Middle‑Mouse‑Paste unter Linux deaktivieren – GNOME & Firefox

Die mittlere Maustaste fügt unter Linux standardmäßig den Inhalt der Zwischenablage ein. Für manche Nutzer ist das störend, besonders in GNOME‑Umgebungen oder beim Arbeiten in Firefox. In dieser Anleitung zeigen wir, wie Sie das Verhalten sicher ausschalten – sowohl systemweit als auch nur für einzelne Programme.

Voraussetzungen

  • Linux‑Desktop mit GNOME (Version 3.38+ empfohlen)
  • Firefox (ab Version 115)
  • Terminalzugriff (für gsettings)

Schritt 1 – Middle‑Mouse‑Paste in GNOME deaktivieren

GNOME steuert das Einfügen über die Einstellung org.gnome.desktop.interface gtk-primary-button-warps-pointer. Wir setzen sie auf false:

gsettings set org.gnome.desktop.interface gtk-primary-button-warps-pointer false

Damit wird das automatische Einfügen über die mittlere Maustaste abgeschaltet. Um die Änderung zu prüfen, öffnen Sie ein Terminal und klicken Sie mit der mittleren Taste – es sollte nichts mehr passieren.

Schritt 2 – Middle‑Mouse‑Paste in Firefox deaktivieren

Firefox verwendet ein eigenes Präferenz‑Flag. Öffnen Sie about:config, akzeptieren Sie die Warnung und suchen Sie nach middlemouse.paste. Setzen Sie den Wert auf false:

# In der Adresszeile:
about:config

# Suche: middlemouse.paste
# Doppelklick → false

Starten Sie Firefox neu. Nun wird das Einfügen per Mittelmaustaste nicht mehr ausgeführt.

Optional: Nur für einzelne Anwendungen deaktivieren

Manche Programme unterstützen die Umgebungsvariable GTK_PRIMARY_BUTTON_WARPS_POINTER. Setzen Sie sie nur für die gewünschte Anwendung:

GTK_PRIMARY_BUTTON_WARPS_POINTER=0 gedit

Damit bleibt das Verhalten für andere Programme unverändert.

Schritt 3 – Änderungen rückgängig machen

  • GNOME: gsettings reset org.gnome.desktop.interface gtk-primary-button-warps-pointer
  • Firefox: about:config → middlemouse.paste → true

Fazit

Mit wenigen Befehlen haben Sie das klassische „Middle‑Mouse‑Paste“ sowohl in GNOME als auch in Firefox abgeschaltet. Das erhöht die Kontrolle über das Einfügen und verhindert ungewollte Aktionen, zum Beispiel beim Arbeiten mit Remote‑Desktops.

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