WordPress 7.1: Neue Funktionen und sichere Update-Anleitung
WordPress 7.1 bringt responsive Blockstile, einen neuen Medieneditor, erweiterte Notizen, Tabs, Wiedergabelisten und technische Änderungen. Diese Anleitung zeigt die Neuerungen und beide Updatewege.

WordPress 7.1 „Mary Lou“ ist seit dem 19. August 2026 verfügbar. Das Hauptupdate erweitert vor allem den Blockeditor, die Zusammenarbeit und die Medienverarbeitung. Die wichtigsten sichtbaren Neuerungen sind responsive Stile ohne eigenes CSS, ein überarbeiteter Medieneditor, präzisere Notizen mit Erwähnungen sowie die neuen Blöcke Tabs und Wiedergabeliste.
Diese Anleitung zeigt zuerst, was tatsächlich neu ist und wo Sie die Funktionen in WordPress finden. Danach folgen zwei vollständige Updatewege: über die grafische Oberfläche und per SSH mit WP-CLI. Für produktive Websites sollten Sie vor beiden Varianten ein vollständiges Backup erstellen und die Wiederherstellung kennen.
Was ist in WordPress 7.1 neu?
Responsive Stile direkt im Editor
Blöcke können jetzt unterschiedliche Stile für Desktop, Tablet und Smartphone erhalten. Das betrifft sowohl globale Vorgaben für einen Blocktyp als auch einzelne Blöcke. Eigene CSS Media Queries sind für viele typische Anpassungen nicht mehr nötig. Block Themes können außerdem eigene Grenzwerte für die Ansichten in theme.json definieren.
Fundort: Öffnen Sie Design > Editor. Wählen Sie unter den globalen Stilen einen Blocktyp oder öffnen Sie eine Seite und markieren Sie einen einzelnen Block. In den Stileinstellungen können Sie die gewünschte Ansicht auswählen und die Darstellung dafür anpassen. Die Vorschau zeigt das Ergebnis in den jeweiligen Ansichtsgrößen.
Hover, Fokus und aktive Zustände gestalten
Für Schaltflächen und Navigationslinks lassen sich interaktive Zustände wie hover, focus, focus-visible und active im Editor gestalten. Damit können beispielsweise Farbe oder Rahmen einer Schaltfläche beim Überfahren mit der Maus geändert werden, ohne dafür zusätzliches CSS zu schreiben.
Fundort: Markieren Sie im Editor eine Schaltfläche oder einen Navigationslink. Öffnen Sie rechts die Stileinstellungen und wählen Sie den gewünschten Zustand. Prüfen Sie besonders den Fokuszustand per Tastatur, damit die Bedienbarkeit erhalten bleibt.
Neuer Medieneditor und Verarbeitung im Browser
Der neue Medieneditor bündelt freies Zuschneiden, feste Seitenverhältnisse, horizontales und vertikales Spiegeln, genaue Drehung und die Bearbeitung von Metadaten in einem Dialog. Bildkomprimierung, Größenänderung und die Erzeugung von Vorschaubildern laufen nun im Browser. Das reduziert die Last auf dem Server und vermeidet bei großen Dateien häufiger PHP Speicherfehler oder Zeitüberschreitungen. WordPress 7.1 unterstützt außerdem AVIF, HEIC und HDR Gain Maps nativ.
Fundort: Öffnen Sie Medien > Mediathek, wählen Sie ein Bild und starten Sie die Bildbearbeitung über die bekannte Zuschneiden Funktion. Der neue Dialog zeigt die Werkzeuge gemeinsam. Beim normalen Hochladen arbeitet die Verarbeitung im Browser automatisch, dafür ist keine zusätzliche Einstellung nötig.
Notizen mit Textbezug, Formatierung und Erwähnungen
Notizen sind nicht mehr nur an einen ganzen Block gebunden. Sie können Feedback an einer bestimmten Textstelle hinterlassen, mehrere Gespräche an einem Block führen und lange Diskussionen einklappen. Fett, kursiv, Code, Links und @ Erwähnungen werden unterstützt. Erwähnte Benutzer können dadurch gezielt in die redaktionelle Abstimmung einbezogen werden.
Fundort: Öffnen Sie einen Beitrag oder eine Seite im Blockeditor. Markieren Sie den betreffenden Text oder wählen Sie den Block und öffnen Sie die Notizfunktion. Geben Sie @ ein, um einen Benutzer zu erwähnen. Die Funktion ist für redaktionelle Zusammenarbeit gedacht und verändert den veröffentlichten Inhalt nicht.
