Virtual Reality im Pflegeheim – Praxisanleitung für Senioren

Einleitung

Virtual‑Reality‑Brillen (VR) sind nicht mehr nur für Gamer:innen gedacht. In Pflegeeinrichtungen können sie dabei helfen, das Wohlbefinden von Senior*innen zu erhöhen, indem sie virtuelle Reisen, Entspannungs‑ und Gedächtnistraining ermöglichen. In dieser Anleitung zeigen wir, wie Sie VR‑Erlebnisse sicher und unkompliziert in Ihrem Pflegeheim einführen.

Voraussetzungen

  • Hardware: Stand‑alone‑Headset (z. B. Meta Quest 2, Pico 4) oder PC‑basiertes System mit kompatiblen Headsets.
  • Software: VR‑App‑Store (Meta Store, SideQuest), speziell für Senioren geeignete Inhalte (Reisen, Natur, leichte Bewegungsspiele).
  • Netzwerk: WLAN 5 GHz mit stabiler Verbindung (mind. 10 Mbps pro Gerät).
  • Hygiene: Antibakterielle Reinigungstücher, weiche Auflagen und ggf. Einweg‑VR‑Cover.
  • Betreuungspersonal: Grundkenntnisse im Umgang mit dem Headset und Erste‑Hilfe‑Kenntnisse.

Schritt‑für‑Schritt‑Installation

  1. Headset auspacken und vorbereiten
    • Entfernen Sie die Schutzfolie.
    • Setzen Sie die weichen Auflagen ein und prüfen Sie die Passform.
  2. Erstkonfiguration

    Schalten Sie das Gerät ein und folgen Sie dem Einrichtungs‑Wizard. Wählen Sie Sprache, Zeitzone und verbinden Sie das Headset mit Ihrem WLAN.

    Falls Sie ein PC‑basiertes System nutzen, schließen Sie das Headset an den PC an und installieren Sie die zugehörige Runtime (z. B. Oculus‑Software).

  3. Apps für Senioren installieren

    Im Meta Store finden Sie bereits kuratierte Inhalte. Für weitere Apps nutzen Sie SideQuest (Open‑Source‑Store).

    # Beispiel: SideQuest auf einem Windows‑PC installieren
    curl -L -o sidequest-setup.exe https://cdn.sidequestvr.com/sidequest-setup.exe
    start sidequest-setup.exe

    Nach der Installation öffnen Sie SideQuest, verbinden das Headset via USB und klicken auf „Install from APK“.

  4. Inhalte testen
    • Lassen Sie das Personal die Apps selbst ausprobieren.
    • Beobachten Sie, ob die Bedienung für die Zielgruppe geeignet ist (z. B. große Buttons, kurze Sessions).
  5. Sitzungen planen

    Erstellen Sie einen wöchentlichen Zeitplan (z. B. 30 Minuten pro Gruppe). Dokumentieren Sie, welche Inhalte genutzt werden.

  6. Hygiene nach jeder Nutzung

    Reinigen Sie das Headset mit einem alkoholfreien Desinfektionstuch und wechseln Sie ggf. die Auflagen.

Sicherheits‑ und Hygienetipps

  • Beaufsichtigung: Immer eine Fachkraft anwesend, die bei Unwohlsein sofort eingreifen kann.
  • Raumgestaltung: Sturzsichere Umgebung, ausreichend Platz (mind. 2 m Abstand zu Möbeln).
  • Gesundheitscheck: Vor der ersten Nutzung ärztliche Freigabe einholen (z. B. bei Seh‑ oder Gleichgewichtsstörungen).
  • Datenschutz: Keine personenbezogenen Daten in den Apps speichern; bei Cloud‑Diensten die Datenschutzerklärung prüfen.

Integration in den Pflegealltag

  • Verknüpfen Sie die VR‑Sitzungen mit bestehenden Aktivitäten (z. B. Gedächtnistraining, Entspannungsübungen).
  • Führen Sie ein einfaches Logbuch, um Fortschritte und Feedback der Senior*innen zu dokumentieren.
  • Nutzen Sie die Inhalte als Gesprächsanlass – nach der Session gemeinsam über das Erlebte sprechen.

Fazit

Mit ein paar wenigen Schritten können Sie Virtual‑Reality‑Erlebnisse sicher in Ihrem Pflegeheim etablieren und damit die Lebensqualität Ihrer Bewohner*innen deutlich steigern. Wichtig sind eine gute Vorbereitung, regelmäßige Hygiene und die Begleitung durch geschultes Personal.

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