Phoenix X Server mit Zig – Moderne X11-Umgebung

Einleitung

Der Phoenix X Server ist ein komplett neuer X‑Server, der von Grund auf in der Programmiersprache Zig geschrieben wurde. Er will X11 modernisieren, ohne auf den alten Xorg‑Code zurückzugreifen. Für kleine Unternehmen, Entwickler und IT‑Interessierte kann das bedeuten: ein schlanker, wartbarer und potenziell sichererer Display‑Server.

Ziel dieser Anleitung

  • Verstehen, wofür Phoenix gedacht ist.
  • Den Server selbst kompilieren und starten.
  • Erste Tests mit einer einfachen Anwendung durchführen.
  • Erkennen, wann ein professioneller Service (z. B. von Schönfelder EDV) sinnvoll ist.

Voraussetzungen

Für die Installation benötigen Sie:

  • Ein Linux‑Server oder -Desktop (Debian/Ubuntu, Fedora, Arch …).
  • Root‑ bzw. sudo‑Rechte.
  • Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Shell.
  • Zig 0.13+ (die aktuelle stabile Version).

Schritt‑für‑Schritt‑Installation

1. Zig installieren

Unter Debian/Ubuntu:

sudo apt update && sudo apt install -y curl unzip
curl -L https://ziglang.org/builds/zig-linux-x86_64-0.13.0.tar.xz -o /tmp/zig.tar.xz
sudo tar -C /opt -xf /tmp/zig.tar.xz
sudo ln -s /opt/zig-linux-x86_64-0.13.0/zig /usr/local/bin/zig

Unter Fedora:

sudo dnf install zig

Prüfen Sie die Installation:

zig version

2. Phoenix-Quellcode holen

git clone https://github.com/phoenix-xorg/phoenix.git
cd phoenix

3. Build starten

Der Build verwendet das Zig‑Build‑System. Einfach ausführen:

zig build -Drelease-fast=true

Nach erfolgreichem Durchlauf finden Sie das Binary im zig-out/bin-Verzeichnis.

4. Testlauf mit Xvfb (virtuelles Display)

Um den Server ohne physische Grafikkarte zu testen, nutzen wir Xvfb:

sudo apt install -y xvfb
Xvfb :1 -screen 0 1024x768x24 &
export DISPLAY=:1
./zig-out/bin/phoenix &

Starten Sie nun eine einfache X‑Anwendung, z. B. xeyes:

sudo apt install -y x11-apps
xeyes

Wenn die Augen folgen, läuft Phoenix korrekt.

5. Integration in den System‑Start (optional)

Erstellen Sie eine System‑d‑Unit, damit Phoenix beim Booten startet:

sudo tee /etc/systemd/system/phoenix.service > /dev/null << 'EOF'
[Unit]
Description=Phoenix X Server
After=network.target

[Service]
ExecStart=/opt/phoenix/zig-out/bin/phoenix
Restart=on-failure
User=root
Environment=DISPLAY=:0

[Install]
WantedBy=multi-user.target
EOF

sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now phoenix.service

Prüfen Sie den Status:

systemctl status phoenix.service

Praxiswissen & Tipps

  • Backup: Vor dem Umstieg auf Phoenix immer das aktuelle Xorg‑Setup sichern (z. B. cp -a /etc/X11 /etc/X11.bak).
  • Kompatibilität: Nicht‑standard‑Treiber (z. B. proprietäre NVIDIA‑Treiber) müssen ggf. noch angepasst werden.
  • Monitoring: Log‑Ausgaben von Phoenix landen standardmäßig in journalctl -u phoenix. Für Langzeit‑Monitoring empfiehlt sich Prometheus + node_exporter.
  • Performance: Der Release‑Build (-Drelease-fast) ist deutlich schneller als ein Debug‑Build.

Fazit

Mit wenigen Schritten haben Sie den modernen Phoenix X Server aus Zig gebaut, getestet und optional in den Systemstart eingebunden. Für den produktiven Einsatz in Unternehmen empfiehlt es sich, das Setup gemeinsam mit einem erfahrenen Systemadministrator zu prüfen – insbesondere, wenn Sie bestehende Desktop‑Umgebungen oder spezielle Grafik‑Treiber einsetzen.

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