KeyHelp: Weiterleitungen mit 301 und 302 und die Wahl zwischen www und ohne www im Panel einrichten
So richten Sie in KeyHelp Domain-Weiterleitungen mit 301 oder 302 ohne .htaccess ein, leiten www sauber auf die Domain ohne www um und vermeiden die Fallen mit fehlendem Schrägstrich, getrennten www-Einträgen und HTTPS.
Geprüft am 01.10.2026 · für KeyHelp 26.1.1
WerbelinksMit * markierte Links sind Werbelinks: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, der Preis bleibt gleich. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mehr dazu

Weiterleitungen gehören zum Alltag jedes Hostings: Eine alte Domain soll auf die neue zeigen, eine Aktionsdomain auf eine Unterseite, und jede Website soll sich für eine Schreibweise entscheiden, mit oder ohne www. In KeyHelp brauchen Sie dafür keine .htaccess, das Panel richtet Weiterleitungen direkt in der Apache-Konfiguration ein. Diese Anleitung zeigt, wie Sie eine Domain per 301 oder 302 weiterleiten, wie Sie www sauber auf die Domain ohne www umleiten (oder umgekehrt) und welche Stolperfallen wir im Test gefunden haben. Sie richtet sich an Administratoren und Kunden auf einem Server wie in KeyHelp installieren und absichern. Getestet haben wir mit KeyHelp 26.1.1 auf Debian 12.
Voraussetzungen
- KeyHelp mit Admin- oder Kundenzugang. Getestet mit KeyHelp 26.1.1 (Build 3698) auf Debian 12. Kunden können die Weiterleitungen ihrer eigenen Domains im Kundenbereich unter „Domains“ ebenso einstellen.
- Die Domain ist in KeyHelp angelegt oder wird gerade angelegt. Wie das geht, zeigt KeyHelp: Domains und Subdomains anlegen.
- Ein SSL-Zertifikat für die weiterleitende Domain, wenn sie auch per
https://aufgerufen wird. Warum, erklären wir in Schritt 4. - Optional SSH-Zugang, um die Weiterleitungen mit curl direkt auf dem Server zu prüfen.
Schritt 1: 301 oder 302 wählen
Vor dem Klicken lohnt die Entscheidung, welcher Code passt. KeyHelp beschreibt die beiden Optionen im Formular so: 301 „Leitet den Besucher dauerhaft auf eine andere Seite weiter.“ und 302 „Leitet den Besucher vorübergehend auf eine andere Seite weiter. Die ursprüngliche URL bleibt im Suchmaschinenindex erhalten.“
- 301 (dauerhaft): für Domainumzüge, Markenwechsel, zusammengelegte Websites und die Entscheidung für eine Schreibweise mit oder ohne
www. Suchmaschinen ersetzen die alte Adresse im Index durch die neue. Browser merken sich 301-Weiterleitungen, ein späteres Zurückdrehen kommt bei Besuchern deshalb unter Umständen erst verzögert an. - 302 (vorübergehend): für Aktionen, Wartungsseiten und Tests. Die alte Adresse bleibt im Index.
Wichtig: Im Formular ist ab Werk „Temporär verschoben (Code 302)“ ausgewählt. Wer eine dauerhafte Weiterleitung möchte, muss 301 aktiv anklicken. Der Hinweistext bei 301, dies habe „keinen Einfluss auf Ihr Suchmaschinen-Seiten-Ranking“, ist dabei so zu verstehen, dass das Ranking an die neue Adresse übergeht.
Verifizieren: Notieren Sie für jede Weiterleitung Quelle, Ziel und Code, bevor Sie sie anlegen. So können Sie das Ergebnis in Schritt 2 und 3 mit curl abgleichen.
Schritt 2: Domain auf eine andere Adresse weiterleiten
Öffnen Sie „Domains“ und entweder „Domain hinzufügen“ oder das Stiftsymbol einer vorhandenen Domain. Im Reiter „Allgemein“ wählen Sie bei „Domain-Ziel / Hosting-Typ“ die Option „Weiterleitung“. Das Feld „Verzeichnis“ verschwindet, stattdessen erscheinen:
- „Zieladresse“: Pflichtfeld, mit dem Hinweis „Geben Sie eine URL beginnend mit http:// oder https:// ein.“
- „Weiterleitungsart“: „Dauerhaft verschoben (Code 301)“ oder „Temporär verschoben (Code 302)“.

