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📘 Anleitung Linux 13.06.2026 · 8 min Lesezeit

netcup Local Block Storage bestellen, einrichten und unter Linux einbinden

Mit netcup Local Block Storage erweiterst du deinen VPS um NVMe-Speicher direkt am Host. Diese Anleitung zeigt Bestellung im CCP, Erkennung unter Linux und dauerhaftes Einbinden per fdisk, mkfs.ext4 und UUID-fstab-Eintrag.

netcup SCP Dashboard für Local Block Storage mit Bestellung, Zuweisung zum vServer und Linux Einbindung über lsblk, mkfs, mount und fstab KI-generiert

Wächst der Speicherbedarf auf einem netcup VPS oder Root Server, ist Local Block Storage die schnellste Lösung: eine zusätzliche virtuelle Festplatte, die direkt am physischen Host-Knoten angebunden ist, bei NVMe-Serverprodukten der Generationen G10, G11 und G12 auf NVMe-Hardware läuft – und nach der Bestellung im Customer Control Panel (CCP) ohne Serverneustart sofort im laufenden Linux-System erscheint. Diese Anleitung richtet sich an Admins und ambitionierte Selfhoster, die ihrem netcup-Server schnell und zuverlässig mehr Speicher spendieren wollen – von der CCP-Bestellung bis zum dauerhaft gemounteten Volume.

Voraussetzungen

  1. Aktiver netcup-Account mit einem VPS oder Root Server der Generation G9 oder neuer
  2. SSH-Zugang zum Server mit Root-Rechten (oder sudo-Berechtigung)
  3. Linux-Installation auf dem Server (Ubuntu, Debian, Rocky Linux o. ä.)
  4. Freies Kontingent: maximal 5 Local Block Storage Einheiten pro Server
  5. Aktive Zahlungsmethode oder ausreichendes Guthaben im CCP (0,012 EUR/GB/Monat zzgl. MwSt.)
  6. Ca. 15 Minuten Zeit

Was ist netcup Local Block Storage – und wann lohnt er sich?

Local Block Storage ist eine direkt am Host-Knoten angebundene Block-Device. Sie verhält sich aus Linux-Sicht wie eine gewöhnliche zweite Festplatte, bietet aber die volle Hardware-Performance des Hosts ohne Netzwerk-Overhead. Bei aktuellen NVMe-Serverprodukten (G10, G11, G12) bedeutet das echte NVMe-Latenz. Das unterscheidet ihn grundlegend vom netcup Storage Space, der netzwerkbasiert arbeitet.

Typische Einsatzfälle: zusätzlicher Datenspeicher für Datenbanken, Docker-Volumes, Medien-Bibliotheken oder Log-Archive. Nicht geeignet ist er als Backup-Ziel – bei einem Host-Knotenausfall ist der Storage nicht einfach einem Ersatz-Server zuzuweisen. Für externe Backups eignet sich restic mit Hetzner Storage Box deutlich besser.

MerkmalLocal Block StorageStorage Space
AnbindungLokal am Host (direkt)Netzwerkbasiert
LatenzSehr niedrigHöher (Netzwerk)
PerformanceNVMe/HDD des HostsNetzwerk-begrenzt
Booten möglichNeinNein
Online-SnapshotsNein (nur offline)Ja
Backup-EignungEingeschränktBesser geeignet
ServerbindungAn diesen Server gebundenFlexibler verschiebbar
Max. Einheiten5 pro ServerProduktabhängig

Kapazitätsgrenzen und Preis nach Produkt

Der Preis beträgt einheitlich 0,012 EUR pro GB pro Monat (zzgl. MwSt.), wird tagesgenau abgerechnet und hat keine Mindestlaufzeit. Die maximale Kapazität hängt vom Serverprodukt ab:

ProduktMax. KapazitätStorage-Typ
VPS x86 G10 / G11 / G128 TBNVMe
VPS ARM64 G118 TBNVMe
VPS x86 G11s2 TBNVMe
VPS Lite G12 / vGPU4 TBNVMe
Root Server G9/G9.58 TBHDD
Root Server G118 TBNVMe

Minimum sind 1 GB, pro Server können maximal 5 Einheiten gleichzeitig gebucht werden.

Schritt 1: Local Block Storage im CCP bestellen

Die Bestellung läuft ausschließlich im Customer Control Panel (CCP) – das Server Control Panel (SCP) bleibt dabei unangetastet.

  1. Unter customercontrolpanel.de einloggen.
  2. Im Menü Produkte auf das Lupen-Symbol neben dem gewünschten Server klicken.
  3. Den Tab „Local Block Storage" wählen.
  4. Die gewünschte Größe in GB eingeben (z. B. 50 für 50 GB).
  5. „Local Block Storage buchen" klicken, die AGB-Checkbox aktivieren und mit „Bestätigen" abschließen.

Die neue Einheit ist sofort aktiv. Ein Neustart des Servers ist nicht nötig – die Disk erscheint unmittelbar im laufenden System.

Verifizieren: Im CCP wird die gebuchte Einheit unter dem Server-Tab „Local Block Storage" mit Größe und Buchungsdatum angezeigt.

