Portainer auf Synology NAS installieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung für DSM 7.2
Mit Portainer verwaltest du Docker-Container auf der Synology bequem im Browser. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie du Portainer in unter fünf Minuten mit Container Manager und der Aufgaben-Steuerung auf DSM 7.2 installierst – ganz ohne SSH.

Portainer ist eine schlanke Web-Oberfläche, mit der sich Docker-Container, Images, Volumes und Netzwerke bequem im Browser verwalten lassen. Auf einer Synology mit aktiviertem Container Manager ist Portainer in wenigen Minuten installiert – ganz ohne SSH-Zugriff, nur über die DSM-Oberfläche. Diese Anleitung führt durch die komplette Einrichtung von Portainer CE auf einer Synology unter DSM 7.2.
Warum Portainer auf der Synology?
Container Manager bringt zwar eine eigene UI mit, kommt aber bei Compose-Stacks, Volume-Verwaltung und Multi-Endpoint-Setups schnell an seine Grenzen. Portainer schließt diese Lücken: Stacks lassen sich per docker-compose.yml hochladen, Logs und Konsole sind ein Klick entfernt, und mehrere Hosts – etwa ein Synology-NAS und ein Linux-Server – lassen sich in einer Oberfläche bündeln. Wer regelmäßig mit Containern arbeitet, spart sich damit ständige SSH-Sitzungen.
Voraussetzungen
- Synology-NAS mit DSM 7.2 oder neuer und Container-Manager-Unterstützung (DS220+, DS224+, DS423+, DS923+, DS1522+, DS1821+ und vergleichbare Modelle).
- Container Manager aus dem Paket-Zentrum installiert.
- Ein Benutzerkonto mit Administrator-Rechten.
- Frei verfügbare Ports
8000und9443auf der Synology.
Falls Container Manager bei deinem Modell nicht im Paket-Zentrum auftaucht, unterstützt deine Synology Docker nicht – in diesem Fall ist Portainer auf dem NAS leider nicht installierbar.
Schritt 1: Container Manager installieren
Im DSM mit dem Administrator-Konto anmelden und das Paket-Zentrum öffnen. Nach Container Manager suchen und das Paket installieren. Nach der Installation einmal kurz öffnen, damit DSM den Ordner /volume1/docker automatisch anlegt – dieser Ordner ist später der zentrale Ablageort für Container-Daten.

Schritt 2: Datenordner für Portainer anlegen
In der File Station in den Ordner docker auf volume1 wechseln und einen neuen Unterordner namens portainer erstellen. Der vollständige Pfad lautet:
/volume1/docker/portainerIn diesem Verzeichnis legt Portainer später seine Datenbank, Benutzerprofile und Endpoint-Konfigurationen ab. Ohne dieses Volume wären alle Einstellungen nach einem Container-Neustart verloren.
Schritt 3: Aufgabe in der Aufgaben-Steuerung anlegen
Statt SSH zu aktivieren, wird der Docker-Befehl einmalig als geplante Aufgabe ausgeführt. Das ist der schnellste Weg, der ohne zusätzliche Tools auskommt.
In der Systemsteuerung den Punkt Aufgabenplaner öffnen, dann auf Erstellen → Geplante Aufgabe → Benutzerdefiniertes Script klicken.

Reiter „Allgemein“
- Aufgabe:
Portainer installieren - Benutzer:
root(zwingend erforderlich, damit der Docker-Socket genutzt werden kann) - Aktiviert: Haken entfernen – die Aufgabe soll nicht regelmäßig laufen, sondern nur einmal manuell.

Reiter „Zeitplan“
Hier eine beliebige Einstellung wählen, sie wird durch das deaktivierte Häkchen oben ohnehin ignoriert.
Reiter „Aufgabeneinstellungen → Benutzerdefiniertes Script“
Folgendes Script einfügen:
docker run -d \
--name=portainer \
--restart=always \
-p 8000:8000 \
-p 9443:9443 \
-v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock \
-v /volume1/docker/portainer:/data \
portainer/portainer-ce:latestWer das lieber einzeilig hat, kann auch diese kompakte Variante verwenden:
docker run -d --name=portainer --restart=always -p 8000:8000 -p 9443:9443 -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock -v /volume1/docker/portainer:/data portainer/portainer-ce:latestAnschließend mit OK bestätigen. Falls DSM nach dem Root-Passwort fragt, das Passwort des Administrator-Kontos eingeben.