Im Test haben wir kunde2.example.de mit angehakter www-Subdomain als 301-Weiterleitung auf https://kunde1.example.de/angebot/ angelegt. KeyHelp übernahm Ziel und Code für die Domain und die www-Subdomain, ein Webverzeichnis wurde nicht angelegt. In /etc/apache2/keyhelp/vhosts/kunde1.conf stand danach je Name ein kurzer VirtualHost mit dem Kommentar # Redirect to external url:
<VirtualHost *:80>
ServerName kunde2.example.de
RedirectMatch 301 ^/(?!\.well-known/acme-challenge/)(.*)$ "https://kunde1.example.de/angebot/$1"
</VirtualHost>
Zwei Details stecken in dieser Zeile. Erstens hängt $1 den aufgerufenen Pfad an das Ziel an, aus /alt/seite.html wird https://kunde1.example.de/angebot/alt/seite.html, auch Parameter wie ?a=1 blieben im Test erhalten. Zweitens nimmt die Regel .well-known/acme-challenge aus, damit Let's Encrypt auch für eine weiterleitende Domain ein Zertifikat ausstellen kann.
Verifizieren: curl -s -o /dev/null -w "%{http_code} %{redirect_url}\n" -H "Host: kunde2.example.de" http://127.0.0.1/alt/seite.html auf dem Server lieferte 301 https://kunde1.example.de/angebot/alt/seite.html. Von außen genügt curl -I http://kunde2.example.de/ und ein Blick auf die Zeilen HTTP/ und Location:.
Schritt 3: www oder ohne www festlegen
KeyHelp behandelt die Domain mit und ohne www als zwei getrennte Einträge. Die Option „Erstelle www-Subdomain“ legt www.kunde1.example.de als eigene Subdomain an, die ab Werk auf dasselbe Verzeichnis zeigt wie die Hauptdomain. Ohne weitere Einstellung liefern dann beide Adressen dieselben Inhalte aus, Suchmaschinen sehen doppelte Inhalte unter zwei Namen. Entscheiden Sie sich deshalb für eine Schreibweise und leiten Sie die andere per 301 um.
Für die Variante ohne www öffnen Sie in der Domainübersicht das Stiftsymbol der Zeile www.kunde1.example.de, stellen „Domain-Ziel / Hosting-Typ“ auf „Weiterleitung“, tragen als „Zieladresse“ https://kunde1.example.de ein und wählen „Dauerhaft verschoben (Code 301)“. Für die Variante mit www gehen Sie umgekehrt vor: Die Website liegt dann in der www-Subdomain, und die Hauptdomain leitet um.
Im Test hat KeyHelp bei einer Zieladresse ohne Pfad selbst einen Schrägstrich eingefügt, die Regel lautete "https://kunde1.example.de/$1". Ein Aufruf von http://www.kunde1.example.de/a?b=1 landete mit 301 auf https://kunde1.example.de/a?b=1.

Die Übersicht macht eine Falle sichtbar, die wir bewusst nachgestellt haben: Wir haben kunde2.example.de nachträglich von 301 auf 302 umgestellt. Die www-Subdomain blieb bei 301, curl bestätigte 302 für die Domain und 301 für www.kunde2.example.de. Ändern Sie Ziel oder Code also immer bei beiden Einträgen.
Verifizieren: In der Spalte „Domain-Ziel“ stehen Code und Ziel als „301 ➔ https://…“. Prüfen Sie zusätzlich alle vier Kombinationen aus http, https, mit und ohne www. Jede muss mit genau einer Weiterleitung auf der gewünschten Adresse landen.
Schritt 4: HTTPS für weiterleitende Domains
Eine Weiterleitung schützt nicht vor Zertifikatsfehlern. Im Test hatte kunde2.example.de kein Zertifikat, und ein Aufruf über https://kunde2.example.de/x lieferte auf dem Server 404. KeyHelp hatte für diese Domain nur einen VirtualHost für Port 80 geschrieben, über HTTPS griff deshalb der allgemeine Standard-Host. Besucher, die die alte Domain mit https:// gespeichert haben, landen so nicht am Ziel.
Die Lösung liegt im Reiter „Sicherheit“ der weiterleitenden Domain: Wählen Sie unter „SSL/TLS Zertifikat“ „Let's-Encrypt-Zertifikat“ oder „Zertifikat auswählen“. Für www.kunde1.example.de haben wir im Test über die Hauptdomain mit „Sicherheitseinstellungen auf alle Subdomains übertragen“ ein Zertifikat gesetzt. Danach schrieb KeyHelp auch einen VirtualHost für Port 443 mit derselben RedirectMatch-Regel, und https://www.kunde1.example.de/a?b=1 leitete per 301 auf https://kunde1.example.de/a?b=1. Das Übertragen ist laut Hinweis eine einmalige Operation, später angelegte Subdomains müssen Sie selbst einstellen. Wie Sie Zertifikate beantragen und überwachen, beschreibt SSL-Zertifikate in KeyHelp.
