OWASP GenAI LLM Top 10 2026: Die zehn größten Sicherheitsrisiken für KI-Anwendungen
OWASP hat die 2026er-Version des LLM-Top-10 veröffentlicht. Erstmals von echten Sicherheitsvorfällen beeinflusst: Prompt Injection auf Platz 3.

Das OWASP GenAI Security Project hat am 4. August 2026 die aktualisierte Version des Top 10 for LLM Applications veröffentlicht. Die 2026er-Edition ist die erste, die explizit von echten Sicherheitsvorfällen beeinflusst wurde. für Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, ist diese Liste der wichtigste Maßstab für die eigene Absicherung.
Was ist passiert?
OWASP hat den Top-10-Katalog für Large Language Model-Anwendungen überarbeitet. Die neue Version basiert auf Hunderten von Sicherheitsvorfällen aus Produktionsumgebungen. Laut OWASP melden 97 Prozent der Organisationen Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit Generativer KI. Die häufigsten Angriffsvektoren sind Prompt Injection, exzessive Agenten-Befugnisse und das Auslesen sensibler Daten via KI-Systeme.
Ein wesentlicher Unterschied zur 2025er-Version: Prompt Injection ist von Platz 8 auf Platz 3 gestiegen. Der Grund: KI-Systeme sind zunehmend agentic, sie browsen das Web, rufen externe Tools auf und handeln im Namen des Nutzers. Das eröffnet neue Angriffsflächen, die 2025 noch theorietisch waren.
Wer ist betroffen?
- Betroffen: Alle Unternehmen, die LLMs oder GenAI-Systeme in Produktion einsetzen, sei es als Chatbot, als Agent oder als Teil von Workflows.
- Nicht betroffen: Unternehmen ohne KI-Einsatz, reine Offline-Nutzung ohne Tool-Anbindung.
- Relevanz: Die Top-10-Liste dient als Orientierungsrahmen für Sicherheitsaudits, Risikobewertungen und Compliance (EU AI Act).
Wie kritisch ist das?
Keine einzelne Schwachstelle, sondern ein Sicherheitsframework. Die Kritikalität ergibt sich aus der Verbreitung: 97 Prozent der Unternehmen betreffen Sicherheitsvorfälle mit GenAI. Die Top-10-Liste ist kein Pflichtstandard, aber sie ist der international anerkannte Referenzrahmen für LLM-Sicherheit. für Unternehmen, die KI-Agenten produktiv einsetzen, ist die Liste ein Muss.
Was sollten Admins jetzt tun?
- Bestehende KI-Einsätze prüfen: Eigene LLM-Anwendungen gegen die neue Top-10-Liste abgleichen. Besonders Prompt Injection und exzessive Agenten-Befugnisse prüfen.
- Sicherheitsrichtlinien aktualisieren: Die OWASP-Liste als Grundlage für interne KI-Sicherheitsrichtlinien nutzen.
- Tool-Anbindungen prüfen: Agentic KI-Systeme mit Web-Zugang, API-Zugriff oder Dateisystem-Zugang besonders absichern.
- Mitarbeiter schulen: Entwickler und Admins, die KI-Systeme betreuen, über die aktualisierten Risiken informieren.
- EU AI Act beachten: Die OWASP-Liste kann als technische Referenz für die Risikobewertung nach EU AI Act dienen.
Einordnung für Unternehmen
für Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder planen einzusetzen, ist die OWASP-Liste ein praktischer Leitfaden. Sie zeigt, welche Risiken am häufigsten auftreten und wie man sie adressiert. Gerade für KMU, die KI-Agenten für Kundensupport, Dokumentenverarbeitung oder interne Workflows nutzen, ist die Liste ein wichtiger Anhaltspunkt für die eigene Sicherheitsarbeit.
Passende Anleitungen auf S-EDV
- KI-Agenten absichern: Prompt Injection schützen – Konkrete Maßnahmen gegen Prompt Injection, dem häufigsten Angriff auf KI-Systeme.
- KI-Agenten produktiv einsetzen: Fünf Fehler in der Pilotphase – Häufige Fehler bei der Einführung von KI-Agenten in Unternehmen.