IT-Tools auf dem Synology NAS installieren: der Admin-Werkzeugkasten im Browser
Über 60 browserbasierte Werkzeuge für IT-Administratoren, darunter Subnetz-Rechner, JWT-Parser und Token-Generator, laufen als schlanker Container auf dem Synology NAS. Kein Volume, keine Datenbank, in wenigen Minuten eingerichtet.
Geprüft am 30.09.2026 · für it-tools 2024.10.22-7ca5933
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Wer als Administrator täglich Subnetze berechnet, JWT-Tokens prüft oder schnell einen Hash erzeugt, greift oft auf externe Online-Dienste zurück und überträgt dabei sensible Daten an fremde Server. IT-Tools bündelt über 60 solcher Werkzeuge in einer einzigen Web-App. Die gesamte Logik läuft als JavaScript im Browser, Ihre Eingaben verlassen das lokale Netz nicht. Auf dem Synology NAS ist IT-Tools ein Projekt mit einem einzigen Container, ohne Volume und ohne Umgebungsvariablen.
Voraussetzungen
- Synology NAS mit DSM 7.2 oder neuer, Intel/AMD (x86_64) oder ARM64
- Container Manager aus dem Paket-Zentrum installiert
- Internetzugang am NAS (einmaliger Image-Download von Docker Hub)
- Freier TCP-Port auf dem NAS, empfohlen: 8080
- Mindestens 256 MB freier Arbeitsspeicher (das Image selbst ist nur rund 22 MB groß)
- Optional: eigene Domain oder DDNS-Eintrag für HTTPS per Reverse Proxy
Schritt 1: Image-Details und Eckdaten im Überblick
IT-Tools taucht in vielen Anleitungen mit unterschiedlichen Ports und Tags auf. Diese Werte gelten laut README und Docker Hub:
| Parameter | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Image (Docker Hub) | corentinth/it-tools:latest | Alternativ: ghcr.io/corentinth/it-tools:latest |
| Stabiler Pin-Tag | corentinth/it-tools:2024.10.22-7ca5933 | Für Produktionsumgebungen empfohlen |
| Image-Größe | ~22,5 MB (amd64) | Multi-Stage-Build: nur nginx + statische Dateien |
| Architektur | linux/amd64, linux/arm64 | Intel/AMD- und ARM64-Modelle |
| Container-Port | 80 (nginx) | Host-Port frei wählbar, empfohlen: 8080 |
| Volumes | Keine | Rein statische App, kein persistentes Volume nötig |
| Umgebungsvariablen | Keine | Keine Konfiguration nötig |
| Restart-Policy | unless-stopped | Startet nach NAS-Neustart, respektiert manuellen Stopp |
| Lizenz | GNU GPLv3 | Kostenlos, Open Source |
Das Image entsteht in einem mehrstufigen Build: Node.js kompiliert das Vue.js-Frontend, das Produktions-Image auf Basis von nginx:stable-alpine enthält nur die fertigen statischen Dateien. Favoriten speichert der Browser im LocalStorage. Sie überleben Neustarts des Containers, gelten aber nur für den jeweiligen Browser.
Verifizieren: Prüfen Sie unter Systemsteuerung → Info-Center, welche CPU Ihr NAS hat. Intel/AMD (x86_64) und 64-Bit-ARM werden mit demselben Image-Namen unterstützt.
Schritt 2: Compose-Datei erstellen und Projekt anlegen
Unter DSM 7.2 legen Sie IT-Tools als Projekt im Container Manager an. Das Vorgehen beschreibt Container Manager: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren. Der Container Manager verlangt für jedes Projekt einen Ordner, legen Sie dafür /volume1/docker/it-tools an. Er nimmt nur die compose.yaml auf, Daten speichert IT-Tools nicht.
Öffnen Sie den Container Manager, wählen Sie Projekt → Erstellen, vergeben Sie den Namen it-tools, wählen Sie den Ordner und fügen Sie folgende Konfiguration ein:
services:
it-tools:
container_name: it-tools
image: corentinth/it-tools:latest
ports:
- "8080:80"
restart: unless-stopped
healthcheck:
test: ["CMD", "wget", "-qO-", "http://localhost:80/"]
interval: 30s
timeout: 10s
retries: 3
Hinweise zur Konfiguration:
- Kein
version:-Schlüssel: Aktuelles Docker Compose benötigt ihn nicht. Ältere Beispiele mitversion: "3.x"erzeugen nur eine Warnung. - Port 8080: Im offiziellen README verwendeter Host-Port. Ist er belegt, wählen Sie einen freien Port wie 8088 und ändern nur die linke Seite (
HOST:80). unless-stoppedstattalways: Der Container startet nach einem NAS-Neustart automatisch, bleibt nach einem manuellen Stopp aber aus.- Kein Volume-Block: beabsichtigt, es gibt nichts Persistentes.
Klicken Sie auf Weiter und Fertig. Der Container Manager lädt das Image (rund 22 MB) und startet den Container.
