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Sicherheit & Datenschutz 06.08.2026 · 2 min Lesezeit

IBM Langflow CVE-2026-9198: Unauthentifizierter Code Injection auf Default-Deployments

CISA hat IBM Langflow ins KEV aufgenommen. Die Schwachstelle ermöglicht unauthentifizierte Angreifer, volle RCE auf Default-Deployments zu erlangen.

Professionelle IT Sicherheitsgrafik zu IBM Langflow mit der kritischen Schwachstelle CVE 2026 9198. Das Bild zeigt einen Langflow Server mit Warnsymbol, Code Injection Darstellung und Cyberangriff auf Standard Deployments. Im Fokus stehen unautorisierte C KI-generiert

CISA hat am 4. August 2026 IBM Langflow in den Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Katalog aufgenommen. Die Schwachstelle CVE-2026-9198 erlaubt es unautentifizierten Angreifern, auf Default-Deployments volle Remote Code Execution zu erlangen. Wer Langflow on-premises betreibt, muss die Installation sofort prüfen und auf Version 1.10.1 aktualisieren.

Was ist passiert?

IBM Langflow ist eine Low-Code-Plattform zum erstellen von KI-Agenten und Workflows. Die Schwachstelle kombiniert zwei Endpunkte: Der /api/v1/auto_login-Endpoint generiert Superuser-Token für jeden Netzwerkaufruf, der /api/v1/validate/code-Endpoint führt Benutzercode via exec() aus. Zusammen erlauben sie einem unauthentifizierten Angreifer, beliebigen Code als Superuser auszuführen. Der Angriff benötigt keine Credentials und funktioniert auf Default-Deployments ohne besondere Konfiguration.

Wer ist betroffen?

  1. Betroffen: IBM Langflow OSS Versionen 1.0.0 bis 1.10.0 mit aktivem auto_login-Endpoint (Default-Zustand).
  2. Nicht betroffen: Langflow-Versionen ab 1.10.1, gehostete Cloud-Instanzen mit deaktiviertem auto_login, Instanzen hinter Authentifizierung.
  3. Angriffspfad: Remote, unauthentifiziert, über HTTP, kombiniert zwei Endpunkte zu vollem RCE.

Wie kritisch ist das?

CVSS 9.8 und CISA KEV-Eintrag machen diese Schwachstelle zu einer höchsten Priorität. Der Angriff ist einfach zu reproduzieren, benötigt keine speziellen Kenntnisse und funktioniert auf unkonfigurierten Default-Installations. Für Unternehmen, die Langflow für interne KI-Workflows einsetzen, besteht die Gefahr einer vollständigen Kompromittierung des Host-Systems.

Was sollten Admins jetzt tun?

  1. Sofort prüfen: Langflow-Version unter pip show langflow oder im Admin-Dashboard prüfen. Gesucht: Version 1.10.0 oder älter.
  2. Upgrade durchführen: Auf Version 1.10.1 aktualisieren (pip install langflow==1.10.1 oder Docker-Image aktualisieren).
  3. auto_login deaktivieren: Falls Upgrade nicht sofort möglich: auto_login-Endpoint in der Konfiguration deaktivieren.
  4. Netzwerkzugriff einschränken: Langflow-Interface nur aus vertrauenswürdigen Netzwerken erreichbar machen.
  5. Logs prüfen: Unbekannte Aufrufe auf /api/v1/auto_login und /api/v1/validate/code im Zeitraum seit Bekanntwerden der Schwachstelle prüfen.

Einordnung für Unternehmen

Langflow wird häufig für prototypische KI-Agenten und interne Workflows eingesetzt. Gerade in Umgebungen, in denen Langflow intern bereitgestellt wird (oft ohne externe Authentifizierung), ist die Default-Konfiguration kritisch. Admins, die Langflow über Docker betreiben, sollten das Image aktualisieren und den auto_login-Endpoint deaktivieren oder absichern.

Passende Anleitungen auf S-EDV

  1. Langflow CVE-2026-5027: Angriffe auf KI-Workflow-Plattform – Vorgeschichte der Langflow-Sicherheitsprobleme und wie man die Plattform absichert.

Quellen

  1. NVD: CVE-2026-9198
  2. CISA KEV Catalog
  3. F1TYM1: Critical Code Injection in IBM Langflow
  4. BleepingComputer: CISA warns of Langflow exploitation