Für die Hauptdomain selbst erledigt „Sichere Verbindung erzwingen“ den Wechsel von HTTP auf HTTPS. KeyHelp schrieb dafür im Test einen VirtualHost mit Redirect 301 / https://kunde1.example.de/ für Port 80.
Verifizieren: curl -sI https://www.kunde1.example.de/ muss ohne Zertifikatsfehler eine 301 mit passender Location: liefern. Auf dem Server prüfen Sie ohne DNS mit curl -sk --resolve www.kunde1.example.de:443:127.0.0.1 -I https://www.kunde1.example.de/.
Typische Fehler
Zieladresse ohne Schrägstrich am Ende
Das ist die wichtigste Falle. Wir haben die Zieladresse auf https://kunde1.example.de/angebot ohne abschließenden Schrägstrich geändert. KeyHelp speicherte ohne Warnung und schrieb "https://kunde1.example.de/angebot$1". Ein Aufruf von /x landete auf https://kunde1.example.de/angebotx, /a/b.html auf …/angebota/b.html. Nur bei einem Ziel ganz ohne Pfad ergänzt KeyHelp den Schrägstrich selbst. Schließen Sie Zieladressen mit Unterseite deshalb immer mit / ab.
Zieladresse ohne http:// oder https://
Mit kunde1.example.de als Ziel passierte beim Klick auf „Speichern“ nichts, der Browser markierte das Feld mit „Gib eine URL ein.“. Tragen Sie die vollständige Adresse ein.
Ungewollt 302 statt 301
Weil 302 vorausgewählt ist, entstehen dauerhafte Umzüge schnell als temporäre Weiterleitung. Die Spalte „Domain-Ziel“ zeigt den Code, kontrollieren Sie ihn nach dem Speichern.
Weiterleitung greift erst nach einer Minute
KeyHelp schreibt die Apache-Konfiguration per Cronjob im Minutentakt. Testen Sie nicht sofort nach dem Speichern.
Häufige Fragen
Brauche ich noch eine .htaccess für Weiterleitungen?
Für ganze Domains nicht. Für einzelne Seiten innerhalb einer Website schon, denn das Panel leitet immer die komplette Domain um. KeyHelp erlaubt in .htaccess unter anderem FileInfo, im Test funktionierte Redirect 301 /alt/ https://kunde1.example.de/neu/ in /home/users/kunde1/www/.htaccess.
Kann ich nur die Startseite weiterleiten, ohne den Pfad mitzunehmen?
Nicht über das Panel, die Regel hängt immer den Pfad an. Dafür nutzen Sie ein lokales Verzeichnis mit eigener .htaccess oder einer Index-Datei.
Wird die Weiterleitung beim Kunden angezeigt?
Ja. Im Kundenbereich zeigt „Domains“ dieselbe Spalte „Domain-Ziel“, und der Kunde kann Ziel und Code seiner Domains selbst ändern.
Funktionieren E-Mails für eine weiterleitende Domain weiter?
Die Weiterleitung betrifft nur den Webserver. Die Option „E-Mail-Domain“ im Reiter „E-Mail“ blieb im Test unverändert aktiv. Ob Postfächer der Domain weiter Mails empfangen, hängt von MX-Eintrag und Postfächern ab, das haben wir nicht getestet. Für das Weiterleiten von E-Mails siehe E-Mail-Weiterleitungen mit SRS.
Testumfang
Wir haben auf KeyHelp 26.1.1 eine Domain als 301- und 302-Weiterleitung angelegt und geändert, die www-Subdomain auf die Domain ohne www umgeleitet und alle Fälle mit curl sowie in der Apache-Konfiguration geprüft. Auffällig: Ohne abschließenden Schrägstrich entstehen kaputte Ziel-URLs. Echte DNS-Auflösung und Let's-Encrypt-Zertifikate haben wir nicht geprüft. Testen Sie jede Weiterleitung mit einem Unterpfad.
Fazit
Weiterleitungen sind in KeyHelp schnell eingerichtet und landen als saubere RedirectMatch-Regeln im Apache, ganz ohne .htaccess. Entscheidend sind drei Dinge: 301 bewusst wählen, weil 302 vorausgewählt ist, Zieladressen mit Unterseite auf / enden lassen und Domain und www-Subdomain immer gemeinsam pflegen. Mit einem Zertifikat auch für die weiterleitende Domain kommen schließlich auch HTTPS-Aufrufe am Ziel an.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- KeyHelp installieren und absichern: das kostenlose Hosting-Panel für eigene Server
- KeyHelp: Domains und Subdomains anlegen und Domain-Ziel sowie Verzeichnis richtig wählen
- KeyHelp: SSL-Zertifikate mit Let's Encrypt und eigener CA einrichten und überwachen
- KeyHelp Knowledge Base: Domain bearbeiten
- Keyweb: KeyHelp, alle Funktionen im Überblick