Schritt 2: Neue Festplatte in Linux erkennen

Per SSH auf den Server einloggen und eine Root-Shell öffnen:

sudo -i

# Alle erkannten Disks und Partitionen auflisten
fdisk -l

Die Ausgabe zeigt typischerweise /dev/vda als System-Disk. Das neue Local Block Storage erscheint als /dev/vdb (zweite Disk), weitere Einheiten als /dev/vdc, /dev/vdd usw. Die neue Disk hat noch keine Partitionstabelle.

Verifizieren: fdisk -l listet /dev/vdb mit der gebuchten Kapazität auf – ohne Partitionseinträge darunter.

Schritt 3: Partition mit cfdisk erstellen

cfdisk bietet eine komfortablere, cursor-basierte Oberfläche gegenüber dem klassischen fdisk. Wichtig: Immer die ganze Disk angeben, nicht eine noch nicht existierende Partition.

# cfdisk auf der neuen Disk starten – NICHT /dev/vdb1!
cfdisk /dev/vdb

Im interaktiven Menü:

  1. Partitionstabellen-Typ „dos" (MBR) auswählen und mit Enter bestätigen.
  2. „New" wählen → die gesamte Größe mit Enter bestätigen.
  3. Partitionstyp „primary" wählen.
  4. „Write" auswählen, yes eingeben und bestätigen.
  5. „Quit" zum Beenden.

Verifizieren: fdisk -l zeigt nun /dev/vdb1 als Partition innerhalb von /dev/vdb.

Schritt 4: Partition mit ext4 formatieren

ext4 ist für Local Block Storage die Standardempfehlung – stabil, weit verbreitet und unterstützt Online-Resize. Alternativ sind xfs oder btrfs möglich, erfordern aber angepasste Resize-Befehle.

mkfs.ext4 /dev/vdb1

Der Befehl gibt Informationen über die angelegte Superblock-Struktur aus und endet nach wenigen Sekunden.

Verifizieren: Die letzte Zeile der Ausgabe lautet in etwa: Writing superblocks and filesystem accounting information: done

Schritt 5: Mountpunkt erstellen und temporär einhängen

# Verzeichnis anlegen (Name frei wählbar)
mkdir /mnt/lbstorage

# Partition temporär einhängen
mount /dev/vdb1 /mnt/lbstorage

# Einbindung prüfen
df -h /mnt/lbstorage

Verifizieren: df -h /mnt/lbstorage zeigt Gesamtgröße, belegten und freien Speicher der neuen Partition.

Schritt 6: UUID ermitteln

Gerätenamen wie /dev/vdb1 können sich nach einem Reboot ändern, wenn sich die Reihenfolge der erkannten Disks verschiebt. Die UUID ist stabil und muss deshalb für den fstab-Eintrag verwendet werden.

blkid /dev/vdb1

Beispiel-Ausgabe:

/dev/vdb1: UUID="a1b2c3d4-e5f6-7890-abcd-ef1234567890" TYPE="ext4"

Die UUID komplett kopieren – sie wird im nächsten Schritt benötigt.

Schritt 7: Dauerhaft per /etc/fstab einbinden

Die fstab wird beim Systemstart ausgewertet und sorgt dafür, dass das Volume nach jedem Reboot automatisch gemountet wird.

nano /etc/fstab

Am Ende der Datei folgende Zeile anhängen – die UUID aus Schritt 6 einsetzen:

UUID=a1b2c3d4-e5f6-7890-abcd-ef1234567890  /mnt/lbstorage  ext4  defaults  0  0

Speichern mit Ctrl+O, Enter, Ctrl+X.

Die Felder bedeuten: Dateisystem (UUID), Mountpunkt, Typ, Optionen, Dump-Flag (0 = kein Dump), fsck-Reihenfolge (0 = nicht prüfen – für zusätzliche Datendisks sinnvoll).

Schritt 8: fstab-Eintrag testen

Bevor du rebootest, unbedingt mit mount -a prüfen – ein Syntaxfehler in der fstab kann das System in eine Boot-Schleife führen.

# Partition aushängen
umount /mnt/lbstorage

# Alle fstab-Einträge neu einlesen
mount -a

# Ergebnis prüfen
df -h /mnt/lbstorage

Verifizieren: df -h /mnt/lbstorage zeigt die Partition erneut gemountet. Ein Fehler bei mount -a deutet auf einen fstab-Syntaxfehler hin – sofort korrigieren.

Optional: Speicher nachträglich vergrößern

Im CCP kann die gebuchte Kapazität jederzeit erhöht werden. Danach muss in Linux zunächst die Partition auf die neue Größe ausgedehnt und anschließend das Dateisystem vergrößert werden. Reihenfolge ist entscheidend: resize2fs vergrößert nur das Dateisystem, nicht die Partition selbst.

# Schritt 1: Partition mit cfdisk anpassen
# Alte Partition löschen (Delete), neue mit voller Größe anlegen (New → Write → Quit)
cfdisk /dev/vdb

# Schritt 2: Dateisystem vergrößern (bei ext4 auch online möglich)
resize2fs /dev/vdb1

# Ergebnis prüfen
df -h /mnt/lbstorage

Ein direktes Verkleinern ist nicht möglich – dazu muss eine neue kleinere Einheit erstellt, die Daten migriert und die alte Einheit gelöscht werden.

