauen bestehender Vorlagen eine Sicherung der Datenbank an. Vorlagen aus dem Editor liegen dort, nicht im Dateisystem.
Schritt 1: Vorlagenverwaltung finden und die zwei Arten verstehen
Mit einem Block-Theme erreichen Sie die Verwaltung über Design > Editor > Vorlagen. Bei klassischen Themes ohne theme.json zeigt WordPress den Punkt direkt als Design > Vorlagen. Die Übersicht sammelt drei Quellen: Vorlagen aus dem aktiven Theme, Vorlagen aus Plugins und Vorlagen, die auf Ihrer Website erstellt wurden. Die eigenen stehen unter „Meine Vorlagen“.
Wichtig ist der Unterschied zwischen den beiden Arten eigener Vorlagen:
| Art | Verhalten | Passt für |
|---|---|---|
| Synchronisiert | Jede Verwendung verweist auf das Original. Ändern Sie das Original, ändert sich jede Seite mit. | Kontaktbox, Öffnungszeiten, Hinweis auf Datenschutz, Aktionsbanner |
| Nicht synchronisiert | Beim Einfügen entsteht eine Kopie aus normalen Blöcken. Spätere Änderungen am Original wirken nicht auf bestehende Seiten. | Seitengerüste, Layouts für Leistungsseiten, Tabellen als Startpunkt |
Die Faustregel: Soll der Inhalt überall gleich bleiben, synchronisieren Sie. Ist die Vorlage nur ein Startpunkt, den Redakteure danach frei füllen, lassen Sie die Synchronisierung aus. Die Wahl lässt sich später nicht einfach umschalten, deshalb lohnt diese Überlegung vorab.
Verifizieren: Sie finden in Ihrem Menü den Bereich „Vorlagen“ und sehen dort die mitgelieferten Vorlagen Ihres Themes. Sie wissen für Ihren ersten Baustein, ob er synchronisiert sein soll.
Schritt 2: Vorlage aus bestehenden Blöcken erstellen
Am schnellsten entsteht eine Vorlage aus Blöcken, die schon auf einer Seite stehen. Fassen Sie zusammengehörige Blöcke vorher in einer Gruppe zusammen, damit Abstände und Hintergrund Teil der Vorlage werden:
- Öffnen Sie die Seite im Editor und markieren Sie die Gruppe oder mehrere Blöcke.
- Klicken Sie in der Block-Werkzeugleiste auf die drei Punkte (Optionen) und wählen Sie Vorlage erstellen.
- Geben Sie einen sprechenden Namen ein, etwa „Kontaktbox Vertrieb“, und ordnen Sie optional eine Kategorie zu.
- Lassen Sie den Schalter Synchronisiert an oder aus, je nach Entscheidung aus Schritt 1, und bestätigen Sie.
Eine synchronisierte Vorlage erkennen Sie danach an der violetten Umrandung und dem violetten Symbol in der Werkzeugleiste. Den Inhalt können Sie an dieser Stelle nicht mehr direkt ändern; dafür gibt es Original bearbeiten. Eine nicht synchronisierte Vorlage bleibt auf der Seite als normale Blöcke stehen und ist zusätzlich im Inserter verfügbar.
Einfügen können Sie die Vorlage auf jeder Seite über den Inserter (Plus-Symbol) im Reiter für Vorlagen, unter „Meine Vorlagen“, oder durch Eintippen eines Schrägstrichs und des Namens in einem leeren Absatz.
Verifizieren: Die neue Vorlage erscheint unter Vorlagen > Meine Vorlagen mit dem Hinweis „Synchronisiert“ oder „Nicht synchronisiert“. Auf einer zweiten Seite lässt sie sich über den Inserter einfügen.
Schritt 3: Synchronisierte Vorlage zentral ändern und bewusst trennen
Der Nutzen einer synchronisierten Vorlage zeigt sich bei der ersten Änderung. Öffnen Sie die Vorlage über Original bearbeiten oder in der Vorlagenverwaltung, passen Sie etwa die Telefonnummer an und speichern Sie. Die Änderung gilt sofort auf allen Seiten, die diese Vorlage enthalten, ohne dass Sie die Seiten selbst neu speichern müssen. Technisch steht auf der Seite nur ein Verweis wie <!-- wp:block {"ref":4} /-->, der Inhalt wird beim Aufruf aus der Vorlage geladen.
Braucht eine einzelne Seite eine abweichende Fassung, wählen Sie im Optionsmenü des Blocks Trennen. Die Blöcke werden dann zu einer normalen, unabhängigen Kopie auf dieser Seite. Spätere Änderungen am Original erreichen diese Seite nicht mehr. Nutzen Sie das sparsam, sonst verlieren Sie den Überblick, welche Seiten noch aktuell sind.
