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IT-Branche 02.06.2026 · 3 min Lesezeit

Deutsche Telekom verdoppelt KI-Fabrik in München auf rund 20.000 Nvidia-GPUs

Telekom-Chef Höttges kündigte am 1. Juni 2026 an, die Industrial AI Cloud in München zu verdoppeln. Die unterirdische KI-Fabrik soll künftig rund 20.000 Nvidia-Prozessoren betreiben.

Hero-Bild eines modernen KI-Rechenzentrums in Magenta-Tönen mit Datenanzeigen zum Ausbau der Telekom-KI-Fabrik in München auf rund 20.000 Nvidia-GPUs.

Die Deutsche Telekom baut ihre KI-Infrastruktur in München massiv aus: Konzernchef Timotheus Höttges kündigte am 1. Juni 2026 auf der Handelsblatt-TECH-Konferenz an, die Rechenleistung der gemeinsam mit Nvidia betriebenen Industrial AI Cloud zu verdoppeln. Die unterirdische KI-Fabrik am Tucherpark soll künftig statt rund 10.000 etwa 20.000 Nvidia-Prozessoren der Blackwell-Generation betreiben. Die Ankündigung trieb die Telekom-Aktie um rund zwei Prozent nach oben.

Was ist neu: die Details zum Ausbau

Die KI-Fabrik im Münchner Tucherpark ist erst seit Februar 2026 in Betrieb. Telekom und Nvidia errichteten die unterirdische Anlage mit einer Investition von rund einer Milliarde Euro in nur etwa sechs Monaten. Bereits jetzt ist die Kapazität nach Angaben des Unternehmens zu über einem Drittel ausgelastet – ein Hinweis auf die hohe Nachfrage nach lokaler, hochperformanter KI-Rechenleistung.

Mit der nun angekündigten Verdopplung steigt die Zahl der eingesetzten GPUs von rund 10.000 auf etwa 20.000 Prozessoren der aktuellen Blackwell-Generation. Die zusätzliche Kapazitätserweiterung ist für das Jahr 2027 geplant. Höttges unterstrich die strategische Dimension des Projekts mit einem deutlichen Statement:

Deutsche Telekom braucht keine AI Gigafactory. Deutschland braucht eine AI Gigafactory.

Damit positioniert der Konzern die Anlage nicht als rein kommerzielles Vorhaben, sondern als Beitrag zur digitalen Souveränität des Standorts Deutschland.

Einordnung

Die Industrial AI Cloud zielt explizit auf die deutsche Industrie – insbesondere Automobil, Maschinenbau und Chemie – sowie auf den öffentlichen Sektor und Forschungsinstitute. Unternehmen erhalten damit lokalen Zugang zu hochperformanter KI-Rechenleistung für Entwicklung und Training von Modellen, ohne auf Cloud-Kapazitäten außerhalb Europas ausweichen zu müssen.

Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen rund um KI-Technologie und der Diskussion über europäische Datensouveränität gewinnt der Aspekt der Souveränität an Bedeutung. Eine in Deutschland betriebene KI-Infrastruktur, deren Daten den hiesigen Rechtsrahmen nicht verlassen, adressiert Compliance- und Vertraulichkeitsanforderungen, die für regulierte Branchen und den öffentlichen Sektor zentral sind. Die schnelle Auslastung der ersten Ausbaustufe deutet darauf hin, dass dieser Bedarf real ist.

Für Nvidia bedeutet der Ausbau einen weiteren großvolumigen Abnehmer seiner Blackwell-Architektur in Europa. Für die Telekom ist es ein strategischer Schritt, sich über das klassische Netzgeschäft hinaus als Anbieter souveräner KI-Infrastruktur zu etablieren – ein Markt, der bislang von wenigen großen US-Hyperscalern dominiert wird.

Für wen ist das relevant

Besonders relevant ist der Ausbau für IT-Verantwortliche und Entwicklungsabteilungen in der deutschen Industrie. Wer KI-Modelle für Engineering, Simulation oder Produktentwicklung trainieren will und dabei auf in Deutschland verarbeitete Daten angewiesen ist, erhält mit der erweiterten Industrial AI Cloud eine lokale Alternative zu außereuropäischen Cloud-Anbietern.

Auch für den öffentlichen Sektor und Forschungseinrichtungen eröffnet sich Zugang zu skalierbarer KI-Rechenleistung innerhalb des deutschen Rechtsrahmens. Für die Bewertung des Standorts Deutschland im internationalen KI-Wettbewerb ist die Verdopplung ein Signal, dass kommerzielle KI-Infrastruktur hierzulande in industriellem Maßstab entsteht. Konkrete Konditionen, Verfügbarkeitstermine der zweiten Ausbaustufe und Zugangsmodalitäten waren zum Zeitpunkt der Ankündigung nicht im Detail genannt; die Erweiterung ist für 2027 vorgesehen.

Quellen

Weitere Informationen finden sich beim Handelsblatt (TECH 2026), im Digital Business Magazin, bei Börse Express, im IT-Journal, bei der Deutschen Telekom sowie bei Elektronik Praxis.