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📘 Anleitung WordPress 30.09.2026 · 10 min Lesezeit

Theme in WordPress wechseln ohne Datenverlust: Vorbereitung und Prüfung

Theme-Wechsel in WordPress sicher vorbereiten: Backup, Bestand an Menüs, Widgets und Customizer-Einstellungen aufnehmen, Inhaltstypen und Shortcodes aus dem Theme in ein Plugin verschieben, wechseln und gezielt prüfen.

Mit KI erstellt – redaktionelle Prüfung ausstehend

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Grafik mit der Überschrift WordPress-Theme sicher wechseln und einem stilisierten WordPress-Adminbereich mit Theme-Kacheln

Ein Theme-Wechsel sieht in WordPress harmlos aus: ein Klick auf „Aktivieren“, und die Website trägt ein neues Design. Beiträge, Seiten und Medien bleiben dabei tatsächlich erhalten, denn sie liegen in der Datenbank und nicht im Theme. Verloren gehen aber oft Dinge, die niemand als Inhalt wahrnimmt: Menüzuordnungen, Widgets, Einstellungen aus dem Customizer, zusätzliches CSS, Shortcodes und eigene Inhaltstypen, die das alte Theme mitgebracht hat. Diese Anleitung zeigt, wie Sie vor dem Wechsel festhalten, was am alten Theme hängt, den Wechsel gefahrlos durchführen und danach gezielt prüfen, ob etwas fehlt.

Voraussetzungen

  • WordPress: eine aktuelle Installation, getestet mit WordPress 7.1.2 in deutscher Sprache. Die WordPress-Versionsschnittstelle empfiehlt mindestens PHP 7.4.
  • Rolle: ein Konto mit der Rolle Administrator, denn nur diese Rolle darf Themes wechseln.
  • Zugriff: Zugang zum Backend. Für die Prüfung von Theme-Dateien zusätzlich SFTP oder SSH, für die optionalen Befehle WP-CLI auf dem Server.
  • Backup: ein aktuelles Backup von Dateien und Datenbank, das Sie zurückspielen können. Wie Sie es vor großen Änderungen anlegen, beschreibt WordPress vor großen Änderungen sichern.
  • Testumgebung: für geschäftskritische Websites eine Staging-Kopie, siehe Staging-Umgebung für WordPress einrichten.
  • Zeit: etwa 30 Minuten für eine kleine Unternehmenswebsite, bei vielen Widgets und eigenen Anpassungen mehr.

Schritt 1: Sichern und Bestand aufnehmen

Legen Sie zuerst das Backup an. Mit WP-CLI geht das für die Datenbank in einer Zeile, die Theme-Ordner sichern Sie zusätzlich als Archiv:

wp db export vor-theme-wechsel.sql
tar czf themes-vor-wechsel.tar.gz wp-content/themes

Danach schreiben Sie auf, was vom alten Theme abhängt. WordPress speichert Einstellungen aus dem Customizer, Menüpositionen und Hintergrundfarben als sogenannte Theme-Mods, und zwar getrennt für jedes Theme in einer eigenen Option. Das neue Theme sieht die Werte des alten nicht. Diese Befehle zeigen den aktuellen Stand:

wp theme list
wp theme mod list
wp menu location list
wp widget list sidebar-1 --fields=id,position

Ohne Kommandozeile finden Sie dieselben Informationen im Backend unter „Design“ > „Anpassen“ (Menüs, Farben, Kopfbereich, Zusätzliches CSS) und bei klassischen Themes unter „Design“ > „Widgets“. Machen Sie Bildschirmfotos der wichtigsten Seiten und notieren Sie Ihr zusätzliches CSS. WordPress speichert es ebenfalls je Theme: Im Test war das CSS nach dem Wechsel im neuen Theme leer, das des alten Themes aber weiterhin gespeichert.