Verifizieren: Unter Projekt → it-tools wechselt der Status nach kurzer Zeit auf „Wird ausgeführt“, der Container meldet „healthy“. http://<NAS-IP>:8080 zeigt die Startseite mit der Werkzeugübersicht.
Schritt 3: Firewall-Regel für Port 8080 einrichten
Die DSM-Firewall ist ab Werk deaktiviert. Haben Sie sie eingeschaltet, blockiert sie neue Ports, und IT-Tools ist von anderen Geräten nicht erreichbar, obwohl der Container läuft. Details finden Sie in DSM-Firewall: Ports für Docker-Container freigeben.
Öffnen Sie Systemsteuerung → Sicherheit → Firewall, bearbeiten Sie das aktive Profil und legen Sie eine Regel an:
- Protokoll: TCP
- Ports: 8080 (oder Ihr gewählter Host-Port)
- Quelle: Ihr lokales Subnetz (z. B.
192.168.1.0/24), nicht „Alle“ - Aktion: Zulassen
Verifizieren: Rufen Sie http://<NAS-IP>:8080 von einem anderen Gerät im selben Netz auf, etwa einem Smartphone im WLAN. Lädt die Oberfläche, ist die Regel aktiv.
Schritt 4: Erste Werkzeuge kennenlernen – der Praxis-Dreier für Admins
Die Startseite zeigt alle Werkzeuge nach Kategorien. Drei davon brauchen Administratoren besonders oft.
Subnetz- und CIDR-Rechner
Unter Network → IPv4 subnet calculator geben Sie eine Adresse mit Präfixlänge ein, z. B. 192.168.10.0/26. Das Werkzeug zeigt Netzadresse, Broadcast, erste und letzte nutzbare Adresse, Subnetzmaske und die Zahl der Hosts (hier: 62). Die Theorie dazu erklärt Subnetting und CIDR verständlich erklärt.
Token- und UUID-Generator
Unter Crypto → Token generator erzeugen Sie zufällige Zeichenketten mit wählbarer Länge und Zeichenmenge, etwa für Skript-Passwörter oder API-Keys. Der UUID-Generator in derselben Kategorie liefert UUIDs nach RFC 4122. Die Werte entstehen im Browser und landen in keinem Server-Log.
JWT-Decoder
Unter Web → JWT parser fügen Sie ein JSON Web Token ein und sehen Header und Payload im Klartext. So prüfen Sie bei einer API-Integration, welche Claims ein Token enthält und ob das Ablaufdatum (exp) in der Zukunft liegt. Das Werkzeug dekodiert, prüft aber nicht die Signatur. Für sicherheitsrelevante Prüfungen bleibt die Bibliothek im Backend zuständig.
Favoriten: Über das Herz-Symbol markieren Sie ein Werkzeug als Favorit. Favoriten erscheinen oben auf der Startseite, solange Sie denselben Browser und dasselbe Profil nutzen.
Verifizieren: Geben Sie im Subnetz-Rechner 10.0.0.0/28 ein. Das Werkzeug meldet 14 nutzbare Host-Adressen.
Schritt 5: Reverse Proxy für HTTPS-Zugang einrichten (optional)
Für eine HTTPS-Adresse wie https://it-tools.ihredomain.de nutzen Sie den Reverse Proxy von DSM. IT-Tools braucht keine WebSocket-Konfiguration, eine einfache HTTP-Weiterleitung genügt.
Öffnen Sie Systemsteuerung → Anmeldeportal → Erweitert → Reverse Proxy und erstellen Sie eine Regel:
| Feld | Wert |
|---|---|
| Regelname | IT-Tools |
| Protokoll (Quelle) | HTTPS |
| Hostname (Quelle) | it-tools.ihredomain.de |
| Port (Quelle) | 443 |
| Protokoll (Ziel) | HTTP |
| Hostname (Ziel) | localhost |
| Port (Ziel) | 8080 |
Weisen Sie dem Hostnamen unter Systemsteuerung → Sicherheit → Zertifikat ein Let's-Encrypt-Zertifikat zu. Der DNS-Eintrag für den Hostnamen muss auf die öffentliche IP-Adresse Ihres Anschlusses zeigen. Nutzen Sie bereits den Nginx Proxy Manager auf der Synology, können Sie IT-Tools auch dort eintragen. Da IT-Tools keine Anmeldung hat, sollten Sie den Zugang aus dem Internet auf bekannte Adressen beschränken oder ganz auf das lokale Netz begrenzen.
Verifizieren: https://it-tools.ihredomain.de lädt ohne Zertifikatswarnung, alle Werkzeuge funktionieren wie beim lokalen Zugriff.
Schritt 6: Container aktualisieren und auf Pin-Tag wechseln
:latest entspricht dem stabilen Release v2024.10.22, seitdem ist kein neues stabiles Release erschienen. Neuere Werkzeuge enthält nur :nightly (letzter Build Februar 2026), das weniger getestet ist. Für Produktionsumgebungen schreiben Sie den Tag fest:
image: corentinth/it-tools:2024.10.22-7ca5933
Für ein Update stoppen Sie im Container Manager das Projekt it-tools, aktualisieren unter Image das Image und starten das Projekt neu. Da IT-Tools keine Daten im Container speichert, gehen dabei keine Daten verloren.
