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Cloud / Hosting 30.05.2026 · 2 min Lesezeit

AWS European Sovereign Cloud: SAP Cloud ERP Private und EC2 G6 starten

AWS erweitert seine europäische Souveräne Cloud um SAP Cloud ERP Private und Amazon-EC2-G6-Instanzen. Der Marketplace umfasst nach Anbieterangaben über 165 EU-optimierte Lösungen.

Netzwerk-Storage im Regal – Symbolbild für Synology-NAS

AWS baut seine European Sovereign Cloud weiter aus. Neu im Angebot sind SAP Cloud ERP Private als Managed Service sowie Amazon-EC2-G6-Instanzen mit NVIDIA-L4-GPUs für beschleunigtes Computing. Das Marketplace-Sortiment umfasst laut AWS inzwischen über 165 Lösungen, die für die EU-Region optimiert sind und Infrastruktur, DevOps, Cloud-Operations sowie AI-Agent-Tooling abdecken.

Worum es geht

Die AWS European Sovereign Cloud ist seit Januar 2026 allgemein verfügbar und wird vollständig in der EU betrieben: Datenresidenz, Betriebspersonal und Konzernstruktur liegen in Europa, der Betrieb erfolgt unter deutschem Recht. Die jetzt nachgereichten Bausteine adressieren genau die Lücken, die Großkunden zuvor in den Sovereign-Cloud-Diskussionen kritisierten – ein integriertes SAP-Cloud-ERP ohne US-Vertragspartner und GPU-Kapazität für AI-Workloads, die nicht in die regulären EU-Regionen rüberlaufen. Parallel plant die EU-Kommission die Vorstellung des Cloud and AI Development Act (CADA), der die nationalen Souveränitäts-Initiativen in einen gemeinsamen Rahmen heben soll.

Wie prüfe ich, ob meine Workloads passen?

Ein erster Realitätscheck im eigenen Stack: Welche AWS-Regionen werden aktuell genutzt? Auf einer Linux-Admin-Bastion mit installiertem AWS-CLI:

aws ec2 describe-regions --query 'Regions[].RegionName' --output table

Welche Services hängen an US-Regionen statt an eu-*?

aws ec2 describe-instances --query 'Reservations[].Instances[].[InstanceId,Placement.AvailabilityZone,Tags[?Key==`Name`].Value|[0]]' --output table

Outbound-Traffic in Richtung US-Hyperscaler aus On-Prem-Subnetzen erkennen (Beispiel nftables):

sudo nft list ruleset | grep -E 'amazonaws|s3-website|cloudfront'

Was Cloud-Architekten jetzt klären sollten

Der Wechsel in die Sovereign Cloud ist nicht trivial: Service-Verfügbarkeit, Preismodelle und Quotas weichen von den klassischen EU-Regionen ab, manche Service-Endpunkte sind nicht ein-zu-eins kompatibel. Wer eine Migration plant, sollte zuerst eine Service-Mapping-Tabelle erstellen – welche Services sind in der Sovereign Cloud verfügbar, welche müssen ersetzt oder selbst betrieben werden? Für SAP-Lasten ist die Verfügbarkeit von SAP Cloud ERP Private ein erheblicher Vorteil; für AI-Lasten mit hoher GPU-Nachfrage lohnt vor dem Wechsel ein Quotas-Antrag, weil die EC2-G6-Kapazität in der Sovereign Cloud anfangs begrenzt sein dürfte.

Für den DACH-Mittelstand öffnet AWS damit eine pragmatische Tür zwischen reinem On-Prem-Betrieb und voller US-Cloud. Wer NIS2- oder Branchenauflagen erfüllen muss, kann gezielt einzelne Workloads in die Sovereign Cloud verschieben, ohne den kompletten Cloud-Stack umzubauen. Genau diese schrittweise Migration ist erfahrungsgemäß die belastbarste Variante.

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Quelle: heise online – AWS Sovereign Cloud: AI expansion and new agent tools.