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Server & Netzwerk 23.06.2026 · 2 min Lesezeit

AryStinger Botnetz infiziert tausende D-Link Router weltweit

Das AryStinger-Botnetz hat ueber 4.000 veraltete D-Link Router infiziert. Die Geraete werden als Proxy-Infrastruktur fuer Scans, Tunnel und Command-Execution missbraucht. Betroffen sind DIR-850L und DIR-818LW.

AryStinger Botnetz infiziert tausende D Link Router weltweit mit Darstellung eines globalen Cyberangriffs, kompromittierten Routern, Botnetz Infrastruktur, weltweiten Netzwerkverbindungen und roter Sicherheitswarnung. KI-generiert

Was ist AryStinger?

Sicherheitsforscher von Qianxins XLab Threat Intelligence Team haben ein bisher unbekanntes Malware-Botnetz namens AryStinger entdeckt. Es hat mehr als 4.000 veraltete D-Link Router kompromittiert und in ferngesteuerte Proxy-Server umgewandelt.

Die infizierten Geraete werden als sogenannte Executors missbraucht, die im Auftrag des Angreifers Scans, Proxy-Verkehr, Tunnel und Command-Execution durchfuehren. Das Botnetz nutzt eine verteilte Architektur: Grosse Scan-Aufgaben werden in kleine Teile zerlegt und parallel auf tausende infizierte Router verteilt.

Welche Router sind betroffen?

ModellAnfaellig fuerStatus
D-Link DIR-850LCVE-2013-3307, CVE-2016-5681, CVE-2025-11837End-of-Life, kein Patch
D-Link DIR-818LWCVE-2013-3307, CVE-2016-5681, CVE-2025-11837End-of-Life, kein Patch
Andere aeltere D-Link ModelleVerschiedene alte CVEsMeist End-of-Life

Geografische Verteilung der Infektionen

Die Telemetriedaten von XLab zeigen eine klare regionale Konzentration:

  1. Suedkorea – 48,5 % der Infektionen (mit Abstand am staerksten betroffen)
  2. China – 31,8 % der Infektionen
  3. Schweden – 6,4 % der Infektionen
  4. Malaysia – 3,5 % der Infektionen
  5. Singapur – 2,5 % der Infektionen

Deutschland und Europa sind weniger stark betroffen, aber nicht immun. Die Verteilung spiegelt die Verbreitung der anfaelligen Router-Modelle in diesen Regionen wider.

Zwei Varianten der Malware

XLab-Forscher haben zwei Varianten von AryStinger identifiziert:

  1. C-basierte Variante – Zielgruppe sind veraltete Router. Diese Variante ist weiter verbreitet und fokussiert auf die Ausnutzung alter CVEs.
  2. Go-basierte Variante – Zielgruppe sind NAS-Systeme. Diese Variante ist fortschrittlicher und bietet zusaetzliche Faehigkeiten wie IP- und DNS-Scanning, Command-Execution und interne Netzwerk-Reconnaissance durch Integration von Open-Source-Penetration-Testing-Tools.

Die Go-Variante kann Shell-Befehle sowie Go-, Java- und Python-Quellcode ausfuehren. Allerdings gibt es Einschraenkungen: Die Kompilierung erfordert Laufzeitumgebungen auf dem Host und der Prozess erzeugt Rauschen, das die Tarnung gefaehrden kann.

Wie schuetzen Sie Ihre Netzwerkinfrastruktur?

  1. Veraltete Router ersetzen – D-Link DIR-850L und DIR-818LW sind End-of-Life und erhalten keine Sicherheitsupdates mehr. Ersetzen Sie sie durch aktuell unterstuetzte Modelle.
  2. Firmware aktualisieren – Pruefen Sie fuer alle noch unterstuetzten Router-Modelle, ob die aktuellste Firmware installiert ist.
  3. Standard-Passwort aendern – Aendern Sie das Standard-Admin-Passwort auf allen Netzwerkgeraeten.
  4. Remote-Management deaktivieren – Deaktivieren Sie den Fernzugriff auf die Router-Verwaltungsoberflaeche, wenn er nicht zwingend benoetigt wird.
  5. Netzwerksegmentierung – IoT-Geraete und Router in einem separaten VLAN betreiben.
  6. Traffic-Monitoring – Ueberwachen Sie ungewoehnlichen Traffic von und zu Ihren Routern mit Tools wie Zabbix, Checkmk oder Prometheus.

Passende Anleitungen auf S-EDV

  1. pfSense/OPNsense Firewall-Erstkonfiguration
  2. Zero-Trust-Netzwerksegmentierung mit VLANs und Firewall-Regeln
  3. Checkmk auf Synology fuer IT-Monitoring

Quellen

  1. BleepingComputer: AryStinger botnet infected thousands of D-Link routers worldwide
  2. Qianxin XLab: AryStinger Botnet Analysis
  3. Heise: AryStinger Botnetz infiziert tausende D-Link Router