Feste IP, Gateway und DNS unter Windows und Linux setzen
Server, Drucker und Switches brauchen feste Adressen. So setzen Sie eine statische IP mit Gateway und DNS unter Windows (GUI, netsh, PowerShell) und Linux (netplan, nmcli) und prüfen die Konfiguration nach jedem Schritt.
Geprüft am 29.09.2026

Server, Netzwerkdrucker, NAS oder Switch brauchen eine planbare Adresse statt einer, die der DHCP-Server bei der nächsten Lease neu vergibt. Diese Anleitung zeigt, wie Sie eine feste IP mit Gateway und DNS einrichten: unter Windows per GUI, netsh und PowerShell, unter Linux per netplan (Ubuntu 24.04) und nmcli, mit CIDR-Tabelle und Prüfschritten.
Voraussetzungen
Fragen Sie im Zweifel den Administrator von Router oder Firewall nach den passenden Werten; eine geratene Adresse führt schnell zum Konflikt.
- Geplante IP-Adresse außerhalb des DHCP-Bereichs Ihres Routers (sonst droht ein Adresskonflikt).
- Subnetzmaske bzw. CIDR-Prefix des Netzes (im LAN meist
255.255.255.0=/24). - Standardgateway - die Router-Adresse, die im selben Subnetz liegen muss.
- Mindestens ein DNS-Server (interner DNS oder öffentlich, z. B.
8.8.8.8). - Administrative Rechte: Windows-Konsole als Administrator, unter Linux
sudo. - Name oder Index der Netzwerkkarte - vorher mit
Get-NetAdapterbzw.ip aermitteln. - Zugang ohne Netz: lokale Konsole, Hypervisor-Konsole oder Fernwartungskarte (iLO, iDRAC, IPMI), falls Sie remote arbeiten.
Schritt 1: Die vier Kernwerte und CIDR verstehen
Jede statische Konfiguration hat vier Bausteine. Fehlt einer oder ist falsch, hat der Rechner keine Verbindung oder erreicht nur das LAN.
- IP-Adresse: die eindeutige Adresse des Geräts, z. B.
192.168.1.100. - Subnetzmaske / Prefix: legt fest, welcher Teil der Adresse das Netz und welcher den Host beschreibt.
- Standardgateway: der Weg nach draußen - muss im selben Subnetz wie die IP liegen.
- DNS-Server: löst Namen wie
www.example.comin IP-Adressen auf.
Subnetzmaske und CIDR-Prefix sind nur zwei Schreibweisen für dasselbe. Windows-GUI und netsh wollen die Dezimalmaske, PowerShell, netplan und nmcli arbeiten mit dem Prefix:
| CIDR-Prefix | Subnetzmaske | Hosts (nutzbar) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
/24 | 255.255.255.0 | 254 | Standard-LAN, kleines Büro |
/23 | 255.255.254.0 | 510 | Größeres Segment |
/16 | 255.255.0.0 | 65.534 | Großes internes Netz |
/8 | 255.0.0.0 | 16,7 Mio. | Sehr großes Netz (selten im LAN) |
In PowerShell entspricht -PrefixLength 24 der Maske 255.255.255.0; in netplan und nmcli schreiben Sie 192.168.1.100/24.
Verifizieren: Notieren Sie IP-Adresse, Prefix bzw. Maske, Gateway und DNS-Server. Das Gateway liegt im selben Netz wie die IP (bei /24 sind die ersten drei Zahlenblöcke gleich), und die IP liegt außerhalb des DHCP-Pools.
Schritt 2: Statische IP unter Windows (GUI)
Für einzelne Arbeitsplätze: Unter Einstellungen > Netzwerk und Internet öffnen Sie die Adapter-Eigenschaften, wählen bei der IP-Zuweisung Bearbeiten, stellen auf Manuell, aktivieren IPv4, tragen IP-Adresse, Subnetzpräfix bzw. -maske, Gateway sowie bevorzugten und alternativen DNS ein und klicken auf Speichern.
Schneller erreichbar ist oft der klassische Dialog: Win+R, ncpa.cpl, per Rechtsklick Adapter-Eigenschaften, Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4) markieren, Folgende IP-Adresse verwenden und Folgende DNS-Serveradressen verwenden wählen, die vier Werte eintragen und mit OK bestätigen.