Neue Blöcke Tabs und Wiedergabeliste
Der neue Block Tabs ordnet zusammengehörige Inhalte in umschaltbaren Bereichen an. Der Block Wiedergabeliste fasst mehrere Audiodateien zusammen und kann optional eine Wellenform anzeigen. Für diese Grundfunktionen ist damit nicht mehr zwingend ein zusätzliches Block Plugin erforderlich.
Fundort: Öffnen Sie den Block Inserter über das Pluszeichen und suchen Sie nach Tabs oder Wiedergabeliste. Fügen Sie den gewünschten Block ein und konfigurieren Sie Inhalte und Darstellung in der rechten Seitenleiste.
Durchgängige Adminleiste und isolierter Editor
Die Adminleiste bleibt nun auch in den verschiedenen Editoren sichtbar. WordPress 7.1 betreibt den Beitragseditor zudem für alle Themes in einem iframe. Dadurch beeinflussen Stile aus der Administration die Inhaltsfläche weniger stark, und relative Viewport Einheiten sowie Media Queries beziehen sich verlässlicher auf die Editorfläche.
Wichtig für Entwickler: Eigene Blöcke, Editor Erweiterungen und CSS Selektoren sollten in einer Testumgebung geprüft werden. Erweiterungen, die auf die bisherige DOM Struktur des Editors zugreifen, können angepasst werden müssen.
Wichtige Änderungen für Entwickler
- Die SVG Icon API ist öffentlich. Eigene Icon Sammlungen lassen sich unter anderem mit
wp_register_icon_collection()undwp_register_icon()registrieren. - Die Abilities API erhält Filter, Validierung und gemeinsame Erkennung für Integrationen und Automatisierung.
- Theme Autoren können responsive Stile und interaktive Zustände über
theme.jsonsteuern. - Neue Design Tokens und der stabile
ThemeProviderunterstützen einheitlichere eigene Admin Oberflächen. - Die Medienbibliothek verwendet standardmäßig endloses Scrollen. Benutzer können in ihrem Profil wieder zur Seitennavigation wechseln.
Vorbereitung vor dem Update
- Prüfen Sie die Anforderungen Ihrer eingesetzten Plugins, Themes und der PHP Version.
- Erstellen Sie ein vollständiges Backup aus Datenbank und Dateien. Ein reiner Datenbankexport reicht nicht, weil Themes, Plugins, Uploads und Konfigurationen fehlen würden.
- Notieren Sie die aktuell installierte WordPress Version sowie die Versionen aller aktiven Plugins und Themes.
- Testen Sie das Update zuerst in einer Staging Umgebung, wenn die Website geschäftskritische Formulare, Buchungen, Mitgliedschaften oder einen Shop enthält.
- Legen Sie fest, wie Sie bei einem Fehler Datenbank und Dateien gemeinsam auf den Stand vor dem Update zurücksetzen.
WordPress selbst besitzt in der Standardinstallation keine vollständige Ein Klick Sicherung für Datenbank und Dateien. Nutzen Sie daher die Backup Funktion des Hosters, ein bereits eingerichtetes Backup System oder den folgenden SSH Weg.
Variante 1: Update über die WordPress Oberfläche
- Melden Sie sich mit einem Administratorkonto an.
- Öffnen Sie Dashboard > Aktualisierungen.
- Kontrollieren Sie dort nochmals die aktuell installierte WordPress Version.
- Erstellen Sie außerhalb dieses Dialogs das vollständige Backup. Fahren Sie erst fort, wenn das Backup erfolgreich abgeschlossen wurde.
- Klicken Sie im Bereich für WordPress 7.1 auf Jetzt aktualisieren.
- Warten Sie, bis WordPress den Abschluss meldet. Schließen Sie den Browser während des Vorgangs nicht.
- Falls eine Aktualisierung der Datenbank angeboten wird, führen Sie diese unmittelbar aus.
- Leeren Sie anschließend den Seiten Cache, den Objekt Cache und gegebenenfalls den Cache des CDN.
- Öffnen Sie Dashboard > Aktualisierungen erneut und prüfen Sie, ob WordPress 7.1 als installierte Version angezeigt wird.
Fordert WordPress während des Updates FTP Zugangsdaten an, stimmen Eigentümer oder Schreibrechte der Dateien nicht mit der Serverkonfiguration überein. Hinterlegen Sie Zugangsdaten nicht unüberlegt. Prüfen Sie stattdessen die Dateirechte beim Hoster oder verwenden Sie den kontrollierbaren SSH Weg.