Verifizieren: Unter Container → it-tools → Details steht das erwartete Image. Laden Sie die Seite danach mit Strg+Umschalt+R neu, damit der Browser keine veralteten JavaScript-Dateien aus dem Cache verwendet.
Troubleshooting / Typische Fehler
- Container läuft, Seite nicht erreichbar: Port 8080 ist auf dem NAS bereits belegt. Prüfen Sie unter Container → Ports die Zuordnung, wählen Sie einen anderen Host-Port (z. B. 8088) und passen Sie Compose-Datei und Firewall-Regel an.
- DSM-Firewall blockiert den Zugriff: Der Browser läuft in eine Zeitüberschreitung, obwohl der Container läuft. Prüfen Sie unter Systemsteuerung → Sicherheit → Firewall, ob eine Regel für den Port existiert und keine ablehnende Regel davor greift.
- Image beim Erstellen nicht gefunden: Prüfen Sie den vollständigen Namen
corentinth/it-tools:latestund die Internetverbindung des NAS. - Seite lädt nach einem Update nicht vollständig: Veraltete Dateien im Browser-Cache. Strg+Umschalt+R oder Cache leeren.
- Einzelne Seiten laden hinter dem Reverse Proxy nicht: Stellen Sie in der Reverse-Proxy-Regel unter „Erweiterte Einstellungen“ die HTTP-Version auf HTTP 1.1.
- Favoriten nach Browserwechsel verschwunden: Erwartet, Favoriten liegen im LocalStorage des jeweiligen Browsers und lassen sich nicht exportieren.
- Warnung wegen
version:: Entfernen Sie die Zeile aus der Compose-Datei.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Volume für Datenpersistenz?
Nein. IT-Tools ist eine statische Web-App, alle Berechnungen laufen im Browser. Es gibt keine Datenbank und keinen Zustand auf dem Server. Favoriten speichert der Browser selbst.
Welchen Port soll ich verwenden?
Das README verwendet 8080:80. Der Host-Port ist frei wählbar, er darf auf dem NAS nur nicht belegt sein und muss bei aktiver Firewall freigegeben werden. Hinter einem Reverse Proxy spielt der Host-Port für Nutzer keine Rolle.
Wie aktuell ist das :latest-Image?
Stand September 2026 entspricht :latest dem Release v2024.10.22. Neuere Werkzeuge gibt es nur in :nightly, das dem Entwicklungsstand entspricht und weniger getestet ist.
Verlassen meine Eingaben das lokale Netz?
Nein. Die Logik läuft als JavaScript im Browser, es gibt kein Backend, das Eingaben verarbeitet oder speichert. Der Container liefert nur die statischen Dateien aus. Das ist der wesentliche Vorteil gegenüber externen Online-Werkzeugen.
Funktioniert IT-Tools auf Synology-NAS mit ARM-Prozessor?
Auf Modellen mit 64-Bit-ARM-CPU ja, das Image wird für linux/amd64 und linux/arm64 bereitgestellt. Docker wählt die passende Variante automatisch. Modelle mit 32-Bit-ARM-CPU werden nicht unterstützt.
Kann ich IT-Tools im Dashboard meiner anderen Dienste anzeigen?
Ja. Betreiben Sie Homepage auf Ihrem Synology NAS, tragen Sie IT-Tools dort als Dienst mit Name, URL und optionalem Icon ein. Eine API-Integration ist nicht nötig.
Fazit
IT-Tools ist in wenigen Minuten eingerichtet: ein Container, kein Volume, keine Umgebungsvariablen. Für Administratoren, die regelmäßig Subnetze berechnen, Tokens erzeugen oder JWTs prüfen, ersetzt es externe Online-Dienste und hält die Eingaben im eigenen Netz.
Einschränkung: Das stabile Image stammt vom Oktober 2024. Wer neuere Werkzeuge braucht, muss auf :nightly ausweichen. Für Subnetz-Rechner, Hash- und JWT-Werkzeuge spielt das keine Rolle.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- Subnetting und CIDR verständlich erklärt: Theorie hinter dem Subnetz-Rechner
- code-server auf dem Synology NAS installieren: VS Code im Browser: weiteres Entwicklerwerkzeug im Browser
- Homepage auf dem Synology NAS installieren: Dashboard für alle Self-Hosting-Dienste: IT-Tools zusammen mit anderen Diensten im Überblick
- Container Manager: Docker-Compose-Projekt anlegen, starten und aktualisieren: Grundanleitung für Compose-Projekte
- DSM-Firewall: Ports für Docker-Container freigeben: Firewall-Konfiguration im Detail
Offizielle Quellen: GitHub CorentinTh/it-tools (README, Dockerfile, Releases) · Docker Hub corentinth/it-tools (Image-Tags, Architekturen)


