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📘 Anleitung Synology / NAS 14.06.2026 · 8 min Lesezeit

Metabase auf dem Synology NAS installieren: Business-Intelligence-Dashboards für KMU

Mit Metabase verwandelst du dein Synology NAS in ein Self-Service-BI-System: Datenquellen verbinden, Dashboards teilen und Erkenntnisse per Klick gewinnen – ohne teure Cloud-Lizenzen.

Metabase Installation auf Synology NAS mit Docker für interaktive BI-Dashboards, Datenvisualisierung und einfache Auswertungen für kleine und mittlere Unternehmen

Business Intelligence klingt nach großen Konzernen und teuren Lizenzen. Metabase beweist, dass das nicht stimmen muss: Das Open-Source-Tool lässt sich auf einem Synology NAS betreiben und bietet selbst kleinen Teams visuelle Dashboards, Ad-hoc-Abfragen und die Möglichkeit, Erkenntnisse per Link oder eingebettetes Dashboard zu teilen. Für KMU ist das besonders interessant, weil du deine Daten dort lässt, wo sie ohnehin liegen – lokal oder in der eigenen Cloud.

Voraussetzungen

KomponenteAnforderung
NASSynology mit DSM 7 oder höher und Container Manager (bzw. Docker)
RAMmindestens 2 GB für Metabase plus Datenbank empfohlen
Ordnerstruktur/volume1/docker/metabase mit Unterordnern db und plugins
Subdomainz. B. metabase.example.synology.me für HTTPS via Reverse-Proxy
SMTP-Zugangoptional, für E-Mail-Benachrichtigungen und Einladungen

Bevor du beginnst, solltest du die gewünschte Benutzer-ID und Gruppen-ID deines Synology-Benutzers kennen. Standardmäßig ist der erste Benutzer oft 1026:100, aber das kann je nach System variieren. Du findest die Werte über SSH mit id heraus. Sie sorgen dafür, dass Metabase und die Datenbank Dateien mit dem richtigen Besitzer anlegen.

Schritt 1: Ordnerstruktur und Berechtigungen anlegen

Öffne die File Station und erstelle unter /volume1/docker den Ordner metabase. Darin legst du zwei Unterordner an:

  1. db für die PostgreSQL-Datenbank
  2. plugins für zusätzliche Metabase-Treiber

Klicke jeden Ordner mit der rechten Maustaste, wähle Eigenschaften → Berechtigungen und gewähre deinem Docker-Benutzer Lese- und Schreibrechte. Achte darauf, dass du die Berechtigung auf Diese Ordner, Unterordner und Dateien anwendest, sonst schlägt der spätere Start der Datenbank fehl.

Verifizieren: Beide Ordner existieren, der Docker-Benutzer hat Schreibrechte, und der Pfad lautet exakt /volume1/docker/metabase/db sowie /volume1/docker/metabase/plugins.

Schritt 2: Compose-Datei mit Metabase und PostgreSQL erstellen

Metabase läuft im offiziellen Docker-Image metabase/metabase:latest auf Port 3000. Für den KMU-Betrieb empfiehlt die offizielle Dokumentation ausdrücklich PostgreSQL als Anwendungsdatenbank. Die eingebettete H2-Datenbank ist nur für lokale Tests gedacht und kann mit der Zeit korrupt werden.

Erstelle im Ordner /volume1/docker/metabase eine Datei namens compose.yaml mit folgendem Inhalt. Passe Benutzer-ID, Gruppen-ID, Passwörter und die Site-URL auf deine Umgebung an.

