Apache HTTP Server 2.4.67: Elf Lücken geschlossen, fünf davon hochkritisch
Mit Version 2.4.67 schliesst die Apache Software Foundation elf Sicherheitslücken im weit verbreiteten Webserver. Fünf gelten als hochkritisch, eine erlaubt Remote Code Execution via HTTP/2.

Die Apache Software Foundation hat den HTTP Server auf Version 2.4.67 aktualisiert und schliesst damit elf Sicherheitslücken. Fünf davon stuft das Projekt als hochkritisch ein, zwei verfehlen die Kritikalitäts-Stufe nur knapp. Mit dabei: eine moegliche Remote-Code-Execution ueber HTTP/2 (CVE-2026-23918), die jeden produktiv eingesetzten Webserver mit HTTP/2-Unterstützung trifft.
Die Liste der Schwachstellen ist breit: Neben dem HTTP/2-Double-Free hat das Apache-Team eine Privilege-Escalation (CVE-2026-24072), eine NULL-Pointer-Dereferenz in mod_dav_lock (CVE-2026-29169) und einen Buffer-Over-Read (CVE-2026-34059) korrigiert. WebDAV-Setups, Reverse-Proxy-Konstellationen vor PHP-Anwendungen und klassische LAMP-Stacks sind damit gleichermassen im Visier. Wer Apache als Frontend vor WordPress-, Joomla- oder Symfony-Installationen betreibt, sollte das Update zur Pflicht erklären.
Erschwerend kommt hinzu, dass Apache in vielen Standard-Distributionen nicht mit der neüsten Upstream-Version mitläuft. Debian, Ubuntu LTS und RHEL backporten die Patches in eigene Pakete – die Versionsnummer ändert sich dort nicht zwingend auf 2.4.67. Wer die Aktualisierung beurteilen will, muss daher den Hersteller-Changelog oder das Security-Advisory der Distribution lesen, statt sich auf httpd -v zu verlassen.
Was Admins jetzt tun sollten
- Apache 2.4.67 oder ein vom Distributor zurückportiertes gepatchtes Paket auf allen exponierten Webservern einspielen, Reboot bzw. Reload nicht vergessen.
- HTTP/2 nicht reflexartig deaktivieren, aber als Notfall-Option vorbereiten – bei Hinweisen auf Angriffsversuche kurzfristig auf HTTP/1.1 zurückschalten.
mod_davundmod_dav_lockdort deaktivieren, wo WebDAV nicht aktiv genutzt wird; reduziert die Angriffsfläche daürhaft.- Konfigurationsdateien auf eingeschleuste
Location- oderAlias-Blöcke prüfen und über File Integrity Monitoring absichern. - Bei Shared-Hosting oder Containern: Image-Basis aktualisieren und CI/CD-Pipelines neu durchlaufen lassen, damit die Patches in die produktiven Container kommen.
Im DACH-Mittelstand bildet Apache nach wie vor das Rückgrat vieler Hosting-Setups – haeufig in Kombination mit PHP-FPM, MariaDB und WordPress-Installationen. Wer Root-Server oder VPS bei einem Anbieter wie Netcup betreibt, kann den Patch-Slot direkt mit einem Konfigurations-Review verbinden. Veraltete mod_*-Module, ungenutzte VirtualHosts und vergessene WebDAV-Endpunkte sind die typischen Fundstellen bei einem solchen Audit.
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Quelle: heise online – Apache HTTP Server: Highly critical flaws allow malicious code injection.