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Künstliche Intelligenz 11.08.2026 · 3 min Lesezeit

ChatGPT Maps: OpenAI startet Kartenfunktion für die EU

OpenAI erweitert ChatGPT um eine eigene Kartenfunktion namens ChatGPT Maps, die schrittweise auch für Nutzer in der Europäischen Union freigeschaltet wird. Die Funktion basiert offenbar auf OpenStreetMap-Daten und ergänzt Chats um interaktive Ortssuche, lokale Empfehlungen und Standortabfragen. Für Unternehmen, die ChatGPT im Arbeitsalltag einsetzen, stellt sich die Frage nach Standortfreigabe und Datenverarbeitung.

Illustration zu ChatGPT Maps: interaktive Kartenansicht in einer KI-Chatoberflaeche mit Standortmarkern und EU-Bezug KI-generiert

OpenAI hat begonnen, seine neue Kartenfunktion ChatGPT Maps schrittweise für Nutzer in der Europäischen Union freizuschalten. Unter chatgpt.com/maps beziehungsweise über den Befehl "/maps" steht damit eine eigenständige Kartenansicht bereit, die Ortssuche, lokale Empfehlungen und Standortabfragen direkt in den Chat integriert.

Was ist passiert?

ChatGPT konnte bereits seit Ende 2024 einfache lokale Suchanfragen mit Kartenanzeige beantworten. Mit ChatGPT Maps erhält diese Funktion nun einen eigenen Bereich, der bei manchen Nutzern bereits direkt über die Seitenleiste erreichbar ist. Nutzer können nach Restaurants, Geschäften, Sehenswürdigkeiten oder anderen Orten suchen, Ausflüge planen und die Ergebnisse auf einer interaktiven Karte anzeigen lassen, die um ausführliche Textinformationen ergänzt wird. Nach Angaben aus den Nutzerkommentaren mehrerer Quellen basieren die Kartendaten auf OpenStreetMap. Woher die Informationen zu einzelnen Orten (Points of Interest) stammen, hat OpenAI bislang nicht offiziell dokumentiert.

Wer ist betroffen?

Der Rollout betrifft ChatGPT-Nutzer mit Sitz in der Europäischen Union und erfolgt schrittweise, sodass die Funktion nicht bei allen Accounts gleichzeitig sichtbar wird. Für die Nutzung des eigenen Standorts ist eine explizite Standortfreigabe erforderlich, ChatGPT Maps lässt sich aber auch ohne Standortfreigabe für beliebig angegebene Orte verwenden. Unternehmen, die ChatGPT dienstlich einsetzen, sind indirekt betroffen, sobald Mitarbeitende die neue Funktion in ihrem Account sehen und nutzen.

Warum der Start in Europa später kommt

OpenAI hat ChatGPT Maps zunächst außerhalb der EU eingeführt und passt die Funktion offenbar an ein strengeres regulatorisches Umfeld an, das durch DSGVO, EU AI Act und Digital Services Act geprägt ist. Auch andere ChatGPT-Funktionen wurden in der Vergangenheit in Europa verzögert oder inhaltlich angepasst ausgerollt. Mit Angeboten zur Datenresidenz für Unternehmenskunden in der EU hatte OpenAI bereits zuvor Schritte in diese Richtung unternommen.

Was sollten Admins jetzt tun?

  1. Prüfen, ob ChatGPT im Unternehmen dienstlich genutzt wird und ob eine interne KI-Nutzungsrichtlinie existiert.
  2. Klären, ob Mitarbeitende bei dienstlicher Nutzung Standortfreigaben an ChatGPT erteilen dürfen.
  3. Bei Nutzung von ChatGPT Enterprise oder Team-Accounts prüfen, ob und wie sich neue Funktionen wie Maps zentral einschränken lassen.
  4. Ergebnisse von ChatGPT Maps nicht ungeprüft übernehmen. Nutzerberichte zeigen bereits veraltete oder falsche Angaben zu Öffnungszeiten einzelner Orte.
  5. Datenschutzhinweise und Auftragsverarbeitungsverträge mit OpenAI im Hinblick auf die neue Funktion sichten, sofern ChatGPT im Unternehmenskontext eingesetzt wird.

Einordnung für Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen ist ChatGPT Maps zunächst kein akutes Sicherheitsthema, sondern ein Beispiel dafür, wie schnell sich der Funktionsumfang von KI-Assistenten im Arbeitsalltag verändert. Wer ChatGPT im Unternehmen einsetzt, sollte neue Funktionen wie Maps in die bestehende KI-Nutzungsrichtlinie einordnen, statt sie unkommentiert laufen zu lassen. Besonders relevant ist die Frage, welche Standort- und Ortsdaten über dienstliche Accounts an OpenAI übermittelt werden und ob das mit den eigenen Datenschutzvorgaben vereinbar ist.

Passende Anleitungen auf S-EDV

  1. KI-Nutzungsrichtlinie für Unternehmen erstellen - Vorlage und Praxistipps, um Funktionen wie ChatGPT Maps sauber in bestehende Regeln einzuordnen.
  2. DSGVO-Checkliste für den Einsatz lokaler KI-Modelle - Hilfreich für Unternehmen, die dienstliche KI-Nutzung datenschutzkonform gestalten wollen.

Quellen

  1. ifun.de: ChatGPT Maps: OpenAI startet eigene Kartensuche
  2. Xgadget.de: ChatGPT Maps startet in der EU
  3. Caschys Blog: ChatGPT Karten startet in der Europäischen Union