version: "3.8"

services:
  db:
    image: postgres:16
    container_name: metabase-db
    hostname: metabase-db
    restart: unless-stopped
    security_opt:
      - no-new-privileges:true
    healthcheck:
      test: ["CMD-SHELL", "pg_isready -U metabaseuser -d metabase"]
      interval: 10s
      timeout: 5s
      retries: 10
    volumes:
      - /volume1/docker/metabase/db:/var/lib/postgresql/data
    environment:
      POSTGRES_DB: metabase
      POSTGRES_USER: metabaseuser
      POSTGRES_PASSWORD: "DEIN_STARKES_DB_PASSWORT"

  metabase:
    image: metabase/metabase:latest
    container_name: metabase
    hostname: metabase
    user: "1026:100"
    restart: unless-stopped
    security_opt:
      - no-new-privileges:true
    depends_on:
      db:
        condition: service_healthy
    ports:
      - "6400:3000"
    volumes:
      - /volume1/docker/metabase/plugins:/plugins:rw
    environment:
      TZ: Europe/Berlin
      JAVA_TIMEZONE: Europe/Berlin
      MUID: "1026"
      MGID: "100"
      MB_DB_TYPE: postgres
      MB_DB_DBNAME: metabase
      MB_DB_PORT: "5432"
      MB_DB_USER: metabaseuser
      MB_DB_PASS: "DEIN_STARKES_DB_PASSWORT"
      MB_DB_HOST: metabase-db
      MB_SITE_URL: "https://metabase.example.synology.me"
      MB_REDIRECT_ALL_REQUESTS_TO_HTTPS: "true"
      MB_ENCRYPTION_SECRET_KEY: "DEIN_32_ZEICHEN_BASE64_SCHLUESSEL"
      MB_EMAIL_FROM_ADDRESS: "metabase@example.de"
      MB_EMAIL_FROM_NAME: "Metabase"
      MB_EMAIL_REPLY_TO: "support@example.de"
      MB_EMAIL_SMTP_HOST: "smtp.example.de"
      MB_EMAIL_SMTP_PORT: "587"
      MB_EMAIL_SMTP_SECURITY: "starttls"
      MB_EMAIL_SMTP_USERNAME: "metabase@example.de"
      MB_EMAIL_SMTP_PASSWORD: "DEIN_SMTP_PASSWORT"
    healthcheck:
      test: curl --fail -I http://localhost:3000/api/health || exit 1
      interval: 15s
      timeout: 5s
      retries: 5

Generiere den Verschlüsselungsschlüssel am besten über SSH mit openssl rand -base64 32 und notiere ihn direrhaft. Ohne diesen Schlüssel startet Metabase nach der ersten Verwendung nicht mehr, wenn er einmal gesetzt war. Achte darauf, dass MB_SITE_URL unbedingt das Protokoll enthält, also https://... und nicht nur die Domain.

Verifizieren: Die compose.yaml liegt unter /volume1/docker/metabase/compose.yaml, alle Platzhalter wurden ersetzt, und der Verschlüsselungsschlüssel ist an einem sicheren Ort hinterlegt.

Schritt 3: Stack im Container Manager starten

Wechsle in den Synology Container Manager, öffne Projekt und klicke auf Erstellen. Wähle als Pfad den Ordner /volume1/docker/metabase. Container Manager erkennt die compose.yaml automatisch. Starte das Projekt und warte, bis beide Container als „gesund" angezeigt werden.

Beim ersten Start initialisiert PostgreSQL ihr Datenverzeichnis und Metabase erstellt die nötigen Tabellen. Das kann je nach NAS-Leistung mehrere Minuten dauern. Nutze währenddessen die Protokollansicht, um Fortschritt und eventuelle Fehler zu sehen.

Verifizieren: Beide Container laufen, der Health-Check für metabase zeigt grün, und ein Aufruf von http://DEINE_NAS_IP:6400/api/health liefert HTTP 200 mit der Antwort {\"status\":\"ok\"}.

Schritt 4: Setup-Wizard abschließen

Rufe Metabase über http://DEINE_NAS_IP:6400 auf. Der erste Start zeigt den Einrichtungsassistenten. Wähle als Sprache „Deutsch", lege ein Administratorkonto mit sicherem Passwort an und trage Firmenname und Branche ein. Diese Angaben lassen sich später ändern, aber das Admin-Konto bildet die Basis für alle Berechtigungen.

Sobald der Wizard abgeschlossen ist, landest du auf der Metabase-Startseite. Empfehlung: Erstelle direkt eine dedizierte Sammlung für dein Team, damit Fragen und Dashboards nicht unorganisiert im persönlichen Ordner des Admins landen.