Verifizieren: ipconfig /all zeigt beim Adapter „DHCP aktiviert: Nein“ sowie die eingetragene IPv4-Adresse, das Standardgateway und die DNS-Server.
Schritt 3: Statische IP unter Windows (netsh)
netsh eignet sich für Skripte und Remote-Konfiguration. Öffnen Sie Eingabeaufforderung oder PowerShell als Administrator, sonst meldet Windows Zugriff verweigert. Der Pfad lautet heute netsh interface ipv4 (früher netsh interface ip). Ersetzen Sie Ethernet durch den genauen Adapternamen.
# IP-Adresse, Maske und Gateway in einem Befehl setzen
netsh interface ipv4 set address name="Ethernet" source=static address=192.168.1.100 mask=255.255.255.0 gateway=192.168.1.1
# Primären DNS-Server setzen
netsh interface ipv4 set dns name="Ethernet" source=static address=8.8.8.8
# Sekundären DNS ergänzen (index=2 ist wichtig, sonst wird ersetzt statt ergänzt)
netsh interface ipv4 add dns name="Ethernet" address=8.8.4.4 index=2
Zurück auf DHCP stellen Sie Adresse und DNS so:
netsh interface ipv4 set address name="Ethernet" source=dhcp
netsh interface ipv4 set dns name="Ethernet" source=dhcp
Verifizieren: netsh interface ipv4 show config name="Ethernet" zeigt „DHCP aktiviert: Nein“, die neue IP-Adresse, das Standardgateway und die statisch konfigurierten DNS-Server in der gesetzten Reihenfolge.
Schritt 4: Statische IP unter Windows (PowerShell)
Für moderne Systeme und Automatisierung sind die Cmdlets der Module NetTCPIP und DnsClient erste Wahl. Sie adressieren die Schnittstelle über den InterfaceIndex (alternativ InterfaceAlias); ermitteln Sie ihn zuerst:
# Adapter samt Index, Name und Status anzeigen
Get-NetAdapter
Mit dem Index (im Beispiel 12) setzen Sie IP, Prefix und Gateway in einem Schritt. Auf einer Schnittstelle mit aktivem DHCP deaktiviert Windows DHCP dabei automatisch.
# IP-Adresse, Prefix und Gateway setzen (offizielles MS-Beispiel)
New-NetIPAddress -InterfaceIndex 12 -IPAddress 192.168.1.100 -PrefixLength 24 -DefaultGateway 192.168.1.1
# DNS-Server (primär + sekundär) zuweisen
Set-DnsClientServerAddress -InterfaceIndex 12 -ServerAddresses ("8.8.8.8","8.8.4.4")
Entfernen Sie eine vorhandene alte statische IP oder Route vorher, sonst scheitert New-NetIPAddress womöglich mit einem Konflikt:
# Vorhandene IP und Default-Route vor dem Neusetzen entfernen
Remove-NetIPAddress -InterfaceIndex 12 -Confirm:$false
Remove-NetRoute -InterfaceIndex 12 -DestinationPrefix 0.0.0.0/0 -Confirm:$false
Den DNS stellen Sie so zurück auf DHCP:
Set-DnsClientServerAddress -InterfaceIndex 12 -ResetServerAddresses
Verifizieren: Get-NetIPConfiguration -InterfaceIndex 12 zeigt unter IPv4Address, IPv4DefaultGateway und DNSServer die neuen Werte.
Schritt 5: Statische IP unter Linux mit netplan
Ubuntu 24.04 nutzt standardmäßig netplan.io (Debian ohne Cloud-Image meist ifupdown, siehe Schritt 6). Die YAML-Konfigurationen liegen unter /etc/netplan/*.yaml (etwa 50-cloud-init.yaml). Legen Sie eine eigene Datei an, z. B. /etc/netplan/01-static.yaml, mit chmod 600. Setzt eine vorhandene Datei dieselbe Schnittstelle auf DHCP, passen Sie diese an oder entfernen Sie sie, da netplan die Dateien zusammenführt. Entscheidend: 2 Leerzeichen Einrückung pro Ebene, niemals Tabs. Den Schnittstellennamen (hier enp3s0) prüfen Sie mit ip a.