Schritt 4: Aufgabe ausführen
Die neue Aufgabe in der Liste markieren und auf Ausführen klicken. DSM zeigt eine Sicherheitsabfrage, diese mit Ja bestätigen. Im Hintergrund läuft jetzt Folgendes ab:
- Das aktuelle Portainer-CE-Image wird von Docker Hub geladen.
- Der Container wird mit dem Namen
portainererstellt und gestartet. - Die Datenbank wird in
/volume1/docker/portainerinitialisiert. - Die Restart-Policy
alwayssorgt dafür, dass Portainer nach einem Neustart der Synology automatisch wieder hochfährt.
Im Container Manager unter Container sollte nach etwa 30 Sekunden ein laufender Container mit dem Namen portainer auftauchen.

Schritt 5: Portainer im Browser öffnen
In einem beliebigen Browser folgende Adresse aufrufen, dabei NAS-IP durch die lokale IP-Adresse der Synology ersetzen:
https://NAS-IP:9443Der Browser zeigt eine Zertifikatswarnung an, weil Portainer ein selbstsigniertes Zertifikat verwendet. Das ist im lokalen Netz unproblematisch – einfach auf Erweitert klicken und die Seite trotzdem öffnen.
Schritt 6: Admin-Konto anlegen
Beim ersten Aufruf erscheint die Einrichtungsmaske. Hier einen Benutzernamen festlegen (zum Beispiel admin) und ein starkes Passwort mit mindestens 12 Zeichen vergeben. Portainer akzeptiert keine schwachen Passwörter – das ist gewollt, weil dieser Account vollständigen Zugriff auf alle Docker-Ressourcen erhält.
Wichtig: Wenn die Eingabemaske nicht innerhalb von fünf Minuten nach Container-Start aufgerufen wird, deaktiviert Portainer aus Sicherheitsgründen die initiale Einrichtung. In diesem Fall muss der Container über den Container Manager kurz neu gestartet werden.
Schritt 7: Lokale Docker-Umgebung verbinden
Nach dem Anlegen des Admin-Kontos schlägt Portainer vor, eine Environment hinzuzufügen. Die Option Get Started auswählen, dadurch wird die lokale Docker-Instanz der Synology als Standard-Endpoint registriert.
In der Übersicht ist nun zu sehen, welche Container, Images, Volumes und Netzwerke auf dem NAS bereits existieren – inklusive aller Container, die zuvor über Container Manager angelegt wurden. Ab hier lässt sich alles direkt aus Portainer steuern: Logs einsehen, Konsole öffnen, Stacks per docker-compose.yml hochladen, Backups einrichten.
Portainer aktuell halten
Portainer veröffentlicht regelmäßig Sicherheits- und Feature-Updates. Da der Container mit dem Tag latest läuft, reicht ein erneuter Lauf der Aufgabe nach folgender Vorbereitung:
- Im Container Manager den Container portainer stoppen.
- Den gestoppten Container über das Kontextmenü Aktion → Löschen entfernen. Die Daten bleiben dabei erhalten, weil sie im Volume liegen.
- Die Aufgabe Portainer installieren erneut ausführen – der aktuelle Image-Stand wird automatisch geladen.
Wer den Vorgang noch weiter automatisieren möchte, kann das Update-Script auch als wöchentliche Aufgabe einplanen. Für Produktiv-Umgebungen empfiehlt sich allerdings ein gepinnter Versions-Tag (zum Beispiel portainer/portainer-ce:2.21.4) statt latest, um ungewollte Major-Upgrades zu vermeiden.
Backup nicht vergessen
Der gesamte Portainer-Zustand – Benutzer, Stacks, Endpoint-Konfigurationen – liegt im Ordner /volume1/docker/portainer. Wer Hyper Backup auf der Synology einsetzt, sollte diesen Pfad in den Sicherungs-Job aufnehmen. Damit ist im Notfall eine vollständige Wiederherstellung mit wenigen Klicks möglich.
Fazit
Mit Container Manager und der Aufgaben-Steuerung ist Portainer auf der Synology in weniger als fünf Minuten startklar – ohne SSH, ohne Drittanbieter-Tools und mit persistenten Daten unter /volume1/docker/portainer. Wer regelmäßig mit Containern arbeitet, gewinnt damit eine deutlich aufgeräumtere Oberfläche als die im Container Manager mitgelieferte UI.
Weitere praktische Anleitungen rund um Synology gibt es in der Kategorie Synology / NAS und zum Thema Container in Docker.
Quellen: Portainer Documentation – Install Portainer CE with Docker on Linux, portainer.io