Verifizieren: Die Datei vor-theme-wechsel.sql existiert und ist nicht leer, und Sie haben eine Liste mit Menüpositionen, Widgets, Customizer-Einstellungen und CSS.

Schritt 2: Funktionen im alten Theme finden

Der größte Datenverlust entsteht nicht in der Datenbank, sondern durch Code, der im alten Theme steckt. Viele Themes registrieren eigene Inhaltstypen wie „Referenzen“ oder „Team“, stellen Shortcodes bereit oder laden Tracking-Code. Mit dem Theme verschwindet dieser Code. Suchen Sie im Theme-Ordner nach den typischen Funktionen:

cd wp-content/themes/ALTES-THEME
grep -rn -E "register_post_type|register_taxonomy|add_shortcode|wp_head|wp_footer" --include=*.php .

Im Test haben wir ein kleines Theme mit einem Inhaltstyp „Referenzen“ und einem Shortcode für Öffnungszeiten angelegt. Nach dem Wechsel auf ein anderes Theme lieferte die Referenzseite 404, und auf der Kontaktseite stand statt der Öffnungszeiten nur noch der rohe Text [oeffnungszeiten]. Die Referenz selbst lag weiter in der Datenbank, WordPress kannte ihren Inhaltstyp nur nicht mehr. Die WordPress-Dokumentation für Plugin-Entwickler empfiehlt deshalb, Inhaltstypen in einem Plugin statt im Theme zu registrieren.

Verschieben Sie solchen Code vor dem Wechsel in ein eigenes kleines Plugin. Eine Datei unter wp-content/plugins/firma-funktionen/firma-funktionen.php genügt:

<?php
/*
 * Plugin Name: Firma Funktionen
 * Description: Inhaltstypen und Shortcodes unabhängig vom Theme.
 */
add_action( 'init', function () {
    register_post_type( 'referenz', array(
        'public'      => true,
        'label'       => 'Referenzen',
        'has_archive' => true,
    ) );
} );
add_shortcode( 'oeffnungszeiten', function () {
    return 'Mo bis Fr 8 bis 17 Uhr';
} );

Übernehmen Sie dabei den Namen des Inhaltstyps exakt, hier referenz. Nur dann findet WordPress die vorhandenen Einträge wieder. Im Test liefen Plugin und altes Theme mit diesem Beispiel parallel ohne Fehler, weil anonyme Funktionen keinen Namenskonflikt erzeugen. Entfernen Sie den Code trotzdem aus dem alten Theme, damit es später nur eine Stelle gibt, die Sie pflegen müssen. Nutzen Sie ein Child-Theme, prüfen Sie dessen functions.php genauso, siehe Child-Theme richtig nutzen.

Verifizieren: Der grep-Befehl findet im alten Theme keine Inhaltstypen oder Shortcodes mehr, die Sie noch brauchen, und das neue Plugin erscheint unter „Plugins“ als aktivierbar.

Schritt 3: Neues Theme in der Vorschau testen

Installieren Sie das neue Theme unter „Design“ > „Themes“ > „Theme hinzufügen“, aber aktivieren Sie es noch nicht. Bei klassischen Themes zeigt die Schaltfläche „Live-Vorschau“ die Website im Customizer mit dem neuen Design, ohne dass Besucher etwas davon merken. Dort sehen Sie auch schon, welche Menüpositionen das neue Theme anbietet, denn sie heißen in jedem Theme anders. Twenty Twenty kennt zum Beispiel fünf Positionen, Twenty Twenty-One nur zwei.

Block-Themes arbeiten anders. Sie haben keine Widgets und keinen klassischen Customizer, Kopf- und Fußbereich bauen Sie im Website-Editor unter „Design“ > „Editor“. Wechseln Sie von einem klassischen Theme auf ein Block-Theme, rechnen Sie mit mehr Nacharbeit und planen Sie den Umbau auf einer Staging-Kopie. Wie ein solcher Umstieg abläuft, zeigt Page Builder ablösen und zum Block-Theme wechseln.

