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Sicherheit & Datenschutz 23.08.2026 · 3 min Lesezeit

Mutmaßlich manipulierte GTA-6-ISO mit 113 GB kursiert im Netz – Warnung vor Malware

Eine angebliche 113 GB große GTA-6-ISO kursiert über Torrent-Seiten und ist mutmaßlich mit Schadsoftware präpariert. Rockstar bestätigt keine PC-Version, betroffen sind vor allem Windows-Nutzer, die den Download ausführen.

Mutmaßlich manipulierte GTA 6 ISO mit 113 GB beim Download, dargestellt mit Malware Warnung und Cybersecurity Schutzsymbol. KI-generiert

Im Netz kursiert aktuell eine rund 113 Gigabyte große ISO-Datei, die als angeblicher GTA-6-Build ausgegeben wird. Das unmittelbare Risiko betrifft vor allem Windows-Nutzer, die den Download ausführen. Eine offizielle PC-Version oder öffentliche Testversion von GTA VI existiert nicht: Rockstar Games nennt für das Spiel offiziell den 19. November 2026 als Erscheinungstermin und hat keinen vorab zugänglichen Build veröffentlicht.

Was ist passiert?

Golem, Notebookcheck und XDA berichten übereinstimmend, dass eine rund 113 GB große ISO-Datei über Torrent-Seiten verbreitet wird und als vorzeitig geleakte GTA-6-Version für den PC ausgegeben wird. Die Datei ist mutmaßlich mit Schadsoftware präpariert. Belastbare technische Details fehlen allerdings: Eine konkrete Malware-Familie, Hashwerte, Indicators of Compromise oder eine unabhängige Analyse der exakten Datei sind bislang nicht öffentlich dokumentiert. Ebenso liegen keine Angaben zu Opferzahlen vor. Die Einordnung als Bedrohung stützt sich auf die Fake-Natur der Datei in Kombination mit der unseriösen Verbreitung über Torrent-Netzwerke, nicht auf einen bestätigten Malware-Fund.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind praktisch nur Windows-Nutzer, die die ISO-Datei über einen Torrent-Client herunterladen und den enthaltenen Installer ausführen. Wer keine Dateien aus solchen Quellen bezieht, ist von diesem konkreten Fall nicht betroffen. Eine PC-Version von GTA VI gibt es aktuell nicht, Rockstar hat für das Spiel bislang ausschließlich PlayStation 5 und Xbox Series X/S sowie den 19. November 2026 als Termin bestätigt.

Wie kritisch ist das?

Ein CVSS-Wert oder eine formale Risikoeinstufung liegt nicht vor, da es sich nicht um eine Schwachstelle in einer Software handelt, sondern um eine mutmaßlich vergiftete Datei aus einer inoffiziellen Quelle. Praktisch ist das Risiko für Unternehmen gering, sofern Torrent-Clients und Download-Portale auf Firmensystemen ohnehin unterbunden sind. Für private Systeme oder BYOD-Geräte ohne diese Einschränkung ist die Gefahr höher, insbesondere bei stark gehypten Spiele-Releases wie GTA VI.

Was sollten Admins jetzt tun?

  1. Prüfen, ob Torrent-Clients und Download-Portale auf Firmensystemen bereits unterbunden sind, sofern nicht geschäftlich erforderlich
  2. Wer die Datei bereits heruntergeladen, aber noch nicht ausgeführt hat, sollte sie löschen und Download-Ordner sowie Browser-Verlauf auf weitere verdächtige Dateien prüfen
  3. Wurde der Installer bereits gestartet, empfiehlt sich ein vollständiger Virenscan mit aktueller Signaturdatenbank sowie im Zweifel eine Neuinstallation des Systems, da unbekannte Schadsoftware ohne bestätigte Signatur von Scannern übersehen werden kann
  4. Mitarbeitende und Familienmitglieder für die Masche sensibilisieren, insbesondere vor Release-Terminen stark gehypter Spiele
  5. Ausführbare Dateien aus ISO-Images grundsätzlich vor dem Start durch einen aktuellen Virenscanner prüfen

Einordnung für Unternehmen

Der Fall zeigt ein wiederkehrendes Muster: Rund um den Hype um stark erwartete Spiele-Releases nutzen Kriminelle die Vorfreude aus, um gefälschte Vorabversionen mit Schadsoftware zu verbreiten. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das vor allem dann relevant, wenn Mitarbeitende Firmengeräte auch privat nutzen. Eine klare Regel gegen Downloads aus Torrent-Quellen auf Firmensystemen sowie regelmäßige Sensibilisierung reduzieren das Risiko deutlich.

Passende Anleitungen auf S-EDV

  1. Phishing erkennen und melden: Leitfaden für das Team – praxisnahe Anleitung, um Mitarbeitende für Betrugsmaschen wie gefälschte Downloads zu sensibilisieren.
  2. Security-Awareness-Programm für KMU aufbauen – strukturiertes Vorgehen, um Belegschaft dauerhaft gegen Social-Engineering-Maschen wie diese zu schulen.
  3. Windows-Clipper-Malware über USB-Verknüpfungen – ein weiteres Beispiel für Schadsoftware, die gezielt Windows-Nutzer über manipulierte Dateien angreift.

Quellen

  1. Rockstar Games: Grand Theft Auto VI
  2. Golem: Virusalarm um mysteriöse 113-GByte-ISO
  3. Notebookcheck: 113 GB GTA 6 build circulating online
  4. XDA Developers: supposed GTA 6 build full of malware