Troubleshooting / Typische Fehler

cfdisk meldet „cannot open /dev/vdb1"

Du hast /dev/vdb1 statt /dev/vdb angegeben. cfdisk arbeitet auf der gesamten Disk, nicht auf einer Partition. Richtig: cfdisk /dev/vdb.

mount -a meldet einen Fehler nach dem fstab-Eintrag

Häufigste Ursachen: Tippfehler in der UUID, falsche Trennzeichen oder falscher Dateisystemtyp. Die fstab nochmals mit nano /etc/fstab öffnen, den Eintrag Zeichen für Zeichen prüfen und mount -a erneut testen.

Nach dem Reboot ist /mnt/lbstorage leer

Das Volume ist nicht gemountet. Wahrscheinlich wurde der fstab-Eintrag vergessen oder enthält einen Fehler. journalctl -b | grep mount zeigt, ob beim Boot ein Mountfehler aufgetreten ist.

resize2fs bringt keine Vergrößerung

Die Partition wurde in cfdisk nicht angepasst. resize2fs kann das Dateisystem nur bis zur Partitionsgröße ausweiten. Erst Partition mit cfdisk (Delete + New) vergrößern, dann resize2fs ausführen.

Im SCP erscheint die Disk – muss ich dort etwas tun?

Nein. Das SCP zeigt die neue Disk informationshalber an, aber es ist kein Eingriff nötig. Die Bestellung im CCP genügt – alles Weitere passiert in Linux.

Häufige Fragen

Kann ich Local Block Storage als Backup-Ziel nutzen?

Das ist nicht empfehlenswert. Local Block Storage ist physisch an den Host-Knoten gebunden. Bei einem Knotenausfall ist der Storage nicht einfach einem anderen Server zuzuweisen. Für externe Backups eignen sich speziell dafür ausgelegte Lösungen besser – siehe Restic Backup einrichten und automatisieren.

Was passiert mit dem Storage, wenn ich den Server kündige?

Local Block Storage wird zusammen mit dem Server abgerechnet und bei Kündigung ebenfalls gelöscht. Vorher unbedingt Daten sichern.

Kann ich mehrere Local Block Storage Einheiten nutzen?

Ja, bis zu 5 Einheiten pro Server. Die zweite Einheit erscheint als /dev/vdc, die dritte als /dev/vdd usw. Die Einrichtung ist identisch zu dieser Anleitung.

Ist Verschlüsselung möglich?

Ja. Da es sich um eine eigenständige Block-Device handelt, kann LUKS vor der Partitionierung vorgeschaltet werden. Das ist unabhängig vom Dateisystem und von netcup nicht eingeschränkt.

Welchen Unterschied macht es, ob mein Server NVMe oder HDD verwendet?

Bei NVMe-Serverprodukten (G10, G11, G12) wird auch der Local Block Storage auf NVMe-Hardware bereitgestellt – du bekommst die volle NVMe-Performance. Bei Root Servern der Generation G9/G9.5 läuft der Storage auf HDD-Hardware. Das Einrichtungsverfahren ist identisch.

Warum UUID statt /dev/vdb1 in der fstab?

Gerätenamen wie /dev/vdb1 sind nicht garantiert stabil: Wenn ein weiterer Storage hinzukommt oder wegfällt, kann sich die Reihenfolge verschieben. Eine UUID ist dateisystemgebunden und eindeutig – sie zeigt immer auf die richtige Partition.

Fazit

netcup Local Block Storage ist eine unkomplizierte und günstige Möglichkeit, den Speicher eines VPS oder Root Servers zu erweitern. Die Bestellung im CCP dauert unter einer Minute, die Einrichtung unter Linux mit cfdisk, mkfs.ext4 und einem UUID-basierten fstab-Eintrag ist in rund 10–15 Minuten erledigt. Wichtig ist, den fstab-Eintrag immer mit mount -a zu testen, bevor der Server neu gestartet wird – das verhindert Boot-Probleme durch Tippfehler. Für Szenarien mit hohem Speicherbedarf und mehreren Diensten lohnt sich auch ein Blick auf die strukturierte Disk-Verwaltung mit LVM, die in der Anleitung Festplatten unter Linux einbinden – Partitionen, LVM und fstab behandelt wird.

Weiterführende Anleitungen und Quellen

  1. netcup VPS bestellen: vom CCP bis zum ersten SSH-Login
  2. Das netcup Server Control Panel (SCP) erklärt
  3. netcup VPS-Snapshots: Offline- vs. Online-Snapshot und Wiederherstellung
  4. Festplatten unter Linux einbinden – Partitionen, LVM und fstab
  5. Restic Backup auf Linux einrichten und automatisieren
  6. netcup Helpcenter: Local Block Storage (offizielle Dokumentation)
  7. netcup Community Tutorial: Using local Blockstorage on netcup Linux Server