Vorsicht beim Löschen: Wird eine synchronisierte Vorlage gelöscht, bleibt auf den Seiten der Verweis stehen, der Inhalt verschwindet aber aus der Ausgabe. Prüfen Sie vorher, wo die Vorlage verwendet wird, und trennen Sie sie dort, wenn der Inhalt erhalten bleiben soll.
Verifizieren: Ändern Sie testweise einen Satz im Original und rufen Sie zwei Seiten mit dieser Vorlage im Frontend auf. Beide zeigen den neuen Text. Eine getrennte Kopie zeigt weiterhin den alten.
Schritt 4: Einzelne Inhalte mit Überschreibungen freigeben
Oft soll das Layout einheitlich bleiben, der Inhalt aber pro Seite wechseln, etwa bei Teamkarten: gleiche Gestaltung, anderer Name. Dafür gibt es Überschreibungen. Sie funktionieren für Blöcke, die die Block Bindings API unterstützt, laut WordPress-Entwicklerblog Überschrift, Absatz, Bild und Button.
- Öffnen Sie die synchronisierte Vorlage mit Original bearbeiten.
- Markieren Sie etwa die Überschrift, öffnen Sie in der Seitenleiste den Bereich Erweitert und klicken Sie auf Überschreibungen aktivieren.
- Vergeben Sie einen eindeutigen Namen, zum Beispiel „Name“. Über diesen Namen ordnet WordPress den Inhalt je Seite zu.
- Wiederholen Sie das für jeden Block, der pro Seite änderbar sein soll, und speichern Sie.
Auf den Seiten lassen sich danach nur diese freigegebenen Blöcke bearbeiten, alles andere bleibt an das Original gebunden. Der geänderte Inhalt wird in der Seite selbst gespeichert. Verwendungen ohne eigenen Eintrag zeigen den Text aus dem Original.
Benennen Sie freigegebene Blöcke später nicht leichtfertig um. WordPress warnt selbst davor, weil bereits eingetragene Inhalte an den alten Namen gebunden sind. Auch „Überschreibungen deaktivieren“ setzt alle pro Seite eingetragenen Inhalte für diesen Block zurück.
Verifizieren: Fügen Sie die Vorlage auf einer Seite zweimal ein und tragen Sie nur in der ersten einen eigenen Namen ein. Im Frontend zeigt die erste Karte den neuen Namen, die zweite den Platzhalter aus dem Original.
Schritt 5: Vorlagen im Theme ablegen
Vorlagen aus dem Editor liegen in der Datenbank. Das ist bequem, aber sie reisen nicht mit, wenn Sie das Design auf eine andere Website übertragen, und sie tauchen in keiner Versionsverwaltung auf. Für Bausteine, die fest zum Design gehören, ist eine Datei im Theme der robustere Weg. WordPress registriert jede PHP-Datei im Ordner patterns des aktiven Themes automatisch. Legen Sie sie in einem Child-Theme an, damit das nächste Update des Eltern-Themes sie nicht überschreibt; wie das geht, zeigt Child-Theme in WordPress anlegen.
<?php
/**
* Title: Kontaktbox
* Slug: firma-child/kontaktbox
* Categories: call-to-action
* Keywords: kontakt, telefon
*/
?>
<!-- wp:group {"layout":{"type":"constrained"}} -->
<div class="wp-block-group"><!-- wp:paragraph -->
<p><?php echo esc_html__( 'Rufen Sie uns an.', 'firma-child' ); ?></p>
<!-- /wp:paragraph --></div>
<!-- /wp:group -->
Title und Slug sind Pflicht, der Slug folgt dem Muster namespace/name. Den Block-Code müssen Sie nicht von Hand schreiben: Bauen Sie die Vorlage im Editor, wechseln Sie über das Optionsmenü oben rechts in den Code-Editor und kopieren Sie das Markup. Weitere Kopfzeilen wie Inserter: no blenden eine Vorlage im Inserter aus, Post Types beschränkt sie auf bestimmte Inhaltstypen. Theme-Vorlagen sind nicht synchronisiert; sie dienen als Startpunkt.
Eine Vorlage aus dem Editor können Sie auch als Datei weitergeben: In der Vorlagenverwaltung bietet das Optionsmenü einer eigenen Vorlage Als JSON exportieren. Die Datei enthält Titel, Inhalt und Synchronisierungsstatus und lässt sich auf einer anderen WordPress-Website wieder importieren.
Mit eigenen Dateien im Child-Theme übernehmen Sie auch eine Pflegeaufgabe: Nach jedem Update des Eltern-Themes sollten Sie prüfen, ob Ihre Vorlagen noch zu dessen Stilen und Blöcken passen. Wer das nicht selbst im Kalender halten möchte, kann es abgeben: Die WordPress-Wartung von wordpressupdate.de spielt Updates von WordPress, Plugins und Themes mit Kompatibilitätsprüfung ein und sichert die Website wöchentlich auf externen Speicher.