network:
version: 2
ethernets:
enp3s0:
dhcp4: false
dhcp6: false
addresses:
- 192.168.1.100/24
routes:
- to: default
via: 192.168.1.1
nameservers:
addresses:
- 8.8.8.8
- 8.8.4.4
search:
- example.lan
Der frühere Schlüssel gateway4 ist deprecated und erzeugt eine Warnung; nutzen Sie die routes-Sektion mit - to: default und via:. Anwenden und absichern in drei Stufen:
# 1. Syntax prüfen (erzeugt die Backend-Konfiguration)
sudo netplan generate
# 2. Risikofrei testen: bei fehlender Bestätigung Auto-Rollback nach 120 s
sudo netplan try
# 3. Dauerhaft übernehmen
sudo netplan apply
# Status der Schnittstelle anzeigen
netplan status enp3s0
netplan try ist das Sicherheitsnetz: Sperren Sie sich über SSH aus, rollt netplan nach 120 Sekunden automatisch zurück.
Verifizieren: ip a show enp3s0 zeigt inet 192.168.1.100/24, ip route zeigt default via 192.168.1.1 dev enp3s0.
Schritt 6: Statische IP unter Linux mit nmcli
Auf Desktops sowie Fedora/RHEL verwaltet meist NetworkManager die Verbindungen, bedient per nmcli. ipv4.method manual bedeutet statisch, auto DHCP. Mehrere DNS-Server geben Sie kommagetrennt in Anführungszeichen an. Eine bestehende Verbindung ändern Sie so:
# Bestehende Verbindung auf statisch umstellen
sudo nmcli connection modify "Wired connection 1" ipv4.method manual ipv4.addresses 192.168.1.100/24 ipv4.gateway 192.168.1.1 ipv4.dns "8.8.8.8,8.8.4.4"
# Änderung aktivieren
sudo nmcli connection up "Wired connection 1"
Eine neue Verbindung legen Sie so an und prüfen sie direkt:
# Neue statische Ethernet-Verbindung erstellen
sudo nmcli connection add type ethernet con-name static-eth0 ifname eth0 ipv4.method manual ipv4.addresses 10.0.0.50/24 ipv4.gateway 10.0.0.1 ipv4.dns "1.1.1.1,8.8.8.8"
# Konfiguration der Verbindung anzeigen
nmcli connection show static-eth0
Auf älteren Debian-Systemen mit ifupdown tragen Sie die Werte stattdessen in /etc/network/interfaces ein. Achtung: dns-nameservers wirkt dort nur mit installiertem resolvconf.
auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.1.100
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.1.1
dns-nameservers 8.8.8.8 8.8.4.4
# danach: sudo systemctl restart networking
Verifizieren: nmcli -g ipv4.method,ipv4.addresses,ipv4.gateway,ipv4.dns connection show "Wired connection 1" liefert manual und die gesetzten Werte; nmcli device status zeigt die Karte als connected.
Schritt 7: Konfiguration verifizieren
Prüfen Sie drei Dinge: Ist die Adresse aktiv, stimmt das Gateway, funktioniert die Namensauflösung?
Unter Windows zeigt ipconfig /all alle Werte inklusive DNS; ping testet das Gateway, nslookup die DNS-Auflösung:
ipconfig /all
ping 192.168.1.1
nslookup www.example.com
Unter Linux sind die Werte auf mehrere Befehle verteilt: ip a zeigt die Adresse, ip route das Standardgateway, resolvectl status die aktiven DNS-Server (auf systemd-resolved-Systemen).
ip a
ip route
resolvectl status
ping -c4 192.168.1.1
nslookup www.example.com
Wenn ping auf die IP klappt, aber nslookup scheitert, fehlt fast immer der DNS-Server, siehe Typische Fehler.
Verifizieren: ping auf das Gateway meldet 0 % Paketverlust, nslookup www.example.com liefert eine Adresse, und die Ausgabe nennt Ihren konfigurierten DNS-Server.