Prüfen Sie in der Vorschau mindestens die Startseite, eine normale Seite, einen Beitrag, das Kontaktformular und die Mobilansicht.

Verifizieren: Die Vorschau zeigt alle geprüften Seiten ohne Fehlermeldung, und Sie wissen, welche Menüpositionen und Widget-Bereiche das neue Theme hat.

Schritt 4: Theme wechseln und Einstellungen übertragen

Wählen Sie für den Wechsel eine Zeit mit wenig Besuchern. Aktivieren Sie das Theme in der Live-Vorschau mit „Aktivieren und veröffentlichen“ oder unter „Design“ > „Themes“ mit „Aktivieren“. Per WP-CLI lautet der Befehl:

wp theme activate twentytwentyone

Arbeiten Sie danach Ihre Liste aus Schritt 1 ab:

  • Menüs: Die Menüs selbst bleiben erhalten, nur ihre Zuordnung zu Positionen passt oft nicht mehr. Weisen Sie sie unter „Design“ > „Anpassen“ > „Menüs“ neu zu oder per wp menu location assign hauptmenue primary. Im Test übernahm WordPress die Zuordnung zur Position primary, weil beide Themes sie so benennen.
  • Widgets: WordPress versucht, Widgets auf die Bereiche des neuen Themes zu verteilen. Im Test landeten die Widgets aus zwei Bereichen von Twenty Twenty gemeinsam im einzigen Bereich von Twenty Twenty-One. Kontrollieren Sie die Reihenfolge und verschieben Sie überflüssige Widgets in „Inaktive Widgets“, statt sie zu löschen.
  • Customizer: Farben, Logo, Kopfbild und zusätzliches CSS übertragen Sie von Hand. Übernehmen Sie CSS nicht blind, denn Klassennamen unterscheiden sich zwischen Themes.
  • Permalinks: Öffnen Sie „Einstellungen“ > „Permalinks“ und speichern Sie einmal ohne Änderung. Das baut die Umschreibregeln neu auf, was nach dem Aktivieren eines Plugins mit eigenen Inhaltstypen hilft.

Verifizieren: wp theme list zeigt das neue Theme als active, wp menu location list zeigt Ihre Menüs an den gewünschten Positionen, und die Seiten Ihres Inhaltstyps liefern wieder den Status 200.

Schritt 5: Website prüfen und altes Theme aufräumen

Rufen Sie die Seiten aus Schritt 3 erneut auf, jetzt öffentlich und in einem privaten Browserfenster, damit kein Cache und keine Anmeldung das Ergebnis verfälscht. Suchen Sie gezielt nach rohen Shortcodes in eckigen Klammern, fehlenden Bildern und leeren Seitenleisten. Leeren Sie danach den Cache eines Caching-Plugins oder beim Hoster.

Löschen Sie das alte Theme nicht sofort. Seine Einstellungen bleiben in der Datenbank gespeichert. Im Test waren nach dem Rückwechsel Hintergrundfarbe und zusätzliches CSS des alten Themes sofort wieder da. Das ist Ihr schnellster Weg zurück, falls nach ein paar Tagen doch etwas fehlt. Nach zwei bis vier Wochen ohne Probleme löschen Sie das alte Theme unter „Design“ > „Themes“ > „Theme-Details“ > „Löschen“. Behalten Sie ein aktuelles Standard-Theme als Rückfall installiert, alle anderen ungenutzten Themes können weg, weil auch inaktive Themes Sicherheitslücken enthalten können.

Ein neues Theme bringt eigene Updates mit, und jede Aktualisierung kann Darstellung oder Funktionen verändern. Wer diese Pflege nicht selbst im Blick behalten möchte, kann sie abgeben: Die WordPress-Wartung von wordpressupdate.de spielt Updates von WordPress, Plugins und Themes nach einer Kompatibilitätsprüfung ein und sichert die Website wöchentlich auf externen Speicher.