Verifizieren: Nach dem Hochladen erscheint „Kontaktbox“ in der Vorlagenverwaltung und im Inserter in der Kategorie für Handlungsaufforderungen. Per WP-CLI prüfen Sie das mit wp eval 'var_dump( WP_Block_Patterns_Registry::get_instance()->is_registered( "firma-child/kontaktbox" ) );', die Ausgabe ist bool(true).
Typische Fehler
- Theme-Vorlage erscheint nicht. Meist fehlt die Kopfzeile
TitleoderSlug. Mit aktiviertemWP_DEBUGmeldet WordPress das, etwaCould not register file "…" as a block pattern ("Title" field missing). Wie Sie den Debug-Modus sicher nutzen, beschreibt WordPress Debug-Modus aktivieren. - Vorlage liegt im falschen Theme. Dateien im Ordner
patternswerden nur für das aktive Theme geladen. Nach einem Theme-Wechsel fehlen sie, Vorlagen aus der Datenbank bleiben dagegen erhalten. - Inhalt ist auf allen Seiten verschwunden. Die synchronisierte Vorlage wurde gelöscht. Stellen Sie sie aus dem Papierkorb wieder her, solange sie dort liegt, oder spielen Sie die Datenbank aus dem Backup zurück.
- Import schlägt mit „Invalid pattern JSON file“ fehl. Die Datei stammt nicht aus dem Export der Vorlagenverwaltung oder wurde verändert. WordPress erwartet das Feld
"__file": "wp_block"sowie Titel und Inhalt als Text. - Autoren ändern gemeinsame Bausteine. Vorlagen sind Beiträge vom Typ
wp_block. Redakteure dürfen auch fremde Vorlagen bearbeiten, Autoren nur eigene. Regeln Sie, wer zentrale Bausteine pflegt, siehe Benutzerrollen und Rechte vergeben.
Häufige Fragen
Was ist aus den wiederverwendbaren Blöcken geworden?
Sie heißen seit WordPress 6.3 synchronisierte Vorlagen. Bestehende wiederverwendbare Blöcke wurden übernommen und funktionieren weiter.
Kann ich eine nicht synchronisierte Vorlage nachträglich synchronisieren?
Nicht per Schalter. Fügen Sie die Vorlage ein, markieren Sie die Blöcke und erstellen Sie daraus eine neue, synchronisierte Vorlage. Bereits eingefügte Kopien bleiben unabhängig.
Wie halte ich die Vorlagen über mehrere Websites gleich?
Legen Sie sie als Dateien in einem gemeinsamen Child-Theme ab oder übertragen Sie einzelne Vorlagen per JSON-Export. Die Dateien lassen sich versionieren und mit dem Theme ausrollen.
Werden Vorlagen bei Updates überschrieben?
Vorlagen in der Datenbank nicht. Dateien im Ordner patterns eines gekauften oder mitgelieferten Themes dagegen schon, deshalb gehören eigene Dateien ins Child-Theme.
Testumfang
Wir haben die Schritte auf einer Testinstallation mit WordPress 7.1.2 nachvollzogen. Änderungen an einer synchronisierten Vorlage kamen zuverlässig auf der Seite an, nach dem Löschen blieb die Stelle allerdings leer. Auffällig war, dass eine Theme-Vorlage ohne Titel nicht erkannt wurde. Den JSON-Import haben wir nicht selbst durchgeklickt, probieren Sie ihn deshalb zuerst mit einer unwichtigen Vorlage aus.
Fazit
Vorlagen sparen Zeit und halten wiederkehrende Bausteine einheitlich. Synchronisieren Sie, was überall gleich sein muss, geben Sie mit Überschreibungen nur die Texte frei, die pro Seite wechseln, und legen Sie designprägende Vorlagen als Datei im Child-Theme ab. Bevor Sie eine synchronisierte Vorlage löschen, prüfen Sie, wo sie verwendet wird, und sichern Sie die Datenbank. Gerade Child-Themes und Theme-Updates brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit. Diese laufende Pflege von WordPress, Plugins und Themes können Sie auch an eine externe WordPress-Wartung abgeben.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- Child-Theme in WordPress anlegen
- Umstieg vom Classic Editor auf den Block-Editor planen
- Benutzerrollen und Rechte in WordPress vergeben
- WordPress-Dokumentation: Synced Patterns
- WordPress-Dokumentation: Block Patterns
- Theme Handbook: Registering Patterns
- WordPress Developer Blog: An introduction to overrides in synced patterns