Typische Fehler
Diese Fehler treten bei statischer IP-Konfiguration am häufigsten auf:
- YAML mit Tabs: In
netplansind nur Leerzeichen (2 pro Ebene) erlaubt. Tabs führen zuInvalid YAMLundnetplan applybricht ab. Vorhernetplan generateodernetplan tryausführen. - Veraltetes
gateway4:gateway4: x.x.x.xerzeugt eine Deprecation-Warnung. Nutzen Sie dieroutes-Sektion mitto: defaultundvia:. - Falsches oder fehlendes Gateway: Liegt das Gateway im falschen Subnetz, erreichen Sie nur das LAN. In PowerShell scheitert
New-NetIPAddress, wennDefaultGatewaynicht im Subnetz der IP liegt. - Fehlender DNS:
ping <IP>funktioniert, der Browser aber nicht. Setzen Sie immer mindestens einen DNS-Server (z. B.8.8.8.8). - Doppelte IP-Adresse: Windows-DAD (Duplicate Address Detection) macht die Adresse bei Konflikt unbrauchbar. Vergeben Sie statische IPs außerhalb des DHCP-Bereichs des Routers.
- Falscher Interface-Name/-Index: netplan, nmcli und PowerShell konfigurieren sonst stumm die falsche Karte. Vorher mit
ip abzw.Get-NetAdapterverifizieren. - Rechte vergessen:
netshund PowerShell-Cmdlets brauchen eine Konsole als Administrator, Linux-Befehlesudo. Sonst kommtZugriff verweigertbzw.Permission denied. - Aussperren bei SSH/RDP: Ein Tippfehler bei IP oder Gateway trennt die Remote-Session. Unter Linux deshalb
netplan trynutzen, bei nmcli über lokale Konsole oder iLO absichern.
Häufige Fragen
Brauche ich für jede statische IP zwingend einen DNS-Server?
Für die Erreichbarkeit per IP nicht, für alles per Namen schon. Setzen Sie immer mindestens einen DNS-Server, intern oder öffentlich wie 8.8.8.8 (Google), 1.1.1.1 (Cloudflare) oder 9.9.9.9 (Quad9).
Warum sollte die statische IP außerhalb des DHCP-Bereichs liegen?
Vergibt der Router dieselbe Adresse per DHCP an ein anderes Gerät, entsteht ein Adresskonflikt. Reservieren Sie im Router einen Bereich für statische Adressen oder legen Sie die feste IP bewusst außerhalb des DHCP-Pools.
Was ist der Unterschied zwischen netplan und nmcli?
netplan ist Standard auf Ubuntu-Servern und beschreibt die Konfiguration deklarativ als YAML. nmcli steuert befehlsorientiert den NetworkManager auf Desktops und Fedora/RHEL. Auf Ubuntu-Desktops kann netplan den NetworkManager als Backend nutzen.
Wie teste ich eine Änderung gefahrlos über SSH?
Mit sudo netplan try: Ohne Bestätigung binnen 120 Sekunden stellt netplan die vorherige Konfiguration wieder her. Bei nmcli und Windows halten Sie eine lokale Konsole oder Fernwartungskarte bereit.
Wie komme ich wieder zurück auf DHCP?
Windows: netsh interface ipv4 set address name="Ethernet" source=dhcp und ... set dns ... source=dhcp, in PowerShell Set-DnsClientServerAddress -ResetServerAddresses. Linux: in netplan dhcp4: true setzen und netplan apply, in nmcli ipv4.method auto.
Welche Subnetzmaske brauche ich im normalen Büro-LAN?
In kleinen Netzen fast immer /24 bzw. 255.255.255.0 mit bis zu 254 nutzbaren Hosts. Für größere Segmente oder zusammengefasste Subnetze hilft die verlinkte Subnetting-Anleitung beim Umrechnen.
Fazit
Stimmen die vier Kernwerte, ist die statische IP schnell gesetzt. Drei Gewohnheiten zählen: Interface-Namen vorher prüfen, Änderungen per netplan try oder lokaler Konsole absichern und mit ipconfig /all bzw. ip a + ip route + nslookup verifizieren.
Weiterführende Anleitungen und Quellen
- Subnetting und CIDR verständlich erklärt - hilft beim Umrechnen von Prefix und Subnetzmaske.
- DNS-Records erklärt (A, AAAA, CNAME, MX, TXT) - was DNS-Server eigentlich auflösen.
- VLANs verstehen und Managed Switch einrichten - für saubere Netzsegmentierung.
- Weitere Anleitungen aus der Kategorie Netzwerk
Quellen: Microsoft Learn - New-NetIPAddress (NetTCPIP), Set-DnsClientServerAddress und netsh interface (Windows Commands); Netplan-Dokumentation - How to use static IP addresses. Stand der Recherche: Juni 2026.


