CISA KEV: Vier neue Lücken in SharePoint, vCenter, macOS und Windows IKE aktiv ausgenutzt
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA warnt vor vier aktiv ausgenutzten Schwachstellen: einer schwachen SharePoint-Authentifizierung, einem VMware-vCenter-Path-Traversal, einer macOS-Authentifizierungslücke in Screen Sharing und einem Double-Free-Fehler im Windows-IKE-Dienst. Der Artikel ordnet alle vier CVEs ein und zeigt, was Admins jetzt konkret prüfen sollten.

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat am 18. August 2026 vier weitere Schwachstellen in ihren Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Catalog aufgenommen. Alle vier Lücken werden nach CISA-Angaben bereits aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt. Betroffen sind Microsoft SharePoint, VMware vCenter, Apple macOS und der Windows-Dienst für Internet Key Exchange (IKE). US-Bundesbehörden müssen die betroffenen Systeme laut Bindungsanweisung BOD 26-04 bis zum 21. August 2026 patchen – für Unternehmen außerhalb der US-Bundesverwaltung ist der KEV-Eintrag trotzdem ein verlässliches Signal: Wenn eine Lücke hier auftaucht, wird sie nachweislich bereits angegriffen, nicht nur theoretisch ausgenutzt.
Die vier neuen KEV-Einträge im Überblick
| CVE | Produkt | Art der Schwachstelle | CVSS |
|---|---|---|---|
| CVE-2026-55040 | Microsoft SharePoint | Schwache Authentifizierung | Hoch |
| CVE-2026-59310 | Broadcom VMware vCenter | Path-Traversal-Schwachstelle | Hoch |
| CVE-2026-65400 | Apple macOS (Screen Sharing) | Unsachgemäße Authentifizierung, CVSS 9.8 | 9.8 (Kritisch) |
| CVE-2026-33824 | Windows Internet Key Exchange (IKE) Service Extensions | Double-Free-Fehler | Hoch |
SharePoint: CVE-2026-55040
Bei der SharePoint-Lücke handelt es sich um eine schwache Authentifizierung, die es einem Angreifer unter bestimmten Bedingungen erlaubt, sich unautorisiert Zugriff auf SharePoint-Ressourcen zu verschaffen. S-EDV hat SharePoint-Sicherheitslücken in den vergangenen Monaten mehrfach thematisiert – der Dienst gehört seit Jahresbeginn 2026 zu den am häufigsten aktiv angegriffenen Microsoft-Produkten. Wer bereits die Juli- und August-Patchdays vollständig eingespielt hat, sollte prüfen, ob dieser spezifische Fix bereits enthalten war, oder ob ein separates Update nötig ist.
VMware vCenter: CVE-2026-59310
Die Path-Traversal-Schwachstelle in Broadcoms VMware vCenter erlaubt es Angreifern, durch manipulierte Dateipfade auf Bereiche des Systems zuzugreifen, die eigentlich nicht erreichbar sein sollten. vCenter-Instanzen sind in Mittelstandsumgebungen mit VMware-Virtualisierung meist zentrale Verwaltungskomponenten für ganze Serverfarmen – ein erfolgreicher Angriff kann daher weitreichende Folgen für die gesamte virtualisierte Infrastruktur haben. S-EDV hatte diese CVE bereits im eigenständigen Artikel zum vCenter-Patch behandelt; die jetzige KEV-Aufnahme bestätigt, dass die Lücke inzwischen aktiv ausgenutzt wird und nicht mehr nur theoretisches Risiko darstellt.
macOS Screen Sharing: CVE-2026-65400
Mit einem CVSS-Wert von 9.8 ist die macOS-Lücke die kritischste der vier neuen Einträge. Sie betrifft eine unsachgemäße Authentifizierung im Screen-Sharing-Dienst von macOS und erlaubt es einem Angreifer im gleichen Netzwerk, sich ohne gültige Zugangsdaten zu authentifizieren. Apple hatte den Fehler bereits am 6. August 2026 geschlossen; innerhalb weniger Tage beobachteten Sicherheitsforscher aktive Ausnutzung, bei der Angreifer auf ungepatchten Macs Root-Zugriff erlangten und Kryptowährungs-Mining-Malware installierten. Für Unternehmen mit Apple-Geräten im Netz ist das ein klarer Hinweis, macOS-Updates nicht länger als wenige Tage aufzuschieben.
Windows IKE Service Extensions: CVE-2026-33824
Der Double-Free-Fehler im Windows-Dienst für Internet Key Exchange (IKE), der bei VPN-Verbindungen über IPsec zum Einsatz kommt, kann von einem Angreifer über das Netzwerk ausgelöst werden und zu Remote Code Execution führen. IKE-Dienste laufen auf vielen Windows-Servern, die als VPN-Gateway oder für Site-to-Site-Verbindungen konfiguriert sind. Da der Dienst häufig auf am Internetrand exponierten Servern läuft, ist das Risiko einer erfolgreichen Remote-Ausnutzung besonders hoch.
Risiko für KMU und Betrieb
Die vier Lücken betreffen unterschiedliche Angriffsflächen: SharePoint und vCenter sind klassische zentrale Verwaltungssysteme, macOS Screen Sharing betrifft einzelne Endgeräte im internen Netz, und der Windows-IKE-Dienst ist typischerweise am Netzwerkrand exponiert. Für ein mittelständisches Unternehmen mit gemischter Infrastruktur (Windows-Server, VMware-Virtualisierung, Apple-Arbeitsplätze) heißt das: Es reicht nicht, nur eine Systemklasse zu prüfen. Wer VMware vCenter, SharePoint oder Windows-VPN-Gateways betreibt, sollte diese Woche gezielt kontrollieren, ob die jeweiligen Patches bereits eingespielt sind – nicht erst beim nächsten regulären Patchday.
Was Admins jetzt prüfen sollten
- SharePoint-Server-Patchstand gegen die aktuellen Microsoft-Sicherheitsupdates zu CVE-2026-55040 prüfen
- VMware vCenter-Version kontrollieren und auf den von Broadcom bereitgestellten Fix für CVE-2026-59310 aktualisieren
- macOS-Geräte im Unternehmen auf die aktuelle Version prüfen (Apple-Fix vom 6. August 2026 oder neuer)
- Windows-Server mit aktiviertem IKE-Dienst (VPN-Gateways, Site-to-Site-Verbindungen) identifizieren und patchen
- Am Internetrand exponierte Dienste (IKE, SharePoint) besonders priorisieren – dort ist das Angriffsfenster am größten
- CISA-KEV-Katalog regelmäßig als zusätzliche Priorisierungsquelle neben dem eigenen Patch-Management-Zyklus nutzen
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