Variante 2: Update per SSH und WP-CLI
Die folgenden Befehle setzen einen funktionierenden SSH Zugang und eine installierte WP-CLI voraus. Wechseln Sie zuerst in das Verzeichnis, in dem wp-config.php liegt. Ersetzen Sie /var/www/html durch den tatsächlichen Pfad Ihrer Installation.
cd /var/www/html
wp core version
wp core check-update
wp plugin list
wp theme listErstellen Sie danach einen Datenbankexport und ein Archiv der WordPress Dateien. Speichern Sie das Backup möglichst außerhalb des öffentlich erreichbaren Webverzeichnisses. Der Zielordner /srv/backups muss vorhanden und nur für berechtigte Benutzer lesbar sein.
sudo install -d -m 700 /srv/backups
sudo chown "$(id -un):$(id -gn)" /srv/backups
wp db export /srv/backups/wordpress-vor-7.1.sql
tar -czf /srv/backups/wordpress-vor-7.1-files.tar.gz .
ls -lh /srv/backups/wordpress-vor-7.1*Der Befehl ls bestätigt nur, dass Dateien vorhanden sind. Für einen belastbaren Wiederherstellungsplan sollten Sie regelmäßig eine Rücksicherung in einer getrennten Testumgebung durchführen.
Aktivieren Sie für das kurze Wartungsfenster den Wartungsmodus und installieren Sie gezielt WordPress 7.1. --skip-plugins und --skip-themes verhindern, dass fehlerhafte Erweiterungen den Start von WP-CLI blockieren. Must Use Plugins werden dadurch nicht übersprungen.
wp maintenance-mode activate
wp core update --version=7.1 --skip-plugins --skip-themes
wp core update-db --skip-plugins --skip-themes
wp core verify-checksums --version=7.1
wp cache flush
wp maintenance-mode deactivateDeaktivieren Sie den Wartungsmodus auch dann wieder, wenn ein späterer Prüfschritt fehlschlägt. Bleibt nach einem abgebrochenen Update die Datei .maintenance im WordPress Verzeichnis liegen, prüfen Sie zuerst, ob kein Updateprozess mehr läuft, und entfernen Sie die Datei anschließend kontrolliert.
Nachkontrolle: Diese Funktionen müssen getestet werden
- Anmeldung und Zugriff auf Dashboard, Beitragseditor und Website Editor.
- Startseite, Navigation, Suche, Kontaktformulare und wichtige Zielseiten.
- Bei Shops zusätzlich Warenkorb, Kasse, Zahlungsart, Bestellstatus und E Mails.
- Geplante Aufgaben mit
wp cron event listund der WordPress Website Zustand. - PHP Fehlerprotokoll, Webserver Protokoll und Browser Konsole.
- Bild Upload sowie Erzeugung der benötigten Bildgrößen.
- Responsive Darstellung vorhandener Blöcke auf Desktop, Tablet und Smartphone.
- Eigene Blöcke und Editor Erweiterungen wegen der vollständigen
iframeUmstellung.
wp core version
wp core verify-checksums --version=7.1
wp cron event list
wp option get home
wp option get siteurlEin Core Update aktualisiert nicht automatisch die Kompatibilität eigener Plugins und Themes. Aktualisieren Sie Erweiterungen nur auf Versionen, die Sie vorher im Staging geprüft haben. Ein pauschales wp plugin update --all direkt zusammen mit dem Core Update erschwert die Fehlersuche, weil mehrere Änderungen gleichzeitig erfolgen.
Rückfall bei Problemen
Brechen zentrale Funktionen nach dem Update, aktivieren Sie den Wartungsmodus und sichern Sie zuerst Fehlerprotokolle sowie den aktuellen Zustand. Stellen Sie anschließend Dateien und Datenbank aus demselben Sicherungszeitpunkt wieder her. Nur die Core Dateien zurückzusetzen kann fehlschlagen, wenn WordPress 7.1 bereits die Datenbankstruktur geändert hat.
Nach der Wiederherstellung prüfen Sie die WordPress Version, Anmeldung und wichtigsten Geschäftsabläufe erneut. Dokumentieren Sie anschließend, welches Plugin, Theme oder welche eigene Erweiterung den Test verhindert hat. So kann die Ursache in der Staging Umgebung behoben werden, bevor das Update erneut produktiv erfolgt.
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