Verifizieren: Alle geprüften Seiten zeigen vollständige Inhalte ohne rohe Shortcodes, und das alte Theme ist noch installiert, aber inaktiv.

Typische Fehler

Referenzen, Team oder Portfolio liefern 404

Der Inhaltstyp war im alten Theme registriert. Die Einträge liegen noch in der Datenbank, das zeigt wp post list --post_type=referenz. Registrieren Sie den Inhaltstyp mit exakt demselben Namen in einem Plugin wie in Schritt 2 und speichern Sie die Permalinks neu.

Auf Seiten stehen Texte in eckigen Klammern

Ein Shortcode wie [oeffnungszeiten] gehörte zum alten Theme. WordPress gibt unbekannte Shortcodes als normalen Text aus. Suchen Sie betroffene Seiten mit wp post list --post_type=page,post --s="[oeffnungszeiten" --fields=ID,post_title und stellen Sie den Shortcode per Plugin bereit oder ersetzen Sie ihn durch einen Block.

Das neue Theme benennt seine Menüpositionen anders. Das Menü ist nicht gelöscht, es ist nur keiner Position zugewiesen. Weisen Sie es neu zu. Bei Block-Themes prüfen Sie im Website-Editor unter „Navigation“, welches Menü der Navigations-Block zeigt. Im Test legte WordPress beim Wechsel auf Twenty Twenty-Five aus dem klassischen Menü automatisch ein Navigationsmenü mit gleichem Namen an.

Design sieht nach dem Wechsel kaputt aus

Oft liegt das an zwischengespeicherten Seiten oder an zusätzlichem CSS, das für das alte Theme geschrieben war. Leeren Sie alle Caches und prüfen Sie das CSS Regel für Regel.

Häufige Fragen

Gehen Beiträge und Seiten beim Theme-Wechsel verloren?

Nein. Beiträge, Seiten, Medien, Benutzer und Kommentare liegen in der Datenbank und bleiben unberührt. Betroffen sind Darstellung, theme-gebundene Einstellungen und Funktionen aus dem Theme-Code.

Kann ich zum alten Theme zurückwechseln?

Ja, solange es installiert ist. Seine Einstellungen bleiben gespeichert und sind nach dem Rückwechsel wieder aktiv. Änderungen, die Sie zwischenzeitlich im neuen Theme gemacht haben, gelten nur dort.

Wie gehe ich bei Premium-Themes mit eigenem Seitenbaukasten vor?

Bringt das Theme einen eigenen Baukasten oder eigene Blöcke mit, hängen die Inhalte der Seiten oft direkt daran. Testen Sie den Wechsel dann ausschließlich auf einer Staging-Kopie und planen Sie einen Umbau der betroffenen Seiten ein.

Testumfang

Auf einer Testinstallation mit WordPress 7.1.2 haben wir mehrfach das Theme gewechselt, und Menüs sowie Beiträge blieben dabei jedes Mal erhalten. Auffällig war, dass Inhaltstyp und Shortcode aus dem Theme-Code verschwanden, bis wir sie per Plugin wieder bereitgestellt hatten. Premium-Themes, Seitenbaukästen und WooCommerce haben wir nicht geprüft. Setzen Sie so etwas ein, testen Sie den Wechsel unbedingt zuerst auf einer Kopie Ihrer Website.

Fazit

Ein Theme-Wechsel löscht keine Inhalte, aber er trennt alles ab, was am alten Theme hängt. Wer vorher Backup, Bestandsliste und die Suche nach eigenen Funktionen erledigt, überträgt Menüs, Widgets und Einstellungen danach in kurzer Zeit und behält mit dem inaktiven alten Theme einen einfachen Weg zurück. Wenn Sie Updates und Backups nach dem Wechsel dauerhaft abgeben möchten, übernimmt das die WordPress-Wartung von Marcel Schönfelder.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

WordPressThemesTheme-WechselWP-CLIBackup