Verifizieren: Du kannst dich mit dem neuen Admin-Konto anmelden, die Startseite wird auf Deutsch angezeigt, und unter Admin → Konten ist das Admin-Konto sichtbar.

Schritt 5: Erste Datenquelle verbinden

Klicke auf das Zahnrad oben rechts und wähle Admin → Datenbanken → Neue Datenbank hinzufügen. Metabase unterstützt unter anderem PostgreSQL, MySQL, MariaDB, MongoDB, SQLite, BigQuery, Snowflake, SQL Server, Oracle und Google Sheets. Für einen ersten Test eignet sich am besten eine bestehende MariaDB oder PostgreSQL, die bereits auf deinem Synology läuft.

Gib Host, Port, Datenbankname, Benutzer und Passwort ein. Aktiviere SSL verwenden, wenn deine Datenbank dies erfordert. Metabase prüft die Verbindung und zeigt bei Erfolg die verbundene Datenbank sofort an. Du kannst beliebig viele Datenbanken hinzufügen und diese später für unterschiedliche Teams in Sammlungen bündeln.

Verifizieren: Unter Admin → Datenbanken erscheint die neue Datenbank mit einem grünen Punkt, und im Bereich Neue Frage stellen sind die Tabellen der Datenbank sichtbar.

Schritt 6: Erste Frage und erstes Dashboard erstellen

Klicke auf Neue Frage stellen, wähle die verbundene Datenbank und eine Tabelle aus. Mit der grafischen Oberfläche filterst und gruppierst du Daten per Mausklick; wer SQL beherrscht, kann direkt zur Native Query wechseln. Speichere die Frage unter einem aussagekräftigen Namen in einer Sammlung.

Anschließend erstellst du ein Dashboard: Neu → Dashboard, fügst die gespeicherte Frage als Kachel hinzu und ordnest die Visualisierung per Drag-and-drop an. Speichere das Dashboard. Damit hast du den vollständigen Kreis von Rohdaten bis zur visualisierten Erkenntnis geschlossen.

Verifizieren: Das Dashboard ist unter dem gewählten Namen aufrufbar, die Kachel zeigt aktuelle Daten, und ein Klick auf die Kachel führt zur zugrundeliegenden Frage zurück.

Schritt 7: HTTPS, Reverse-Proxy und optionale E-Mail

Für den produktiven Betrieb richtest du einen Reverse-Proxy in der Synology ein: Systemsteuerung → Anmeldeportal → Erweitert → Reverse-Proxy. Leite eingehende HTTPS-Anfragen für metabase.example.synology.me:443 an localhost:6400 weiter. Aktiviere dabei WebSocket-Header, da Metabase einige interaktive Funktionen darüber nutzt, und setze MB_SITE_URL entsprechend auf https://metabase.example.synology.me.

Die optionalen SMTP-Einstellungen in der compose.yaml sorgen dafür, dass Metabase Benutzer einladen, Passwörter zurücksetzen und Abonnements versenden kann. Achte bei MB_EMAIL_REPLY_TO unbedingt auf eine gültige E-Mail-Adresse, keinen Boolean-Wert wie true.

Verifizieren: Die Subdomain ist per HTTPS erreichbar, das Zertifikat wird als gültig angezeigt, und ein Test über Admin → E-Mail → Test-E-Mail senden kommt im Postfach an.

Schritt 8: Dashboards teilen und einbetten

Im KMU-Alltag kommt es nicht nur auf das Erstellen, sondern auch auf das Teilen an. Du hast mehrere Möglichkeiten:

  1. Sammlungen und Berechtigungen: Ordne Benutzer Gruppen zu und gib Lese- oder Schreibrechte auf Sammlungen. Das ist der sauberste Weg für interne Teams.
  2. Öffentliche Links: Dashboards und Fragen lassen sich über einen öffentlichen Link teilen. Achte hier auf Datenschutz und interne Richtlinien.
  3. E-Mail-/Slack-Abonnements: Je nach Plan können Benutzer Dashboards regelmäßig automatisch zugeschickt bekommen.
  4. Einbettung: Die Open-Source-Edition erlaubt das statische Einbetten öffentlicher Dashboards per iFrame. Für interaktives, gesichertes Einbetten benötigst du Signed JWT; in der Enterprise Edition sind hier weitere Funktionen verfügbar.

