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Server & Netzwerk 31.05.2026 · 2 min Lesezeit

NGINX Rift: 18 Jahre alte Schwachstelle CVE-2026-42945 wird aktiv ausgenutzt

Eine 18 Jahre alte Lücke im NGINX-Webserver erlaubt unter bestimmten Bedingungen sogar Remote Code Execution. Erste Angriffe laufen, Patch-Versionen sind verfügbar. Rund 5,7 Millionen Server gelten als exponiert.

Netzwerkkabel in einem Rack stehen stellvertretend fuer Nginx-Webserver und Reverse-Proxy-Infrastruktur

Sicherheitsforscher haben eine 18 Jahre alte Schwachstelle im NGINX-Webserver offengelegt, die unter dem Spitznamen „NGINX Rift" Schlagzeilen macht. Sie wird unter CVE-2026-42945 mit einem CVSS-Wert von 9,2 als kritisch geführt und betrifft sowohl NGINX Open Source als auch das kommerzielle NGINX Plus. Ein Heap-Buffer-Overflow in einer selten genutzten Code-Pfad-Konstellation kann zumindest einen stabilen Denial of Service auslösen und unter bestimmten, vom Entdecker dokumentierten Konfigurationen sogar Remote Code Execution ermöglichen.

Patch-Versionen stehen seit kurzem bereit: NGINX Open Source 1.31.0 und 1.30.1 sowie NGINX Plus R36 P4 und R32 P6 beheben den Fehler. Laut VulnCheck zeigen Censys-Scans rund 5,7 Millionen exponierte NGINX-Server in potenziell verwundbaren Versionen, und Angriffe sind bereits gemeldet. Andere Forscher betonen, dass die ausnutzbaren Angriffsketten an bestimmte Rewrite-Pattern und Endpoint-Konfigurationen geknüpft sind, ein verlässlicher RCE-Exploit zudem ASLR-Deaktivierung im Beweis-of-Concept verlangte.

Was Admins jetzt tun sollten

  1. Versionsstand prüfen: nginx -v auf jedem Webserver, Reverse Proxy und Loadbalancer. Alle Linien älter als 1.30.1 sind angreifbar.
  2. Mindestens auf NGINX Open Source 1.31.0 oder 1.30.1 aktualisieren, bei kommerziellem NGINX Plus auf R36 P4 bzw. R32 P6.
  3. Konfigurationen auf komplexe rewrite-Regeln, lange proxy_pass-Ketten und exotische map-Blöcke prüfen – sie sind nach derzeitigem Stand die Voraussetzung für eine RCE-Kette.
  4. Logs auf ungewöhnliche 500-Fehler und reproduzierbare Worker-Crashes durchsuchen; das sind die typischen Spuren des bereits beobachteten DoS-Verhaltens.

Für DACH-Hoster und WordPress-Agenturen, die NGINX als Reverse Proxy vor PHP-FPM oder Node.js betreiben, ist das Update kein Routine-, sondern ein Priority-Patch. Wer NGINX als Sidecar in Docker-Containern fährt, sollte auch dort die Basis-Images neu bauen – die offiziellen nginx:1.31- und nginx:1.30.1-Tags sind bereits verfügbar. Schließlich gilt: Auch wenn die RCE-Voraussetzungen restriktiv sind, ist die schiere Zahl betroffener Server Anreiz genug für opportunistische Scans.

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Quellen: BleepingComputer – 18-year-old NGINX vulnerability allows DoS, potential RCE, The Register – NGINX Rift attackers waste no time targeting exposed servers.