Für viele kleine Unternehmen reichen Sammlungen und öffentliche Links völlig aus. Sobald Metabase Daten aus anderen internen Tools wie NocoDB als Airtable-Alternative auf Synology oder Odoo als ERP/CRM für KMU auf Synology visualisiert, wird es zum zentralen Informations-Hub.

Verifizieren: Ein Testbenutzer sieht nur die für ihn freigegebenen Dashboards; ein geteilter Link öffnet das Dashboard korrekt; bei Einbettung erscheint das Dashboard im iFrame ohne Fehlermeldung.

Troubleshooting / Typische Fehler

FehlerbildUrsache und Lösung
Metabase startet nicht mehrMB_ENCRYPTION_SECRET_KEY wurde geändert oder entfernt. Schlüssel muss dauerhaft identisch bleiben.
H2-Datenbank korruptIn Produktion PostgreSQL verwenden. H2 ist nur für Tests gedacht.
E-Mail-Links funktionieren nichtMB_SITE_URL muss Protokoll enthalten, also https://....
PostgreSQL startet nichtBei Postgres 16/17 auf /var/lib/postgresql/data mounten, bei Postgres 18+ auf /var/lib/postgresql.
Plugins werden nicht geschriebenMUID/MGID müssen zur Synology-Benutzer-ID und -Gruppe passen.
Reverse-Proxy zeigt FehlerWebSocket-Header aktivieren und prüfen, dass der Host-Port 6400 erreichbar ist.

Häufige Fragen

Brauche ich zwingend PostgreSQL?

Nein, Metabase startet auch mit der eingebetteten H2-Datenbank. Für produktiven KMU-Betrieb empfiehlt die offizielle Dokumentation aber dringend PostgreSQL, um Datenverluste zu vermeiden.

Kann ich Metabase direkt auf Port 3000 betreiben?

Ja, aber auf Synology ist Port 3000 oft bereits belegt. Daher wird ein alternativer Host-Port wie 6400 empfohlen.

Welche Datenquellen lassen sich anbinden?

PostgreSQL, MySQL, MariaDB, MongoDB, SQLite, BigQuery, Snowflake, SQL Server, Oracle, Google Sheets, CSV-Upload und viele weitere über offizielle oder Community-Treiber.

Wie teile ich Dashboards im Team?

Über Sammlungen mit Berechtigungen, öffentliche Links, eingebettete iFrames oder Abonnements per E-Mail und Slack.

Was ist der Unterschied zwischen H2- und Produktiv-Setup?

H2 speichert alles in einer einzelnen Datei und ist für Tests gedacht. PostgreSQL ist eine robuste Datenbank für mehrere Benutzer, Backups und Dauerbetrieb.

Fazit

Metabase auf einem Synology NAS ist eine pragmatische Lösung für KMU, die Daten zentral visualisieren möchten, ohne in teure BI-Lizenzen zu investieren. Mit PostgreSQL als Anwendungsdatenbank, einem gesicherten Verschlüsselungsschlüssel und HTTPS via Reverse-Proxy ist das Setup betriebsbereit. Die eigentliche Stärke zeigt sich, wenn du Metabase mit weiteren Selfhosting-Tools kombinierst – etwa Daten aus NocoDB, Odoo oder einer internen MariaDB aufbereitest. Dann wird dein NAS zur schlanken, datenschutzfreundlichen Business-Intelligence-Zentrale.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

  1. NocoDB auf Synology: Airtable-Alternative für KMU-Datenbanken
  2. Odoo auf Synology: ERP und CRM für kleine Unternehmen
  3. Metabase Docs – Running Metabase on Docker: https://www.metabase.com/docs/latest/installation-and-operation/running-metabase-on-docker
  4. Metabase Docs – Configuring the application database: https://www.metabase.com/docs/latest/installation-and-operation/configuring-application-database
  5. Docker Hub – metabase/metabase: https://hub.docker.com/r/metabase/metabase